Wie tief in die Diskussion gehen?

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Lösche Benutzer 14297

Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Lösche Benutzer 14297 »

Guten Abend!

Es gibt da etwas, was mir nicht aus dem Kopf geht. Ich hatte heute Kontakt mit einem Kiga Papa. Patchwork Family. 3 eigene, 2 "mitgebrachte" Kida im Alter von etwa 0,5 bis 7 Jahren. Ich mag ihn nicht. Seine Art geht mir überhaupt nicht rein. Soll's ja geben. Jetzt kam es heute zu der Situation, dass er mir und zwei anderen Mamas von seiner familiären Situation berichtet hat. Ich will gar nicht zuviel ins Detail gehen, nur soviel, dass die Kinder schon sehr viel erlebt haben. Gerade der Große macht wohl enorme Probleme. Wird jetzt auf Drängen der Schule auf ADS getestet und und und.

Ich bin "Fan" von Juul und Hüther. Habe mich mit unterschiedlichen Themen befasst und "bekehre" ganz gern mal. Wir hatten es dann über das Schulsystem und ich hab meine Meinung dazu gesagt und das ich es wichtig finde, dass Kind nicht aus den Augen zu verlieren bei all dem was die Schule verlangt. Naja, dann hat er mir von den "Konsequenzen" erzählt, die das negative Verhalten der Kinder hat. Waren aber Strafen... Hier war dann der Punkt wo ich nicht tiefer in die Diskussion gegangen bin.

Ich weiß eigentlich gar nicht wo ich drauf hinaus will... Ist wohl mein Helfersyndrom. Mir tun irgendwie die Kinder leid und ich habe das Gefühl, dass die Eltern es "falsch" angehen. Aber eigentlich habe ich ja in keinsterweise das Recht darüber zu urteilen.

Ich hatte das Gefühl ich nerve ihn und er will davon nichts hören. Literaturvorschläge hat er nicht wirklich wahrgenommen.

Oh man. Ich ärgere mich eigentlich nur über mich selbst, dass ich das so nah an mich ranlasse und mir die Kinder leid tun... Ich weiß ja nicht ob ich es besser machen würde.

Wie geht ihr denn mit so Situationen um. Ihr denkt die Eltern gehen es "falsch" an und mit Euren Aussage werdet ihr nur belächelt.

Die anderen Mamas meinten dann auch, dass Grenzen und "Konsequenzen" sooo wichtig wären. Da hab ich dann nur kurz gesagt, dass der Junge einen Rahmen braucht.

Mein Mann würde jetzt sagen, dass die Kinder auch groß werden... Hat er ja recht mit, aber mich beschäftigt es trotzdem...


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Mo *08/2010
sutnahpele
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Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von sutnahpele »

Selbstfindung hat geschrieben:Wie geht ihr denn mit so Situationen um. Ihr denkt die Eltern gehen es "falsch" an und mit Euren Aussage werdet ihr nur belächelt.
Naja, DU bist der Meinung, sie würden es falsch angehen :wink: Du hast deine Erziehungsansichten, sie haben ihre. Deine Ansichten sind anders, aber ich sehe ehrlich gesagt nicht, wie du zu der Einschätzung kommst, dass deine Ansichten richtig sind und die der anderen falsch.
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Johana
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Re: AW: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Johana »

"Bekehren" und ungebetene Ratschläge erteilen finde ich SCHLIMM! Wie du selbst sagst, es ist überhaupt nicht dein Recht.
Und dass du besser weißt was für ein fremdes Kind besser ist, wage ich doch sehr zu bezweifeln.
Sorry, aber ich finde deine Haltung quasi unerträglich.
Mag daran liegen dass eines meiner Kinder ADS hat.
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Johana
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Re: AW: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Johana »

Gerade nochmal deinen Text gelesen.
Unfassbar.
Du hast Recht und andere Eltern machen was falsch....
Weißt du, es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Selbstreflexion schadet manchmal nicht...
Lösche Benutzer 14297

Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Lösche Benutzer 14297 »

Ok. Dann hab ich mich wohl falsch ausgedrückt. Es ist doch genau das was mir zu schaffen macht... Dass ich diese "helfergedanken" nicht weg bekomme...

Ich finde eure Antworten sehr unpassend. Schade, dass so reagiert wird, wenn man ein Problem das man hat schildert.

Fakt ist, dass es den Kindern nicht gut geht. Das sagt der Vater ja selbst. Ich habe auch keine ungebetenen Ratschläge gegeben, sondern meine Sicht der Dinge geschildert. Ich habe mich mit einem Thema befasst und die Eltern nicht. Man kommt ins Gespräch und unterhält sich. Wie sehr gehe ich ins Detail? Was behalte ich von meinem Wissen für mich? Wo Istrien Grenze? Ich finde ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage: das und das Buch finde ich zu dem Thema sehr interessant und kann ich dir empfehlen. Wenn es zB um das Thema Konsequenzen geht und nur Strafen aufgezählt werden - halte ich mich zurück oder kann ich durchaus die Begriffe definieren?

Diese Fragen beschäftigen mich.
Sehr ihr das anders?


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Lösche Benutzer 14297

Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Lösche Benutzer 14297 »

Achso. Grundsätzlich kann jeder mit seinen Kindern so umgehen wie er es für richtig hält. Ich würde nie!!!! aus einer normalen Situation heraus auf die Idee kommen, meine vermeintlich bessere Sicht "aufzudrängen". Aber die Situation war anders. Er hat Probleme geschildert und gesagt, dass er nicht weiterkommt. Wie weit gehe ich da dann?


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Mo *08/2010
Lösche Benutzer 14297

Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Lösche Benutzer 14297 »

sutnahpele hat geschrieben:
Selbstfindung hat geschrieben:Wie geht ihr denn mit so Situationen um. Ihr denkt die Eltern gehen es "falsch" an und mit Euren Aussage werdet ihr nur belächelt.
Naja, DU bist der Meinung, sie würden es falsch angehen :wink: Du hast deine Erziehungsansichten, sie haben ihre. Deine Ansichten sind anders, aber ich sehe ehrlich gesagt nicht, wie du zu der Einschätzung kommst, dass deine Ansichten richtig sind und die der anderen falsch.


Naja, auf Grund seiner Aussagen. Das Kind macht Probleme und sie kommen nicht mit ihm klar. Dann folgen Strafen, Nichtbeachtung etc.

Er sagt ja selbst die kommen nicht weiter. Also muss dich irgendwas falsch sein, oder? Er hat uns ja auch quasi gefragt und dann aber belächelt....


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Mo *08/2010
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Johana
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Re: AW: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Johana »

Literaturempfehlungen SIND ungebetene Ratschläge!
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kaehde
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Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von kaehde »

Hallo,
ich finde es in solchen Situationen wichtig zu schauen, um was es dem gegenüber denn jetzt genau geht.
Will er nur sein Herz ausschütten (vollkommen ok!) oder geht es ihm um konkrete Hilfe bzw. Fragen.
Für mich klingt es so, als ob er nur sein Herz ausschütten wollte, mal loswerden, was für Probleme da sind.
Und dann höre ich einfach zu. Und nehme wahr, wie es dem Papa geht, auch wie es dem Kind geht, aber das weiß er ja. Er weiß ja, dass es dem großen gerade nicht gut geht... Vorrangig gebe ich also ihm Rückmeldung.

Wenn ich das Gefühl habe, der andere sucht schon konkrete Hilfe, fragt mich um Rat, dann Sage ich mehr in diese Richtung. Aber: ich bleibe immer bei mir. Wie würde ich in der Situation evtl. Handeln, was habe ich in ähnlichen Situationen gemacht. Und dann formuliere ich das auch. "Ich würde vielleicht versuchen...."

Aber, das ist, wie Du ja auch an den Antworten gesehen hast, ein schmaler Grat.

In dem Fall, den Du hier beschrieben hast, würde ich dem Papa rückmelden, dass es sicher gerade anstrengend und belastend ist. Er macht sich ja sorgen um das Kind!

Viele Grüße,
Katja


Kurz und knapp vom Handy aus
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
und Rebecca (02/08 )

Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
Lösche Benutzer 13838

Re: Wie tief in die Diskussion gehen?

Beitrag von Lösche Benutzer 13838 »

Ich kenn das Gefühl!

Da der Mann ja von den Problemen erzählt hat finde ich es total ok, wenn man einen Buchtipp gibt!
Wenn er es annimmt ok, wenn nicht, dann nicht. Es ist ja nicht gesagt, dass die Bücher ihm zusagen oder bei seinen Problemen helfen und ihm nutzen, so wie sie dir nutzen.
Für mich ist schon ein Unterschied, ob mam sagt "ja kein Wunder bei deinem Lebenswandel! Ich kann eich genau sagen was ihr zu tu habt," oder "du, ich hab da mal was geöesen, vielleicht hilft euch das".
Und da er es selber amgespriochen hat... Wieder anders wäre es, wenn du es ihm einfach aufgrund deiner Beobachtungen gesagt hättest.
Es ist schon heikel mit den Ratschlägen. Aber wie gesagt, es kommt auch auf das "wie" des "Tippgebers" an...
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