Zufüttern/Abstillen - Was ich unbedingt loswerden muss

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Benutzeravatar
jiu21
hat viel zu erzählen
Beiträge: 247
Registriert: 14.03.2015, 20:45

Zufüttern/Abstillen - Was ich unbedingt loswerden muss

Beitrag von jiu21 »

Ich muss hier jetzt einmal eine Geschichte bzgl. Zufüttern/Abstillen wegen (angeblich?) hungerndem Kind loswerden, weil mich das einfach so aufgewühlt hat:

Und zwar habe ich mich letztens mit einer Mutter getroffen die ihr Kind nicht mehr stillt. Ich habe sie nach dem Grund gefragt, weil ich wusste dass sie anfangs noch gestillt hatte. Sie hat mir dann erzählt, dass sie mit ihrem Kind, damals 4 Monate alt, ins Krankenhaus musste (notfallmäßig sozusagen und auch nicht stationär). Dort habe die Kinderärztin zu ihr gesagt, dass ihr Kind doch recht dünn sei. Weil dies wohl auch "ihre" Kinderärztin beim letzten Impfen gesagt hatte (ohne das Kind dann aber zu wiegen) hat sie einer Wiegeprobe zugestimmt. Sie hat ihr Kind dann eine halbe Stunden gestillt, danach wurde es gewogen und die Zunahme betrug "nur" 30g. Damit stand dann für die KH KiÄ fest, das Kind müsse zugefüttert werden, die Mutter solle sofort Pre Nahrung kaufen. Zuhause hat sie ihrem Kind dann 150ml Pre mit der Flasche gegeben. Da ihr Kind soviel getrunken hatte fühlte sie sich bestätigt, dass ihre Milch nicht reicht und sie zufüttern muss. Sie hat sich selbst in dieser Annahme bestärkt weil ihr Kind zu dieser Zeit recht quengelig war und sie selbst das GEfühlt hatte, ihre Milch würde nicht mehr so fließen (?) wie zuvor. Die Mutter bringt es damit in Zusammenhang dass sie zu dieser Zeit recht viel Stress hatte und wenig gegessen hat. Heute, 3 MOnate später stillt sie nicht mehr.

Mir ist natürlich klar, dass man hier schlecht etwas aus der ferne und ohne genaue GEwichtsdaten vom Kind usw. beurteilen kann aber mich hat hier einfach entsetzt mit welcher Leichtigkeit eine völlig fremde KiÄ zum Zufüttern drängt ohne irgendwelche belastbaren Daten zu haben. Und die Mutter das natürlich auch tut (wer möchte schließlich sein Kind verhungern lassen??). Ich finde es einfach völlig unverständlich dass wohl vor allem KiÄ noch heute so "wenig Wert" aufs STillen legen (mir fällt jetzt kein anderer Ausdruck ein).

Ich selbst stille meinen Sohn (7 Monate) noch voll (nebenbei BLW) und bin nach dieser Geschichte (und nach ähnlichen die man liest und hört) wirklich sehr froh dass wir das noch "können" (kenne auch selbst die erstaunte Frage, ob ich immernoch so viel Milch habe).

Zum Abschluss noch ein großes Lob an dieses Forum und die vielen engagierten Stillberaterinnen und anderen Ratschlaggeberinnen :piepmatz:
mit einem Sohn 08/2014
Benutzeravatar
tania
ModTeam-Stillberatung
Beiträge: 14983
Registriert: 24.02.2009, 18:09
Wohnort: Italien

Re: Zufüttern/Abstillen - Was ich unbedingt loswerden muss

Beitrag von tania »

das ist leider eine recht typische geschichte. ob das kind zufuetterbedarf hatte oder nicht, aendert an der absolut stillunfreundlichen zufuettermethode ja nichts (ohne ordentliche datenreihe = vorschnell, flasche = saugveriwrrung und eine sehr grosse menge auf einmal).

manchmal ist zufuettern notwendig und eine UNTERSTUETZUNG des stillens. ich bin mir sicher, dass es sich aendern wird. stillen ist heute schon wieder so viel verbreiteter als vor dreissig jahren, information und unterstuetzun besser verfuegbar. da ist noch eine menge verbesserungspotential, aber es geht grundsaetzlich in die richtige richtung. *find*
tania mit sohn *09 und sohn *12
Antworten

Zurück zu „Stillforum“