Attachment Parenting 2+

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Mamarie
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Attachment Parenting 2+

Beitrag von Mamarie »

Hallo,

das Buch "In Liebe wachsen" hat mir sehr oft geholfen meinem Gefühl zu folgen und zu vertrauen, für mich war/ist es der richtige Weg. Auch jetzt merke ich sofort, wenn ich einen schlechten Kontakt zu meinen Kindern habe. Allerdings finde ich es im Alltag oft schwierig, vor allem jetzt wo meine Mäuse etwas älter sind, den Mittelweg zu finden zwischen seeeehr viel Geduld und selbst zufrieden sein. Wenn ich nämlich sehr viel auf die beiden eingehe werde ich irgendwann genervt und unzufrieden, weil ich zu nichts anderem mehr komme und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Wenn ich aber zu klare Vorstellungen habe, wie etwas sein soll, dann funktioniert das auch nicht... Und dann sind da ja auch noch Wutanfälle, Streitereien, und viele Kleinigkeiten, auf die man vielleicht nicht immer eingehen muss.
Für mich liegt das Ideal irgendwo dazwischen. Aber es interessiert mich, was ihr bei etwa Zweijährigen so als Attechment Parenting einordnen würdet, oder welche Punkte für euch am Wichtigsten sind?
Für mich ist es:
- Geduldig undeinfühlsam sein, gerade wenn die Kinder am "anstrengendsten" sind
- dass sie nicht in eine Krippe müssen
- sie abends liebevoll in den Schlaf zu begleiten/ Familienbett
- die Kinder viel miteinbeziehen (entscheiden, helfen, Dinge selbst tun dürfen und Ausprobieren)

So, jetzt bin ich gespannt wie das bei euch so ist :-)
Marie (12/82), mit den beiden Mäusen Jana und Ida (04/11)
sternenweib
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von sternenweib »

- eine große, möglichst stabile gemischtaltrige kindergruppe in einem möglichst natürlichen raum zur verfügung zu stellen
- so viel wie geht "selber" machen lassen
- verantwortung für die gemeinschaft/mithilfe zulassen
"nicht in die krippe" halte ich nicht unbedingt für ap. gerade in unsererr gesellschaftt kann das die bessere alternative zu der üblichen relativ starken isolation sein.
die Große 03/2002 die Kleine 02/2012 getragene, gestillte, zuhause entbundene, bei mir schlafende Familientischesserin
“There's no way to be a perfect mother and a million ways to be a good one.”
sternenweib
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von sternenweib »

nachtrag: hast du renz-polster gelesen? ich finde, dass der recht gute sachen für das alter äußert.
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Mamarie
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von Mamarie »

mit nicht in eine Krippe müssen meinte ich, dass ich es nicht gut finde ein Kind zu früh wegzugeben z.B. gleich mit einem Jahr. Ich möchte das nicht verurteilen, hatte nur selbst das Gefühl, dass es für meine Kinder nicht gut gewesen wäre, da sie gar nicht von mir weg wollten...
Aber was ist denn mit üblicher Isolation gemeint?
Marie (12/82), mit den beiden Mäusen Jana und Ida (04/11)
Mamarie
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von Mamarie »

nein habe ich nicht gelesen...
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sternenweib
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von sternenweib »

zwischen einem jahr und zwei jahren ist ja ein recht großer unterschied. mit "isolation" meine ich, dass ich davon überzeugt bin, dass es natürlich ist, rund um die uhr mit anderen menschen sämtlicher altersstufen zu tun zu haben - halt dieses klassische stammesleben. das ist heutzutage recht selten der fall, meistens verbringen kinder einen großteil des tages mit der mutter oder der kernfamilie alleine. aber gerade die erfahrungen mit anderen, besonders mit ungefähr gleichalten kindern, halte ich für sehr wichtig.
wenn du in einer kommune mit 10 anderen kindern wohnst ist das höchstwahrscheinlich besser als jede krippe - aber wer tut das schon. und daher halt ich die krippe ab einem gewissen alter für einen recht guten kompromiss.
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Kleine
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von Kleine »

- ihnen die Möglichkeit zu geben, Sozialverhalten zu lernen im Kontakt mit anderen Kindern und auch Erwachsenen (pauschal keine Krippe/TaMu sehe ich kritisch, mein Sohn ist arbeitsbedingt bei einer TaMu mit zwei anderen Kindern und er geht sehr, sehr gerne dort hin. Zu sagen "keine Krippe/TaMu" ist attachment parenting erzeugt in mir das Gefühl, eine Mutter "zweiter Klasse" zu sein, vor allem, weil ich nicht arbeiten muss sondern will. Man muss halt suchen, um die richtige Betreuung zu finden. Allerdings hole ich meinen Sohn nach dem Mittagsschlag ab, ich arbeite nur halbtags, so haben wir noch den ganzen Nachmittag zusammen. Für uns perfekt, aber das Gefühl bei so einer Aussage bleibt trotzdem)

- sie als gleichberechtigtes Familienmitglied zu sehen, dass auch Bedürfnisse und Wünsche hat, die mit berücksichtigt sein wollen

- ihnen zu zeigen, dass auch ich Bedürfnisse habe, die manchmal Vorrang haben und sie dann auch mal ihre für kurze Zeit hinten anstellen müssen bzw. auch ich Grenzen habe, die es einzuhalten gilt (Stichwort Hauen, treten, Haare ziehen beissen, Sachen durch die Gegend werfen, etc.)

- alleine ausprobieren lassen, was geht und was nicht geht und auch mal was schief gehen lassen, denn ich glaube, dass Kinder auch lernen müssen, Frust auszuhalten (zB ein volles Glas Wasser durch dir Gegend tragen, was logischerweise überschwappt oder wenn ein schwieriges Puzzle nicht alleine geschafft werden kann)

- die eigenen Grenzen der körperlichen Fähigkeiten kennen lernen lassen, soweit halbwegs ungefährlich. auch wenn mal der eine oder andere blaue Fleck dabei rauskommt

- ihnen zumutbare Verantwortung zu übertragen (zB den Schlüssel für das Laufradschloss selber in der Tasche zu transportieren oder sich das Gute-Nacht-Buch selber auszusuchen)

- sie mithelfen lassen, wo immer es möglich ist, sofern sie wollen. Natürlich geht dann vieles langsamer oder es geht auch mal was kaputt, aber sie sind so stolz, wenn sie mitmachen dürfen. Als mein Sohn neulich das Sofa abgesaugt hat, hat er eine Socke eingesaugt, die mein Mann wohl unter einem der Kissen übersehen hat, da ist die Welt kurzzeitig untergegangen (trotz Sockenrettung), aber er schaut seitdem wirklich sehr genau wo er saugt und was vielleicht im Sauger verschwinden könnte...

- ihre "Trotzanfälle" ruhig begleiten und sie in den Arm nehmen, wenn sie es wünschen, auch wenn das auf noch mehr Unverständnis stößt wie ein auf dem Boden tobendes Kleinkind

- ihnen zu zeigen, dass man sie bedingungslos liebt, auch wenn man sich gerade gestritten hat oder sie UNfug angestellt haben und man mächtig sauer ist. Hinterher wird sich wieder vertragen, Konflikte bleiben nicht offen stehen, schon gar nicht, wenn man sich räumlich trennt (zB arbeiten geht) oder das Kind ins Bett geht

- die Konflikte aushalten und nicht einfach abhauen, gemeinsam nach einer Lösung suchen

- meinem Kind zeigen, dass ich unsere gemeinsame Zeit in vollen Zügen genieße und es in jeder Situation gerne dabei und um mich herum habe, dass es mich nie stört oder mir im Weg ist

- niemals zu sagen "ich habe dich nicht mehr lieb, wenn Du das oder das tust oder läßt"
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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clermontine
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von clermontine »

"Kleine" hat ziemlich gut auf den Punkt gebracht, was ich auch schreiben wollte.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
Mamarie
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von Mamarie »

@Kleine
Nochmal zum Thema Krippe: Das war jetzt nur in meinem persönlichen Zusammenhang gemeint, also nicht pauschal. Habe es unter ap aufgelistet, weil es für mein Bindungsgefühl eine Rolle gespielt hat...
Deshalb hatte ich extra geschrieben, dass ich das nicht verurteile, denn was nützt es mir, wenn mein Kind zu Hause ist, ich aber vielleich nur genervt bin... Umgekehrt muss man sich ja auch anhören man könne nicht loslassen o.ä.
Ich finde da muss jede Familie ihren Weg finden, so dass es allen gut geht, und das mit der richtigen Betreuung finde ich übrigens auch :-)
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julia1982
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Re: Attachment Parenting 2+

Beitrag von julia1982 »

Mamarie hat geschrieben:Deshalb hatte ich extra geschrieben, dass ich das nicht verurteile, denn was nützt es mir, wenn mein Kind zu Hause ist, ich aber vielleich nur genervt bin... )
Glaube zwar, dass Du das so auch nicht sagen wolltest, aber es sind ja nun nicht alle Kinder in der Krippe, weil man sonst genervt von Ihnen wäre!! Es hört sich aber ein bisschen so an bei Dir. Hoffe, Du nimmst mir meine Ehrlichkeit nicht übel, aber dieser Thread hinterlässt bei mir auch ein mieses Gefühl, das durch Deine neuen Formulierungen irgendwie nicht besser wird.
Julia mit kleiner Raupe (03/13) und Herzenskind (03/16)
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