Milchjunkie nachts abstillen

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wilderdbeere
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Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von wilderdbeere »

Liebes Forum,

gerade hat das Kind wieder so einen Stillflash, mir reicht es jetzt wirklich. Ich kann nimmer. Ich berichte mal ein bisschen ausführlich, wo wir sind und wo ich gerne wäre, vielleicht hat mir jemand einen Rat.

Mein Kind war schon immer ein Brustjunkie. Die ersten drei Monate hing er gefühlt ausschließlich an der Brust. Später kamen wir selten über 2 Stunden Abstand. Nachts ging es eigentlich. Wir haben immer einschlafgestillt. Bis er ca. ein halbes Jahr alt war, hat er super geschlafen, ist 3-4x nachts aufgewacht, gestillt, eingeschlafen und alles war gut. Tagsüber schlief er meist im Tuch. Außer ich war auch sehr müde, dann haben wir tagsüber auch mal zusammen stillend geschlafen. Dann wurde das einschlafen immer schwieriger, er ist abends total oft wieder aufgewacht, und dann auch nachts. Ich habe nachts gefühlt dauergestillt. Papa konnte und kann manchmal beruhigen, aber häufig wacht er dann 20 Minuten später wieder auf. Ich kann ihn ab und an auch mit kuscheln wieder zum Einschlafen bringen, aber selten.

Mit gut 9 Monaten wurde die Stillerei tagsüber schlagartig weniger, bzw. wellenartig. An manchen Tagen nur noch 2x tagsüber, an anderen wieder alle 2 Stunden. Wir haben immer nach Bedarf gestillt und ansonsten BLW gemacht, und dafür hat er immer recht viel gegessen. Mit 11 Monaten haben wir die Eingewöhnung bei der Tagesmutter begonnen, und jetzt, mit gut 12 Monaten, geht er dort von 9-15:30 Uhr hin, alles kein Problem. Ich stille morgens so gegen 6, halb 7 nochmal, dann gibt es Frühstück und ich gehe zur Arbeit. Nachmittags hole ich ihn ab und zu Hause wird er, sobald wir die Wohnung betreten, unglaublich motzig und will dringend an die Brust. Er stillt dann ca. 2x, bis es zwischen 19-20 Uhr ins Bett geht. Dort einschlafstillen und ne doofe oder sehr doofe Nacht ;-) Immerhin schläft er wieder gut ein. Er ist abends richtig müde (wohl auch durch den ganzen TaMu-Input). Leider hält ihn das nicht vom aufwachen ab. Wenn er aufwacht, brüllt er in 90% der Fälle _sofort_ los. Er ist oft noch nichtmal richtig wach. Er brüllt und das einzige, was hilft (also nach 5--10 Minuten gebe ich auf) ist Brust. Tagsüber will er auch oft stillen, wenn ich in Reichweite bin. Er sitzt oder steht dann vor mir, macht die Händchen auf und zu (sein einziges Babyzeichen :lol: ) und sagt "meeeh?".

Körperlich: Er ist ziemlich speckig <3, grobmotorisch weiter als feinmotorisch, steht frei, läuft noch nicht. 8 Schneidezähne, auf den Rest warten wir noch (vielleicht ist es deswegen gerade besonders schlimm?).

Ich möchte einfach mal wieder ein paar mehr Stunden am Stück schlafen :-( Ich bin ständig müde und verwirrt, und tagsüber, wenn ich denn mal Zeit habe, _kann_ ich schon gar nicht mehr einschlafen. Ich esse Süßkram in Unmengen und bin total gereizt.

So. Ich kenne theoretisch mehrere Abstill-Möglichkeiten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass z.B. "nachts immer kürzer stillen, bis gar nicht mehr" oder "zwar nachts stillen, aber vor einschlafen abdocken" in unserem Fall nicht funktionieren werden. Letzteres probiere ich manchmal, aber da fängt er dann sofort wieder an zu suchen und zu weinen. Er isst übrigens ziemlich viel abends - ich las mal, dass ein 1jähriges Kind 1/3 des Kalorienbedarfs eines Erwachsenen hat, und ich würde schätzen, er isst auch 1/3 soviel wie ich. Tagsüber schläft er übrigens bei der TaMu ohne Probleme allein in seinem Bettchen ein! Und manchmal, wenn der Papa tagsüber mit ihm Mittagsschlaf macht, legen die zwei sich ins Bett und nach etwas Gemotze schläft er auch. Ich bin mir also sicher, dass ich nur mal ein verlängertes WE weg müsste, und die zwei Männer müssten da durch und gut wäre. Ich stille an sich aber gerne (tagsüber! ;-) ), daher möchte ich eigentlich noch nicht komplett abstillen. Zumal die TaMu-Eingewöhnung ja gerade erst vorbei ist, da mag ich ihm das nicht nehmen. Was passiert, wenn ich nach dem möglichen verlängerten WE wieder da bin und stille? Dann will er doch nachts auch wieder ran, oder? Zumal sind wir Veganer, da finde ich länger stillen ernährungstechnisch schon auch sinnvoll. Die einzige Möglichkeit, die ich gerade sehe, wäre, in den Sommerferien ganz abzustillen, aber das ist noch so lang hin und ich gehe jetzt schon auf dem Zahnfleisch :-(

So, kreative Ideen? Erfahrungsberichte? Gerne auch als Threadlinks :-)
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Teazer
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von Teazer »

Hallo wilderdbeere,

ich kann mir gut vorstellen, wie es Dir gerade geht. Um den ersten Geburtstag herum fand ich das nächtliche Stillen mit Abstand am anstrengendsten. Mit 13 bzw. 15 Monaten wurde es bei uns schlagartig besser.

Für bessere Nächte musst Du jedoch nicht vollständig abstillen. Dr. Gordon hat ein Programm beschrieben mit dem man nachts abstillen kann.

Wie Du finde ich das Stillen in einer veganen Familie ernährungsphysiologisch für sehr sinnvoll. Aber das Stillen hat auch viele nicht-nutritive Komponenten, die ich persönlich schwierig zu kompensieren finde. Aber das muss jede Mama natürlich selbst für sich betrachten.

Es kommen sicher noch einige andere Mamas, die Dir Tipps geben können.
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Carraluma
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von Carraluma »

Bei uns wird auch nachts noch gestillt, also habe ich bisher keine Erfahrung im Abstillen. Aber mit etwa einem Jahr wars auch bei uns sehr anstrengend.
Wenn der Papa bei euch gut beruhigen kann, dann könnte er sich vielleicht in die Mitte legen und\oder Teile der Nacht übernehmen, damit zu mehr Schlaf kommst.
Ansonsten wäre mein Tipp nicht mehr drüber nachdenken, nicht mehr nachts auf die Uhr schauen und bald mitschlafen.
Das hat mir geholfen bzw. wurde es meist danach wieder besser.
Ich wünsche dir viel Geduld und Schlaf.
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NIN
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von NIN »

Ich kann Deine Situation absolut nachvollziehen! Ich fand dieses Alter auch besonders schlimm, weil auch das wieder arbeiten einfach anstrengend war. Abstillen wollte ich aber genau in dieser Phase nicht, weil ich immer das Gefühl hatte ich kann ihm etwas geben, wo er doch nach einem Jahr Mama zu jeder Tages- und Nachtzeit eben teilweise auf mich verzichten musste. Auch mir hat das damals irgendwie gut getan :wink: Auch dass wir unsere erste magen-Darm-Grippe aus der Kita mit Stillen überbrücken konnten, fand ich sehr angenehm. Weil ich dann aber auch echt am Stock ging, weil auch noch ausgerechnet Winter war und unser Kleiner jede Erkältung aus der Kita mitgeschleppt hat und dann die Nächte natürlich noch schlimmer wurden, haben wir dann eingeführt, dass vor 1 Uhr nachts der Papa geht. Für mich war das genau der richtige Mittelweg, weil ich ganz oder nachts ganz abstillen auch nicht übers Herz gebracht hätte. Das Verlangen tagsüber wurde dann auch wieder weniger, als er nach einigen Monaten einfach ganz angekommen war in der neuen Situation. Nachts abgestillt haben wir dann ein gutes halbes Jahr später. Da er es da schon kannte, dass Papa kommt, war es ziemlich unproblematisch. Nur in der ersten Nacht hat er mal kurz gemeckert (max.5 Minuten). mein mann hat ihn getragen und mit ihm geredet. Danach ist aber dann 2 Wochen nur mein Mann gegangen. Allerdings muss ich sagen, dass sich das Schlafverhalten danach nur minimal gebessert hat :cry: Es wurde bis zum zweiten geburtstag kaum besser, danach dann schon, wenn auch langsam. Die ersten Male durchgeschlafen hat er so mit 2,5 (?), aber auch sehr unregelmäßig. Aktuell mit 3 1/4...zieh ich jede Nacht auf die matratze im Kinderzimmer um :roll: Allerdings habe ich das nachts nicht mehr Stillen schon als Erleichterung empfunden, weil ich es im Liegen oft sehr unbequem empfunden habe und nicht einfachso dabei eingeschlafen bin.
Ich wünsch Dir alles gute!
VLG NIN

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wilderdbeere
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von wilderdbeere »

Ich danke euch! Meist hilft ja schon das Ausheulen ;-) Es beruhigt mich ja, dass es anderen in dem Alter auch so geht.

Das Programm nach Gordon, davon hatte ich sogar schonmal gelesen. Ist aber lang her, hab ich total vergessen. Ich denke, das gehen wir bald mal an, wenn es nicht besser wird. Ich möchte aber erst, dass er bei der Tagesmutter richtig "angekommen" ist.

Auf die Uhr schaue ich eh nicht. Aber ich weiß ja in etwa, wie oft ich ihn auf die jeweils andere Seite gewuchtet habe, und das ist für mein Schlafgefühl definitiv zu oft. Jetzt ist er auch noch, mal wieder, erkältet. Meine Herrn, ich bin so platt, dass mich heute sogar eine Migräne erwischt hat.

Ich finde stillend auf der Seite schlafen auch äußerst unbequem! Seit der SWS habe ich beim auf der Seite liegen häufig Schmerzen in der Hüfte. Wenn ich freiwillig auf der Seite liege, liege ich auch ganz anders, viel mehr zusammengerollt. Aber dann kommt das Kind ja nicht an den Nippel.

Naja, ich halte noch ein bisschen weiter durch ;-)
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Carraluma
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von Carraluma »

Hast du ein Kissen zwischen den Knien? Das könnte vielleicht der Hüfte helfen.
Oder\und eine Decke\Stillkissen hinter deinen Rücken legen? Teilweise liege ich dann etwas schief darauf.
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Teazer
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von Teazer »

Das mit dem auf der Seite schlafen kann ich absolut verstehen. Geht mir auch so.

Musst Du ihn denn immer rüberhiefen? Ich stille eine Nacht fast immer auf einer Seite liegend und wechsel die Brüste. Ich mache das, weil sonst ihr Bruder auf sie draufrollt.
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wilderdbeere
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von wilderdbeere »

Carraluma, die Hüfte tut unten weh, da wo ich aufliege. Kissen zwischen den Knien hat zumindest in der SWS nicht geholfen, aber ich probier es mal wieder. Und dahinter... hoffe, ich muss mich dann nicht jedes Mal minutenlang einnesteln ;-)

Teazer, ich muss, fürchte ich. Meine Brüste sind nun nicht die größten, da müsste ich sehr schief liegen, damit er an die obere kommt :-)
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tania
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von tania »

was hilft: ABSTAND. richte eure schlafstaette so ein, dass du - wenn er dann mal schlaeft UND du es mitbekommst (daran scheitert es bei mir zur zeit - dann stillt er endlich mal nicht und ich bin so kaputt, dass ich in der bloeden stillposition ausharre und wenn ich dann endlich aufwache und mich davonstehlen will, wacht er auf und *schwupps* hab ich ihn an der brust, die ich direkt vor seiner nase hab liegen lassen :roll: ) - dich WEIT von ihm weglegen kannst. WEIT. ein knapper meter wirkt wunder! und noch (mein lieblingstipp :D ): klenien hoehenunterschied einbauen, du liegst HOEHER. so muss er einen gewissen wachheitsgrad haben um sich zu dir vorzuarbeiten. bei blossem kontakt suchen kuschelt er sich an die matrazenkante :mrgreen: (war bei super zum "sandwich" abwehren nach geburt des kleinen, damit mir der grosse nicht immer am ruecken kuschelte ;-)). und festes oberteil, mehrlagig, wegen dem geruch :D

diese drei sachen bringen dich nicht wirklich naeher ans abstillen, aber wenn sie von zehnmal aufwachen zwei oder drei so weit entschaerfen, dass ihr nicht stillt, ist ja schon viel gewonnen. viel erfolg!

ich hieve zur zeit nicht rueber und schlafe IMMER auf der seite (ich kanns nicht ausstehen!) und bewege mich extrem wenig. liegt hauptsaechlich daran, dass unsere bettensituation zur zeit nicht passt (uebergangswohung), aber es ist soooo aetzend mit zu wenig platz! ein GROSSES familienbett ist eine unglaubliche erleichterung!
tania mit sohn *09 und sohn *12
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Teazer
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Re: Milchjunkie nachts abstillen

Beitrag von Teazer »

wilderdbeere hat geschrieben:Teazer, ich muss, fürchte ich. Meine Brüste sind nun nicht die größten, da müsste ich sehr schief liegen, damit er an die obere kommt :-)
Eine Freundin von mir hat stillend ein A-Körbchen und sie schafft es. Liegt dabei aber wohl fast auf dem Bauch. :D
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