Schonkost vs. Familientisch
Moderator: britje
- AmysMom
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3040
- Registriert: 06.01.2009, 20:15
- Wohnort: Hürth
Schonkost vs. Familientisch
Ihr Lieben,
ich bin gerade etwas rat- und planlos. Mein Mann hat aufgrund einer Darmkrankheit Schonkost verordnet bekommen, d. h. Weißbrot statt dunkles Brot, keine Hülsenfrüchte, keine Vollkornprodukte, kein Kohl, keine sehr säurehaltigen Früchte, viel Brei und Gematschtes etc.
Aber wie soll ich denn so eine ausgewogene Familienkost zusammenstellen???
Klar, die Extra-Wurst für meinen Mann, ABER: Wir hatten nun bisher 4 gemeinsame Mahlzeiten und bei jeder gab es Diskussionen, gerade mit der Großen, sie will auch lieber Weißbrot, sie will auch keine Erbsen usw... Verstehe ich ja auch, Papas Teller sieht eben (für sie) leckerer aus.
Aber wir reden hier nicht von ein paar Tagen oder Wochen, sondern eher von 4-6 Monaten. Und da kann ich nicht sagen: "Okay, essen wir halt alle so'n Mist."
Abgesehen davon verweigert sie sowieso schon immer Obst und Gemüse. Wenn ich koche, dann eben so, dass Amy eben nicht wählen kann, dass sie nur Reis ohne alles isst, sondern es gibt eine Reispfanne, wo alles schon gemischt ist.
Ein bisschen wirr gerade, aber ich hoffe, ihr versteht mein Dilemma.
Ich weiß echt nicht, wie ich das unter einen Hut bringen soll. Helft mir mal bitte!
ich bin gerade etwas rat- und planlos. Mein Mann hat aufgrund einer Darmkrankheit Schonkost verordnet bekommen, d. h. Weißbrot statt dunkles Brot, keine Hülsenfrüchte, keine Vollkornprodukte, kein Kohl, keine sehr säurehaltigen Früchte, viel Brei und Gematschtes etc.
Aber wie soll ich denn so eine ausgewogene Familienkost zusammenstellen???
Klar, die Extra-Wurst für meinen Mann, ABER: Wir hatten nun bisher 4 gemeinsame Mahlzeiten und bei jeder gab es Diskussionen, gerade mit der Großen, sie will auch lieber Weißbrot, sie will auch keine Erbsen usw... Verstehe ich ja auch, Papas Teller sieht eben (für sie) leckerer aus.
Aber wir reden hier nicht von ein paar Tagen oder Wochen, sondern eher von 4-6 Monaten. Und da kann ich nicht sagen: "Okay, essen wir halt alle so'n Mist."
Abgesehen davon verweigert sie sowieso schon immer Obst und Gemüse. Wenn ich koche, dann eben so, dass Amy eben nicht wählen kann, dass sie nur Reis ohne alles isst, sondern es gibt eine Reispfanne, wo alles schon gemischt ist.
Ein bisschen wirr gerade, aber ich hoffe, ihr versteht mein Dilemma.
Ich weiß echt nicht, wie ich das unter einen Hut bringen soll. Helft mir mal bitte!
Liebe Grüße
F.
mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014
ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
F.
mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014
ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
-
Häsin
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 217
- Registriert: 21.03.2012, 19:05
Re: Schonkost vs. Familientisch
Liebe Amy,
so wie sich das anhört, heißt bei Euch Schonkost nicht jeden Tag Schokopudding, sondern Du kochst sehr abwechslungsreich und gesund. Da sehe ich nicht so ein Problem, wenn Deine Tochter mal ne zeitlang nur Weißbrot statt Vollkornbrot isst. Vertrau ihr doch, wenn Ihr irgenwelche Nährstoffe fehlen wird sie von alleine wieder zu Vollkorn und Gemüse greifen! Dein Mann bekommt ja auch keine Mangelerkrankung, nur weil er Schonkost isst. Essen soll Spaß mchen und ein Gemeinschaftserlebnis sein, kein Wissenschaft.
Und nochmal so ein Gedanke: was wäre, wenn Dein Kind selbst eine Disposition zu Magen- oder Darmproblemen hätte und instinktiv wüsste, dass ihm Schonkost besser bekommt???
Liebe Grüße
Häsin
so wie sich das anhört, heißt bei Euch Schonkost nicht jeden Tag Schokopudding, sondern Du kochst sehr abwechslungsreich und gesund. Da sehe ich nicht so ein Problem, wenn Deine Tochter mal ne zeitlang nur Weißbrot statt Vollkornbrot isst. Vertrau ihr doch, wenn Ihr irgenwelche Nährstoffe fehlen wird sie von alleine wieder zu Vollkorn und Gemüse greifen! Dein Mann bekommt ja auch keine Mangelerkrankung, nur weil er Schonkost isst. Essen soll Spaß mchen und ein Gemeinschaftserlebnis sein, kein Wissenschaft.
Und nochmal so ein Gedanke: was wäre, wenn Dein Kind selbst eine Disposition zu Magen- oder Darmproblemen hätte und instinktiv wüsste, dass ihm Schonkost besser bekommt???
Liebe Grüße
Häsin
Häsin mit Häschen (*2/2012)
-
Häsin
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 217
- Registriert: 21.03.2012, 19:05
Re: Schonkost vs. Familientisch
Liebe Franzi,
entschuldige, Dein Kidn heißt ja Amy , nicht Du, da habe ich zu schnell geschrieben...
entschuldige, Dein Kidn heißt ja Amy , nicht Du, da habe ich zu schnell geschrieben...
Häsin mit Häschen (*2/2012)
-
Sibi
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3829
- Registriert: 21.05.2011, 20:39
Re: Schonkost vs. Familientisch
Ich sehe auch kein Problem darin, wenn ein Kind einige Zeit "Schonkost" isst. Und ja, vielleicht weiß sie instinktiv, dass ihr bestimmte Sachen nicht so gut bekommen. Oder sie rebelliert gegen den Druck, das zu essen, was Du verlangst. In beiden Fällen hilft Loslassen.
Wir kontrollieren hier gar nicht. Was da ist, kann gegessen werden. Wir kaufen bunt ein und kochen ausgewogen und was mein Kind davon isst, wird schon richtig sein. Vollkornbrot wird m. E. eh völlig überschätzt.
(Obwohl ich es oft gern esse - aber die meisten Menschen auf der Welt kennen das nicht und haben trotzdem weniger Zivilisationskrankheiten als wir Deutschen.)
Wir kontrollieren hier gar nicht. Was da ist, kann gegessen werden. Wir kaufen bunt ein und kochen ausgewogen und was mein Kind davon isst, wird schon richtig sein. Vollkornbrot wird m. E. eh völlig überschätzt.
- Beccy
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2113
- Registriert: 13.06.2009, 21:46
- Wohnort: Lkr Rosenheim
AW: Schonkost vs. Familientisch
Ich würde sie auch von Papas Essen essen lassen, da ich mir ziemlich sicher bin, dass jeglicher Druck beim Essen falsch ist und den gegenteiligen Effekt hat.
Bei uns gab es früher fast nur Vollkorn und Vollwert. Mit dem Resultat, dass ich in der Grundschule meine Körnerbrote mit Käse gegen Nutellabrote getauscht habe und mich zu Teenagerzeiten sehr einseitig ernährt habe.
Seit ich erwachsen bin (besonders seit ich Kinder habe), mache ich mir viele Gedanken über Ernährung, gemeinsames Essen und Esskultur und versuche jeden Tag gesundes und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zu stellen. Trotzdem fällt es mir im Supermarkt schwer, die Vollkornnudeln zu wählen, da ich mir mal vorgenommen habe "mit sowas meine Kinder nicht zu quälen".
Also gibt es mal Vollkorn und mal nicht und jeden Tag Gemüse und Obst und jeder Mensch in meiner Familie darf selber entscheiden was und wieviel von welchem angebotenen Lebensmittel gegessen wird. Außerdem machen Verbote Dinge erst richtig interessant. Wenn der Papa also was anderes bekommt und sie es nicht haben darf wird das Verlangen danach immer größer!
Wie alt ist Amy eigentlich? Es gibt eine evolutionär bedingte Phase zwischen zwei und fünf in der es ganz normal ist, dass Kinder einen extrem eingeschränkten Speiseplan haben und viele Lebensmittel (besonders Gemüse) ablehnen.
Bei uns gab es früher fast nur Vollkorn und Vollwert. Mit dem Resultat, dass ich in der Grundschule meine Körnerbrote mit Käse gegen Nutellabrote getauscht habe und mich zu Teenagerzeiten sehr einseitig ernährt habe.
Seit ich erwachsen bin (besonders seit ich Kinder habe), mache ich mir viele Gedanken über Ernährung, gemeinsames Essen und Esskultur und versuche jeden Tag gesundes und abwechslungsreiches Essen auf den Tisch zu stellen. Trotzdem fällt es mir im Supermarkt schwer, die Vollkornnudeln zu wählen, da ich mir mal vorgenommen habe "mit sowas meine Kinder nicht zu quälen".
Also gibt es mal Vollkorn und mal nicht und jeden Tag Gemüse und Obst und jeder Mensch in meiner Familie darf selber entscheiden was und wieviel von welchem angebotenen Lebensmittel gegessen wird. Außerdem machen Verbote Dinge erst richtig interessant. Wenn der Papa also was anderes bekommt und sie es nicht haben darf wird das Verlangen danach immer größer!
Wie alt ist Amy eigentlich? Es gibt eine evolutionär bedingte Phase zwischen zwei und fünf in der es ganz normal ist, dass Kinder einen extrem eingeschränkten Speiseplan haben und viele Lebensmittel (besonders Gemüse) ablehnen.
Liebe Grüße von Beccy mit dem Mariekäferchen 01/09 und dem Küken 08/10
"Wahre Prinzen töten für Dich keinen Drachen, sondern lieben Dich wenn Du mal wieder einer bist" (unbekannt)
"Wahre Prinzen töten für Dich keinen Drachen, sondern lieben Dich wenn Du mal wieder einer bist" (unbekannt)
- AmysMom
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3040
- Registriert: 06.01.2009, 20:15
- Wohnort: Hürth
Re: Schonkost vs. Familientisch
Vielen Dank für eure Antworten!
Beccy, das ist interessant - bei mir gab es in meiner Kindheit genau die andere Situation, das Resultat war aber das gleiche. Sprich: Bei uns wurde früher recht ungesund und unausgewogen gekocht, frisches Obst und Gemüse gab es selten, dafür viele Konserven, viel Zucker, viele fette Soßen etc. Das lag mit Sicherheit an den Umständen (in der DDR hatten wir ja nüscht
), denn inzwischen hat auch meine Ma einen anderen Kochstil als damals. Jedenfalls habe ich mich dann später auch sehr schlecht ernährt, weil ich es eben nicht anders kannte (Folge waren logischerweise auch Gewichtsprobleme) und ich musste mir eine gesunde, ausgewogene Ernährung (und meine Konfektionsgröße
) echt hart erarbeiten. Das möchte ich eben bei meinen Kinder nicht.
Wir sind absolut keine Vollwert-Fanatiker, wir essen auch Junkfood, aber ich achte eben darauf, dass es eine ausgewogene Mischung ist. Und ich mache meiner Großen (sie ist fast 4
) da auch gar keinen Druck. Ich möchte aber eben die Mahlzeit von vornherein so gestalten, dass es möglichst wenig Reibungsfläche gibt. Versteht ihr, was ich meine?
Auf Extra-Wurst kochen habe ich ehrlich gesagt auch keinen Bock.
Aber ich denke, ich habe da gerade einen guten Mittelweg für uns gefunden. Obst gibt es gegart und püriert mit Joghurt, die Hülsenfrüchte mache ich dann halt extra und wer sie nicht will, der will halt nicht und ab nächster Woche werden wir ja auch nur noch eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam einnehmen, d. h. 2 Mahlzeiten, die nicht den Schonkost-Vorgaben unterliegen müssen.
Es ist halt immer erst mal schwierig, wenn man Gewohnheiten ändern muss.
Beccy, das ist interessant - bei mir gab es in meiner Kindheit genau die andere Situation, das Resultat war aber das gleiche. Sprich: Bei uns wurde früher recht ungesund und unausgewogen gekocht, frisches Obst und Gemüse gab es selten, dafür viele Konserven, viel Zucker, viele fette Soßen etc. Das lag mit Sicherheit an den Umständen (in der DDR hatten wir ja nüscht
Wir sind absolut keine Vollwert-Fanatiker, wir essen auch Junkfood, aber ich achte eben darauf, dass es eine ausgewogene Mischung ist. Und ich mache meiner Großen (sie ist fast 4
Auf Extra-Wurst kochen habe ich ehrlich gesagt auch keinen Bock.
Aber ich denke, ich habe da gerade einen guten Mittelweg für uns gefunden. Obst gibt es gegart und püriert mit Joghurt, die Hülsenfrüchte mache ich dann halt extra und wer sie nicht will, der will halt nicht und ab nächster Woche werden wir ja auch nur noch eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam einnehmen, d. h. 2 Mahlzeiten, die nicht den Schonkost-Vorgaben unterliegen müssen.
Es ist halt immer erst mal schwierig, wenn man Gewohnheiten ändern muss.
Liebe Grüße
F.
mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014
ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
F.
mit SchnubbelSchnu (08/2008), WuselPusel (04/2011) und WuschelPuschel 08/2014
ClauWi GK 03/2012, MK 03/2013, AK 11/2014
-
Captainsparrow
Re: Schonkost vs. Familientisch
Ich selbst hab auch über längere Zeit Schonkost essen müssen und es war eigentlich kein Problem für die Kinder da mitzuessen. Vorher gab es hier z.B: nie Couscous, und währeddessen haben wir uns echt darin verguckt und das gibt es nun öfters. Kommt halt darauf an was für eine Art von Schonkost, aber es gibt ja viel Gemüse das man gedämpft sehr gut essen kann. Ich hab auch oft Reispfanne gemacht, dann halt mit Zucchini und Aubergine. Problematisch fand ich das nicht für diese Zeit, mal auf Vollkorn etc. zu verzichten, und meine Kinder haben sich danach auch wieder Problemlos auf den vollwertigeren Speiseplan umgestellt.
-
Potsdame
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1805
- Registriert: 14.07.2011, 18:07
Re: Schonkost vs. Familientisch
ich finde das jetzt auch nicht dramatisch, wenn alle schonkost bekommen. und dunkles vollkornbrot essen eh nur die deutschen. und trotzdem gehören die zu den dicksten menschen
und ausgewogene ernährung bedeutet ja nur, dass es abwechslungsreich ist. auch mit einmal pudding als hauptmahlzeit kann man sich ausgewogen ernähren.
wenn ein kind mangelerscheinungen haben sollte, dann garantiert nicht im fetten west-europa mit mind. 3 mahlzeiten am tag
und ausgewogene ernährung bedeutet ja nur, dass es abwechslungsreich ist. auch mit einmal pudding als hauptmahlzeit kann man sich ausgewogen ernähren.
wenn ein kind mangelerscheinungen haben sollte, dann garantiert nicht im fetten west-europa mit mind. 3 mahlzeiten am tag
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen 
Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)