Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Weltenbummlerin
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Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von Weltenbummlerin »

Liebes Forum, liebe Still-Mods,

viele von Euch haben unsere Geschichte verfolgt. Mein Sohn ist jetzt knapp 5 Monate alt und gedeiht nach den Anfangsschwierigkeiten bestens - vollgestillt. Ich bin seit direkt nach dem Mutterschutz wieder "voll" erwerbstätig als Referendarin und pumpe während dessen bzw. oft auch morgens vor der Schule oder am Wochenende ab. Bis Weihnachten hat das alles bestens so geklappt, aber langsam bin ich doch sehr, sehr erschöpft. Am schlimmsten ist ehrlich gesagt die Abpumperei in der Schule - 2 Mal wöchentlich muss ich das mindestens machen, mit der Handpumpe. An den anderen Tagen schaffe ich es überhaupt nicht, weil meine Schultage so dicht getaktet sind und der Sohn ja auch oft vorbei gebracht wird. Ich bekomme auch an den beiden Tagen, an denen ich pumpe, nie genug zusammen für eine Mahlzeit meines Sohnes und es wird von Woche zu Woche schlimmer. Er fordert zur Zeit vom Papa mindestens 140 ml ein, ich bekomme höchstens 60 ml raus. Mein Mann sagt, er möchte sich dann immer ins Suppenkoma trinken aus Verzweiflung darüber, dass ich nicht da bin.. Es klappt irgendwie, aber ich bin echt kurz vor dem umfallen, weil ich es oft über Stunden nicht mal schaffe, aufs Klo zu gehen oder mal was zu trinken vor lauter Unterricht-pumpen-Unterricht-stillen-Unterricht.. neulich hatte ich die Pumpe mal vergessen und mein Tag war soooo viel entspannter.

Nun überlege ich, ob es doch irgendwie möglich wäre, das pumpen aufzugeben oder zu reduzieren und statt dessen doch (hochkalorischen?) Brei zu füttern, weil ich einfach wahnsinnig erschöpft bin und unter massivem Druck stehe. Es bezieht sich vor allem auf 2 Mahlzeiten (je eine am Montag und Donnerstag) für meinen Sohn... an allen anderen Tagen sind wir nicht länger als 3 Stunden am Stück getrennt und das hält er in der Regel lieber durch als den Becher zu nehmen. Dazu habe ich noch einige Fragen:

1. Wir wollten eigentlich bis Ende des 6.Monats warten. Vor allem meinem Mann ist das wichtig. Ich bin der Meinung, der Sohn bestimmt, was er wann will. Er kann schon länger mit Unterstützung gut sitzen, greifen und in den Mund stecken klappt auch, an Paprika und Apfel hat er bei der Oma schon mal rumgelutscht in den Weihnachtsferien, aber nichts runtergeschluckt, gestern wollte er mir unbedingt mein Stück Schokolade klauen und in den Mund stecken. Kaubewegungen macht er auf seinem Daumen, den elterlichen Fingern oder allem anderen, was er in den Mund stecken kann, aber jetzt nicht in der Luft, wenn er sieht, dass wir essen. Das interessiert ihn ehrlich gesagt nur sporadisch und eher so nach dem Motto: "Wie könnt ihr irgendwas ohne mich tun?" Reichen solche Kaubewegungen für die Beikostreife aus?
2. Wäre das schon Anstattkost und würde die Gefahr bergen, dass er an den anderen Tagen nicht genug bekommt bzw. die Milchproduktion wieder ankurbeln müsste? Er stillt, wenn ich zu Hause bin, extrem viel... nachts in der Regel stündlich, tagsüber alle 1,5 - 2 Stunden, wenn mein Mann ihn nicht mal gezielt ablenkt, damit ich konzentiert einen Entwurf fertig schreiben kann oder so. Auf die 10-12 Mal Stillen pro Tag kommen wir gefühlt fast immer.
3. Sollten wir hochkalorische Kost wie hier im Forum beschrieben probieren? Ich wiege ja nicht mehr, aber er ist nachwievor nicht das dickste Baby...
4. Ich würde ihm am nächsten Wochenende, wenn ich die nächste Lehrprobe überlebt habe, einfach mal Brei und Fingerfood hinstellen und schauen, was er mit seinen Fingern daraus macht.. oder sollen wir ihn doch besser klassisch zu füttern versuchen, wenn wir diese 2 Mahlzeiten ersetzen wollten - sollte es überhaupt ratsam sein?

Vielen lieben Dank... ich bin so erschöpft, dass mir die Hälfte der Fragen bestimmt morgen dumm vorkommt, aber nach unserem Stillstart würde ich meinem Sohn (und mir!) gerne einen stressfreien Beikoststart ermöglichen.

Viele Grüße

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MaareMum
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Re: AW: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von MaareMum »

Vielleicht ne doofe Frage, aber ich kenne deine Geschichte nicht.
Wenn du mit dem pumpen nicht genug zusammen bekommst und es eh nur um etwa 2 Mahlzeiten in der Woche geht, warum gebt ihr für die zwei Mahlzeiten nicht einfach Pre?

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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von Weltenbummlerin »

Ich bekomme schon genug zusammen.. nur muss ich dafür halt mehrmals pumpen.. ich kann nicht mit dem pumpen, das ich mache, während ich von meinem Baby getrennt wird, seine Mahlzeit für den gleichen Zeitpunkt in der nächsten Woche ersetzen..

Pre fänden wir nicht gut, u.a. weil er sie nicht gut vertragen hat als wir kurzzeitig zugefüttert haben ganz am Anfang... da würde ich mich dann lieber weiterhin stressen für den nächsten Monat. Ich suche nur gerade nach Möglichkeiten, mich gezielt zu entlasten, weil ich kurz vorm Umkippen bin :(.
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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von anni1110 »

und wenn du nur daheim pumpst, also über die Woche verteilt? Keine Ahnung, ob das geht/klappt, aber vielleicht wäre das ein Versuch?
Dann hättest du evtl. bissl was auf Vorrat und müsstest dann nicht in der Schule pumpen.

Hut ab vor dem was du leistest.
Liebe Grüße
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Re: AW: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von MaareMum »

Ach so. Dann würde ich glaub ich auch eher versuchen, zuhause zu pumpen.

Probiert es doch einfach aus mit der Beikost. Anders wirst du es ihm eh nicht wirklich ansehen. Gib ihm doch mal ein Stück weiche Avocado in die Hand. Apfel und Paprika ist ja jetzt nicht das Leichteste für den Einstieg, das ist ja schon ziemlich hart. Vielleicht schluckt er ja weiche Sachen.
Und wenn es nur um so wenige Mahlzeiten geht, denk ich nicht, dass es unbedingt hochkalorisch sein muss. Die Frage ist halt eher: bekommt ihr die Beikost so schnell gesteigert, dass er dann an den beiden entscheidenden Tagen damit wirklich aus kommt und du schon entlastet bist?
Und so schnell hast du nicht abgestillt, nur weil du Beikost anfängst, da brauchst du dir bei einem Still-Junkie echt keine Sorgen machen :grin:

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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von Weltenbummlerin »

Das Problem am daheim pumpen ist leider, dass der Mini sich zum wahren Stilljunkie entwickelt, so bald er mich wiedersieht.. meine Zeit zu Hause sieht so aus, dass ich ein bisschen was für die Schule mache, schnell mal 15 Minuten stille, während dessen irgendwas lese für die Schule, dann kurz tippen und gleichzeitig das Baby bespaßen, dann wieder stillen.. und abpumpen funktioniert da nur gut morgens - wenn ich a) auf dem Weg zur Schule bin oder b) mal eben meine 2 Stunden Schlaf am Stück einfordere und den Papa bespaßen lasse - nur damit mir der Mini dann (mit seinen 5 Monaten :)) förmlich das T-Shirt wegreißt und wehe ich stehe dann nicht zur Verfügung!
D.h. es funktioniert irgendwie, aber ich bin davon fast noch mehr gestresst als von der Rennerei und dem Pausenmangel in der Schule, weil ich ja schauen muss, dass ich das Baby lange genug ablenke, damit auch mehr kommt als ein paar Tropfen. Ich könnte und würde es weitermachen, aber wenn es außer Pre Alternativen gibt, wäre ich dankbar...

Aber wahrscheinlich werden wir es erstmal mit Avocado und Brei zum pantschen probieren - das ist eine sehr gute Idee...
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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von Kinsale »

Ich habe häufig während des Stillens gepumpt, allerdings mit einer elektrischen Pumpe. Abends auf dem Sofa ging das ganz gut. Ob das mit Handpumpe geht weiß ich leider nicht.

Ich würde aber wohl auch erstmal einen Avocado-Versuch starten.

Hut ab, dass Du es bis hier geschafft hast! (Ich kenne so einige, die im Referendariat zu nichts außer Schule fähig waren…) Hoffentlich findet ihr eine Lösung, die Dir etwas Zeit zum verschnaufen bringt.
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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von lunovis »

Das Pumpen parallel zum Stillen wollte ich auch vorschlagen...
Hat hier für viel Entlastung gesorgt und war noch dazu deutlich ergiebiger als Pumpen anstatt Stillen.

Vielleicht kommst Du ja sogar an eine elektrische Pumpe, falls das mit der Handpumpe nicht gut gehen sollte? Meine Frauenärztin war mit den Pumprezepten sehr freigiebig...

Alles Gute!
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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von jusl »

Hallo Weltenbummlerin,

ich geh mal der Reihe nach:
1. Wir wollten eigentlich bis Ende des 6.Monats warten. Vor allem meinem Mann ist das wichtig. Ich bin der Meinung, der Sohn bestimmt, was er wann will.
Da es um den Beikoststart Deines Sohnes geht und nicht um den Deines Mannes, stimme ich Dir komplett zu. Als erstes bestimmt Dein Sohn, als zweites Du (weil Du bislang ja komplett verantwortlich bist die Ernährung Deines Babys!..).
Reichen solche Kaubewegungen für die Beikostreife aus?
Ja.
2. Wäre das schon Anstattkost
Klaro, er bekäme den Brei ja anstatt Muttermilch, wenn Du nicht da bist. Also Anstattkost. ;-)
und würde die Gefahr bergen, dass er an den anderen Tagen nicht genug bekommt bzw. die Milchproduktion wieder ankurbeln müsste?
Nein, bei nur zwei Mahlzeiten pro Woche sehe ich diese Gefahr definitiv nicht. Selbst eine Mahlzeit pro Tag würde ganz sicher kein Milchmengenproblem auslösen.
3. Sollten wir hochkalorische Kost wie hier im Forum beschrieben probieren?
Das ist auf jeden Fall ratsam, wenn Dein Baby von der Beikost auch satt werden soll (was ja der Sinn und Zweck ist, richtig?). Außerdem ist die in diesem Forum beschriebene hochkalorische Beikost sehr gut verdaulich, geschmacklich mild und lecker, und daher sowieso bestens für den Start geeignet.
4. Ich würde ihm am nächsten Wochenende, wenn ich die nächste Lehrprobe überlebt habe, einfach mal Brei und Fingerfood hinstellen und schauen, was er mit seinen Fingern daraus macht.. oder sollen wir ihn doch besser klassisch zu füttern versuchen, wenn wir diese 2 Mahlzeiten ersetzen wollten - sollte es überhaupt ratsam sein?
Wie gesagt, wenn Dein Baby davon SATT werden soll, dann wäre es wohl fair, ihm Speisen anzubieten, mit denen er technisch auch gut klarkommt. Brei füttern scheint mir da deutlich sinnvoller als es ihm nur "hinzustellen". Fingerfood ist sicher lustig, aber ganze Mahlzeiten bekommt ein 5 Monate altes Babys für gewöhnlich auf diese Weise nicht hin.
ich bin so erschöpft, dass mir die Hälfte der Fragen bestimmt morgen dumm vorkommt, aber nach unserem Stillstart würde ich meinem Sohn (und mir!) gerne einen stressfreien Beikoststart ermöglichen.
Quatsch, Deine Fragen sind doch völlig angemessen - und Deinen Ansatz, Dir und Deinem Baby den Beikoststart so stressfrei und effizient wie möglich zu gestalten, kann ich nur unterstützen. ;-)

LG
Julia
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Re: Ampumpen reduzieren durch (hochkalorische?) Beikost

Beitrag von Weltenbummlerin »

Vielen Dank für alle Antworten, natürlich besonders für die Expertise, Julia.

Als ich heute wegen Zugproblemen eine halbe Stunde später als geplant heimkam, hatte der Mini gerade eine viertel Orange gemampft... so viel zum warten bis zum 6. Monat. Mein Mann hatte sie sich geschält und auseinandergetan und das Baby hat sie sich schneller reingestopft als mein Mann reagieren konnte. Tja... da hat sich wohl jemand mit seinem Willen durchgesetzt ;). Nicht gerade hochkalorisch, aber er hat dann ja ausgiebigst gestillt und es schien ihm keine Probleme zu bereiten. Trotzdem wäre Brei mit Fett wohl eine bessere Alternative und wir werden das Projekt am Wochenende mal angehen. Ich werde trotzdem noch weiterpumpen erstmal, aber es wäre schon gut, einen Backup zu haben und irgendwann verzichten zu können.

Eine elektrische Pumpe habe ich übrigens zu Hause.. meine Brustanatomie oder/und Ungeschicklichkeit machen nur sowohl beidseitiges Abpumpen als auch erst recht abpumpen mit Zappel-Strampel-Tret-Grapsch-Hau-Zieh-Stillbaby zu einem recht ineffizienten und stressigen Abenteuer. Mein Baby ist toll, aber ich hätte gerne einen dritten Arm mindestens während des stillens ;).
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