Familie überzeugen

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

Antworten
Laraliese
gut eingelebt
Beiträge: 33
Registriert: 11.01.2014, 11:04
Wohnort: Wetterau

Familie überzeugen

Beitrag von Laraliese »

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach ein paar Tips im Umgang mit unserer Famile....Also meine Schwiegereltern wohnen quasi nebenan und wir verbringen viel Zeit miteinander.
Ich kaufe nur Biolebensmittel oder eben aus eigenem Anbau. Meine Schwiegereltern haben auch das meiste aus ihrem Garten aber sonst wird konventionell gekauft und auch gekocht (Maggi, Fondor etc lassen grüßen).
Mein Sohn (13 Monate) isst mittlerweile normal am Familientisch mit (zusätzlich zum Stillen), er bekommt allerdings kein Fleisch/Fisch und ich würze seine Portion weniger.
Die Bemerkung "er hätte so gerne auch etwas Wurst" kommt öfters von den Großeltern. Als ob, er hat noch nie nach Wurst gegriffen oder verlangt.
Wie erklärt ihr, dass Pommes bzw frittiertes Essen ungesund ist, (wenn das als Argument allein nicht reicht)?
Und wie macht ihr anderen klar, dass Zucker/ Süßigkeiten generell (Pudding, Torte, Eis) für die kleinen Leute auch nicht so ohne sind?
Mein Kleiner wird von allen Seiten sehr gerne mit Weißmehlbrötchen gemästet, ich habe da einfach keine Lust mehr drauf.
Ich bin schon generell recht entspannt und lasse mehr durchgehen als mir gut tut aber teilweise stoße ich an meine Grenzen und fühle mich einfach hilflos wenn jegliche Ansagen im Leeren verlaufen.
Kennt das noch jemand?
Wie handhabt ihr das?
Wenn wir nicht jeden Tag bei den Großeltern wären sondern alle Woche mal, wäre es ok doch so ist es mir zu viel.
stolze Mama vom Michel aus Lönneberga *06/2013
Luzia
Profi-SuTler
Beiträge: 3555
Registriert: 13.04.2011, 21:39
Wohnort: Südwestdeutschland

Re: Familie überzeugen

Beitrag von Luzia »

Vielleicht klappt's ja mit Überzeugnung durch das Verhalten des Kindes: Mein großes Kind hat lange Zeit keine Süßigkeiten bekommen und dann oft Süßkram verschmäht, weil's einfach zu süß war. Das kleine Kind hat lange Zeit weder Wurst noch Fleisch bekommen, wenn dann doch mal was auf dem Teller landete, wurde kurz probiert aber nicht gegessen, vermutlich weil's einfach nicht geschmeckt hat.
Eure Ernährung prägt den Geschmack des Kindes. Ich wünsche euch, dass euer Kind damit selbst feststellt, dass einige industrielle Lebensmittel einfach nicht gut schmecken und Großeltern merken, dass er's nicht isst.
So ab 2, 2 1/2, 3 Jahren habe ich dann auch immer wieder erklärt, welches Essen gesund ist und welches nicht, dass z.B. bei Schokoladengenuss anschließend die Bakterien die Zähne kaputt machen, dass die Vitamine im Obst und Gemüse uns gesund und fitt machen,...
Generell finde ich es sehr schwierig, den Eltern oder Schwiegereltern zu erklären, was die Kinder essen dürfen, denn sehr schnell kommt man dann auf die Beziehungsebene von "Aha, du bist also der Meinung, unser Essen ist nicht gut".
Ich hoffe, es kommen noch ein paar wirklich praktische Tipps für dich.
Laraliese
gut eingelebt
Beiträge: 33
Registriert: 11.01.2014, 11:04
Wohnort: Wetterau

Re: Familie überzeugen

Beitrag von Laraliese »

Genau diese Kritik will ich nicht bringen, das ist mir wichtig. Ich will nicht angreifen und auch nicht immer wieder diskutieren müssen.
Ich habe schon überlegt ob es Koch- oder Ernährungsbücher gibt, die einfach und gut sind. Erklären warum nicht so viel Zucker, Fett in welcher Form, etc mit Rezepten vielleicht noch. Es ist ja nicht so, dass nur Kindern all diese Dinge schaden. Kann jemand etwas empfehlen?
Das wäre vielleicht auch allgemein ein praktisches Geschenk :-)
Ich denke auch das unser Sohn verstehen wird warum wir uns so ernähren wie wir es tun, aber noch ist er eben zu klein und steckt alles in den Mund was er angeboten bekommt. Es geht eben so um das Bewusstsein schaffen. Wie macht man das?
stolze Mama vom Michel aus Lönneberga *06/2013
EliseG
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1946
Registriert: 09.04.2009, 08:27
Wohnort: Österreich

Re: Familie überzeugen

Beitrag von EliseG »

Geht es dir darum, die Essgewohnheiten der Familie zu ändern, oder darum, dass sie deinem Kind nicht mit ungesundem Kram vollstopfen? Ersteres wäre ein Prozess, den man nicht so einfach hin bekommt. Wenn man viel mit jemanden zusammen ist, dann kann man ihn durchaus zu anderen Gewohnheiten bringen, aber das braucht viel Respekt, Vertrauen und Zeit. Schlussendlich denke ich aber, dass man da sehr vorsichtig sein sollte. Man kann Menschen erklären, warum man etwas für sich selbst macht (oder unterlässt), nicht warum es gesünder, besser oder sonstwas ist! Willst du schlicht, dass sie sich an die von dir gewählte Ernährung für dein Kind halten, dann kommunizier das auch so! Sag schlicht und einfach, du willst das und jenes nicht!
Ich persönlich würde so ein Kochbuch annehmen, für komisch halten und es irgenwohin stellen, es kann sogar schlimmer kommen, das kann als Vorwurf und Besserwisserei gesehen werden. Das ist jetzt nur meine ganz persönliche Meinung, aber ich denke, vielleicht kann dir die ja ein wenig helfen, einen anderen Standpunkt zu sehen.
Primus 09/06
Secundus 05/10
Prima 06/12
Benutzeravatar
nilsholgersson
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1453
Registriert: 11.01.2010, 08:14
Kontaktdaten:

Re: Familie überzeugen

Beitrag von nilsholgersson »

Isst er denn wirklich so oft bei den Schwiegereltern? Was genau ist deine Angst, wenn er Weissbrötchen und co. zu sich nimmt? Ich kann mich erinnern, dass ich bei meinem ersten Sohn stundenlang gelesen habe, was gesund ist und was nicht. Alles hat mich verunsichert und musste möglichst Ratgeberkonform sein. Beim 2. Sohn musste ich feststellen, alles was ich bei Sohn Nr. 1 gemacht habe soll nun laut wissensstand falsch sein soll. Also habe ich das getan, was er wollte und 2 Jahre voll gestillt ohne was anderes. Bei Sohn Nummer 3 habe ich gar nix mehr gelesen, gemacht was ich wollte, 2 Jahre gestillt und festgestellt, die Weissbrötchen haben ihn nicht nachhaltig belastet, die heimlich in den Rachen geschobene Schokoladen vom großen Bruder nicht und das Fondorzeug von der Oma auch nicht. Ich selber benutzte das Zeug nicht und bei mir gibt es reichhaltige gemischte Kost von Weissbrötchen über Vollkorn. Und genau das ist es was die Kinder ins Leben mitnehmen. Das, was sie von zu Hause aus kennen. Und er wird doch meistens bei euch essen, oder?
Wenn meine Kinder 1x die Woche bei der Oma sind, ist ein Süßtag. Nicht super toll, aber er ist besonders für Oma und Enkel. Viel mehr wert, denn gute Beziehungen machen gesund und glücklich :). Bei meinen Eltern ist es so (sie wohnen hier im Haus), bei Süßigkaeiten guck ich schon ein bisschen drauf, sonst gibt es hier zu viel Eis, aber wenn ich die Kids bei ihr essen lasse, gibt es das was und wie die Oma kocht. Ohne Kompromisse.
Liebe Grüße von Helena mit E. 12/05 , A. 4/09 und L. 8/11

Mein Blog
Laraliese
gut eingelebt
Beiträge: 33
Registriert: 11.01.2014, 11:04
Wohnort: Wetterau

Re: Familie überzeugen

Beitrag von Laraliese »

EliseG hat geschrieben:oder darum, dass sie deinem Kind nicht mit ungesundem Kram vollstopfen?
Mir geht es um mein Kind, die Oma kann essen was sie will...
Wir essen ca 3 mal die Woche bei ihnen oder sogar öfter. Ist quasi erweiterter Haushalt...

Warum will ich nicht dass er Weißmehlbrötchen isst?
Mir geht es da um die konventionelle Ware in erster Linie.
In der konventionellen Landwirtschaft war es bisher häufig die Praxis das Getreide bis zu 7 Tage vor der Ernte tot zu spritzen mit Round up z.B. (Sikkation).
Das in den Mitteln enthaltene Glyphosat kann in den Backwaren nachgewiesen werden und die verschiedensten Krankheiten auslösen.
Hier ein Infotext vom BUND, so in der Art kann man einiges finden, aber auch viel Gegenwind, da ein Riesengroße Lobby hinter der ganzen Problematik steckt (M*nsanto). Zur Glaubwürdigkeit der Firma M*nsanto empfehle ich den Film 'Mit Gift und Genen'.
http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/p ... rgrund.pdf

Es geht mir nicht darum, dass er nie konventionelles Essen etc essen soll, das lässt sich schlicht und einfach nicht vermeiden, doch ich würde gerne Bewusstsein schaffen in unserem näheren Umfeld.
Letztens habe ich beobachtet, wie die Oma Fondor ins Nudelwasser kippte, dann habe ich sie gefragt warum sie nicht einfach Salz nimmt und gesagt dass das Glutamat recht ungesund ist und ich nicht möchte, dass unser Kind das isst.
"Hab ich noch nie drüber nachgdacht, ich mach das schon immer so". Das nächste Mal hat sie Salz genommen und war begeistert, dass die Nudeln trotzdem gut schmecken. Hier ein Artikel zum Glutamat: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/glutamat-ia.html

Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich an das ein oder andere gewöhnt haben und gar keine Alternative kennen.
Meist setzt die Suche nach etwas anderem, das Bewusstsein erst ein, wenn es fast zu spät ist. Wenn man krank wird.

Ich selbst bin keine Vegetarierin und auch keine Veganerin, kaufe allerdings nur Bio, bzw habe eigenes Fleisch (ich habe eine Mutterkuhherde).
Wir essen jedoch keine Puten (http://www.taz.de/!30029/ ein alter Artikel aber erklärt die Problematik) und auch kein anderes Geflügel, ausser vielleicht an Weihnachten mal eine Gans von meiner Freundin...
Bei unserem Sohn gehe ich viel nach Gefühl ohne viel zu lesen. Er isst wahnsinnig gerne sehr viel Obst und Gemüse, Nudeln, Couscous, Hirse, Reis, Amaranth, Buchweizen, Käse, Butter, Brot; alles was man so ohne Backenzähne essen kann. Wenn ich mir vorstelle, Fleisch ohne Backenzähne zu essen, finde ich das etwas eklig. Ausserdem bekommt er bei fast allem mit, wo das Lebensmittel herkommt.
Er liebt unsere Kühe und wenn er irgendwann fragt, wo kommt Fleisch her und ich erkläre ihm, dass das unsere Kühe sind, kann ich mir vorstellen, dass er sich ziemlich räudig vorkommt. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht so recht vereinbaren.
stolze Mama vom Michel aus Lönneberga *06/2013
Benutzeravatar
nilsholgersson
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1453
Registriert: 11.01.2010, 08:14
Kontaktdaten:

Re: Familie überzeugen

Beitrag von nilsholgersson »

Du, ich weis schon, was da dran ungesund ist und was nicht ;)
Ich wollte mit meinem Post nur ausdrücken, wenn es dich so stört und das überzeugen nicht funktioniert, warum kochst du dann nicht einfach selber :?: . Wenn meine Kids mal bei der Oma essen, mach ich mir keinen Kopf, weil sie die meiste Zeit von meinem Tisch essen und bei uns fast alles entweder vom Hof kommt oder ich es eben da beziehe, wo ich es für richtig halte und wir sehr viel selbst herstellen. Es ist doch dein Kind und du hast in der Hand, was es ißt, indem du selber kochst :wink:

Es käme mir nicht in den Sinn meine Mutter bzw. Schwiegermutter zu missionieren, wenn sie es nicht möchten bzw. annehmen.
Liebe Grüße von Helena mit E. 12/05 , A. 4/09 und L. 8/11

Mein Blog
Benutzeravatar
Chrissandra
Herzlich Willkommen
Beiträge: 8
Registriert: 01.08.2014, 17:40

Re: Familie überzeugen

Beitrag von Chrissandra »

Ich als Mutter habe die Verantwortung. Dann er. Wenn beide beschließen von Beginn an bestimmte Ernährungsweisen zu preferieren und andere abzulehnen, dann ist alles ok, wenn man sich informiert. Diese ganzen Rechtfertigungen sind teilweise Zeitverschwendung. Wenn mein Kind kein Fleisch essen soll, gebe ich ihm keines. Wenn es das will, dann verbiete ich das genauso, wie andere Eltern Schokolade oder Cola verbieten. Ob Verbote immer sinnvoll sind, sei mal dahingestellt. Aber egal welche Ernährung die Eltern bevorzugen, dem Kind darf es nicht schaden und muss altersgerecht sein. Der Rest ist vor allem Einigkeit zwischen den Eltern selbst.
Antworten

Zurück zu „Gesunde Ernährung“