Vollstillen trotz Arbeit?

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Takinna
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Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von Takinna »

Hallo,

leider brauch ich schon wieder eure Hilfe. Mein Kleiner ist jetzt grad 3,5 Monate alt und geplant war ein Jahr Elternzeit und Stillen im ersten Lebensjahr. Jetzt hab ich vor 2 Tagen ein Jobangebot bekommen, das ich leider nicht ablehnen konnte.

bereits am Montag gehts los und ich hab ein Tag der Woche frei und arbeite an den anderen 4 Tagen dann insgesamt 14 Schulstunden. Mein Stundenplan steht noch nicht komplett aber vermutlich wird es an 2 Tagen so sein, dass er 2 Mahlzeiten per Flasche bekommt und an 2 Tagen eine ausreichen dürfte bis ich wieder da bin. Das muss ich alles noch sehen. In den Ferien bin ich dann immer komplett daheim. Mein Kleiner trinkt tagsüber so alle 2 Stunden ungefähr, manchmal hält er auch etwas länger aus. Ich möchte ihn auf jeden Fall im ersten Lebensjahr stillen, am heftigsten werden die nächsten Monate, ab Beikoststart dürfte ein Warten auf mich ja dann möglich sein. Ich hab folgende Fragen:

- Wie viel Milch rechne ich denn pro Portion?
- soll mein Mann lieber früh füttern oder versuchen ihn so lange wie möglich raus zu zögern? Also wenn ich demnächst kommen würde.
- reicht es wenn ich an einem längeren Tag ( fast kompletter Vormittag weg) dann einmal abpumpe ? Oder nur abpumpen wenn ich ein Spannungsgefuhl hab? Ich hab Angst dass meine Milch weniger wird. Muss ich um das zu verhindern also alle 2h pumpen oder reicht es wenn er dann bevor ich weg bin und danach wieder so viel trinkt?
- tagsüber Pumpe ich daheim logischerweise nicht, da er ja alle 2h kommt. D.h. um Portionen für meine Abwesenheit zu bekommen brauche ich die Nacht. Er trinkt um ca. 10 Uhr das letzte Mal und meldet sich dann meist erst wieder einmal zwischen 4 und 6 Uhr. (Zurzeit nur noch ganz selten auch um 1Uhr)
--> wenn er morgens früh aufwacht trinkt er oft nur eine Seite, dann pump ich die andere ab. Ebenso hab ich angefangen so gegen 0 Uhr nochmal zu pumpen. Ist das OK oder hab ich dann ein Problem falls er doch mal früh aufwacht? Wann Pumpe ich denn am besten um die Mahlzeiten zu bekommen? Nachts mehrmals?

I h würde mich sehr über Hilfe freuen, da es in meinem Umfeld wenig Verständnis dafür gibt, dass ich ihn auf keinen Fall abstillen möchte und nur mit Mumi füttern will. Falls das alles überhaupt nicht klappt kann ich immer noch Elternzeit einreichen, aber nur im Notfall weil eine neue Stelle annehmen und dann direkt in Elternzeit wird logischerweise nicht gern gesehen.

Lg
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deidamaus
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von deidamaus »

Ich melde mich später!

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deidamaus
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von deidamaus »

Takinna hat geschrieben:Tagen ein Jobangebot bekommen, das ich leider nicht ablehnen konnte.
Das ist doch toll! Das mit der Mumi-Ernäherung klappt ganz bestimmt.
nicht komplett aber vermutlich wird es an 2 Tagen so sein, dass er 2 Mahlzeiten per Flasche bekommt und an 2 Tagen eine ausreichen dürfte bis ich wieder da bin.
Um eure Stillbeziehung nicht zu gefährden, wäre es sinnvoll stillfreundlich zuzufüttern. In eurem Fall würde sich ein einfacher Becher (es gibt auch spezielle Mumibecher in der Apotheke für unter einem Euro) anbieten.
Das muss ich alles noch sehen. In den Ferien bin ich dann immer komplett daheim. Mein Kleiner trinkt tagsüber so alle 2 Stunden ungefähr, manchmal hält er auch etwas länger aus. Ich möchte ihn auf jeden Fall im ersten Lebensjahr stillen, am heftigsten werden die nächsten Monate, ab Beikoststart dürfte ein Warten auf mich ja dann möglich sein.
Das bekommt su sicherlich hin! Hier im Forum sind genug Mütter, die schon früher noch länger arbeiten gegangen sind. Das klappt ganz bestimmt. Du bist halt jetzt plötzlich in der Situation und konntest dich auf die Situation noch nicht einstellen.

Zu deinen Fragen
- Wie viel Milch rechne ich denn pro Portion?
Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122

Das heißt für dich, 650-950 ml pro Tag. Bei ungefähr 10-12 Stillmahlzeiten sind das 55-95 ml. Ich würde dir empfehlen, dass dein Mann erstmal 60 ml erwärmt und dann bei Bedarf nochmal 40 ml zusätzlich. Wahrscheinlich reichen die 60 ml. Stillkinder trinken oft lieber die Mumi aus der Originalverpackung und warten dann auch gerne etwas oder trinken nur das Notwendigste.
- soll mein Mann lieber früh füttern oder versuchen ihn so lange wie möglich raus zu zögern? Also wenn ich demnächst kommen würde.
Das würde ich hauptsächlich dem Gefühl deines Mannes über lassen. Wenn dein Baby unruhig wird und du erst in einer Stunde kommst, dann auf jeden Fall füttern, kommst du in 10 Minuten und dein Baby lässt sich durch tragen gut beruhigen, dann ist das okay. Ich denke, dein Partner wird da ganz schnell ein Gefühl für bekommen.
Auf jeden Fall nochmal stillen, direkt bevor du gehst.
- reicht es wenn ich an einem längeren Tag ( fast kompletter Vormittag weg) dann einmal abpumpe ?
Einmal pumpen dürfte reichen. Wenn du z.B. von 8-13 Uhr weg bist, würde dein Kind dazwischen ein- bis zweimal trinken. Da reicht einmal Pumpen sicherlich. Falls du ein zu großes Spannungsgefühl hast, kannst du immer nochmal zusätzlich abpumpen. Deine Milchmenge bleibt sicherlich recht konstant, da dein Kind danach ja viel stillen kann. Du bist ja die meiste Zeit des Tages mit deinem Baby zusammen.
- tagsüber Pumpe ich daheim logischerweise nicht, da er ja alle 2h kommt. D.h. um Portionen für meine Abwesenheit zu bekommen brauche ich die Nacht. Er trinkt um ca. 10 Uhr das letzte Mal und meldet sich dann meist erst wieder einmal zwischen 4 und 6 Uhr. (Zurzeit nur noch ganz selten auch um 1Uhr)
--> wenn er morgens früh aufwacht trinkt er oft nur eine Seite, dann pump ich die andere ab. Ebenso hab ich angefangen so gegen 0 Uhr nochmal zu pumpen. Ist das OK oder hab ich dann ein Problem falls er doch mal früh aufwacht? Wann Pumpe ich denn am besten um die Mahlzeiten zu bekommen? Nachts mehrmals?
Nachts ist sicherlich sehr effektiv, aber auch sehr anstrengend. Ich würde lieber beim Stillen tagsüber die andere Seite abpumpen oder auch zwischendurch. Da die meiste Milch direkt beim Stillen gebildet wird, brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass dein Kind nicht genug bekommt. Du kannst auch bevor du selber ins Bett gehst nochmal pumpen. Tipps zum erfolgreichen Abpumpen.
Umfeld wenig Verständnis dafür gibt, dass ich ihn auf keinen Fall abstillen möchte und nur mit Mumi füttern will.
Hier können dich ganz viele verstehen. Und du schaffst das bestimmt!

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße
Deidamaus
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Carraluma
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von Carraluma »

Ich weiß nicht, wie weit deine Schule weg ist, aber bei 14 Schulstunden an 4 Tagen vormittags hast du wohl auch Freistunden. Könnte dir dein Mann das Baby vielleicht auch teilweise zum Stillen vorbeibringen? Das wäre für dich bestimmt angenehmer als Pumpen.

Ansonsten wünsche ich dir einen guten Schulstart! Ihr schafft das und sobald dein Baby Beikost isst, wirds noch entspannter.
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Lilali
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von Lilali »

Ich habe die Milch die ich zum Zufüttern brauchte in einer Brustschale aufgefangen, während ich die andere Seite gestillt habe. Bei mir floss sowieso immer auf beiden Seiten Milch und das habe ich ausgenutzt. Zusammen mit der Milch, die ich auf der Arbeit abgepumpt habe hat es bei mir immer gerreicht.
Das macht weniger Stress als pumpen.
Mein Kleiner hat immer nur das notwendigste getrunken und meist gewartet und dann sehr ausgiebig gestillt. Abgpumpt habe ich höchstens einmal manchmal auch nicht. Bei mir hat das glücklicherweise immer geklappt. Lass dich nicht entmutigen, ich dachte am Anfang auch, dass das ja gar nicht gehen kann mit stillen und arbeiten und war dann erstaunt darüber wie erstaunlich gut und einfach es klappt. Mit den ganze Ferien und Feiertagen ist man letzlich doch nicht so viel weg. Da kommt die Beikostzeit schneller als man denkt ;)
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netteanne
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von netteanne »

Wenn du Lehrerin bist, stehen dir Stillstunden zu. Bei voller Arbeitszeit eine Unterrichtsstunde pro Tag, bei halber Stelle dann entsprechend weniger.
Habe bei zwei Kindern voll stillend wieder voll gearbeitet, das hat gut geklappt, einmal mit pumpen (ging bei mir aber nie wirklich gut, war immer Stress) und einmal mit zwischendruch nach Hause fahren / Baby wurde gebracht.
Viele Grüße von netteanne
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tania
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von tania »

das klingt aber nach einer guten stundenzahl! also ausserhaeusig. steht dein mann auch zur verfuegung fuer die zeit die du vorbereiten musst? bei uns hat zu hause arbeiten gut funktioniert, wenn ich vater und sohn bei wichtigen punkten einfach rausgeschmissen hab. also vorbereiten und sortieren und kruscheln hab ich gemacht waehrend die beiden um mich rum oder im nebenraum waren, da wurde ich auch oefters unterbrochen usw und wenn es wichtig wurde, ich mich konzentrieren musste, hab ich die beiden rausgeschickt. der papa hat getragen, das ging wirklich sehr gut (und so lange ich wollte, bzw brauchte!).

das kind einer freundin war mit vier monaten taeglich sieben stunden mit dem papa. sie hatte milch abgepumpt (unmengen), der papa hat auch moehrenbrei angeboten - der kleine nahm NICHTS. und stillte nonstop als die mama wieder da war. will heissen: ich wuerde natuerlich davon ausgehen, dass dein kleiner mumi brauchen wird, aber wenn er einfach nur brust will und lieber auf das original wartet, ist das auch in ordnung.

herzlichen glueckwunsch zum job! :D
tania mit sohn *09 und sohn *12
Takinna
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von Takinna »

Vielen Dank für die Antworten.
Deidamaus, ja das hilft mir sehr, danke. Meine Hebamme meinte er trinkt so gut, sie glaubt nicht mehr, dass die Gefahr einer Saugverwirrung besteht. Er nimmt aber keinen Schnuller, weil er nicht kapiert wie das funktioniert und auch beim Fläschchen hat er die ersten beiden Probe-Male zuerst nicht gewusst wies geht. Ist die Gefahr einer Saugverwirrung größer wenn er das Fläschchen erst lernen muss und dann vielleicht nicht mehr an die Brust geht? Die nächsten 2 Wochen (bis mein Mann sein Arbeitszeit an meine anpassen kann und auf viel daheim ist) werden wir vermutlich 1-2 Mal die Woche die Oma benötigen. Deshalb dachten wir an Fläschchen, würdest du aber generell sagen besser mit Becher? (Und z.B. nur in Ausnahmefällen wie bei der Oma das Fläschchen) oder verwirrt ihn das komplett?

Tania, mein Mann wird Elternzeit nehmen und dann 50% arbeiten (damit er die Option hat evtl. wieder aufzustocken). D.h. an einigen Tagen wäre er auch während der Vorbereitung da, an zwei Tagen (wovon ich einen komplett frei hab) muss ichs allein managen. Aber das kriege ich hin, es gibt ja auch das We.

Brustschalen hab ich hier, das stimmt ist ja unnötig dass die Milch mir nur die Stilleinlage versaut :wink: das probiert ich nachher gleich aus.
Das mir Stillstunden zustehen weiß ich, allerdings bin ich unsicher ob ich diese durchsetzen soll. Ich hab ja dann nicht weniger Unterricht sondern vermutlich werden ja meine Stunden dann blöd verteilt oder? Hm wurde ihr das beim Schulleiter anbringen? Im Moment sind erst 10 Stunden verteilt (d.h. es stehen noch 4h aus) im Moment hätte ich an 2 Tagen eine Hohlstunde. Vielleicht kann ich mich mit ihm einigen, dass diese noch gefüllt werden und falls nicht beantragte ich Stillzeit und hab dann wenigstens nicht mehr Stunden? Allerdings zählen glaube ich nur 14h als Probezeit...hm ich werde mich wohl morgen nochmal beim Lehrerverband erkundigen, was die empfehlen.

Die Schule ist 25min entfernt, an längeren Tagen (wenn z.B. Konferenz wäre oder so) macht ein bringen zum Stillen bestimmt Sinn aber an normalen Tagen ist das glaube ich mit zu viel Zeit un Aufwand verbunden.

Ihr habt mir wirklich einen großen Teil meiner Sorgen genommen, dass das Stillen nicht klappt ist nämlich das einzige was mir sorge macht.Vielen Dank!
mit Bube 2014
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Wolf12
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Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von Wolf12 »

Herzlichen Glückwunsch zum Job. Bei uns war es so, dass die 3 mal mit Flasche Mumi füttern bereits zu einer kleinen Saugverwirrung führten. Da war meine Tochter genau so alt wie Deiner, obwohl sie ebenso gut an der Brust trank. Um unsere Stillbeziehung nicht zu gefährden wurden daraufhin alle Flaschen verräumt. Schnuller gibts und gab es bei uns nicht.
Susi mit kleinem Röschen (03.2014)
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elocin83
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Registriert: 03.02.2014, 16:53

Re: Vollstillen trotz Arbeit?

Beitrag von elocin83 »

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job.

Ich möchte dir auch Mut machen. Ich arbeite zwar erst wieder seit das Wintermädchen 5 Monate ist, aber es klappt super. Angefangen habe ich mit 15h auf 3 Tage verteilt, inzwischen arbeite ich 30h an 5 Tagen.

Wir machen BLW, da sie keine Lust auf Brei hat und sie stillt noch sehr viel.

Ich pumpe einmal während meiner Arbeitszeit und das reicht gut aus. Anfangs trank sie auch nur 1-2x knapp 50ml bei meinem Mann, inzwischen trinkt sie zwischen 200ml und 300ml während meiner Abwesenheit plus Fingerfood.

Bei uns klappt es zwar problemlos mit Flasche und Stillen, aber stillfreundlich zufüttern ist sicher besser.
elocin mit Winter- (12/13) und Sommermädchen (08/16)
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