avoila hat geschrieben: Danach sah ich Nachbarn, die sich hinter ihren Gardinen zu verstecken versuchten.
Wahrscheinlich wars ihnen peinlich, dass sie fade Fenstergucker sind

Nein ehrlich, mach ganz schnell Augen und Ohren zu was Blicke und Bemerkungen Deiner Umgebung zu allfälligen Willensbekundungsaktionen Deines Kindes anbelangt. Du bist die Mama und erziehst, nicht die Nachbarn, nicht irgendwelche Fahrgäste in Öffis und nicht Leute an der Supermarktkasse. Die lass schauen und reden.
Die Situation kenne ich auch, wobei ich immer von Anfang an schaue, dass es sich nicht hochschaukelt, dh ich bin bestimmt. Wenn es geht, lass ich Raffael rumzwozeln (genauso wie ich es auch bei seinen großen Brüdern gemacht hab). Wenn ich aber einen Termin habe oder mir schlichtweg schon kalt ist und ICH nicht mehr will, insbesondere will ich keine längeren Strecken am Arm tragen, weil Zwerge dieses Alters meist schon ordentliche Bröckerl sind und MIR tut dann alles weh.
Also mach ich einen klaren Schritt: Entweder rein in die Tragehilfe (der Protest währt meist nur kurz) oder in den KiWa, aber mit Gurt, weil sonst der KiWa-Limbo beginnt (sprich rauswurschteln und dann halb auf der Straße hängen) und ich mitten auf der Straße womöglich ein Kind zur Hälfte rumschleife, und darauf hab ich auch keine Lust.
Ich finde es sehr wichtig, auf die Bedürfnisse meiner Kinder einzugehen. Aber es gibt Situationen (zB Straßenverkehr) wo das nicht geht und Situationen, wo es mir zu anstrengend wird. In dem Fall bespreche ich das kurz mit meinen Kindern (kurze Sätze, eindeutige Botschaft, keine "willst Du"-Fragen, denn eigentlich will ich ihnen in der Situation dann ja keine Auswahl mehr geben) und dann muss ich ihren Protest einfach aushalten (inkl. mögliche Blicke aus der Umgebung).
Klingt jetzt so nach Supermama, also geb ich auch gleich zu, dass mir das nicht immer gelingt und manchmal ertapp ich mich dabei, dass ich ganz schrecklich kindisch werde
