Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
- clermontine
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Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Soweit ich weiss, sind hier doch auch einige Damen vom Fach unterwegs und deren Meinung wuerde mich gern interessieren, wobei sich auch alle anderen mit ihren Erfahrungswerten gern einbringen koennen.
Zur Situation, mein Sohn ist nun drei Jahre alt, waechst zweisprachig deutsch/franzoesisch auf und spricht zusammengefasst ca. 30 Woerter, vorwiegend franzoesisch. Bisher handhaben wir es nach dem OPOL Prinzip. (Mutter deutsch/Vater franzoesisch)
Wir waren beim HNO-Arzt und in einem Monat wird noch ein ausfuehrlicher Hoertest gemacht. Allerdings gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafuer, dass er schwer hoert oder nicht versteht.
Heute nun haben wir unseren Sohn einer Logopaedin vorgestellt. Sie hat mich zum bisherigen Gesundsheitsverlaufs unseres Sohnes befragt (nicht Auffaelliges) und danach musste ich fuer die weiteren Tests/Uebungen mit ihm den Raum verlassen, weiss also nicht, wie die folgende Stunde abgelaufen ist.
Beim Gespraech danach hat sie mir mitgeteilt, dass sie auch der Meinung ist, dass unser Sohn problemlos alles versteht, aber sich eben nicht selbst ausdruecken kann. Soweit bekannt.
Mein eigentliches Problem ist Folgendes. Sie hat mich zur Zweisprachigkeit in unserer Familie befragt und fordert nun von mir, dass ich mit meinem Sohn ebenfalls franzoesisch spreche und den Anteil auf Deutschsprachigkeit auf 10-15min pro Tag beschraenke, quasi als "besondere Mutter-Kind-Zeit.
Dieser Vorschlag gefaellt mir ueberhaupt nicht. Deutsch ist meine Mutter-und Herzenssprache. Ich kann nun nach vier Jahren hier in Frankreich mich gut auf franzoesisch verstaendigen, aber da ist immer soviel Denkerei mit dabei und es fuehlt sich fuer mich noch sehr oft nicht natuerlich an, sondern eben nach Lehrbuch konstruiert. Mir ist Sprache sehr wichtig und es fuehlt sich fuer mich richtig falsch an mit meinem Sohn in einer Fremdsprache zu sprechen, in der ich mich selbst noch nicht 100prozentig wohl fuehle. Abgesehen davon ist die deutsche Sprache natuerlich auch ein wichtiger kultureller Bestandteil.
Auf meine Argumente ist die Logopaedin nicht weiter eingegangen. Sie findet mein franzoesisch gut (allerdings finden die Franzosen -entschuldigt, etwas pauschal- jeden gut, der halbwegs eine fremde Sprache sprechen kann)
Ihrer Meinung nach lebt unser Sohn eben in Frankreich und da wird franzoesisch gesprochen und deshalb muesste ich da mitziehen.
Ich bin aber die einzige die hier mit ihm deutsch spricht, Familiensprache ist mittlerweile franzoesisch, er geht vormittags in die Schule, so dass ich irgendwie nicht so richtig glauben kann, dass darin das Problem der Sprachverzoegerung liegen soll.
Trotzdem stellt sich mir nun natuerlich die Frage, ob es fuer ihn nicht doch ein Problem sein koennte und es ihn durcheinander bringt.
Bisher hatte ich eigentlich immer nur gelesen und gehoert, dass Zweisprachigkeit im Normalfall kein Problem ist.
Ueber eure Einschaetzungen und Meinungen waere ich sehr dankbar.
Zur Situation, mein Sohn ist nun drei Jahre alt, waechst zweisprachig deutsch/franzoesisch auf und spricht zusammengefasst ca. 30 Woerter, vorwiegend franzoesisch. Bisher handhaben wir es nach dem OPOL Prinzip. (Mutter deutsch/Vater franzoesisch)
Wir waren beim HNO-Arzt und in einem Monat wird noch ein ausfuehrlicher Hoertest gemacht. Allerdings gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafuer, dass er schwer hoert oder nicht versteht.
Heute nun haben wir unseren Sohn einer Logopaedin vorgestellt. Sie hat mich zum bisherigen Gesundsheitsverlaufs unseres Sohnes befragt (nicht Auffaelliges) und danach musste ich fuer die weiteren Tests/Uebungen mit ihm den Raum verlassen, weiss also nicht, wie die folgende Stunde abgelaufen ist.
Beim Gespraech danach hat sie mir mitgeteilt, dass sie auch der Meinung ist, dass unser Sohn problemlos alles versteht, aber sich eben nicht selbst ausdruecken kann. Soweit bekannt.
Mein eigentliches Problem ist Folgendes. Sie hat mich zur Zweisprachigkeit in unserer Familie befragt und fordert nun von mir, dass ich mit meinem Sohn ebenfalls franzoesisch spreche und den Anteil auf Deutschsprachigkeit auf 10-15min pro Tag beschraenke, quasi als "besondere Mutter-Kind-Zeit.
Dieser Vorschlag gefaellt mir ueberhaupt nicht. Deutsch ist meine Mutter-und Herzenssprache. Ich kann nun nach vier Jahren hier in Frankreich mich gut auf franzoesisch verstaendigen, aber da ist immer soviel Denkerei mit dabei und es fuehlt sich fuer mich noch sehr oft nicht natuerlich an, sondern eben nach Lehrbuch konstruiert. Mir ist Sprache sehr wichtig und es fuehlt sich fuer mich richtig falsch an mit meinem Sohn in einer Fremdsprache zu sprechen, in der ich mich selbst noch nicht 100prozentig wohl fuehle. Abgesehen davon ist die deutsche Sprache natuerlich auch ein wichtiger kultureller Bestandteil.
Auf meine Argumente ist die Logopaedin nicht weiter eingegangen. Sie findet mein franzoesisch gut (allerdings finden die Franzosen -entschuldigt, etwas pauschal- jeden gut, der halbwegs eine fremde Sprache sprechen kann)
Ihrer Meinung nach lebt unser Sohn eben in Frankreich und da wird franzoesisch gesprochen und deshalb muesste ich da mitziehen.
Ich bin aber die einzige die hier mit ihm deutsch spricht, Familiensprache ist mittlerweile franzoesisch, er geht vormittags in die Schule, so dass ich irgendwie nicht so richtig glauben kann, dass darin das Problem der Sprachverzoegerung liegen soll.
Trotzdem stellt sich mir nun natuerlich die Frage, ob es fuer ihn nicht doch ein Problem sein koennte und es ihn durcheinander bringt.
Bisher hatte ich eigentlich immer nur gelesen und gehoert, dass Zweisprachigkeit im Normalfall kein Problem ist.
Ueber eure Einschaetzungen und Meinungen waere ich sehr dankbar.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
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Angora
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Ich bin keine Fachfrau, lediglich Mama eines zweisprachig erzogenen Kindes...
Ich versteh die Logik der Logopädin nicht so ganz. Wenn dein Kind doch in beiden Sprachen versteht u sich nur nicht selber äußert, dann kanns aber doch nicht sein, dass er was durcheinander bringt, oder hab ich da jetzt den (Nacht) denkfehler?
mein Sohn ist nur am we bei seinem französischen Papa (dem ich, obwohl er gut deutsch spricht, von grammatikalischen Feinheiten halt abgesehen, untersagt hab, mit dem Kleinen deutsch zu reden) und hat die ersten zwei Jahre kaum etwas gesagt. Maximal einzelne Wörter. Und dann kam plötzlich alles auf einmal u mittlerweile redet er in beiden Sprachen wie ein Wasserfall!
Will sagen, manchmal braucht es einfach seine Zeit, grad bei zweisprachigkeit.
(ich werd drüben bei meinem ex auch immer gelobt, ich würd ja soooo gut französisch reden. Jaja. Mein Sohn sagt mir dann aber, Mama das hast du falsch gesagt u das hat sich ganz komisch angehört u kannst du jetzt wieder deutsch reden, du bist ja nicht französisch! Soviel dazu
Franzosen sind doch alte charmeure....)
mmmh, wobei mir jetzt ja grad auffällt, dass mein Kind, obwohl es nur an den we im französischen sprachbad ist, einwandfrei die 2.Sprache gelernt hat.... Schwierig, da zum richtigen zu raten. Hör auf dein Bauchgefühl... (ich red übrigens ungern frz mit meinem Kind, weil ich ihm keine Fehler, die sich mir noch immer einschleichen, beibringen will u erst recht keinen Akzent....)
Ich versteh die Logik der Logopädin nicht so ganz. Wenn dein Kind doch in beiden Sprachen versteht u sich nur nicht selber äußert, dann kanns aber doch nicht sein, dass er was durcheinander bringt, oder hab ich da jetzt den (Nacht) denkfehler?
mein Sohn ist nur am we bei seinem französischen Papa (dem ich, obwohl er gut deutsch spricht, von grammatikalischen Feinheiten halt abgesehen, untersagt hab, mit dem Kleinen deutsch zu reden) und hat die ersten zwei Jahre kaum etwas gesagt. Maximal einzelne Wörter. Und dann kam plötzlich alles auf einmal u mittlerweile redet er in beiden Sprachen wie ein Wasserfall!
Will sagen, manchmal braucht es einfach seine Zeit, grad bei zweisprachigkeit.
(ich werd drüben bei meinem ex auch immer gelobt, ich würd ja soooo gut französisch reden. Jaja. Mein Sohn sagt mir dann aber, Mama das hast du falsch gesagt u das hat sich ganz komisch angehört u kannst du jetzt wieder deutsch reden, du bist ja nicht französisch! Soviel dazu
mmmh, wobei mir jetzt ja grad auffällt, dass mein Kind, obwohl es nur an den we im französischen sprachbad ist, einwandfrei die 2.Sprache gelernt hat.... Schwierig, da zum richtigen zu raten. Hör auf dein Bauchgefühl... (ich red übrigens ungern frz mit meinem Kind, weil ich ihm keine Fehler, die sich mir noch immer einschleichen, beibringen will u erst recht keinen Akzent....)
- Pupu
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 4496
- Registriert: 18.02.2008, 08:58
- Wohnort: Finnland
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Würdest du anfangen, mit ihm französisch zu reden, wäre er sicher hochgradig verwirrt. Und lernt deine Fehler mit. Nein, auch ich bin der Meinung, du solltest deine Mutter- und Herzenssprache mit ihm sprechen. Denn Sprache ist mehr als nur Wörter. Da würde so viel verloren gehen... Zu viel!
Ich kann es nicht logopädisch oder wissenschaftlich begründen, aber ich bin überzeugt, seine Sprachverzögerung liegt nicht an der Zweisprachigkeit. Vielleicht trägt sie einen kleinen Teil bei, aber sicher nicht den Löwenanteil. Vielleicht ist er nur ein Spätstarter oder es gibt andere Ursachen... Aber diese zu finden ist natürlich nicht so schön bequem und einfach, wie es auf die Zweisprachigkeit abzuwälzen
Hör auf dein Bauchgefühl.
Ich kann es nicht logopädisch oder wissenschaftlich begründen, aber ich bin überzeugt, seine Sprachverzögerung liegt nicht an der Zweisprachigkeit. Vielleicht trägt sie einen kleinen Teil bei, aber sicher nicht den Löwenanteil. Vielleicht ist er nur ein Spätstarter oder es gibt andere Ursachen... Aber diese zu finden ist natürlich nicht so schön bequem und einfach, wie es auf die Zweisprachigkeit abzuwälzen
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke
(02/09), Quatschbanane
(08/11) und zwei Minimöhrchen 
(07/17)
"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
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- metri
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Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
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- Sakura
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Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
ich kann mich an ein seminar an der uni erinern, in dem es um zweisprachigkeit ging. tenor war, die kinder lernen beide sprachen, brauchen dafür aber länger (was ich ja absolut logisch finde). soweit ich weiß, gilt in D die faustregel, dass kinder bis zum 2. geburtstag herum etwa 50 wörter beherrschen sollten. nach den ersten 50 wörtern würde die sprache förmlich explodieren.
wenn ich jetzt mal ganz streng mathematisch (was natürlich nicht funktioniert, logisch) das ganze auf zwei sprachen aufteile, so finde ich 30 wörter gar nicht soooo wenig. es ist ja nicht nur die zahl der wörter. es ist ja eine riesige kognitive leistung, zwei sprachen zu unterscheiden. passiv zu erlernen. passive grammatikregeln zu erlernen. passives vokabular zu erlernen. korrekte aussprache. in zwei sprachen. jedem ding, jedem vorgang im gehirn zwei verschiedene wörter zuzuordnen, und die dann auch noch korrekt zu verwenden. also zu dir "essen" zu sagen und eben nicht "manger". und selbst die logopädin hat ja bestätigt, dass er alles versteht.
persönliche erfahrung: sohn und schwiegertochter von bekannten wohnen in den USA. zu hause wird deutsch gesprochen, das enkel geht ganztags in die krippe, wo ganztags also englisch gesprochen wird. das kindermädchen spricht auch englisch. das enkel der bekannten hat um den zweiten geburtstag rum genau zwei wörter gesprochen: "hello" und "bye-bye". danach ging es langsam los, deutsch und englisch. keine ahnung, wie viele wörter der kleine heute genau spricht, aber er spricht, und es werden immer mehr. und zwar deutsch und englisch.
zweisprachigkeit hat es immer gegeben und wird es immer geben. wenn zweisprachigkeit den menschen grundsätzlich und nachhaltig schaden würde, wäre das doch über die jahrhunderte schon aufgefallen, oder? klar, zweisprachigkeit wird immer besonderheiten mit sich bringen, es kann sein, dass sich der betroffene später dagegen entscheidet etc. aber dass deswegen jemand gar nicht sprechen lernt, wäre mindestens mir neu.
wenn ich jetzt mal ganz streng mathematisch (was natürlich nicht funktioniert, logisch) das ganze auf zwei sprachen aufteile, so finde ich 30 wörter gar nicht soooo wenig. es ist ja nicht nur die zahl der wörter. es ist ja eine riesige kognitive leistung, zwei sprachen zu unterscheiden. passiv zu erlernen. passive grammatikregeln zu erlernen. passives vokabular zu erlernen. korrekte aussprache. in zwei sprachen. jedem ding, jedem vorgang im gehirn zwei verschiedene wörter zuzuordnen, und die dann auch noch korrekt zu verwenden. also zu dir "essen" zu sagen und eben nicht "manger". und selbst die logopädin hat ja bestätigt, dass er alles versteht.
persönliche erfahrung: sohn und schwiegertochter von bekannten wohnen in den USA. zu hause wird deutsch gesprochen, das enkel geht ganztags in die krippe, wo ganztags also englisch gesprochen wird. das kindermädchen spricht auch englisch. das enkel der bekannten hat um den zweiten geburtstag rum genau zwei wörter gesprochen: "hello" und "bye-bye". danach ging es langsam los, deutsch und englisch. keine ahnung, wie viele wörter der kleine heute genau spricht, aber er spricht, und es werden immer mehr. und zwar deutsch und englisch.
zweisprachigkeit hat es immer gegeben und wird es immer geben. wenn zweisprachigkeit den menschen grundsätzlich und nachhaltig schaden würde, wäre das doch über die jahrhunderte schon aufgefallen, oder? klar, zweisprachigkeit wird immer besonderheiten mit sich bringen, es kann sein, dass sich der betroffene später dagegen entscheidet etc. aber dass deswegen jemand gar nicht sprechen lernt, wäre mindestens mir neu.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
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- clermontine
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 797
- Registriert: 14.12.2009, 18:00
- Wohnort: Frankreich
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Vielen Dank fuer eure Meinungen. Ich habe mich gestern irgendwie noch den ganzen Tag ueber diese Forderung geaergert, mich richtig angegriffen gefuehlt, als wuerde man mir die Schuld geben und gleichzeitg etwas ganz Wichtiges nehmen wollen.
Zum Glueck liegt die Entscheidung in meiner Hand und ich werde definitiv weiter deutsch mit unserem Sohn sprechen. Alles andere waere einfach nur falsch.
Zum Glueck liegt die Entscheidung in meiner Hand und ich werde definitiv weiter deutsch mit unserem Sohn sprechen. Alles andere waere einfach nur falsch.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
- christina
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3033
- Registriert: 13.11.2009, 22:24
- Wohnort: Bayern
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Ich kann mich auch Pupu nur anschließen. Bis meine Tochter 2 war lebten wir im Ausland und ich sprach Deutsch mit ihr, auch entgegen der Meinung des Umfelds. Es hat sich gelohnt. Jetzt leben wir wieder in D und mein Mann spricht die andere Sprache mit ihr (slowenisch). Und seit dem Sommer, also seit sie 3 Jahre ist, spricht sie BEIDE Sprachen fließend. Vorher nur Deutsch, weil ich die Hauptbezugsperson war.
Es wird sicher noch kommen! Und wenn, dann liegts nicht an der Zweisprachigkeit, oder nicht nur!
Es wird sicher noch kommen! Und wenn, dann liegts nicht an der Zweisprachigkeit, oder nicht nur!
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
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luna24
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1195
- Registriert: 03.02.2010, 22:42
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Ich bin zwar keine Logopädin, aber Psychologin und kenne mich auch mit der Sprachentwicklung ein bisschen aus. Und ich kann Dich nur in Deinem Entschluss bestärken, mit Deinem Sohn deutsch zu sprechen. Das ist auch wissenschaftlich recht gut belegt, dass es für die Sprachentwicklung absolut von Vorteil ist, mit dem Kind in der Muttersprache zu sprechen, bzw. in der Sprache, die einem am vertrautesten ist.
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adriafisch
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 275
- Registriert: 26.07.2006, 21:34
- Wohnort: HR
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Ich will dir noch meine Meinung und Erfahrung schreiben, habe aber die vorherigen Beiträge nicht alle gelesen. Bei uns ist die gleiche Ausgangssituation, wir leben aber in Kroatien. Unsere beiden älteren Kinder haben ohne Probleme beide Sprachen gelernt und gesprochen. Unser Dritter - puh - die Leute haben mich verrückt gemacht. Bis 3 J hat er nur Kauderwelsch gesprochen, aber immer alles in beiden Sprachen verstanden. Zwischen 3 und 4 J hat er nur in Silben geredet. Selbst ich konnte oft nur erahnen was er wollte. Wir waren auch bei 2 Logopäden, die beide unabhängig voneinander gesagt haben, dass keine Probleme wie zB falsche Zungenstellung usw vorliegen. Ich hatte selber immer das Gefühl, dass alles in Ordnung ist, der Junge aber eben anders ist und anders lernt und spricht. Erst nach dem 4. Geburtstag hat das Kerlchen den Mund aufgemacht und auf einmal ALLES geredet. Obwohl er generell nur kroatisch redet (auch mit mir), mit deutschen Gästen aber auch deutsch redet. Und es kamen Wörter, da habe ich mich gefragt, wo er die je gehört hat. Behalte einfach die Nerven und rede weiter deutsch und dein Mann französisch. Der Junge wird dir irgendwann noch die Ohren volllabern 
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Mica75
- gut eingelebt
- Beiträge: 24
- Registriert: 06.07.2011, 10:35
Re: Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Unser Sohn ist in einer zweisprachigen Kita, mit einem hohen Anteil bilingualer Kinder (Wir sprechen nur deutsch). Es gab ein einziges Kind, das wegen Sprachproblemen aus der Kita genommen wurde. Hier handelt es sich um einen kleinen türkischsprachigen Jungen, dem der Kinderarzt nicht noch eine (für ihn völlig unnötige) Drittsprache zumuten wollte, da er mit 3 gravierende Sprachprobleme hatte. Er sollte lieber in eine rein deutschsprachige EInrichtung wechseln. Bei allen anderen Kindern - auch unserem Nichtturbosprachler - hat es scheinbar keine Auswirkungen. Auffallend ist nur, wie gut die Kinder schon mit 2 zwischen den beiden Sprachen unterscheiden können. Mit mir sprechen alle Kinder nur deutsch, nur die nicht, die später kommen und kein deutsch können nicht (also mit vier neu aus dem Ausland zugezogen sind z.B). Es scheint die Kinder überhaupt nicht zu verwirren.
Mica
Mica