Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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knoedel
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Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von knoedel »

Liebes Forum, liebe Eltern,

unser Kleiner ist nun 3,5 Wochen alt. Es ist unser 1. Kind.

Er ist kerngesund, wir sind glückliche Eltern und im Prinzip geht es uns echt super, wir stellen uns eigentlich selten die Frage "ob wir alles falsch machen"...
... wenn wir da nicht die alltägliche "Stilldiskussion" hätten.

Klar, es gibt hier bereits über 100.000 Beiträge und google findet zum Stichwort "stillen" über 10 Mio Einträge :D
Trotz intensiver Recherche konnten wir leider keine verlässiche - oder besser gesagt klare Antwort auf unsere Situation finden.
Es gibt Tipps über Tipps, nicht nur im Internet, auch von Famillie, Freundin, Hebammen, usw. usw. aber irgendwie erzählt jeder was anderes :shock:
Ihr kennt das sicher ... Ach ja, für ne Stillberaterin haben wir derzeit keine Nerven, bzw. auch noch Zeit :lol:

Trotzdem, wir (= Papa und Mama) haben es satt zu diskutieren, wie es denn nun richtig sei, und haben entschlossen unseren allerersten Forumseintrag zu schreiben (nicht nur zum Thema Stillen, nein generell im Internet ;-)).
Falls wir hier unterschiedliche, bzw. widersprüchliche Aussagen hören werden, dann werden wir uns nach der Mehrheit richten.

So nun genug blah blah, hier nun die 2 unterschiedliche Meinungen:

Situation
Mama hat genügend Milch.
Der Kleine trinkt extrem schnell und ist nach dem Stillen sehr unruhig, ihn "drückt es" die nächsten 1-2 Stunden.
Auch würgen kommt schon mal vor. Er muss dann einiges wieder ausspucken (manchmal auch schon während dem Stillen) - wir haben leider keinen Vergleich ob die Menge viel oder normal ist. Wie erwähnt, er ist gesund, nimmt gut zu und die Windeln erfüllen ihren Zweck ;)

Meinung 1:
Wenn Mama merkt, dass er genug Milch hat (z.B. wenns ihm bis obenhin steht) am besten abdocken, auch wenn er noch weitertrinken würde.
-> Besser wäre es dann zu versuchen ihn zu beruhigen und eher öfter (kürzere Zeiträume) zu stillen, mit der Hoffnung dass es ihm im Anschluss nicht so drückt.

Meinung 2:
Auch wenn es ihn drückt und er zwischendrin relativ viel wieder ausspuckt, so sollte er dennoch so lange trinken bis er von allein aufhört.
-> Der Kleine regelt von allein seinen Bedarf und das spucken ist in dem Alter völlig normal (..solang er zunimmt).

Wir würden uns sehr über Antworten wie z.B. "ganz klar Meinung 1" oder "es kann nur Meinung 2" sein freuen. :D

Vielen lieben Dank im Voraus!!
knoedel
perla
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von perla »

Hallo. Euer post erinnert mich an unsere erste Zeit. Wir konnten uns immer anhören, dass "jedes Kind ein Bäuerchen machen muss." Wobei er jedes Mal erbrochen hat. Unsere Situation war eurer sehr ähnlich: Mama genug Milch, Kind Schnelltrinker - in den ersten Wochen viel Gespucke, allerdings nicht schwallartig. Als wir draufgekommen sind und ihn nach dem Trinken einfach unbewegt liegen gelassen haben hat sich zweierlei verändert: a) es gab kein Gespucke mehr, b) er war nicht mehr so hektisch beim trinken und hat dadurch weniger Milch geschluckt und deshalb war er friedlicher. Langer Rede kurzer Sinn findet raus was für euer Baby passt - das kann dann auch die Minderheitsmeinung sein ;-)
Mondenkind
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von Mondenkind »

Hallo und herzlich willkommen und herzlichen Glückwunsch zum Baby.

Meinung 2 ist richtig, denn
Der Kleine regelt von allein seinen Bedarf und das spucken ist in dem Alter völlig normal (..solang er zunimmt).
:wink:
Ihr könnt es ihm etwas leichter machen, indem ihr versucht, ihn in Positionen zu stillen, in denen er etwas aufrechter liegt, vielleicht kann er dann ruhiger schlucken. Stichwort "gegen die Schwerkraft stillen". Mit etwas Übung klappt das auch mit so kleinen Kindern schon.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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klimaforscherin
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von klimaforscherin »

Teile der Meinung 1 haben aber auch etwas für sich:
eher öfter (kürzere Zeiträume) zu stillen
Also bei jedem kleinen Anzeichen einfach Stillen.

Hierfür:
Wenn Mama merkt, dass er genug Milch hat (z.B. wenns ihm bis obenhin steht) am besten abdocken, auch wenn er noch weitertrinken würde.
war ich nie aufmerksam genug. Außerdem: ICH bin nicht Inhaberin des Verdauungsapparates meines Kindes und weiss daher nicht, ob es schon genug hatte. Noch weitersaugen-wollen ist doch in den meisten Fällen ein ziemlich sicheres Zeichen, dass ein zu stillendes akutes Saugbedürfnis noch da ist. Warum also verweigern? Da vertraue ich schon meinem Kind.
Und irgendwann ist die Spuckerei vorbei, ganz bestimmt! :D
Bis dahin: Spucktuch und Wechselkleidung nicht vergessen. :mrgreen:
Grüße
klimaforscherin
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EinfachIch
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von EinfachIch »

Huhu Knödel :)
ich würde mich persönlich auch meinung 2 anschließen. zusätzlich dazu, dass die spuckerei sicher bei vielen Babys ganz normal ist sagte die Hebamme zu uns, dass wir stillen nicht nur als füttern sehen sollen, sondern auch als quelle der Wärme fürs Baby, als Beruhigungsmittel mit dem das Kind die spannenden Eindrücke den Tages besser verarbeiten kann, als Bondingzeit, als Ruhe- und Kuschelzeit für die Mutter usw. Er mag vielleicht satt an Milch sein, aber vom Rest hätte er ja vielleicht noch gerne Nachschlag. Mein Sohn hat übrigens irgendwann den Dreh rausgehabt nur zu nuckeln ohne dass viel Milch kommt, dann schläft er ein und irgendwann wird er wieder wacher, verändert sein saugen und trinkt wieder richtig. Vielleicht bilde ichs mir auch ein, aber er scheint mir sehr kompetent im Umgang mit meiner Brust geworden zu sein. :) Aber Lernen braucht wie so oft im Leben Zeit und Gelegenheit, ich würde ihn also einfach mal machen lassen.
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Ajailana
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von Ajailana »

Hallo Knoedel,

ich bin zwar keine Stillberaterin, denke aber Meinung 2 - stillen nach Bedarf - ist richtig. Unserer Kleine trinkt von Anfang an immer superviel in sehr kurzer Zeit und spuckt viel oft schon beim stillen. Mit der Zeit haben sich dann alle daran gewöhnt. Hier ein paar Tips, die es uns etwas einfacher gemacht haben:
- Viele Spucktücher, immer überall welche liegen haben
- immer Wechselsachen dabei haben
- das Baby nach dem stillen direkt auf den Bauch legen (am besten nicht auf den Boden sondern etwas aufrecht auf Mamas oder Papas Brust) dann kommt direkt alles überflüssige wieder raus und drückt nicht mehr
- oder das Baby schläft direkt, dann gar nichts machen - da hat sie meistens nicht gespuckt. Wenn ich mittlerweile nachts im liegen stille, kommt gar nichts mehr


Der Arzt hat mir damals erklärt, dass gesunde Babys nur das ausspucken, was zuviel ist und besonders dann, wenn sie sich viel bewegen oder strampeln. Das macht ja Sinn - wenn ich mich überfressen habe und dann total die Gymnastik und Strampelein vollziehen würde, müsste ich mich auch jedes Mal übergeben :wink:

Außerdem denke ich auch, dass das Spucken insgesamt weniger geworden ist, obwohl sie immer noch so viel so schnell trinkt (oft spritz meine Milch richtig raus). Also ist Geduld haben wahrscheinlich auch ein ganz guter Tip :D
Liebe Grüße und Gottes Segen, Ajailana mit

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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von spacerabbit »

Ich denke, es gibt kein ganz klares Meinung 1 oder Meinung 2, so wie jedes Kind ganz individuell und jeder Tag und jede Situation anders ist. Vertrau Deinem Bauchgefühl, manchmal hab ich von mir aus abgedockt, geht halt in manchen Situationen auch nicht anders, manchmal hab ich Baby lang stillen lassen.
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von EinfachIch »

Klar gibt es auch hier Situationen, in denen ich ihn abdocke weil wir los müssen oder so. aber grundsätzlich denk ich schon, dass man dem baby auch nuckelzeit einräumen sollte, auch wenn man das Gefühl hat es habe schon genug getrunken.
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Nur nebenbei zur Beruhigung. Die Mengen die ein Stillkind so spucken kann sehen zum Teil echt gewaltig aus, aber das liegt nen gut Teil auch daran, dass mit ordentlich Schwung gespuckt wird. Mein einer Sohn hat es öfter geschafft das ganze 1,40 breite Bett zu fluten, wenn er im Beistellbett lag :roll: Wenn man nen Becher mit ähnlichem Schung umkippt merkt man, dass es garnicht soviel Flüssigkeit braucht :oops: und wenn die Windeln voll sind und er gut zunimmt ist alles bestens, außer dass bei uns das Bett öfter nass war. Da hatten wir dann ne Inkontinenzunterlage :lol:.

P.S.: Mit mondenkind hast du übrigens die Fachfrau (Stillberaterin) erwischt :wink:
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Ajailana
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Re: Gibt es für unser "Problem" eine klare Antwort?

Beitrag von Ajailana »

Hallo,
ich habe mir meinen Beitrag gerade nochmal durchgelesen und dabei ist mir aufgefallen, dass der ziemlich "rechthaberisch" wirkt. :oops:
Also um das nochmal klar zu stellen, die Ratschläge von mir haben UNS geholfen ,ich wollte nicht wirken, als wollte ich etwas vorschreiben. Bin doch auch nur eine junge unerfahrene Mama :)

Und ganz vergessen: herzlichen Glückwunsch zum Baby!!! Genießt die Zeit, es gibt nichts schöneres :knutsch
Liebe Grüße und Gottes Segen, Ajailana mit

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