Satellitenkinder

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Pupu
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Satellitenkinder

Beitrag von Pupu »

Ich habe hier zwei Kinder, die wie kleine Satelliten ständig um mich herum sein müssen. Manchmal ist das ganz arg anstrengend. Beispiele:

- Wir essen. Die Wildgurke (3,5) ist dabei seeehr laaaaangsaaaam, alle anderen sind schon fertig. Die Quatschbanane (1) isst eh nicht wirklich, sondern matscht alles nur herum und dabei alles voll. Irgendwann ist sie aber halt fertig, zappelt, kletter oder macht das Töpfchenzeichen. Dann geh ich mit ihr ins Bad (befindet sich direkt neben der Küche!!) um sie komplett zu waschen, aufs Töpfchen zu setzen und umzuziehen. Statt dass die Wildgurke in der Zeit weiteressen würde, kommt sie angeseppelt und steht rum und schaut zu. Sie will nicht alleine sein.
Hinterher zurück in die Küche und der Wildgurke weiter beim Essen zuschauen geht wegen der Kleinen nicht, die sich sofort am bematschten Boden, Stuhl etc neu einsauen würde - ich hatte ja noch keine Gelegenheit es wegzumachen. Und die Kleine kann halt auch nicht alleine sein.

- Ich stille die Quatschbanane. Eigentlich soll sie einschlafen. Doch dann kommt die Wildgurke herein. Will nicht allein sein. Stillhalten kann sie natürlich nicht, sondern streichelt ihre Schwester oder zappelt herum etc. Also schläft auch die Quatschbanane nicht ein. Mama gefrustet. :roll:

- Wildgurke geht aufs Klo. Immerhin muss man da nicht mehr dabeisitzen, sondern das macht sie allein - aber dann ruft sie zum Abwischen. Wenn ich rübergeh, selbst wenns nur fix zum Abwischen ist, weint die Quatschbanane in der Zwischenzeit. Nehm ich sie jedoch mit, versucht sie Sachen ins Klo zu schmeissen oder stellt die Waschmaschine aus oder sowas. Anstrengend!

- Ich will aufräumen. Nehme einen Gegenstand und will ihn da hintragen, wo er hingehört (anderes Zimmer). Die Quatschbanane merkt dass ich "weggehe" und kommt mir hinterher. Ich bin aber schon fertig und will zurückgehen um weiter aufzuräumen, komme ihr also entgegen und lauf an ihr vorbei. Sie kommt wieder hinterher. Nächster Gegenstand, gleiches Spiel... spätestens beim dritten Mal löst das einen Heulkrampf bei ihr aus und ich muss das Aufräumen unterbrechen und sie hochnehmen. Preisfrage: wie räumt man auf, ohne dabei hin- und herzugehen? Vor allem wenn man zwei kleine Kinder im Haus hat, die ständig Sachen verschleppen?

- Die Grosse will mit den Zügen spielen. Die Kleine zerstört aber ständig die Schienenstrecke und klaut die Loks. Also reparier ich die Strecke und geh mit der Quatschbanane aus dem Zimmer, um sie anderweitig zu beschäftigen. Ich bin keine zwei Minuten draussen, da geht die Kinderzimmertür auf und die Wildgurke kommt raus - sie will nicht alleine spielen. Obwohl sie die Gelegenheit hätte, endlich ungestört das zu spielen was sie will, klebt sie lieber an mir dran.

- Ich will kochen oder den Geschirrspüler ausräumen. Egal wie schön die beiden vorher im anderen Zimmer gespielt haben - sobald ich mich entferne, kommen sie hinterher. Die Grosse schiebt sofort einen Stuhl an Herd/Arbeitsplatte, der mir dann in der kleinen Küche kollossal im Weg steht. Die Kleine räumt eine Weile die Schränke aus, fängt dann aber bald an, an meinem Bein zu hängen und zu jammern. So kann ich mich kaum bewegen. Ich mag es ja eigentlich, wenn die Grosse mir beim Kochen helfen will - aber wenn die Kleine dann noch nölend an mir dranhängt und ich mich keinen Schritt bewegen kann, fühle ich mich bedrängt. Eine temporäre Erleichterung hat nun ein Türgitter an der Küchentür geschaffen, durch dass die Kinder mich sehen können und nah bei mir sind, ich aber trotzdem mal kurz ein paar Handgriffe tun kann - z.B. Geschirrspüler ausräumen, ohne dass die Quatschbanane draufklettert und die Wildgurke mir im Weg rumsteht und ich nicht schnell genug eingreifen kann. Oder die ungeheure Sauerei entfernen, die die Kleine jedesmal beim Essen hinterlässt. Trotzdem gehen sie dann nicht etwa spielen, sondern stehen am Gitter und jammern, dass sie reinwollen.

Tragen lässt sich die Quatschbanane ja auch nicht. Der Traum davon, sie einfach auf den Rücken zu nehmen z.B. beim Kochen... das wird nix. Endet mit viel Geschrei und herausgezogenen Haaren.

Dazu kommt noch, dass ich jemand bin, der Dinge am liebsten in Ruhe erledigt. Mal ein Stündchen in Ruhe aufräumen, oder alleine in der Küche rumwerkeln... das geht ja nun alles gar nicht mit meinen Kindern. Damit hab ich manchmal echt meine Probleme. Das schlimmste ist aber das Gefühl, mich mindestens dreiteilen zu müssen, um allen gerecht zu werden. Ein Teil bleibt ständig bei der Wildgurke, einer ständig bei der Quatschbanane und einer macht den Haushalt. Genug Masse ist zwar vorhanden, aber praktisch umsetzen lässt sich das leider dennoch nicht *seufz* Und sobald ich mich einer zuwende, weint die andere. Das macht mich am meisten fertig. Das ständige Gejammere, weil ich mich ja nunmal nicht zerteilen kann und immer nur eine Sache an einem Ort machen kann. Mich nervt, dass ich eigentlich nur dazu komme, irgendwas im Haushalt zu machen, wenn die beiden mit dem Fernseher abgelenkt sind - und dadurch werden sie wild und noch nöliger. Und immer, immer, immer, wohin ich auch gehe, kommen mir zwei paar Füsse dabei hinterhergetrappelt. Wie geht man mit so etwas um?
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Abby »

Ohje, da kommt mit einiges so bekannt vor.

Ich mach's beim Aufräumen so, dass ich in Körben sammele, was nicht in den jeweiligen Raum gehört und Räume dann den Korb von Raum zu Raum wieder aus.

Sonst hab ich leider keine Tipps, aber ich fühle mit. ;)
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Pupu
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Pupu »

Klingt nicht übel, bis auf 2 Punkte:

1. schon einmal von einem Ende des Raumes zum anderen laufen können ein paar Schritte zuviel sein und in Gejammer enden. Dabei haben wir nun wirklich keine grossen Räume.

2. wo stell ich die Körbe hin? In kinderreichbarer Höhe würden die nämlich sofort wieder aus- oder umsortiert (oder kurzerhand ausgekippt) werden, und weiter oben hab ich nicht wirklich Abstellfläche...
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Tragling »

Abby hat geschrieben: Ich mach's beim Aufräumen so, dass ich in Körben sammele, was nicht in den jeweiligen Raum gehört und Räume dann den Korb von Raum zu Raum wieder aus.
)
Hier auch :wink:

Gegen das Aus- und Umräumen häng ich mir aber mittlerweile auch so große Ikea-Säcke um und stopf dort alles rein, was ins andere Zimmer gehört :)
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Abby »

Gute Idee. Die lassen sich auch zum Sammeln an die Oberkante der Tür hängen. Da kommt so schnell dann niemand ran.
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Re: AW: Satellitenkinder

Beitrag von bertilla »

Auch wenn es dich nicht tröstet und ich nichts Konstruktives beitragen kann, muss ich dir dennoch was sagen: total lustig und liebevoll geschrieben!!
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von jusl »

Das klingt wirklich anstrengend und nervenzerrend... Hast Du eine Theorie, WARUM die Beiden "Satellitenkinder" (schönes Wort! :D ) sind?

Was mir auffällt: Wo sind andere Leute? Familie, Freunde, andere Kinder? Könntest Du vielleicht häufiger jemanden einladen oder jemanden besuchen? Zum gemeinsamen Quatschen, Spielen, Ablenken, vielleicht sogar zum gemeinsamen Aufräumen und Kochen?
Als meine Kinder in dem Alter waren, waren wir praktisch TÄGLICH unterwegs oder mit anderen zusammen, Nachbarn, Freunde, Family... ich fand das sehr schön (und sehr entspannend!). Unterwegs war super, weil sie dann ja zuhause keinen Dreck machen :mrgreen: :lol: - und zuhause war auch super, denn mit anderen Leuten im Haus waren sie immer beschäftigt und abgelenkt, und meine Laune war auch besser. Mit 2 Müttern auf 4 Kinder aufpassen fand ich z.B. immer VIIIIIIEL einfacher als allein auf 2 - auch wenn der "Schnitt" derselbe ist. Nette Gespräche, "hier, halt mal kurz", oder gemeinsam kochen und essen... ist doch viel lustiger als allein.

LG
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Abby »

Mir ist auch schon aufgefallen, dass es einfacher ist, wenn man rausgeht oder selbst Besuch hat. :)
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Malo81
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von Malo81 »

Pupu, hast du meine Kinder oder ich deine??? Hier das gleiche: kreischende Satelliten :shock: Mehr morgen, bin zu fertig, aber ich denke jetzt gleich an dich, wenn ich mich hinlege und meine Füße aufhören wehzutun und meine Ohren nicht mehr klingeln :lol: Ich wünsche dir eine erholsame Nacht!
Liebe Grüße Y.
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LaraKessel
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Re: Satellitenkinder

Beitrag von LaraKessel »

Ich hab zum Glück nur ein extremes Satellitenkind, das andere kann auch mal alleine in einem Raum bleiben (nicht immer, ist aber mit 1,5 Jahren nicht unbedingt zu erwarten).
Bei anderen Leuten und wenn andere Leute hier sind ist es auch so, dass er immer hinterherkommt. Es dauert zwar 5 Sekunden länger aber er kommt nach, und dann kommen die anderen Kinder auch meist nach und ich fühle mich richtig verfolgt. Also nichtmal eben dem Besuch ein Glas Wasser/Tasse Kaffee oder sonstwas holen.
Besser ist es nur, wenn Papa da ist, dann wird der SChwerpunkt verlagert (papa macht ja immer viel tollere Sachen) oder beim Kinderturnen, da schwirrt er auch fröhlich durch den Raum.
Wenigsten darf ich alleine auf Toilette. Aber erst seitdem er auch seine Privatssphäre beansprucht.
2 Jungs (05/09 und 02/11)

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Auch Rom kann an einem Tag von einer Horde Zweijähriger dem Erdboden gleichgemacht werden.
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