Kinderarzt und Beikost...

Was kommt nach dem Vollstillen?

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WiLada
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Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von WiLada »

Geht es euch genauso?

Ich habe ja einen total tollen Kinderarzt, der wirklich gegenüber Stillen, Familienbett, Hausgeburt, Impfen....super eingestellt ist.
Bei der U4 wo viele schon nach Beikost drängen meinte er nur "Sie stillen noch voll sicher? Machen sie nur weiter so, was anderes braucht ihr Kind nicht"

Heute war Termin der U5...Vertretungsärztin :evil:
Abgesehen vom Thema Impfen und Co ging es natürlich auch um Beikost.

Erstmal als ich ankam fragte ich die nette Arzthelferin ob wir noch Zeit haben, da die Maus Hunger hat.
Sie meinten nur "Klar, stillen sie ruhig noch" (es ist für sie also normal, dass ein Baby von 6 Monaten sich grundsätzlich von Mumi ernährt)

Im Arztzimmer wurde mein Sohn von Fr. Doktor erstmal forsch drauf hingewiesen, dass er sich ruhig hinzusetzen hat während er seinen Apfel isst. (er hat garnichts gemacht, stand nur neben dem Tisch auf dem der Apfel lag)
Dann meinte die Ärztin, dass meine Maus ja so glücklich und zufrieden sei...ich erwähnte, dass sie ja auch schön satt ist.
Sie: "Schön. Was isst sie denn so?"
Ich: "Sie wird fast vollgestillt, seit kurzem jedoch bieten wir ihr ab und zu was an."
Sie: "Wie anbieten? Welchen Brei füttern sie denn? Gemüse Fleisch?"
Ich: "Mit Brei brauche ich ihr garnicht ankommen, sie isst lieber selbst, war auch schon beim Großen so. Er isst heute auch lieber noch mit den Händen"
Sie: "Wie selbst essen. Das verstehe ich jetzt aber nicht. Was geben Sie ihr?"
Ich: "Alles mögliche. Banane..." - sie unterbricht:
"BANANEEEE????? .....Kleingedrückt oder was?" (ihre Stimme war so unhöflich ich kam mir so blöd vor echt)
Ich: "Nein! Ich gebe ihr das Essen in die Hand und sie lutscht hauptsächlich aber beißt auch schon mal was ab und schluckt"
Sie: "Wissen sie eigentlich wie gefährlich das ist? Sie hat doch noch garkeine Zähne"
Ich: "Braucht sie auch nicht, sie hat Kauleisten. "
Sie: "Das Kind braucht aber Fleisch. Sonst sieht es bald ganz schlecht aus für sie. Das Blut kann sonst nicht richtig gebildet werden. Muttermilch ist zwar gut, ...aber..."
Ich: "Das ist nicht mein erstes Kind. Mein Sohn hat im Alter von gerade mal 10 Monaten dann alles gegessen, wirklich alles. Wo andere Kinder den Mund zusperren isst er heute ausgewogen und gesund. Andere kaufen ihren 1,5 Jährigen noch Glässchen, mein Kind aß mit Freude als 10 Monate altes Baby Chilli Con Carne. Er verschluckte sich einmal an einer Apfelschnitze, seitdem habe ich nur noch wie zuvor Apfel als Ganzes gegeben, sie brauchen sich um ihn auch nicht zu Sorgen, es ist nicht sein erster Apfel den er isst."

Sie hat so genervt, ich hab das dann einfach beendet.
Stellt euch vor es soll Leute geben, die garkein Fleisch essen :D Wir hatten anfangs nie Fleisch gegeben.
Irgendwann dann einfach wenn wir selbst 1-2 Mal die Woche Fleisch hatten, habe ich ihm davon auch was angeboten.
Da konnte er aber schon den Pinzettengriff. So als Faustbeikostbaby hatte er auch keine Ahnung was Fleisch ist.
Dafür habe ich halt beim Brotbacken und sonstigem drauf geachtet.
Ich kaufte nie diese gezuckerten Weizenkekse zB sondern eher mal was aus Dinkel vom Bäcker oder selbstgemacht.
Und selbst wenn sie vorne zwei Zähne kriegt...damit tut man doch nur abbeißen...die Backenzähne kommen doch viel später!!

Ihr wisst es ja alle.

Es nervt.

Meine Maus ist gerade mal 6 Monate alt, sie stellte sich wahrscheinlich vor: Beikoststart (sorry Anstattkoststart) mit 4 Monaten. Das Kind wird nur noch 2-3 Mal gestillt und isst sonst Brei.

OT: Ich habe ihr mal gestern bisschen vom Apfelbirnenmus was wir hatten gegeben (Löffel). Sie hat sich natürlich gleich den Löffel geschnappt. Hat sich verschluckt!!! Komisch sonst passiert das eigentlich nicht. Klar ist ja nur Brei aber trotzdem.

Sorry musste mal meinen Frust rauslassen! Die meisten haben doch garkeine Ahnung irgendwie.. :|
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Ashika
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AW: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Ashika »

Oh ja, hier war es ungefähr genauso, mit dem Unterschied dass sohnemann mit einem halben Jahr nach bedarf die pre Milch bekommen hat und sonst nur an dinkelstangen rumgelutscht hat.
Aber wir haben auch zu hören bekommen dass ich nun endlich den abendbrei anzugewöhnen habe und dass die pre ja eh nicht mehr satt macht und harte dinkelstangen auch viel zu gefährlich wären.....und dass er noch nachts mehrmals kommt liegt nur an der dünnen pre.....

Seitdem schläft mein Kind durch, isst nur babygerechtes und wird auch schon lang nicht mehr getragen.....zumindest im glauben der Ärztin ;-)

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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Mondenkind »

Ich finde Deine Reaktion cool und souverän.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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WiLada
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AW: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von WiLada »

Ich kam mir so niedergemacht vor auch war ihre Ca sechsjährige Tochter dabei und naja als hätte ich keine Ahnung irgendwie dabei finde ich es schrecklich wie die Meinung mancher Ärzte doch ist.

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Sushi2000
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Sushi2000 »

Boa unglaublich manche Ärzte haben echt kein Gespür! Bei uns in der Nähe ist auch so eine, Brei ab 4! Monaten, mit einem Jahr müssen sie das können, mit zwei das usw..... Zum Glück wurde ich vorgewarnt :lol:
LG Sushi mit Zwerg 10/10 und Zwergin 3/12
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Das iPad und ich sind bei der Schreibweise meist nicht einer Meinung ;)
kuscheltiger
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von kuscheltiger »

Unsere kleine Maus stillt mit fast 15 Monaten noch sehr viel, wenn nicht fast voll.
Unser neuer KiA meinte: Sie wissen ja, was sie zu tun haben, oder?
Ich habe nur vielsagend gegrinst und gesagt: Ja.
Ich mag nicht mehr diskutieren...und rechtfertigen...
Viele Grüße vom kuscheltiger
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taronja
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von taronja »

ja die Kinderärzte...
Soviel Auswahl gibts in meiner Gegend nicht, wenn man nur normale gesetzliche KV hat.
Nach einem ziemlich unmöglichen bin ich zu einem relativ entspannten Arzt gewechselt (zumindest was Impfen, generelle Entwicklung des Kindes und so angeht..). Als die Lütte so über 4 Monate war, hat er allerdings auch erwähnt man solle doch Beikost einführen wegen Allergievermeidung (!). - Da gibt es anscheinend irgendeine Studie, die in die Richtung interpretiert werden kann. -
Ich habe aber weiter voll gestillt und ihm auch bei der letzten U gesagt, dass sie jetzt ab 6 Monaten Fingerfood/ Familientisch "mitisst". Er hat zum Glück nicht insistiert und herumgeflippt.

Die kleine Kleine hasst sowieso fast alles was Brei ist und/ oder auf einem Löffel in ihren Mund befördert wird.
Zum Glück habe ich u.a. durch dieses Forum gelernt mir und dem Baby zu vertrauen, wenn es um das Thema Essen geht.
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Fischi »

Wow echt toll wie du reagiert hast!
Ich hatte das Thema bei der U6 (ist das die mit 6 Monaten? Bin so vergesslich...) auch mit der blöden zweiten Kinderärztin, die sich die Praxis mit "unserem" KiA teilt.
Da sie Felix VOR unserem ausführlichen Gespräch direkt mal geimpft hat und der arme Kerl natürlich total durch den Wind war und geweint hat, war ich auch so aufgewühlt und konnte mich eh nicht richtig konzentrieren, aber von ihr kamen dann auch so Sachen wie: Ja isst er denn schon gut vom Löffel?
Ich: Ähm also ich stille eigentlich noch voll.
Sie: Ja nee stillen schön und gut, aber sie müssen ihm jetzt auch mal was Richtiges geben, Eisenmangel blablablupp
Ich (total am rumstammeln) :oops: Ja also wir machen ja BLW und da kriegt er ja schon auch was zum Beispiel gekochtes Gemüse und so ... *argh*

Weil ich da so mit dem armen kleinen Kerl beschäftigt war konnte ich mich gar nicht konzentrieren und ihr gar nicht richtig erklären wie und was und warum wir das so machen...
Kam mir auch total doof vor hinterher und war richtig unzufrieden (mit mir). :roll:
Daher hast du echt meine Bewunderung, dass du da so cool reagieren konntest!

Naja... haben dann später mal den Arzthelferinnen gesteckt, dass wir doch bitte nur noch zu IHM wollen und nicht mehr zu IHR. Seitdem gabs auch keine Diskussionen mehr und das obwohl ich wenn wir mal da sind, immer mal wieder gern einfließen lasse, dass wir noch immer stillen... :lol:
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Wortgewitter »

Was ich daran so schade finde: Das ist ja keine Beratung. Ich frag mich immer, was die mit Eltern machen, die mit einem WIRKLICHEN Problem da hinkommen. Mit so wenig Gefühl und Ausbildung im beraten von Menschen kann das doch nicht gut gehen!

Bei uns ist es übrigens anders; unser Arzt ist im Großen und Ganzen auf unserer Linie und berät wirklich umfangreich und kritisch, ohne einem die Meinung aufzudrängen!

Dafür hatte ich vorhin die Diskussion mit einer anderen Mutter, die ich auf der Straße traf:
'Wie, deine Kleine kriegt keinen Brei?! Das ist doch total ungesund etc...'
'Doch, manchmal, aber sie isst das nicht so gern. sie isst lieber selber und das, was wir auch essen.'
'also, meiner mochte Brei auch erst nicht, dann hab ich ihn halt festgehalten. Da gabs dann halt nix anderes, bis er gegessen hatte. Sowas würde ich ja nicht einreißen lassen... '

:?

Ja, heute war ich das erste Mal einfach nur genervt davon. Das sind doch kleine MENSCHEN und keine Automaten, die man 'füttert'.
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Ich möchte jemanden einsingen,
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Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
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Re: Kinderarzt und Beikost...

Beitrag von Fischi »

oha das ist hart...
Erinnert mich aber an ein Gespräch mit einer Bekannten zum Thema "schreien lassen".
Waren halt zu mehreren Mamis und eine wollte mal zur Toilette und fragte mich, ob sie ihre kleine Maus neben mir aufm Sofa liegen lassen könnte.
Ich: Ja klar! Mit dem Felix wär das aber gar nicht gegangen. Der hat immer sofort losgebrüllt, wenn man versucht hat in abzulegen (Tragekind halt, ne?!) ;)
Einige andere Mütter sagen, dass das bei ihren Kids auch so war.
Dann die Bekannte: Och joa, aber das war mir egal... wenn ich Haushalt machen musste oder so, dann kam er halt in den Laufstall aber wenn der Staubsauger an war, hab ich das Geschrei ja nicht mehr gehört...
:( DAS fand ich auch ganz schlimm... besagte Bekannte hat aber auch geferbert und meinte, das hätte doch prima geklappt. Nach einigen Abenden war Ruhe im Karton... *seufz*
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