Beikosteinführung - Süssmaul ?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Sandorinchen
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Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Sandorinchen »

Hallo,
mein Sohn ist genau 6 Monate und ich hatte vor 1 Monat mit Brei angefangen. Ich stille.
Habe einen TrippTrapp mit Neugeboreneneinsatz.
Zunächst hat er auch ganz gut gegessen, halbes Gläschen Gemüse, dann Gemüse/Kartoffel, danach etwas Birnenmus.
Dann wurde es plötzlich schlechter und nur noch Birne, dann ging gar nix mehr. Hatte dann mal eine Woche Pause gemacht und wieder angefangen.
Hab ihn gemäß Buchtip erst selbst mit dem Löffel probieren lassen, dann das Prinzip wartender Löffel, also dass er selbst mit dem Kopf kommt, angewandt, ging auch gut mit Gemüse/Suesskartoffel. Dann hab ich anderes ausprobiert und wollt jetzt mal mit Fleisch dabei, ging gar nicht, heul.
Jetzt geht wieder gar nix heute und aus Neugierde hab ich mal das Birnenglas aufgemacht und siehe da, das halbe Glas war ganz schnell weg.
Hm, aber ich kann ihm doch nicht erst nur Suesses geben ? Sollte doch mit Gemüese anfangen ? Nur Birne macht ja auch nicht grad satt...
Da er noch nicht sitzen kann, ist ja BLW auch noch nix.
Gibt es Ideen für ein potentielles Suessmaul ?
Ich weiß auch nicht, ob er dann viell. den Abend-/Mittagsbrei lieber mögen würde, aber damit soll man ja nicht anfangen ?
jusl
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von jusl »

Hallo Sandorinchen,

Deine Vorstellungen von einer "guten" Beikosteinführung scheinen noch sehr von altmodischen Mahlzeitenplänen geprägt zu sein, also von dieser "erst Mittags Möhrchen, dann Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, später nach einer Woche Milchbrei usw."-Nummer, die in Deutschland so ausgesprochen beliebt ist. ;-)

Kein Mensch braucht Gemüse - Babys schon gar nicht. Mit Obst, Getreide und weiteren tierischen Lebensmitteln ist man ernährungstechnisch ALLERBESTENS versorgt. Frische Produkte sind Konservenkost (= Gläschen) dabei eindeutig vorzuziehen. Wenn Du das nächste Mal eine Birne isst, kannst Du Deinem Baby einfach was davon in die Hand drücken - Beikostreife vorausgesetzt, und das passt auch gut zu dem hier:
Zunächst hat er auch ganz gut gegessen, halbes Gläschen Gemüse, dann Gemüse/Kartoffel, danach etwas Birnenmus.
Dann wurde es plötzlich schlechter und nur noch Birne, dann ging gar nix mehr.
Das ist ganz typisches Verhalten für Babys, die "in echt" noch überhaupt keinen Bedarf für zusätzliche Nahrung haben. Am Anfang ist das Breiessen neu, lustig und spannend, deshalb klappt's ganz gut. Nach einer Weile ist es aber nicht mehr neu und spannend. Babys, die mit Muttermilch noch bestens versorgt sind, essen dann eben nix mehr und beginnen später von ganz allein - wenn sie nämlich auch echten Bedarf für Beikost zusätzlich zum Stillen haben. Ein Baby, das zusätzliche feste Nahrung braucht, WILL essen, nimmt sich was, beißt ab, kaut, schluckt und nimmt sich noch mehr.
Vielleicht magst Du so lange einfach noch abwarten?
Weitere Info findest Du auch in unserer Grundinfo Beikosteinführung.

LG
Julia
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Marlio
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Re: AW: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Marlio »

Gibt es eine ungefähre Altersgrenze dafür? Meiner ist zwar schon 13 Monate, verhält sich aber (immer noch) so wie das Baby der TE, außerdem spielt am Tisch mehr mit dem Essen als das was im Magen landet... Außer eben Obst. Deswegen mach ich mir die selben Gedanken. Wenn Deine Info auf uns auch noch zu trifft, wäre das eine echte Erleichterung für mich.

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Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
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jusl
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von jusl »

:lol: Mein Opa ist 92 - und isst nur Obst, kein Gemüse (und der ist kerngesund; ein Segen in dem Alter). Also für mindestens 92 Jahre scheint man mit dieser Taktik offenbar sehr gut zu fahren. ;-)

Nee, im Ernst: Obst ist wertvoller als Gemüse. Mehr Vitamine, mehr Fruchtzucker (wichtig für die Eisenaufnahme!), schmeckt besser (isst man also freiwillig mehr davon)... Von den kulinarischen Vorzügen vergleichsweise bitteren Gemüses kann man sich später immer noch überzeugen lassen (sein wir ehrlich: das leckere am Rosenkohl ist der Speck, der mit angebraten wurde, oder?.. ;-)) - bis dahin ist ein Kind mit reichlich frischem Obst bestens ernährt.

LG
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Sandorinchen
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Sandorinchen »

Ich hab den Text zur Einführung gelesen.
Erlaubt ist alles....
Aber wie wuerdet ihr denn dann jetzt weitermachen?
Soll ich mich erstmal durchs Gemuese durchprobieren oder mal einen Getreide
Brei probieren?
Wuerdet ihr ihm solang er noch im newborn Einsatz sitzt, selbst was in die Hand geben?
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von noli1313 »

Wir haben auch nach Schema 0815 angefangen und es ist genau das gleiche wie bei dir. Allerdings will er unbedingt essen, d.h. er isst mein Essen mit den Augen mit und greift auch danach. Gefüttert werden mit Brei mag er nicht mehr so unbedingt, da gehen nur ein, zwei Löffel, dann will er selber, also er greift dann nach dem Löffel und dreht sonst den Kopf weg.

Auf meinem Schoß sitzen tut er dabei schon immer, also er sitzt dann aufrecht, was mir wichtig ist wegen Verschlucken und so. Geht das bei euch auch? Wegen dem Neugeboreneneinsatz meine ich.

Wir machen nun eine Mischung aus Fingerfood, was er selber vom Teller nimmt und Brei, mit welchem wir ihn füttern. Das klappt eigentlich ganz gut. Wobei er eindeutig das Fingerfood favorisiert und ich oft schon gar kein Brei mehr mache...

Lg
Liebe Grüße von

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Re: AW: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Jol »

Ich würde weiter Birne geben, wenn er das mag. Oder mal Apfel oder etwas Bananen mit dazu. Wären jetzt die Klassiker

Bei uns wurde nur Traube gelutscht in dem Alter. Ich hatte spasseshalber mal Möhren gedünstet und püriert. Das durfte ich selbst essen. Und etwas später (8 oder neun Monate) kam Butter pur dazu :-o Dann Nudeln und Kartoffeln. Das eine gelutscht und das andere zerdrückt. Also vogelwild das ganze.

Jetzt - ein Jahr später - mag sie auch Gemüse in jeder Form. Dafür weniger Obst, ausser Bananen. Das mit der Butter hat auch nachgelassen...

Was ich damit sagen will: ich denke, so lang du stillst, brauchst du kaum Angst vor zu einseitiger Ernährung haben. Dein Kind holt sich schon alles über die MuMi. Der Rest ist aus seiner Sicht erst mal herumexperimentieren, was es noch so gibt.

Probier halt immer mal wieder aus, was dir für ihn lecker erscheint. Wenn er's mag, dann ist's schön, wenn nicht, dann nicht. Dann eben später.

LG
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Sakura »

Sandorinchen hat geschrieben:Aber wie wuerdet ihr denn dann jetzt weitermachen?
Die Frage ist, was Du erreichen willst. Wenn Dich Stillen nicht stört, dann geh doch erst mal wieder zum Stillen über. Es kommt von ganz allein der Tag, wo er Dir Dein Salami-Brötchen klaut ;-) . Wenn Du ihm Spaß am Essen zeigen möchtest, dann kannst Du ihm geeignete Sachen in die Hand geben, aber dafür sollte er in einer möglichst aufrechten Position sein (gut gestützt auf dem Schoß oder gut abgestützt im Hochstuhl zb.).

Wenn Du weniger stillen möchtest, dann kannst Du bei Weiterstillen alles füttern, was er mag, aber beim Füttern sollte man sehr genau die Sattsignale des Babys respektieren, um nicht direkt das natürliche Hunger/Satt-Gefühl zu zerstören. Bei dieser Strategie kann es passieren, dass Dein Kind trotzdem nichts oder nur sehr wenig isst, weil er es noch nicht braucht/möchte. Die meisten Kinder WOLLEN um den 6. Lebensmonat herum essen, aber es gibt durchaus Kinder, die damit erst sehr viel später anfangen.

Wuerdet ihr ihm solang er noch im newborn Einsatz sitzt, selbst was in die Hand geben?
Solange das Kind nicht in einer überwiegend aufrechten Position ist (hier war es ziemlich aufrecht in der Babywippe), würde ich dem Kind keine festen Sachen geben. Babys haben einen sehr ausgeprägten Würgereflex, der sie davor bewahrt, Brocken in die falsche Kehle zu bekommen und daran zu ersticken. Das funktioniert aber nur, wenn sie so aufrecht sitzen, dass sie das ganze auch problemlos rauswürgen/raushusten können. Der Newborn-Einsatz des TrippTrapp erscheint mir persönlich dafür nicht aufrecht genug.
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Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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Re: AW: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Kloentje »

Hallo,
das ist etwas OT, weil ich leider fachlich nicht viel beitragen kann, aber das:
jusl hat geschrieben: Kein Mensch braucht Gemüse
... hat mich doch sehr überrascht. Hast du dazu mehr Infos / Quellen? Ich würde mir dazu gern was anlesen.

Und zur TE: Kein Druck! Mein Kind fängt jetzt mit 2,5 an, wirklich richtig mitzuessen. Vorher war es viel Spiel, Stillen & essen in Snackform (mal ein Apfelschnitz oder ein paar Erdnüsse).

LG Kloentje
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Re: Beikosteinführung - Süssmaul ?

Beitrag von Sabina »

Also, solange nur am Apfelschnitz, Fenchelstück etc. gelutscht wurde, durfte meine Kleine das sehr wohl im Newborn Set von Stokke. Damit war sie lange zufrieden und ohne Zähne hat sie bis sie im normalen Tripp Trapp sitzen konnte bei Fenchel & Co. keine Stücke weggekriegt. Es ist erst wenige Monate her aber ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich ihr auch Brotrinde oder so egeben habe...

Jusl, Rosenkohl ist ekelhaft. Da spielt es keine Rolle ob mit oder ohne Speck...;-)
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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