heute wende ich mich mal an euch, liebe Forumsmamas.
Mein Sohn leidet gerade wieder sehr an seinen heftigen Gefühlsausbrüchen. Am schlimmsten ist es (logischerweise), wenn er müde ist, hungrig oder überreizt. Wir mussten ihn deshalb vor einem halben Jahr aus dem Kindergarten nehmen. Da er neue Reize immer sehr schlecht verarbeiten kann, hat er nach dem Kindergartenstart nachts heftige Schreiattacken bekommen. Er ist jede Nacht aufgewacht und hat um die zwei Stunden geschrien. Ich konnte ihn überhaupt nicht beruhigen und die Nachbarn standen ständig vor der Tür mit der Drohung jetzt gleich die Polizei zu rufen. Also haben wir schweren Herzens beschlossen, ihn wieder aus dem Kindergarten rauszunehmen. Das war echt schade, denn er hatte sich ansonsten dort schon sehr gut eingelebt, er hat nie geweint beim abgeben, die Eingewöhnung lief problemlos und er kam auch gut mit den anderen Kindern zurecht. Nachdem er nicht mehr in die Kita ging, waren die Schreiattacken sofort wieder verschwunden.
Nun sind wir vor einigen Wochen umgezogen und er hat jetzt angefangen, laut zu brüllen, wenn er das Gefühl hat, dass man ihm nicht zuhört, ihn nicht versteht oder er müde und gereizt ist. Ich lasse ihn dann meistens einen Moment zur Ruhe kommen und dann geht das meist wieder besser, er beruhigt sich dann auch. Leider haben nicht alle Familienmitglieder Verständnis für ihn und das endet dann oft damit, dass er ewig lang gesagt bekommt, dass man nicht rumschreien darf, dass er sich endlich beruhigen soll usw. und er dann ganz wütend wird und noch lauter schreit und auch um sich schlägt.
Nun wird mir ständig gesagt, er "kenne keine Grenzen". So sehe ich das aber überhaupt nicht, denn er ist ansonsten ein wirklich kooperativer Junge und er hat keine Probleme meine Grenzen zu akzeptieren oder die anderer Menschen. Er ist auch ein eher ruhiger Typ, der nie "Blödsinn" macht und auch sonst überall positiv auffällt. Nunja, es sei denn, er ist in einer vollen Bahn oder einem Einkaufszentrum, da fängt er dann wieder an zu schreien. Er sagt auch ganz klar, dass ihm "hier zu viele Leute sind" und dass er sofort raus will. Manchmal gibt es Tage, da ist er auch von einem eher ruhigen Tagesablauf gereizt.
Nun sagte mir heute meine Familie, ich solle doch mal zum Kinderpsychologen gehen. Hat vielleicht jemand von euch Erfahrung damit? Gibt es Psychologen für fast Vierjährige?
Puh. Also einerseits will ich ihn ja nicht für krank erklären, aber es macht ihm wirklich zu schaffen, wenn er wieder mal nicht weiß, wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll und er bekommt zunehmend Probleme mit seiner Umwelt. Vor allem, da er sehr schlecht mit Veränderungen klarkommt. Als kleines Baby hat er immer erst eine lange Zeit geschrien, wenn er vom Schlafen in den Wachzustand kam.
Ich merke auch, wie ihn das belastet. Er macht das schließlich nicht mit Absicht, aber er kann sich in solchen Momenten nicht kontrollieren und dann kriegt er für seine Hilflosigkeit von Aussenstehenden auch noch Ärger.
Nur wie soll ich ihm da helfen? Habt ihr vielleicht eine Idee?
06/05 und
Erik 08/01 + Cedrik 07/05