Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Schokolinchen
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Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Beitrag von Schokolinchen »

Bei meinem großen Sohn habe ich die Beikosteinführung ganz verkrampft und streng nach den üblichen Empfehlungen gemacht - und bin damit voll auf die Nase gefallen. Er war und ist ein mäkeliger und spärlicher Esser. Mit BLW habe ich mich damals nicht auseinandergesetzt, da mir das suspekt war :wink:

Mein kleiner Sohn signalisiert mir nun deutlich, dass er essen will. Ich habe mir die Grundinfos hier im Forum durchgelesen und auch den BLW- und den Breikochthread quergelesen. Ich habe mir überlegt, Brei anzubieten und mit Fingerfood zu kombinieren. Die ersten Tage waren sehr motivierend, der Kleine hat richtig Freude am Essen. Ich habe mal mit Kartoffel-Karotte angefangen und ihm ab und an was von meinem Teller zum Probieren gegeben. Da ich einen Thermomix habe, will ich den Brei selbst kochen. Hier habe ich auch schon gute Ideen dazu gefunden.

Nun eine Verständnisfrage. Üblicherweise wird empfohlen, eine Mahlzeit nach der anderen einzuführen. Beim Fingerfood ist dies ja nicht so relevant, da ja am Anfang keine nennenswerten Mengen im Kind landen, das Kind also nicht überfüttert wird, wenn es z.B. mittags und abends mal Dinge probiert. Wie ist es, wenn er mittags nun schon einen ordentlichen Apettit hat und Brei mampft. Überfordere ich seinen Verdauungstrakt, wenn ich ihm bei anderen Mahlzeiten auch schon was gebe? Wie habt ihr das gehandhabt?

Die Frage klingt vielleicht etwas dämlich, aber die übliche Babyliteratur sieht ja zum Beispiel auch vor, Lebensmittel einzeln einzuführen und in der Grundinfos habe ich gelesen, dass dies nicht unbedingt nötig ist. Ich habe mich damals beim Großen von diesen Vorgaben total eingeschüchtert gefühlt und mich nicht so richtig getraut, mal davon abzuweichen. Jetzt will ich das lockerer angehen, aber ihm natürlich nicht schaden. Mit welchem Abstand habt ihr die Breimahlzeiten eingefürt

Ich danke Euch schonmal für Eure Hilfe.
Schokolinchen
mit dem grossen Quatschkopf (07/11) und dem kleinen Knuddel (09/14)
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Mutterhenne
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Re: Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Beitrag von Mutterhenne »

Hallo!
Wir haben hier eine Breiverweigerin (mittlerweile gehen 'Erwachsenenbreie' wie Polenta oder Birchermüsli) - ich abe im Grunde über Fragen zu BLW hier ins Forum gefunden. Wir haben das Küken völlig unverkrampft beim Essen zuschauen und mitmachen lassen. Wichtig war uns (neben minimaler Salzzufuhr, kein Honig/rohes Fleisch/roher Fisch im ersten LJ, Verzicht auf isolierten Zucker) nur eine Faustregel: Die Eltern entscheiden, was auf den Tisch kommt, das Kind, was und wieviel es davon nimmt. Manchmal waren es drei Johannisbeeren am Tag, manchmal ein Berg Volkornnudeln, mal ein halbes Möhrchen, mal drei Kartoffeln.
Die üblichen Empfehlungen, eine Reihenfolge einzuhalten, haben den Hintergrund, dass man so eventuelle Unverträglichkeiten leichter erkennen kann. Mit welchem LM man anfängt, ist aber herzlich wurscht: In Spanien werden z.B. für den Beginn Obstgläschen empfohlen, ziemlich schnell kommt traditionell auch Zwiebelbrei (ich hoffe, ich verbreite jetzt keinen Mythos, hat mir eine spanische Mutter geasagt...). Bei uns ist Obst zu Beginn eher verpönt. Früher hat man mit Möhrchen angefangen (machen übrigens eher einen harten Stuhl), heute ist Pastinake 'in' (ursprünglich übrigens, weil hypoallergen). Auch aus 'traditioneller' Sicht obsolet ist übrigens das Meiden von Allergenen im ersten LJ; im Gegenteil: Man sollte Allgerene unter dem Schutz des Stillens einführen. Meine Hebi z.B. war da noch falsch informiert.
Zum Einführen von Breimahlzeiten nach Plan: Das ist einfach eine recht effektive Abstillmethode; wenn man Mahlzeiten (selbstverständlich fingierte: denn dass Stillen nach Bedarf am Kindgerechtesten ist, ist mittlerweile ja Konsens;-)) nach Plan ersetzt, bleibt irgendwann nur noch das Stillen nachts, morgens und abends übrig.
Hmmmm... vieles von dem, was ich hier schreibe, steht ja ohnehin in der 'Grundinfo'.... Sorry fürs Nachplappern :oops: :lol:
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
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Sakura
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Re: Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Beitrag von Sakura »

Schokolinchen hat geschrieben:Üblicherweise wird empfohlen, eine Mahlzeit nach der anderen einzuführen.
Das ist die klassische Variante, mit dem Ziel, sobald eine Mahlzeit vollständig gegessen wird, dafür das Stillen/Flasche zu streichen. Daher wird so schrittweise vorgegangen, denn Essen soll die Milch ersetzen, und selbst die klassische Variante will dem Baby nicht von heute auf morgen sämtliche Milch streichen.

Beim Fingerfood ist dies ja nicht so relevant, da ja am Anfang keine nennenswerten Mengen im Kind landen, das Kind also nicht überfüttert wird, wenn es z.B. mittags und abends mal Dinge probiert. Wie ist es, wenn er mittags nun schon einen ordentlichen Apettit hat und Brei mampft.
Überfüttern kann man ein Kind meiner Meinung nach nur, wenn man die Signale des Kindes ignoriert. Wenn man einem schlafenden Minibaby die Flasche im Mund immer wieder bewegt, und damit den Saugreflex auslöst, kann man es mit der Flasche überfüttern. Wenn man ein sattes Breibaby immer wieder mit dem Löffel an den Lippen berührt, und es daraufhin reflektorisch den Mund öffnet, kann man es überfüttern, auch wenn es nur einmal am Tag Brei kriegen sollte. Wenn man die Signale des Kindes genau beobachtet und sofort respektiert (Desinteresse am Brei, Schließen des Mundes/Wegdrehen des Kopfes, wenn der Löffel kommt, Stillwunsch), dann kann man ein Kind meiner Meinung nach nicht überfüttern.

Ich denke mir: ein Fohlen, dass bei der Mutter trinkt, fängt irgendwann an, Grasbüschel abzurupfen und zu probieren. Das tut es auch mehrmals pro Tag, zu unterschiedlichen Tageszeiten. Und trinkt zwischendurch wieder bei der Mama. Uhrzeiten sind eine menschliche Erfindung, die für die Fütterung von Säuglingen glaube ich eher unerheblich sind.

Überfordere ich seinen Verdauungstrakt, wenn ich ihm bei anderen Mahlzeiten auch schon was gebe? Wie habt ihr das gehandhabt?
Meine Kleine hat sehr gern Brei gegessen. Anfangs nur wenige Löffel pro Mahlzeit. Ich habe ihr jedesmal, wenn wir am Tisch saßen, was angeboten. Das war Anfangs wirklich nur homöopathisch, ein halber Löffel oder so und wurde dann halt immer mehr. Es war auch nicht immer gekochter Brei, es war mal ein Stück weiche Birne, mal weiche Avocado, mal geriebener Apfel, mal Orangenfilets...
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Lösche Benutzer 1828

Re: Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Beim ersten Kind habe ich mir da auch noch irre viele Gedanken gemacht, beim zweiten Kind wenig und beim dritten Kind gar keine - der saß einfach mit am Tisch und nahm sich, worauf er Lust hatte. Er fing spät - mit 11 Monaten - an zu essen und seine erste wirklcihe Mahlzeit war eine Schüssel Erdbeeren.
Mitterlweile finde ich es absurd, Kindern so reglementiert Zugang zu unserer Nahrung zu gewähren. Es mag Fälle von schweren Allergien geben, wo das angebracht ist. Ansonsten ist Nahrung ja nichts, was man dem Kind vorenthalten muss.
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Morgaine47
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Re: Reihenfolge bei der Beikosteinführung

Beitrag von Morgaine47 »

Sandküste hat geschrieben:Beim ersten Kind habe ich mir da auch noch irre viele Gedanken gemacht, beim zweiten Kind wenig und beim dritten Kind gar keine - der saß einfach mit am Tisch und nahm sich, worauf er Lust hatte.
Das war hier ähnlich. Von Kind zu Kind entspannter.
LG
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