Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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miracle
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Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von miracle »

Hallihallo,
ich bin ganz neu hier im Forum auf die Empfehlung einer Userin von hier! :D

Kurz unsere Vorgeschichte: Ich habe im Mai meine Tochter 9 Wochen zu früh auf die Welt gebracht. Sie wog da nur 1080g (SGA). Sie lag 6 1/2 Wochen in der Kinderklinik, benötigte lange Zeit Atemunterstützung. Ich pumpte ab, so dass sie schon ab den 4. oder 5. Tag vollständig mit Muttermilch ernährt werden konnte, zunächst über Sonde, dann mehr und mehr mit Fläschchen. An Gewicht nahm sie von Anfang an sehr gut zu, gestern wog sie bereits 3070g. Auch das Trinken mit Flasche meisterte sie sehr schnell erstaunlich gut! Bereits in der Klinik versuchte ich dann auch, sie anzulegen, zunächst 1x am Tag für ca. 10 min. Trotz fleißigem Saugen bekam sie da nur ca. 5 ml raus, mit Stillhütchen auch mal 10 ml. Ich habe im Prinzip aber genug Milch.

Zu meiner Anfrage: Vor genau 2 Wochen wurden wir aus der Klinik entlassen und ich nahm mir vor, es intensiver mit dem Stillen zu probieren. Sie hatte bei Entlassung 2500g, so dass sie mittlerweile auch kräftig genug für das Stillen sein sollte.
Außerdem finde ich es ziemlich unpraktisch, wenn ich zwar mein Kind mit Muttermilch versorgen möchte, es aber nicht direkt stillen kann. Das Abpumpen plus Füttern mit dem Fläschchen ist zeitlich unglaublich aufwendig. Länger außer Haus sein würde bedeuten, etwas zum Kühlen der Muttermilch, etwas zum Erwärmen und die Pumpe dabei zu haben! Das ist auf lange Sicht unmöglich. Außerdem möchte sie natürlich mit steigendem Gewicht immer mehr trinken und so langsam habe ich das Gefühl, ich müsste etwas dafür tun, meine Milchmenge zu steigern. Deswegen wäre mir das Stillen ziemlich wichtig.
Zunächst suchte ich nach einem passenden Sauger, der für weniger Saugverwirrung sorgt. Der Medela Calma ging überhaupt nicht - sie hat noch nicht mal den Mund mit dem Ding drin zugekriegt! Den Avent Natural nahm sie dagegen sofort an.
Dann lieh ich mir eine Waage aus, um sie vor und nach dem Anlegen zu wiegen, damit ich kontrollieren kann, wie viel sie überhaupt raussaugt. Irgendwie klappte das dann aber nie richtig: Kaum waren wir "unter Erfolgsdruck", schon verweigerte sie die Brust, spielte nur rum oder gab nach kürzester Zeit auf. Zwischendurch habe ich auch mal ohne vorhergehendem Wiegen angelegt - und siehe da: Da klappte es besser (und ich ärgerte mich jedes Mal, dass ich dieses Mal nicht sehen konnte, wie viel sie rausgesaugt hat). Seitdem ich eingesehen habe, dass das mit dem Wiegen nur zu Blockaden führt, lege ich praktisch nur noch in der Situation an, in der wir beide relaxt sind und sie ein bisschen Hunger hat. Das kommt 1 - 2 mal am Tag vor. Sie saugt dann so ca. 20 min, hat danach aber immer noch Hunger, so dass es dann auch noch Fläschchen gibt. Aber zumindest führt das Anlegen "just for fun" nicht zu Frustrationen.
Nun kann das aber ja nicht so weiter gehen, wenn wir doch mal zum Vollstillen kommen wollen ... deswegen habe ich mir nun das Medela Brusternährungsset bestellt. Ich verspreche mir davon, dass sie lernt, dass es Nahrung nur noch von der Brust gibt, aber dennoch ihre volle Rationen bekommt. Allerdings habe ich auch so meine Zweifel, ob sie so wirklich lernt, was aus der Brust rauszubekommen. Ich glaube nämlich, da liegt der Hund begraben: Dass sie im Grunde genommen weiß, dass sie sich nicht so anstrengen muss, um ihre Milch zu bekommen.

Rund um das Thema Stillen haben wir also mittlerweile (heute 4 Tage vor eigentlichem ET) schon eine ganz schön große Materialschlacht hinter und noch vor uns: Pumpe, Stillhütchen, Sauger x und Sauger y, ... dabei wünsche ich mir im Prinzip nur, dass ich ganz unkompliziert Stillen kann, wo und wann sie eben Hunger bekommt. Ich muss sagen, dass ich bzgl. dem Stillen auch schon ziemlich verunsichert bin und Angst habe, dass das gar nicht klappt mit dem Vollstillen. Deswegen wende ich mich auch hilfesuchend an euch, ob ihr mich vielleicht ein wenig unterstützen könnt.

Mir wurde z.B. auch schon zu einem "Stilltag" unter Begleitung der Hebamme geraten: Das Kind konsequent nur anlegen, auch wenn es nicht satt wird, damit sie lernt, sich anzustrengen. Ich finde das Vorgehen aber ziemlich rabiat und brächte das wohl gar nicht über's Herz, zumal meine Kleine wegen der Frühgeburt schon genug mitmachen musste!

Was würdet ihr mir denn raten? Bin ich mit dem Brusternährungsset auf dem richtigen Weg? Darf ich dann überhaupt nicht mehr mit Fläschchen geben? Wie lernt sie trotz "Schummel - Schläuchlein" richtig an der Brust zu trinken?
Danke schon im Voraus! :D
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jusl
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier!

Ich bin ganz sicher, dass mit dem BES die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass Ihr beide noch richtig stillen lernt. Von daher: Ja, damit seid Ihr prinzipiell auf dem richtigen Weg. Ich glaube allerdings nicht, dass der Hund darin begraben liegt, dass Dein Baby "im Grunde genommen weiß, dass sie sich nicht so anstrengen muss, um ihre Milch zu bekommen"! Sondern viel plausibler ist, dass Dein Baby derzeit schlichtweg mit Flaschensaugtechnik versucht, an der Brust zu saugen (dies nennt man auch "Saugverwirrung"). An der Flasche saugen (zweitrangig übrigens, welcher Sauger) und an der Brust saugen erfordert zwei grundlegende verschiedene Techniken. Dies betrifft insb. Zungen- und Kieferstellung, Saug-Melk-Schluck-Koordination und das Mundgefühl; diese sind grundlegend anders. Derzeit beherrscht Dein Baby Flaschentechnik. Das bedeutet, dass weitere Flaschenfütterung Deinem Baby NICHT dabei helfen wird, stillen zu lernen (denn dies festigt die Flaschentechnik ja immer weiter), sondern dass Dein Baby von der Flasche an die Brust umgewöhnt werden muss und dabei Deine Hilfe braucht. Dementsprechend kritisch sehe ich den Rat Deiner Hebamme, einfach mal einen "Stilltag" einzulegen - denn wenn Dein Baby es eben technisch noch nicht KANN, dann nützt auch ein bloßer Stilltag nix.
Das BES hingegen kann bei der Umgewöhnung ein sehr effektives Hilfmittel sein, denn durch den kontinuierlichen Milchfluss wird Dein Baby motiviert an der Brust zu bleiben und seine Technik immer weiter zu verbessern. Nach und nach wird dann über das BES die Zufüttermenge kontrolliert reduziert, bis Dein Baby komplett ohne problemlos an der Brust trinkt.
Die Chancen dafür schätze ich sehr hoch ein, insb. weil Dein Baby noch relativ jung ist UND Du Dein Baby bereits komplett mit Muttermilch ernähren kannst, das ist super.

Wenn Du möchtest, können wir Dich gerne auf diesem Weg begleiten und zu den einzelnen Schritten des Umgewöhnungsprogramms beraten. Melde Dich dazu bitte an, und lies schon mal folgende Links:
Erste Schritte mit dem BES und
Grundinfo Wiegen und Gewichtsentwicklung.

In unserer Linksammlung Stillwissen findest Du weitere für Euch vielleicht hilfreiche Links, insb. zu den Stichworten Saugverwirrung, Umgewöhnung und Rückgewöhnung zur Brust, und Zurück zum Vollstillen.

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
Lösche Benutzer 7681

Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Ich habe gerade voll Gänsehaut, deine Geschichte ist exakt eins zu eins meine Geschichte.

Nur, dass ich einen Sohn hab und er nur vier Wochen zu früh kam.
Ansonsten, genau gleich, echt.

Vielleicht baut es dich ein bisschen auf, dass wir nach ca. 5 Wochen die Flasche weglassen konnten.
Heute ist er ein Jahr alt und stillt wie ein Weltmeister.

Ihr schafft das ganz sicher auch!
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miracle
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von miracle »

jusl hat geschrieben:Wenn Du möchtest, können wir Dich gerne auf diesem Weg begleiten und zu den einzelnen Schritten des Umgewöhnungsprogramms beraten. Melde Dich dazu bitte an...
Hallo Julia, vielen Dank für deine umfangreiche, hilfreiche Antwort! Angemeldet bin ich übrigens schon, habe nur irgendwie den Fehler gemacht, unangemeldet die Anfrage abzusenden. Deswegen steht sie jetzt auch zwei Mal hier im Forum. :oops: Vielleicht kann der Doppelthread ja noch gelöscht werden?
jusl hat geschrieben:Derzeit beherrscht Dein Baby Flaschentechnik. Das bedeutet, dass weitere Flaschenfütterung Deinem Baby NICHT dabei helfen wird, stillen zu lernen (denn dies festigt die Flaschentechnik ja immer weiter), sondern dass Dein Baby von der Flasche an die Brust umgewöhnt werden muss und dabei Deine Hilfe braucht.
Habe "Die ersten Schritte mit dem BES" jetzt schon durchgelesen. Heißt das, wenn ich jetzt mit dem BES beginne, dass ich dann auch nur noch ausschließlich damit stillen sollte? Dass das Geben der Flasche u.U. den Lernerfolg gleich wieder zunichte macht?
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miracle
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von miracle »

Hallo Siijay, schön, jemanden mit der gleichen Geschichte zu treffen! :D Das ist immer ein gutes Gefühl - dass man damit nicht alleine ist und andere es auch geschafft haben! Ich hoffe, wir kriegen das auch hin und werde hier auch berichten, wie es voran geht!
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jusl
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von jusl »

Vielleicht kann der Doppelthread ja noch gelöscht werden?
Schon geschehen. ;-)
Habe "Die ersten Schritte mit dem BES" jetzt schon durchgelesen.
Prima. :D
Heißt das, wenn ich jetzt mit dem BES beginne, dass ich dann auch nur noch ausschließlich damit stillen sollte?
Das hängt von Deinem Baby ab. Wenn es mit dem BES-Stillen bereits klarkommt, dann ja! Das wäre nämlich absolut super - viele Babys brauchen durchaus Zeit bis zur ersten erfolgreichen BES-Stillmahlzeit (was natürlich auch OK ist). Falls Dein Baby die vielen Lernschritte, die oft bis dahin nötig sind, tatsächlich direkt überspringt, dann kann ich Dich nur ermutigen, diesen Schwung echt zu nutzen, und dann eben ab sofort per BES zuzufüttern anstatt per Flasche.
Dass das Geben der Flasche u.U. den Lernerfolg gleich wieder zunichte macht?
Also, in Stein gemeißelt ist da nix. Aber: Korrekt Stillen zu lernen, hat neben technischen Aspekten bzgl. Zunge und Kiefer usw. ganz viel mit Gewöhnung und Gewohnheit zu tun. Du hilft Deinem Baby bei seinem Lern- und Umgewöhungsprozess, wenn Du es nicht zwischendurch wieder die "alte" Technik üben und festigen lässt, sondern wirklich nur noch die "neue".

Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du Dein Baby schon mal erfolgreich mit dem BES gestillt hast? Oder sogar ohne BES erfolgreich gestillt hast? Vielleicht kannst Du den DERZEITIGEN Stand der Dinge noch mal genauer beschreiben, dann überlegen wir gemeinsam, wie für Euch ein geeigneter, stressarmer Weg aussehen kann (in keinem Falle übrigens ist dafür das Wiegen direkt vor und nach einer Stillmahlzeit notwendig, denn in der Tat: STRESS PUR! Und völlig unnötig, denn ob ein Baby genug Milch bekommt, erkennt man an dessen Gewichtsentwicklung, NICHT an der Trinkmenge!).

LG
Julia
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miracle
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von miracle »

jusl hat geschrieben: Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du Dein Baby schon mal erfolgreich mit dem BES gestillt hast? Oder sogar ohne BES erfolgreich gestillt hast? Vielleicht kannst Du den DERZEITIGEN Stand der Dinge noch mal genauer beschreiben, dann überlegen wir gemeinsam, wie für Euch ein geeigneter, stressarmer Weg aussehen kann (in keinem Falle übrigens ist dafür das Wiegen direkt vor und nach einer Stillmahlzeit notwendig, denn in der Tat: STRESS PUR! Und völlig unnötig, denn ob ein Baby genug Milch bekommt, erkennt man an dessen Gewichtsentwicklung, NICHT an der Trinkmenge!).
Vielen Dank für deine Hilfe, Julia! :D

Mit BES habe ich bislang noch nicht gestillt; habe es erst bestellt und muss noch geliefert werden.
Ohne BES habe ich allerdings schon gestillt - ob man's erfolgreich nennen kann, weiß ich nicht. In der Klinik hat sie aber nachweislich (Gewichtskontrolle) ein paar ml rausgesaugt. Mit einem Stillhütchen hatte sie mehr Erfolg. Zuhause stille ich ohne Stillhütchen, die Gewichtskontrolle mache ich nicht mehr. Sie bleibt bei guten Stillversuchen ca. 20 min an der Brust und saugt und hat anschließend auch ein Milchbärtchen. Allerdings danach immer noch Hunger.

Also, der derzeitige Stand der Dinge ist:
Sie meldet ca. alle 4 Stunden Hunger an (Rhythmus ist noch drinne aus der Klinik) und trinkt dann ca. 100 ml. Derzeit gebe ich ausschließlich die abgepumpte Muttermilch über das Fläschchen. Wenn sie nach dem Fläschchen noch Hunger hat und wir beide nicht unter Zeitdruck o.ä. stehen, machen wir dann einen Stillversuch. Manchmal verweigert sie die Brust ganz, manchmal saugt sie ein paar Mal und gibt dann auf. Wenn es gut läuft, bleibt sie ca. 20 min dran.

Wenn das BES geliefert wird, geb' ich ihr dann die 100 ml über das BES? Und lass sie solange saugen, bis die 100 ml alle sind?
Wenn sie es nicht gleich mit dem BES hinkriegt, geb' ich ihr den Rest dann über's Fläschchen? Und wie lange sollte ich sie mit dem BES probieren lassen?

Bestimmt habe ich noch mehr Fragen, wenn es soweit ist ... Danke schon mal im Voraus für die Hilfe! :D
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schokoliebe
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von schokoliebe »

Liebe Miracle,

wir haben es auch geschafft, nach Frühgeburt (5 Wochen zu früh, 2100g) und reinem Pumpstillen zum Vollstillen zu gelangen.
Hier ist unsere Geschichte:
Mein Sohn bekam zunächst eine Magensonde und dann Fläschchen. Ich durfte ihn zwar vom ersten Tag an täglich anlegen, aber er schlief entweder gleich ein oder brüllte die Brust an. Von alternativen Fütterungsmethoden hatte ich leider keine Ahnung.
Zuhause (mit 2010 g entlassen, nach einer Woche) habe ich bei jeder Mahlzeit erstmal angelegt, meistens hat er nur gebrüllt, selten mal einen Schluck getrunken. Ich war oft verzweifelt, wollte doch so gerne richtig stillen.
Nach 6 langen Wochen hat er plötzlich richtig an der Brust getrunken, er wog da schon ca. 3500g. Ich war so angenehm überrascht. Ab da war ich wieder sehr motiviert und er hat immer öfter richtig getrunken.
Nach acht Wochen habe ich die Pumpe zurückgegeben, dann haben wir zwei Wochen lang dauergestillt. Das Andocken war sehr schwierig für ihn, meist hat es 30-45min gedauert bis er die Brustwarze richtig fassen konnte, und dann war er so müde dass er schnell eingeschlafen ist...also wieder von vorn...
Aber irgendwann konnten wir ohne Probleme stillen. Das haben wir dann übrigens bis zum 4. Geburtstag gemacht, zwei Jahre davon tandem mit der kleinen Schwester.

Ich drücke Euch feste die Daumen!!!
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Brianna
Prof. Dr. SuT
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Registriert: 13.11.2013, 12:33

Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von Brianna »

Ich hab auch ein SGA-Frühchen 35+3, 1680 g). J wurde sogar zunächst hauptsächlich und bis zur Entlassung aus der Klinik noch circa zu 2/3 mit Pre ernährt, da meine Milch nicht reichte. J ließ sich zum Glück nie wirklich auf den Vierstundenrhythmus der Klinik einstellen. Er wollte lieber öfter kleinere Mengen, was ja auch normal ist. Zuhause ohne den Klinikstress steigerte sich meine Milchmenge und J entwickelte eine Präferenz für die Brust. Er fand stillen einfach besser. Das tolle Forum kannte ich noch nicht und so hatten wir bei unserem Weg bestimmt auch Glück, es zum Vollstillen zu schaffen. Wir stillen übrigens immer noch. Zwar mit Stillhütchen, aber wir stillen. Mit der Hilfe hier schafft ihr es auch.
Viel Erfolg, das Kämpfen lohnt sich.
Liebe Grüße Brianna
J 05/13 L 12/15
jusl
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Re: Auf dem Weg zum Stillen bei Frühchen

Beitrag von jusl »

Sie bleibt bei guten Stillversuchen ca. 20 min an der Brust und saugt und hat anschließend auch ein Milchbärtchen. Allerdings danach immer noch Hunger.
Ui, OK, also das ist schon mal eine SUPER Ausgangslage.
Wenn das BES geliefert wird, geb' ich ihr dann die 100 ml über das BES? Und lass sie solange saugen, bis die 100 ml alle sind?
Wenn sie es nicht gleich mit dem BES hinkriegt, geb' ich ihr den Rest dann über's Fläschchen? Und wie lange sollte ich sie mit dem BES probieren lassen?
Also, zunächst: Stell Dich darauf ein, dass Dein Baby künftig möglicherweise deutlich öfter trinken wird als nur alle 4 Stunden. Stillbabys trinken normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden, das heißt: im Durchschnitt alle 2-3 Stunden. Wenn ein Baby also mal zufällig 4 Stunden oder so am Stück schläft, dann sind mit großer Wahrscheinlichkeit auch Phasen über den Tag verteilt, an denen das Baby jede Stunde oder so trinken mag, das ist völlig normal. Damit kommt es dann auf "durchschnittlich 8-12".

Dann: Wenn das BES da ist, kommen als erstes die "ersten Schritte", siehe Link. Außerdem unbedingt sinnvoll ist die Anschaffung DIESER Broschüre! Der Beipackzettel allein bringt's nicht.

Dann folgt der Erstversuch mit BES und Baby. Da schauen wir einfach mal, wie es läuft. Wenn Dein Baby ca 30-50 ml aus dem BES trinkt, plus halt das, was aus der Brust kommt, ist das ein Riesenerfolg für den Anfang! Ganz wichtig ist, dass Dein Baby GUT angedockt ist (besprechen wir noch mal ausführlicher, wenn's losgeht) und mit KORREKTER Technik saugt. DAZU kommt dann das Schläuchlein in den Mund. Wenn Ihr die ersten geglückten Versuche geschafft habt, dann wird das BES zu Beginn üblicherweise ca 5 mal pro Tag eingesetzt, und dann relativ flott nur noch 3-4 mal pro Tag, um den Arbeitsaufwand leistbar zu halten. Wie viel jeweils eingefüllt wird, entscheiden wir dann auch gemeinsam.

Das wäre so ungefähr der Idealverlauf. ;-) Manchmal klappt's auch nicht, doofe Tage gibt's immer mal, dann ist auch ein vorübergehender einzelner "Rückgriff" aufs Fläschchen in Ordnung. Evtl. nützen Euch auch Hütchen auf Eurem Weg - das sehen wir aber, wenn es soweit ist. Wenn Dein Baby durchaus auch schon ohne Hütchen gestillt wurde, ist das super, dann probieren wir es auf jeden Fall erstmal ohne.

Während der Umgewöhnung von der Flasche zur Brust ist es wichtig, alle Kriterien für gutes Gedeihen im Auge zu behalten. Dazu kontrollieren wir engmaschig das Gewicht, das Du bitte täglich oder alle zwei Tage misst und notierst. Außerdem Stillhäufigkeit und Zufüttermengen, das wird dokumentiert in einer Liste (hast Du die gesehen in der Grundinfo? Kannst Du direkt damit loslegen!). Durch diese sorgfältige Doku wird sichergestellt, dass Dein Baby JEDERZEIT ausreichend Milch bekommt und bestens versorgt ist während der Umgewöhnung.

Wollen wir es so machen?

LG
Julia
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