Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Camille1984
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Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Camille1984 »

Hallo,

seit etwa 6 Wochen hat sich die Schlafsituation wirklich zugespitzt. Für manche hier mag das alles immer noch rosig klingen, aber bei uns führt es langsam vermehrt zu Diskussionen und Streit.

Mit 18 Monaten hat unser Zwerg seinen Schlafbedarf stark gekürzt und fing an später ins Bett zu gehen, teilweise erst zwischen neun und zehn Uhr. Im Urlaub bei Schwiemu führte das schon zu komischen Blicken und Kommentaren hintenrum, aber mein Mann hat uns alle verteidigt. Wir haben unseren Sohn dort teilweise selbstbestimmt ins Bett gehen lassen. Dort hatten wir für unseren Zwerg eine Matratze bei uns im Zimmer auf der ich mit ihm zusammen einschlief und mich nachts bei Bedarf dazulegte. Seit wir wieder zu Hause sind, schläft der Zwerg wieder bei uns in der Mitte im Bett, geht aber immerhin wieder gegen 8 Uhr ins Bett, weil er ja auch um sechs Uhr aufstehen muss.

Das Problem ist, dass unser Sohn sehr unruhig schläft und jede Nacht um die gleiche Zeit aufwacht und kaum zu beruhigen ist. Mein Mann fühlt sich davon massiv gestört. Ich weiß, dass er sich insgeheim ein Kind wünscht, was einfach in seinem Kinderbett schläft. O-Ton: Er ist ein Kind und gehört in ein Kinderbett... Sein Neffe wurde eben brav geferbert und schläft "problemlos". Auch hat er große Angst, dass diese Phase noch ewig so geht und der Kleine uns auf unserer Nase herumtanzt :roll: . Dieses Problem haben wir leider bei vielen Dingen...........

Ich kann die Bedürfnisse meines Mannes akzeptieren und bin bereit unser Kind wieder in sein Kinderzimmer einzuquartieren, allerdings nicht alleine. Also habe ich vorgeschlagen, dass wir sein Juniorbett abbauen und er dafür eine große Matratze mit Lattenrost bekommt, wo ich gut mit drauf schlafen kann (eben wie im Urlaub), also ich wäre zum Einschlafen dabei und würde mich nachts bei Bedarf dazulegen. Mein Mann will das nicht, da der Kleine eben in ein kleines Bett gehört und ich nicht bei jeder Phase so ein Theater machen soll. Ich könne mir ja eine Matratze vor das Juniorbett legen und mich da drauf legen. Ich will das aber nicht, weil der Kleine dann sowieso bei mir liegen würde und das ganze kleine Zimmer voller Bett wäre *argh*... Klar seine Mutter hat ja auch immer gemeint, dass das offene Bett an allem Schuld ist, weil er da ja selbstständig raus kann :evil:

Ach ja, vor den ganzen Problemen oder auch Änderungen schlief er in seinem Juniorbett im Kinderzimmer und konnte sogar zeitweise alleine einschlafen. Mein Mann möchte unbedingt schnellstmöglich diese Situation zurückhaben. Er ist eben selbst extrem konservativ aufgewachsenen und will auch so erziehen. Er kennt da wenige Alternativen. So lange es gut klappt, darf ich machen wie ich es gut finde. Sobald es Probleme gibt, ist mein Ansatz Schuld daran :? .

Habt ihr Ideen für unsere verfahrene Situation? Ich bin auch bereit weitere Kompromisse einzugehen. Wie können wir eine für alle befriedigende Situation bekommen?

Danke!
Mama mit Papa und kleinem Pirschelbär (08/2012)

gestillt - getragen - gerne im Kinderwagen - und irgendwo zwischen Beistell- und Familienbett pendelnd
Lösche Benutzer 14500

Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Ui, schwierig - es tut mir leid, dass ihr euch da nicht einig seid. Hier war es übrigens auch immer so, dass Diskussionen dann entstanden, wenn eh alle aufgrund des Schlafmangels schon fertig mit den Nerven waren. Punkt 1 bei uns ist deswegen: Nur diskutieren, wenn alle Beteiligten halbwegs wach/entspannt sind. (Und nicht z.B. mitten in der Nacht... :-))

Ansonsten hat mein Kind nie alleine in irgendeinem Bett geschlafen, kann es jetzt, mit zweieinhab Jahren aber problemlos. (D.h. sie schläft alleine in ihrem Zimmer ein und kommt dann nachts rüber, wenn sie mag. Momentan mag sie meistens. :-)) Die Befürchtung, ein Kind werde nicht lernen, alleine zu schlafen, kann ich verstehen, das ist in vielen Köpfen einfach drin - aber ich denke, sie ist unbegründet. Mein Kind hat auch gelernt, sich alleine anzuziehen -weil sie es wollte. Sie isst mit Messer und Gabel - weil sie es wollte. Sie kann Papier mit der Schere schneiden - weil sie es wollte. Mein Kind lernt ganz viele Dinge von selbst, weil sie "groß sein" will, sie nabelt sich da ganz von selbst immer ein Stückchen weiter von mir ab. So war es auch mit dem Schlafen. Vielleicht kann dein Mann lernen, ein wenig mehr darauf zu vertrauen, dass euer Kind immer selbständiger werden wird und natürlich auch irgendwann wieder alleine schlafen wird? Ich weiß, dass das schwierig ist, wenn man gerade in einer Phase ist, die einem wie ein Rückschritt erscheint. Ich denke aber, dass kindliche Entwicklung so verläuft: Es geht einen Schritt nach vorne, alles ist neu und aufregend und spannend - und dann muss man eben auch immer mal wieder einen Schritt zurückgehen und Nähe und Sicherheit tanken, bevor man sich ins nächste Abenteuer stürzen kann.

Konkret würde ich versuchen, nochmal genau die Bedenken deines Mannes zu hören. So, wie es sich jetzt liest, seid ihr ja eigentlich schon einig (du begleitest den Kleinen in seinem Zimmer, so dass dein Mann besser schlafen kann) und es geht jetzt nur noch um das konkrete WIE, also Juniorbett mit Mama auf Matratze daneben oder gleich mit Mama auf Matratze? Was genau sind die Bedenken gegen die zweite, von dir favorisierte Lösung? Ist es eher ein "das macht man nicht" oder denkt dein Mann z.B. dass ein Kind, das ein bestimmtes Bett gewöhnt ist, in diesem dann auch besser alleine schläft? Falls letzteres - was spräche dann dagegen, dass euer Kind einfach nie in einem Juniorbett schläft, sondern halt immer auf Matratze+Lattenrost, mal mit dir und mal ohne dich? Ich glaube, wenn man das mal in einer ruhigen Minute greifbarer machen könnte, dann könnte man die Sorgen deines Mannes evtl. zerstreuen. Im Moment ist mir beim Lesen noch nicht ganz klar, was das Problem ist, da ja eigentlich bereits eine Lösung im Raum steht.
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feniliro
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Re: AW: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von feniliro »

Nur kurz da vom Handy: Vielleicht hilft es dir als Argument, dass vieles auch einfach Typsache ist. Meine Jungs haben beide im Alter von wenigen Wochen durchgeschlafen und damit nie wieder aufgehört. Meine Kleine hat noch nie durchgeschlafen ;)
Schreien lassen haben wir keinen von ihnen und alle schliefen bzw. schlafen bei uns im Bett oder im Beistellbett

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Sakura
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Sakura »

Camille1984 hat geschrieben: Auch hat er große Angst, dass diese Phase noch ewig so geht und der Kleine uns auf unserer Nase herumtanzt :roll: .
Kann es sein, dass DAS seine Haupt-Angst ist? Die Angst vorm kleinen Tyrannen?

Diese Angst steckt gaaaanz tief in der Generation unserer Eltern, und auch in unserer Generation ist sie noch sehr verbreitet.
Kannst ja mal googeln nach schwarzer Pädagogik und kleinen Tyrannen.

Ansonsten: Kinder machen ALLES irgendwann von allein. Wir wickeln unsere Babys und haben keine Angst, dass sie später nicht aufs Klo gehen. Wir füttern unsere Babys, und haben keine Angst, dass das Kind niemals (nie, niemals!) lernen wird, selbst mit Messer und Gabel zu essen. Wir reagieren auf das Weinen eines Neugeborenen, und sind uns trotzdem sicher, dass unser Kind eines Tages zivilisiert mit uns sprechen wird. Wir ziehen unsere Kinder an, und haben keine Angst, dass die 16-jährige morgens von uns gekleidet und geschminkt werden will. Wir schieben unsere Kinder im KiWa und Buggy durch die Gegend, und haben keine Angst, dass sie das mit 10 noch einfordern.

Nur beim Schlafen und Stillen haben wir diese Angst. Warum eigentlich?
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Zäzi »

Sakura diese Auftählung ist genial! Danke :)


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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von noli1313 »

Sakura hat geschrieben:
Camille1984 hat geschrieben: Auch hat er große Angst, dass diese Phase noch ewig so geht und der Kleine uns auf unserer Nase herumtanzt :roll: .
Kann es sein, dass DAS seine Haupt-Angst ist? Die Angst vorm kleinen Tyrannen?

Diese Angst steckt gaaaanz tief in der Generation unserer Eltern, und auch in unserer Generation ist sie noch sehr verbreitet.
Kannst ja mal googeln nach schwarzer Pädagogik und kleinen Tyrannen.

Ansonsten: Kinder machen ALLES irgendwann von allein. Wir wickeln unsere Babys und haben keine Angst, dass sie später nicht aufs Klo gehen. Wir füttern unsere Babys, und haben keine Angst, dass das Kind niemals (nie, niemals!) lernen wird, selbst mit Messer und Gabel zu essen. Wir reagieren auf das Weinen eines Neugeborenen, und sind uns trotzdem sicher, dass unser Kind eines Tages zivilisiert mit uns sprechen wird. Wir ziehen unsere Kinder an, und haben keine Angst, dass die 16-jährige morgens von uns gekleidet und geschminkt werden will. Wir schieben unsere Kinder im KiWa und Buggy durch die Gegend, und haben keine Angst, dass sie das mit 10 noch einfordern.

Nur beim Schlafen und Stillen haben wir diese Angst. Warum eigentlich?

DA mag ich mal dick und fett unterschreiben. Das hast du echt super auf den Punkt gebracht, Sakura!

@ Camille
Vielleicht sagst du deinem Mann, dass er ja dann alleine schlafen kann! Denn er IST ja schon GROSS und wenn er es vom Kleinen verlangt, dann sollte er es halt vormachen 8) Ich würde auf jeden Fall ein normal großes Bett kaufen, wo die Mama bequem mit Platz findet. Wie alt ist der Kleine? Kann er sich das evtl. schon mit aussuchen? Argument für den Mann: Kostenersparnis, sonst müsste man ja erst ein Juniorbett und dann in wenigen Jahren schon wieder ein größeres Bett kaufen :mrgreen:
Liebe Grüße von

K. (07/87) mit Kampfzwerg (03/13) auf dem Arm, dem Sternenkind (02/13) und Sternchen (10/12) im Herzen
Sunshine1910
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Sunshine1910 »

Sakura, das hast du super geschrieben! Diese Argumentation merke ich mir für die nächste Diskussion! :D
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Füchschen
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Füchschen »

Oh ja diese Diskussion haben wir hier auch ständig...
Ich würde auch ein großes Bett holen und da bei Bedarf schlafen.
Ich wünsche dir gute Nerven.
Füchschen mit ihrem Jungfuchs Merley (12/08)
Leyla09
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Leyla09 »

Hier eben eine ähnliche Diskussion, weil ich fertig mit den Nerven und das Kind total überdreht (ist auch auch ne richtige scheiß Phase).

Was Sakura da schrieb kann ich auch unterschreiben.
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Maja
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Re: Schlafsituation führt zu Beziehungskrise

Beitrag von Maja »

Das große Bett im Kinderzimmer wäre doch eine vernünftige Lösung. Dass Kinder in kleinen Betten schlafen müssen ist doch nun echt Quatsch und irgendwann muss man ihnen eh ein größeres kaufen, das kann man doch auch schon in dem Alter machen, ist doch egal wann man das Geld ausgibt. Zum kuscheln und vorlesen tagsüber ist es auch gut geeignet. Von daher würde ich wohl versuchen die Variante ganz sachlich umzusetzen und diese Tyrannendiskussion weitgehend ignorieren (der einzige der da grad versucht seine Macht auf Kosten anderer durchzusetzen und sich nicht altersgerecht verhält ist nämlich der Mann ;-) )
2004/2006/2014
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