Hallo,
hier kommt nun "leider" nur ein Erfahrungsbericht, richtig tolle, wertvolle Tipps kann ich Dir vermutlich nicht geben.
Also bei unserer Großen war das fast haargenau so wie bei Deinem Kind. Bei ihr kam aber noch dazu, dass sie mich abends zu 99 % nicht mehr aufstehen ließ und ich mehr als 2 Jahre lang somit fast jeden Abend mit ihr gegen 20 Uhr ins Bett gegangen bin. (mache ich mittlerweile übrigens gerade wieder bei Nr. 2

)
Wenn ich es dann doch mal gewagt habe, noch einmal aufzustehen, wurde sie nach wenigen Minuten wieder wach und wollte entweder nuckeln oder herumgetragen werden. Ich war schon wirklich sehr fertig und am Tag konnte ich mich nicht dazulegen, weil sie nur schlief, wenn ich draußen mit ihr spazieren gegangen bin (im Tuch oder in der Tragehilfe)
Als sie ca. 14 Monate alt war, hatte ich so dermaßen die Nase voll, dass ich das nächtliche Stillen abschaffen wollte. Kurz danach wollten wir in den Urlaub zu meinem Schwiegervater und ich dachte nur, dass ich dort nicht wie ein Zombie die Tage verleben wollte, sondern eben auch mal den Urlaub genießen wollte.
Ich hab dann irgendwann tagsüber den Entschluss gefasst, dass ich abends einschlafstille und es dann bis mind. morgens 5 Uhr nichts mehr geben wird. Ich muss übrigens auch immer auf die Uhr schauen, ist einfach so....Abends hab ich dann einschlafgestillt und bin bei ihr geblieben und als sie das erste mal wach wurde (ich weiß nicht mehr genau, wann das war), hab ich sie hoch genommen, sie geschaukelt, ihr Wasser angeboten (aus einem tropffreien Becher, das war mir ganz wichtig) usw. und das dann bis morgens um 5 Uhr. Sie hat noch nicht mal wirklich protestiert und ich dachte, ich erkenne mein Kind nicht wieder. Denn sie sagte niemals nein zum Stillen / Nuckeln. Das ganze ging so 3 Nächte und dann wurden die Schlafphasen deutlich länger. Von vorher 20 Mal aufwachen pro Nacht (ich hab's gezählt), schlief sie nun sehr oft von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens in einem Rutsch durch und ich war erholt wie nie. Um 6 Uhr hab ich sie dann gestillt und oft hat sie sogar noch mal weitergeschlafen bis 7 oder 8 Uhr. Es war ein Märchen, was da wahr wurde für mich.
Wenn sie dann in den folgenden Monaten ab und zu nachts wach wurde, hab ich ihr ein bisschen Wasser angeboten und sie hat es problemlos akzeptiert. Es gab aber auch Phasen, in denen sie nicht so zügig wieder einschlafen wollte, dann haben wir gekuschelt, gesungen, geschaukelt und auch mal rumgetragen. Aber kein Vergleich mehr zu den Nächten zuvor.
Richtig zuverlässig durchgeschlafen hat sie ungefähr mit 19/20 Monaten und schwups, war ich dann schon mit Nr. 2 schwanger
Für mich war's zu diesem Zeitpunkt genau die richtige Entscheidung nachts abzustillen (tagsüber hab ich noch gestillt bis kurz nach dem 2. Geburtstag, dann kam sws-bedingt nur noch wenig Milch und sie hat selbst auch das Interesse verloren) und sie hat wohl gespürt, dass ich es ernst meine und einfach keine Lust mehr hatte.
Als ich dann mit 18 Monaten das Einschlafstillen durch Buch lesen / singen / erzählen ersetzt habe, ging es vor allem MIR deutlich besser, denn ein Kind, was abends 1 - 1,5 Stunden an der Brust nuckelte und dabei immer mal wieder die Augen aufmacht, konnte ich einfach nicht mehr ertragen. Und mit dem neuen Einschlafritual ist sie innerhalb von 15-30 Minuten eingeschlafen.
Mittlerweile ist sie 3 Jahre alt, geht abends kurz vor 20 Uhr schlafen...wir gehen hoch, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, Geschichte lesen, an Mama kuscheln...spätestens 5 Minuten später schläft sie. Bis morgens 6:30 bis 7:30 durch, je nachdem...und lässt sich nicht mal von der kleinen Schwester wecken (wir schlafen alle noch im selben Raum)....es ist ein Traum und ich hätte niemals gedacht, dass mein Schlechtschläferbaby mal so gut schlafen würde.
Wenn jetzt die Kleine noch irgendwann mal durchschläft, dann bin ich wohl ein neuer Mensch
So viel Schlaf, das werde ich ja nicht aushalten
Wie gesagt, probier es aus und wenn Du es wirklich ernst meinst, dann merkt er das vielleicht auch und es fällt ihm gar nicht so schwer wie Du jetzt vielleicht denkst.
Ich wünsche Dir viel Erfolg! Und dann angenehmere Nächte mit viel Schlaf für Euch beide!