Hallo und herzlich willkommen hier.
Zunächst mal: Ja, es ist eine ziemliche Herausforderung, einem 4 Monate alten Baby zu helfen, den Weg zurück zur Brust zu finden. Berücksichtigt werden muss dabei ja auch immer, dass es URSACHEN gab, wieso das Stillen bis dahin nicht oder nicht gut geklappt hat. Also man muss dann schauen, ob diese Ursachen jetzt eigentlich behoben sind oder nicht. Mit 4 Monaten kann bei einigen Babys das Saugbedürfnis auch schon zurückgehen, d.h. möglicherweise werden über den Tag die Gelegenheiten zahlenmäßig etwas knapp, das Stillen zu üben. Wie oft in 24 Stunden wird Dein Baby für gewöhnlich gefüttert? Nutzt Ihr einen Schnuller?
Ich pumpe vier- bis fünfmal am Tag ab und reiche ihm die Muttermilch per Flasche.
Wie viel Milch pumpst Du auf diese Weise denn ungefähr in 24 Stunden ab?
Die Versuche mit dem BES waren zum Teil sehr frustrierend. Er hat vormittags nach wildem Herumschreien beim ersten Versuch aus der linken Seite getrunken, ich war so glücklich ... Beim zweiten Versuch sträubte er sich wieder weinend. Da habe ich es abgebrochen. Dann heute Abend wieder Theater. Links hat er dann schön getrunken, hat sich selbst nach einer Weile abgedockt, ich lobte ihn, er strahlte mich an. Danach hatte er noch Hunger, ich habe versucht, rechts anzulegen. Nichts zu machen. Totales Geschrei und Weggedrehe.

Das ist wenig verwunderlich - der Schritt, direkt von der Flasche auf Brust umzusteigen, war für Dein Baby vermutlich zu groß. Babys haben in dem Alter schon ihre Gewohnheiten entwickelt, d.h. eine sanfte, kleinschrittige Umgewöhnung funktioniert meist besser.
Wie ziehe ich die Gewöhnung an die Brust durch, ohne ihn zu quälen?
Mit einem kleinschrittigen Lernprogramm, in dem Dein Baby bestimmt, wie lange es für einen Lernschritt braucht, ehe der nächste folgt.
Ich habe sehr gute Erfahrung mit einem klassischen Programm gemacht, das schon seit vielen Jahren in der Stillberatung eingesetzt wird. Hierbei wird das Baby schrittweise von der Flasche zurück an die Brust gewöhnt. Schau doch mal in unsere
Linksammlung Stillwissen, bei den Stichpunkten "Verringerung der Zufüttermengen, zurück zum Vollstillen", "Saugverwirrung" und "Relaktation". Dort findest Du ausführliche Info, wie dieses Programm aussieht und wie es in der Praxis umgesetzt werden kann. Es funktioniert mit kleinen Lernschritten, die im Wesentlichen so aussehen:
1. ein oder zwei Saugerwechsel, damit sich das Baby an ein neues Mundgefühl gewöhnt (welche Saugermarke ist praktisch wurscht)
2. Flaschefüttern in Stillposition
3. Nutzen des Flaschensaugers als Brusthütchen
4. Wechsel auf ein richtiges Brusthütchen
5. Abgewöhnung des Brusthütchens.
Die Schritte 3. - 5. werden mit dem Brusternährungsset begleitet, das das Zufüttern WÄHREND des Stillens erlaubt.
Es gibt keine zeitlichen Vorgaben, wie lange jeder dieser Lernschritte dauert - das können 2 Stunden oder 2 Wochen sein. Man richtet sich da komplett nach dem Tempo des Kindes. Die Lernschritte sind nicht festzementiert, manchmal wählt man einen leicht veränderten Ablauf; das hängt von der individuellen Sitation ab, d.h. vor allem mit der Frage, womit das Baby die größten Schwierigkeiten hat.
Hier gibt es eine empfehlenswerte, kostengünstige Broschüre mit dem Titel "Umgewöhnung von der Flasche zur Brust", in der diese Schritte bebildert beschrieben werden.
Vielleicht magst Du ein bisschen in der Linksammung Stillwissen stöbern? Und dann überlegen wir gemeinsam, wie eine geeignete Rückgewöhnung bei Euch aussehen könnte?
Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne
LG
Julia