B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Maren
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B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von Maren »

Hallo zusammen,
wir waren heute bei der U5, P. ist jetzt ca. 6 1/2 Monate.
Er bekommt bisher zwischendurch ein Stück Obst, Brötchen oder ne Dinkelstange, je nachdem was wir essen auch mal Nudeln oder Gemüse, aber so richtig scharf drauf ist er nicht.
Er will alles probieren, bzw greift danach, aber meist landet es dann auf dem Boden.
Egal, ist nämlich auch eigentlich gar nicht das Thema.
Der Kinderarzt meinte heute, dass es Zeit wird, mit Brei anzufangen.
Er fing dann an mir zu erklären "wie"
Mittags Möhren mit Kartoffeln und nem Stück Butter.
Morgens Haferflocken mit Kuhmilch einem Löffel Zucker und Obstmus :shock:
Ich habe ihn dann gefragt ob das sein ernst sei mit dem Zucker!? Ja, man sollte sich da mehr entspannen, die, denen der Zucker vorenthalten wird wären die schlimmsten Schleckermäuler. Ich meinte dann, dass ich das bei meiner Tochter auch entspannter sehen würde, aber bei nem Baby!? Ja das würde ja sonst nach nix schmecken.
Abends soll es dann wieder irgendwelches Getreide (ich hab ehrlich gesagt etwas auf Durchzug geschaltet gehabt) mit Butterkeks geben. :roll:
Nachmittags Obstmus (Banane, Pfirsich Maracuja :?: )
Ich finde die Ansagen ehrlich gesagt ziemlich schräg und wüsste gerne, was ihr dazu denkt und ob ich das zu eng sehe!? Ich werde Paul keinen Zucker in seinen Brei mischen und finde es schlimm, wenn er das Eltern empfiehlt die sich da keine Gedanken drüber machen.
Und ist es jetzt tatsächlich so, dass man schon im ersten Lebensjahr Kuhmilch geben "soll"? Das hat meine Hebamme mir nämlich auch gesagt.
Bei H. haben wir "damals" ziemlich früh und ziemlich "klassisch" angefangen. Mittags verschiedene Gemüsesorten, Abends Hirsebrei mit Pre und Obst etc...
Bei P. wollte ich mir das viele Brei gekoche eigentlich sparen (bisher mag er eh nix vom Löffel, nur mit diesem spielen) und habe dazu auch noch eine Frage.
Wenn ich für uns koche, salze ich natürlich auch. Wieviel Salz ist denn für die Zwerge ok? Garkeins? Dann wirds aber ja schwierig am Familientisch mitzuessen. Gibt es irgendwo ne gute Zusammenfassung ab wann was vernünftig vertragen wird? (Ich weiß, jedes Kind ist anders... aber so ne grobe Übersicht) Ich finde irgendwie gerade keine Zeit mich da groß zu belesen.
Nun bin ich auf eure Meinungen gespannt.
Viele liebe Grüße
Liebe Grüße von Maren (7/85) mit der Zaubermaus (2/12) und dem Minimann (7/13)

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Donnerkind
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von Donnerkind »

Ich picke mir mal das Salzthema raus und schreibe Dir, wie wir es hier handhaben:

Grundsätzlich wird hier viel, viel weniger gesalzen, als es noch zu kinderlosen Zeiten der Fall war. Angefangen hatte ich damit, als die Große Beikost bekam. Damals stand immer noch der Salzstreuer auf dem Tisch. Irgendwann stellte ich fest, dass der gar nicht genutzt wurde, weil's auch so schmeckte. Seitdem werden Nudeln, Reis und Kartoffeln ohne Salz gekocht. Das schmeckt natürlich erstmal etwas fad, wenn man nur die gesalzene Version kennt. Aber unser Körper gewöhnt sich an das Salz und wir nehmen ja eher zuviel davon zu uns als zu wenig. Also kommt weniger bzw. gar nicht Salzen auch unserer Gesundheit zugute (Stichwort Bluthochdruck - der kann sich bessern, wenn der Salzkonsum zurückgeschraubt wird).
Wenn in einem Rezept steht, dass ich einen Liter Brühe nehmen soll und die Aufschrift auf dem Brüheglas mir sagt, dass auf 250 ml Wasser ein TL Brühpulver kommt, nehme ich für den ganzen Liter allerhöchstens zwei TL. Und das schmeckt!
So, aber von der Brühe bekommt der Zwerg bisher noch gar nichts ab. Denn wenn er morgens und abends Brot isst und darauf manchmal Frischkäse, mag ich ihm nicht auch noch mittags etwas gesalzenes geben.
Konkret sieht das zur Zeit hier so aus, dass ich für uns ganz normal koche und dabei schaue, was für ihn geeignet ist. Kartoffeln z.B. immer, weil ja eh kein Salz dran ist. Gibt es Kartoffelbrei, den ich gern für uns ein bisschen salze, nehme ich vor dem Stampfen ein paar Kartoffelspalten aus dem Topf für ihn heraus und salze unseren Teil dann. Mit dem Kartoffelbrei könnte er eh nichts anfangen bzw. habe ich wenig Lust auf das Gematsche. Oder Nudeln mit Tomatensoße. Nudeln ist klar, bekommt er so wie wir. Die Tomatensoße ist reichlich gewürzt, mag ich ihm noch nicht geben. Dafür hab ich ihm dann gestern ungesalzenes Tomatenmark auf die Nudeln getan. Fand er totaaal lecker!
Morgen wird's hier Gemüse aus dem Ofen geben. Ich glaube, das muss ich mit Öl und Salz vermischen. Also werde ich es erst mit Öl vermengen, ein paar Stücke für ihn rausnehmen und schon mal auf eine Ecke des Backblechs legen (und mir die Ecke merken...) und dann alles andere salzen etc.
Was ich damit sagen möchte: Irgendwie geht es immer, dass man aufs Extrakochen fürs Kind weitgehend verzichtet und trotzdem auf Salz, Zucker etc. achtet.

Auf weitere Antworten bin ich gespannt, weil ich mich auch ab und an frage, ob das alles so richtig ist, wie ich das hier handhabe.
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
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FuFu
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Re: AW: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von FuFu »

Maren hat geschrieben: Gibt es irgendwo ne gute Zusammenfassung ab wann was vernünftig vertragen wird? (Ich weiß, jedes Kind ist anders... aber so ne grobe Übersicht) Ich finde irgendwie gerade keine Zeit mich da groß zu belesen.
Es gibt hier ne super Zusammenfassung, nennt sich Grundinfo Beikosteinführung. ;) Ich kann leider vom Handy aus nicht verlinken :o
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von jusl »

Bitte sehr:

Grundinfo Beikosteinführung
Ich habe ihn dann gefragt ob das sein ernst sei mit dem Zucker!? Ja, man sollte sich da mehr entspannen, die, denen der Zucker vorenthalten wird wären die schlimmsten Schleckermäuler. Ich meinte dann, dass ich das bei meiner Tochter auch entspannter sehen würde, aber bei nem Baby!? Ja das würde ja sonst nach nix schmecken.
Also, gelegentlich(!) Zuckerhaltiges ab Kleinkindalter(!) muss man wohl nicht päpstlicher sehen als der Papst, aber die "Empfehlung" Deines Kindesarztes finde ich geradezu skandalös, ehrlich gesagt. Abgesehen vom unmittelbar(!) erhöhten Risiko für Karies und Übergewicht sei an dieser Stelle erwähnt, dass hoher Zuckerkonsum inzwischen als globaler(!) Krankmacher Nr. 1 gilt. Die WHO warnt seit Jahren vor den Risiken hohen Zuckerkonsums (und damit früher Zuckergewöhnung), und zwar so vehement, dass in entsprechenden Publikationen inzwischen Zitate wie "Zucker ist der neue Tabak" zu finden sind, um herauzustellen, dass inzwischen mehr Leute an den Folgen des Zuckerkonsums sterben als am Rauchen.
Wie gesagt, zu Weihnachten ein Schokoplätzchen - was soll's. Aber mehrmals täglich gezuckerten Brei zu empfehlen ist schon ein starkes Stück. Das muss ich mal deutlich sagen...
Und ist es jetzt tatsächlich so, dass man schon im ersten Lebensjahr Kuhmilch geben "soll"? Das hat meine Hebamme mir nämlich auch gesagt.
Allergene Lebensmittel wie Kuhmilch sollten noch während der Stillzeit eingeführt werden, weil dies angeblich das Auftreten von Allergien senkt. Wenn Du nicht vorhast, demnächst abzustillen, kannst Du Dir so viel Zeit damit lassen, wie Du magst. ;-) Gelegentlich geringe Mengen im Rahmen der Beikost, z.B. einen Löffel Joghurt mit Früchten, oder etwas Frischkäse auf Brot oder so, ist total OK.
Hinsichtlich des Allergierisikos spielt es überhaupt keine Rolle, ob Du Pre oder andere Kuhmilchprodukte nimmst. Wenn Du abends im Brei Pre füttern möchtest (was für Stillkinder keinerlei Vorteile bietet), kannst Du genausogut Kuhmilch nehmen (was für Stillkinder ebenfalls keine Vorteile bietet).
Wenn ich für uns koche, salze ich natürlich auch. Wieviel Salz ist denn für die Zwerge ok? Garkeins? Dann wirds aber ja schwierig am Familientisch mitzuessen.
Völlig richtig. Sehr sparsamer Salzeinsatz im Rahmen der Familienkost ist für beikostreife Babys in Ordnung. Vorsicht aber bei Brot, Wurstwaren, Fertigessen - diese enthalten oft hohe Salzmengen.

Hilft Dir das weiter?
LG
Julia
Maren
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von Maren »

Ihr Lieben, danke für eure Antworten.
Ja, skandalös trifft es ganz gut. Deswegen musste ich auch etwas entsetzt nachfragen, aber ich denke er meinte das echt ernst.
Ich finde ihn eigentlich echt gut, manchmal etwas verpeilt, aber eigentlich bin ich ganz zufrieden
Seit heute habe ich irgendwieein doofes Gefühl.

Das mit dem geeignete Sachen "abzwacken" bevor gesalzen wird, werde ich mal angehen.
Liebe Grüße von Maren (7/85) mit der Zaubermaus (2/12) und dem Minimann (7/13)

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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von KatinkaEx »

ojeee...
ich wundere mich grad immernoch über den BUTTERKEKS?!?!?
das kann doch nicht sein ernst sein... augenscheinlich ja leider schon :(
Liebe Grüße
Katinka mit dem Mäusekind (07/2013) und dem Babymädchen (03/23)
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von Maren »

Er erzählte es mir auch mit den Worten: und abends dann, bla bla mit passen Sie auf, jetzt kommt was für Sie, Butterkeks ....

Man sollte vielleicht noch sagen, dass er kurz vor der Rente ist und "früher" hatte man da ja noch andere Ansichten, aber ich dachte immer,dass man sich als Arzt an aktuellen Erkenntnissen und Standards orientieren sollte.
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von Donnerkind »

Maren hat geschrieben:passen Sie auf, jetzt kommt was für Sie, Butterkeks ....
Wie hat er das denn wohl gemeint? Nach dem Motto "Sie werden es nicht glauben" oder "Das wird sie erfreuen"?! Heftig.
Ich bin ja kein Freund von Arztwechseln, weil der Kinderarzt dem BLW ablehnend gegenüber steht oder schief guckt, weil ich auch ein Kleinkind noch stillen werde. Aber DIESE Empfehlungen... geht gar nicht. Und ich mag meinen KiA auch gar nichts zum Thema Ernährung fragen, weil er eigentlich nur gucken soll, ob mein Kind gesund ist bzw. meinem kranken Kind helfen. Aber bei täglichem Zuckerbrei hat sich das ja dann bald erledigt mit dem Gesundsein... :roll:
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boena
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von boena »

Diese Beikostempfehlung ist ja echt etwas schräg :? Gerade mit dem Zucker. Beim dritten Kind seh ich es ehrlich gesagt nicht mehr so streng, und meine Maus darf auch mal nen Butterkeks haben (ist eh nicht gut zu verhindern wenn die Großen einen haben). Aber auf die Idee zu kommen Brei mit Zucker, der dem Körper nichts gibt, zu süßen, ist echt befremdlich. Vor allem mit dem Argument, es schmecke sonst nach nichts :?: Ah ja.
Ich handhabe es ähnlich wo oben geschrieben. Mausi isst bei uns mit (gefüttert werden wird verweigert), ich bin sehr sparsam mit Gewürzen, und würze ggf. später für die Erwachsenen nach. Das klappt eigentlich ganz gut und ich kann so gut wie alles kochen.
Grundschultochter (*2008), Kindergartensohn (*2010), Kleinkindtochter (*2013), Ü-Ei (ET 5/2015)
08u11
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Re: B(r)eikost... Kuhmilch, Zucker, Butterkeks!?

Beitrag von 08u11 »

Das ist allerdings schräg!
So ein Quatsch. Natürlich ist es sinnvoll, dass Kinder nicht völlig von Süßigkeiten ferngehalten werden, sondern einen vernünftigen Umgang damit lernen. Aber damit muss man nicht schon mit sechs Monaten anfangen - das reicht mit 1-2 Jahren immer noch :D .
Wenn der KiA meint, ungezuckertes Essen sei fad, dann habe ich den Verdacht, dass er selbst zu viele Süßgkeiten und Fertiggerichte mit Geschmacksverstärker konsomiert - dass ist nämlich wirklich auch eine Frage der Gewohnheit. Das fand ich bei meinen Kindern bei der Beikosteinführung gerade spannend - wie viele leckere süße Sache man zubereiten kann - ohne auch nur ein Gramm extra Zucker zu verwenden (z. B. mit pürierten Bananen).
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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