Eine Beikostfrage...

Was kommt nach dem Vollstillen?

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bollo123
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Eine Beikostfrage...

Beitrag von bollo123 »

Hallo Julia!

Ich bin bisher immer nur stille Mitleserin gewesen, nun habe ich aber doch mal eine Frage:
Meine Tochter wurde am 15.11.13 geboren, ist nun also 6 Monate und 6 Tage alt. Sie ist recht klein und zart (wiegt aktuell 6560 Gramm bei einem Geburtsgewicht von 3330 Gramm). Sie hat immer gleichmäßig zugenommen und die KiÄ hatte auch nichts zu beanstanden. Ich als Erstlingsmutter empfinde diese geringe Gewichtszunahme jedoch immer als stressig und besorgniserregend. Während eines Stillstreiks nach 3 Monaten hätte ich auch fast abgestillt, da das Stillen für mich eigentlich schon immer stressbehaftet war. Meine Tochter hat dann 2 Tage lange häufig die Flasche bekommen und ich habe abgepumpt und nur nachts gestillt, wo sie dann problemlos getrunken hat. Die Erkenntnis, dass sie aus der Flasche jedoch auch immer nur kleine Portionen getrunken hat und der Umstand, dass ich von der Packung Pre, die ich anschließend zum Zufüttern verwenden wollte, ca. 95% in den Ausguss gekippt habe, da sie nach dem Stillen doch nichts mehr wollte, haben mich dann wieder zum Vollstillen gebracht. Ich habe dann nach 4 Monaten mit hochkalorischer Beikost begonnen, dann aber nach 2 Wochen für ca. 3 Wochen pausiert, da meine Tochter Durchfall und das 3 Tage Fieber hatte, und ich sie nicht zusätzlich mit evtl. Beikostbauchschmerzen belasten wollte. An der Gewichtszunahme änderte sich in dieser Zeit nichts, d.h. sie hat weiterhin normal getrunken und zugenommen.Mittlerweile geben wir wieder Brei und es gehen auch mehr als ein paar Löffelchen rein, wenn man bei ihr den richtigen Zeitpunkt erwischt. Der Brei ist eine Mischung aus Aptamil Milchbrei Grieß, Obstmus und Mandelmus und scheint ihr zu schmecken. An der Gewichtszunahme hat sich nichts dadurch geändert.
Wie lange kann ich diesen Brei denn nun als Hauptbeikost weiterfüttern? Meine Bedenken sind, dass sie noch weniger zunimmt, wenn ich jetzt mit reinem Gemüsebrei weitermache. Und ist die Tatsache, dass meine Tochter trotz hochkalorischer Beikost weiterhin wenig zunimmt ein Hinweis darauf, dass das wirklich einfach nur ihre Gewichtskurve ist?!

Sorry, war jetzt doch ziemlich lang und wirr...

Vielen Dank schon mal im Voraus für deine Mühe! Mir gefallen deine Antworten und Erklärungen hier immer sehr gut!

Viele Grüße, Merle
jusl
Jusl Almighty
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Re: Eine Beikostfrage...

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier!
Meine Tochter wurde am 15.11.13 geboren, ist nun also 6 Monate und 6 Tage alt. Sie ist recht klein und zart (wiegt aktuell 6560 Gramm bei einem Geburtsgewicht von 3330 Gramm). Sie hat immer gleichmäßig zugenommen und die KiÄ hatte auch nichts zu beanstanden. Ich als Erstlingsmutter empfinde diese geringe Gewichtszunahme jedoch immer als stressig und besorgniserregend.
Wieso gering???
Die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme liegt nach WHO für gesunde Stillkinder
in den Monaten 0-2 im Bereich 170-330 g,
in den Monaten 2-4 im Bereich 110-330 g,
in den Monaten 4-6 im Bereich 70-140 g,
in den Monaten 6-12 im Bereich 40-110 g

- und das sind keine "Mindestzunahmeraten" oder sowas, sondern nur eben der Normalbereich. Das bedeutet, wenn man mal das erste halbe Jahr zusammenzählt, dass ein Baby ziemlich genau 3000 g in 6 Monaten zugenommen haben muss, um da komplett im Normalbereich zu landen (nämlich 8x170 + 9x110 + 9x70).
Dein Baby hat vermutlich 3300 bis 3400 g insgesamt zugenommen (Du hast das niedrigste Gewicht nach der Geburt leider nicht geschrieben, ab dort wird immer gerechnet) - also deutlich mehr als 3000 g. Von "geringer Gewichtszunahme" kann bei Euch also nicht ansatzweise die Rede sein.
Während eines Stillstreiks nach 3 Monaten hätte ich auch fast abgestillt, da das Stillen für mich eigentlich schon immer stressbehaftet war. Meine Tochter hat dann 2 Tage lange häufig die Flasche bekommen und ich habe abgepumpt und nur nachts gestillt, wo sie dann problemlos getrunken hat. Die Erkenntnis, dass sie aus der Flasche jedoch auch immer nur kleine Portionen getrunken hat und der Umstand, dass ich von der Packung Pre, die ich anschließend zum Zufüttern verwenden wollte, ca. 95% in den Ausguss gekippt habe, da sie nach dem Stillen doch nichts mehr wollte, haben mich dann wieder zum Vollstillen gebracht.
Oh, schön dass Ihr da die Kurve wieder gekriegt habt. Da hast Du ja echt Nerven bewiesen, klasse.
Ich habe dann nach 4 Monaten mit hochkalorischer Beikost begonnen, dann aber nach 2 Wochen für ca. 3 Wochen pausiert, da meine Tochter Durchfall und das 3 Tage Fieber hatte, und ich sie nicht zusätzlich mit evtl. Beikostbauchschmerzen belasten wollte. An der Gewichtszunahme änderte sich in dieser Zeit nichts, d.h. sie hat weiterhin normal getrunken und zugenommen.Mittlerweile geben wir wieder Brei und es gehen auch mehr als ein paar Löffelchen rein, wenn man bei ihr den richtigen Zeitpunkt erwischt. Der Brei ist eine Mischung aus Aptamil Milchbrei Grieß, Obstmus und Mandelmus und scheint ihr zu schmecken. An der Gewichtszunahme hat sich nichts dadurch geändert.
Natürlich ändert sich dadurch in Eurem Fall nichts - zum Glück. ;-) Warum sollte Dein Baby mehr als normal zunehmen?!?
Wie lange kann ich diesen Brei denn nun als Hauptbeikost weiterfüttern?
So lange Dein Baby den mag.
Meine Bedenken sind, dass sie noch weniger zunimmt, wenn ich jetzt mit reinem Gemüsebrei weitermache.
Dann würde sie wieder mehr stillen, wenn ihr die gewohnten Beikostkalorien fehlen würden. Babys ernähren sich von Natur aus nach ihrem Bedarf.
Und ist die Tatsache, dass meine Tochter trotz hochkalorischer Beikost weiterhin wenig zunimmt ein Hinweis darauf, dass das wirklich einfach nur ihre Gewichtskurve ist?!
Exakt so ist es. ;-)
Sorry, war jetzt doch ziemlich lang und wirr...
Nö, das war überhaupt nicht wirr, sondern durchaus klar: Du versuchst durch spezielle Maßnahmen (Spezialbeikost), ein Problem zu lösen (geringe Gewichtszunahme nämlich), das allerdings gar nicht existiert (denn Dein Kind nimmt normal zu). ;-) Und die Lösung nicht existenter Probleme ist bekanntlich ziemlich schwierig. :lol:

Genieß Dein nachweislich völlig normal zunehmendes Baby und Eure Stillzeit, und mach Dir überhaupt keine Gedanken mehr über Beikost (sondern biete einfach an, was Ihr beide mögt).

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia
bollo123
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Re: Eine Beikostfrage...

Beitrag von bollo123 »

Vielen Dank für deine schnelle und kompetente Antwort, Julia!
Da bin ich erstmal beruhigt, dass deiner Ansicht nach gewichtstechnisch alles gut ist. Es ist nicht so einfach seine Sorgen und Bedenken unter Kontrolle zu kriegen, wenn die meisten anderen Babys anfangs viel mehr zulegen und man sich immer fragt, ob man da jetzt irgendeine negative Tendenz übersieht.
Dann will ich meine Tochter nun mal nicht mehr hochkalorisch "vollstopfen", sondern einfach auch mal andere Sachen ausprobieren...obwohl sie den Brei schon recht lecker findet.. :)
jusl
Jusl Almighty
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Re: Eine Beikostfrage...

Beitrag von jusl »

Da bin ich erstmal beruhigt, dass deiner Ansicht nach gewichtstechnisch alles gut ist.
:lol: Nicht meiner Ansicht nach, sondern der Ansicht der Weltgesundheitsorganisation nach.
Es ist nicht so einfach seine Sorgen und Bedenken unter Kontrolle zu kriegen, wenn die meisten anderen Babys anfangs viel mehr zulegen und man sich immer fragt, ob man da jetzt irgendeine negative Tendenz übersieht.
Das verstehe ich gut. Aber meist bringt es mehr, einfach sein EIGENES Kind anzuschauen anstatt mit anderen zu vergleichen. Wenn Dein Baby gesund und gut entwickelt ist, gibt es keinen Anlass zu Sorge, ganz egal, wie dick die anderen sind.

LG
Julia
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