Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

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layla
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Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von layla »

Bei uns steht im Sommer der Kindergarten an.
Letztendlich höre ich von vielen Seiten, auch von den dortigen Erzieherinnen, dass die Kinder immer irgendwann weinen, wenn die Eltern gehen. Manche haben anfangs Schwierigkeiten, andere erst nach Wochen. Aber meistens wird nicht lange geweint. Sondern sobald die Eltern gegangen sind, wird gespielt.
Hm, irgendwie sehe ich dem mit gemischten Gefühlen entgegen. Eigentlich würde ich mein Kind nicht in der Kita lassen wollen, wenn es weint, sondern erst, wenn es sich beruhigt hat.
Aber auch eine befreundete Erzieherin meinte, das wäre tatsächlich so, dass alle Kinder irgendwann weinen, wenn die Eltern gehen und auch erst aufhören, wenn die Eltern schon gegangen sind.

Wie habt ihr das erlebt? Seid ihr gegangen, obwohl euer Kind geweint hat? Geht es vielleicht tatsächlich manchmal nicht anders?
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cocotte
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von cocotte »

Ich glaube, alle Kinder haben irgendwann ne Phase, wo ihnen der Abschied besonders schwer fällt. (die Trennung ist ja auch schwer!)
Meine Große hat so gut wie nie geweint - ich könnte es an 5 Fingern abzählen, glaub ich.
Die Kleine wollte quasi nicht mehr heim, sie kannte den Kiga ja schon von ihrer Schwester und war völlig begeistert. Ich konnte sie sogar ziemlich von Beginn an, nach 2 Wochen oder so, fast 4 Stunden dort lassen, es lief einfach traumhaft. Tja, und dann fing sie von einem Tag auf den anderen an zu weinen morgens... AUsgerechnet genau in der Woche bevor ich wieder arbeiten musste. Da war sie 15 Monate alt und schon 6 Wochen dort.
Ich musste sie oft weinend abgeben, fand das auch furchtbar, aber mir blieb nichts anderes übrig. Ich hab dann versucht, möglichst früh da zu sein, um noch bleiben zu können. Die Erzieherinnen fanden es auch kontraproduktiv, dass ich dann an meinen freien Tagen wieder länger dabei geblieben bin. Aber ich wollte das trotzdem machen. Gebracht hat es aber meistens nichts... Sie spielte dann fröhlich, solange ich da war und sobald ich mich rührte um zu gehen, wollte sie auf meinen Arm und weinte... Ich fand es schrecklich.
Wir haben dann insgesamt versucht, ein besseres Übergangs- und Abschiedsritual zu finden. Bzw. überhaupt eines zu finden - anfangs war sie so begeistert dort, dass ich mich praktisch gar nicht verabschieden konnte (natürlich bin ich immer hin und hab Tschüß gesagt, sie geküsst usw.), sie hat sich so gut wie nicht mehr für mich interessiert, sobald im Kiga ankamen. Ich hatte das Gefühl, dass ihr das erst nach einigen Wochen bewusst wurde, dass in den Kiga zu gehen, auch immer heißt, einige Stunden ohne Mama zu sein - und dass das jetzt auch IMMER so ist und bleibt.
Vielleicht hatte es auch mit meiner inneren Einstellung zu tun - ich geh nicht gerne arbeiten, wär am liebsten mit den Kindern daheim, was aber finanziell nicht möglich ist. Vielleicht überträgt man die Stimmung tatsächlich aufs Kind, weil das Weinen ja tatsächlich erst anfing, als der "Zwang" meinerseits da war.

Wie gesagt, geholfen hat, dass wir den Abschied dann ganz bewusst gestaltet haben. Ich hab sie dann immer der Bezugserzieherin auf den Arm gegeben und bin recht zügig gegangen. Es war wirklich wichtig, dass dieser Übergang von Arm zu Arm erfolgte, das war für sie leichter. An meinen arbeitsfreien Tagen bin ich dann wieder länger dabei geblieben.
Nach 3-4 Wochen (ich kann es gar nicht mehr genau sagen) hörte das Weinen plötzlich von einem auf den anderen Tag auf. Einfach so. Und sie war von da an total fröhlich dort. Winkte zum Abschied, alles gut.

Rückblickend denke ich, die Eingewöhung war einfach noch nicht abgeschlossen - vielleicht haben wir alle (auch ich) die kleine Maus überschätzt, weil sie anfangs so problemlos dort blieb. Es tut mir immer noch so leid, dass es dann ne Zeitlang so schlecht lief... Wir hatten auch leider nicht so viel Zeit zur Eingewöhnung wie bei der Großen. Eigentlich hätte sie schon ab Anfang April eingwöhnt werden sollen, schließlich konnten wir erst zum Monatsende hin, das waren immerhin 3 Wochen, die uns verloren gingen bis zu meinem Wiedereinstieg auf der Arbeit.


Ich würde, wenn irgend möglich versuchen, beim Kind zu bleiben, bis es nicht mehr weint - auch wenn die Erzieherinnen was anderes sagen. Und eine LANGE Eingewöhnung einplanen, 6-8 Wochen. Kein Kind MUSS weinend abgegeben werden. Das finde ich quatsch. Vielleicht geht es manchmal nicht anders -aber das sind dann äußere Zwänge. Und es gibt immer einen Weg.
S. mit großem Mädchen *04/08 und fast großem Mädchen *02/10 und kleinem Mädchen *12/14 und winzigem Sternenbübchen *+11/17 im Herzen

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Mamika
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von Mamika »

Meine Große hatte nie eine Eingewöhnung. Mit knapp zwei kam sie in den KiGa - und schon am ersten Tag bin ich dann irgendwann gegangen, weil sie mich so gar nicht brauchte. :wink:
Allerdings hatten wir nach ein paar Wochen (oder eher Monaten) mal eine Woche, in der ihr das Abschiednehmen schwer fiel.
Bei den anderen Kindern im KiGa bekomme ich mit, dass die meisten immer mal wieder ihre "Ich-möchte-Mama-nicht-gehen-lassen"-Phasen haben...
M. hatte GsD nur diese eine Woche vor langer Zeit. Ansonsten schreit sie eher beim Abholen. :shock: :lol:
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rhapsody
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von rhapsody »

cocotte hat geschrieben: Rückblickend denke ich, die Eingewöhung war einfach noch nicht abgeschlossen - vielleicht haben wir alle (auch ich) die kleine Maus überschätzt, weil sie anfangs so problemlos dort blieb. Es tut mir immer noch so leid, dass es dann ne Zeitlang so schlecht lief... Wir hatten auch leider nicht so viel Zeit zur Eingewöhnung wie bei der Großen. Eigentlich hätte sie schon ab Anfang April eingwöhnt werden sollen, schließlich konnten wir erst zum Monatsende hin, das waren immerhin 3 Wochen, die uns verloren gingen bis zu meinem Wiedereinstieg auf der Arbeit.


Ich würde, wenn irgend möglich versuchen, beim Kind zu bleiben, bis es nicht mehr weint - auch wenn die Erzieherinnen was anderes sagen. Und eine LANGE Eingewöhnung einplanen, 6-8 Wochen. Kein Kind MUSS weinend abgegeben werden. Das finde ich quatsch. Vielleicht geht es manchmal nicht anders -aber das sind dann äußere Zwänge. Und es gibt immer einen Weg.

Da will ich mal bei Cocotte unterschreiben. Trifft genau auf uns zu. Mein Sohn habe ich letztendlich aus dem Kindergarten wieder abgemeldet, weil der Abschied (nach völlig problemlosen Kindergartenstart) immer schlimmer wurde und er zum Schluss gar nicht mehr hin wollte. Er wollte sich schon morgens nicht mehr anziehen, nicht aus dem Haus, hat immer mehr getrödelt auf dem Weg usw..

Wie alt ist denn Dein Sohn? Zwei interessante Seiten zum Thema Kindergarteneingewöhnung findest Du Hier und hier. Bei dem ersten Link kannst Du auch mal nach 'sanfte Ablösung' suchen, da kommen einige Geschichten und die 'Expertenmeinung' dazu.
Beides hat MICH in meiner Meinung bestärkt, dass ein Kind nicht weinen MUSS. Stehe ich aber hier im Umfeld ziemlich alleine da mit der Meinung, leider. In unserem KiGa zB hiess es immer 'jedes Kind ist anders' und 'manche brauchen eben mehr Zeit', letztendlich denke ich aber dass die Erzieherinnen zwar vordergründig meine Meinung bestätigt haben, aber eigentlich nicht wirklich dieser Meinung waren. Und Kinder haben so feine Antennen, die merken das sofort, wenn Sprache und Handlung nicht übereinstimmen.
Rhapsody mit Koboldsohn 10/2008, Koboldtochter 06/2011 und Babykobold 02/2014
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Wenn Kinder mit einer Bitte kommen, wollen sie immer zwei Dinge gleichzeitig: Das Eis und Kontakt. Sie kommen gut ohne das Eis aus, aber nicht ohne Kontakt." Jesper Juul
kicka

Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von kicka »

ich finde weinen gar nicht so unverständlich... wenn ich einen ersten tag im job habe, könnte ich auch in manchen situationen wieder nach hause gehen... und bei meinem letzten job habe ich sogar in der mittagspause geheult, weil ich es so schlimm fand.

als erwachsener mensch kann man so etwas einordnen, sich selbst beruhigen, etc. man ruft beim partner an (ich habe sogar meine mama angerufen :D) redet sich alles kurz von der seele, strafft die schultern und weiss, dass alles besser wird und man zur not einfach kündigt :D

das können kleine kinder aber nun mal nicht... den job des beruhigens und trösten müssen wir übernehmen und das richtige gefühl vermitteln - dass der kindergarten toll ist, dass die kinder dort toll sind, etc. (es sei denn, es ist nicht so :D)
und dass man sich ja bald wieder sieht!!

eine gute bindung an uns eltern ist elementag wichtig, dass die mäuse einen guten tag im kindergarten verleben ;D

ggggggggggggggggglg kicka
Sibi
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von Sibi »

layla hat geschrieben: Aber auch eine befreundete Erzieherin meinte, das wäre tatsächlich so, dass alle Kinder irgendwann weinen, wenn die Eltern gehen und auch erst aufhören, wenn die Eltern schon gegangen sind.

Wie habt ihr das erlebt? Seid ihr gegangen, obwohl euer Kind geweint hat? Geht es vielleicht tatsächlich manchmal nicht anders?
Puh, nein, mein Ideal ist schon, dass ich mein Kind tröste, wenn es in meiner Anwesenheit weint. Das Weinen ist für mich eine Kommunikation, die an mich gerichtet ist und da käme es mir schäbig vor, zu gehen. Das ist wie, wenn ich aus einem Gespräch einfach abdampfe, während der andere noch redet. Mag ich nicht.

Wir haben ja sehr früh die Eingewöhnung gehabt (mit 6 Monaten und noch quasi Vollstillkind). Und natürlich war das teilweise anstrengend. Aber wir haben es weitgehend durchgehalten, dass ich bei Weinen nicht gegangen bin und sollte sich mein Kind mal nicht innerhalb kürzester Zeit beruhigen (wenn es zu weinen anfing, als ich weg war), wurde ich angerufen.

2 x bin ich gegangen, als sie geweint hat (lange nach der Eingewöhnung) und ich habe mich damit schrecklich gefühlt. Wir haben das Bringritual geändert und sofort eine deutliche Besserung erreicht. Ich bin daher überzeugt, dass Kinder beim Abgeben nicht weinen müssen und wenn bin ich diejenige die tröstet. Ich gehe dann, wenn alles ok ist - auch wenn das mal 10 min dauert. Die Zeit habe ich immer.
Sibi
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von Sibi »

cocotte hat geschrieben: Es war wirklich wichtig, dass dieser Übergang von Arm zu Arm erfolgte, das war für sie leichter.
So unterschiedlich sind Kinder. Bei uns war das das Problem, das wir mit dem neuen Ritual geändert haben. Seitdem gibt es keine "direkte Übergabe" mehr und es läuft viel besser.
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Dickkopf-Mama
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Hier war es so, dass es in der ersten Kita als normal angesehen wurde, dass Kinder weinen. Dort ist unsere Eingewöhnung schief gelaufen und nach 3 Terminen haben wir abgemeldet. In der zweiten Kita ist der Blick auf's Kind anders. Auch da kommt es mal vor, dass ein Kind weint, aber echt selten. Wenn die Eltern Zeit haben trösten sie selber, in den extrem seltenen Fällen, dass wegen anderer Termine keine Zeit ist übernehmen natürlich auch die Erzieherinnen. Ich habe sehr lange in der Kita verbracht und konnte keinen Unterschied ausmachen, was die länge des weinens anging, aber bei den 5 malen die ich noch im Kopf habe ist das auch wenig aussagekräftig :lol: .
Aber was ich nach fast 2 Jahren Kita sagen kann ist, dass mein Sohn dort nie geweint hat beim bringen/ abgeben und auch die meisten anderen Kinder nicht. (Das kann ich allerdings nur für das 3/4 Jahr was ich (aufgrund med. notweniger Betreuung) auf dem Flur verbracht habe.)
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
(miri)
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Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von (miri) »

Also der Meter geht jetzt seit einem Jahr in die Kita und hatte noch keine solche Phase durch, was mich immerwieder positiv überrascht, weil ich nicht damit gerechnet habe und hatte. Scheinbar war er bereit. Weil sogar zur Eingewöhnung alles super lief.
Vielleicht wirst du ja auch so positiv überrascht, ich wünsch es dir. Denn wenn man den ganzen Tag sich sorgen macht, ob es dem Kind gut geht, wird das mit der Arbeit nix.
Schliess ab, mit dem, was war, sei glücklich über das, was ist und offen für das, was kommt!
Das Leben ist schön! ...von "einfach" war nie die Rede.

Miriam mit Junior(05/09), Madame(01/13) und Sir(07/14)
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annikki
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Re: Kita-Eingewöhnung: Weinen alle Kinder irgendwann?

Beitrag von annikki »

wir hatten keine eingewöhnung. der große, damals 3,5 jahre, hat nie geweint. war zwar ab und zu anhänglich und wollte mich nicht gehen lassen, wurde dann aber von der erzieherin sanft in die gruppe geführt. dann beim winken am fenster strahlte das gesicht schon wieder in mitten seiner freunde. alles i.o.
einmal habe ich in der kita ein kind weinen sehen, in der neuen vorschulgruppe, also eine 5jährige, die hatte sehnsucht nach ihrem alten kiga, so der papa.
Liebe Grüße Anni

mit Sternentochter Lilly 10/05, mit Bärchen 04/07 und Fröschlein 03/11 und Knöpfchen 06/14
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