Umgang mit dem Kindergarten...

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Roxy89
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Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Roxy89 »

...hallo ihr Lieben,

kennt jmd. von euch die Bücher "In liebe wachsen" und "auf der suche nach dem verlorenen glück"?
Finde diese super u. sie haben mir erklärt, warum ich so bin, wie ich bin im umgang mit meinem kind...und in den büchern wird aber auch erwähnt, dass kindergarten für die kinder gar nicht so gut oder nötig sei...ich bin als kind selbst nicht gern dort hin gegangen. hab ein bisschen angst davor, mein kind wenn es soweit ist, in die hände von jmd. anders zu geben, der es dann mit großer wahrscheinlichkeit anders erzieht als ich bzw. eben einen anderen weg geht.
ich mag halt diese angeblichen fachbücher nicht, wo irgendwelche leute schreiben, wie sie meinen dass man mit kindern richtig umgeht u. nach denen werden die erzieherinen ja gelehrt...meine schwiegermama ist auch erzieherin u. neulich hat sie mir gezeigt, was die kinder in der frühförderung (was vorgeschrieben ist) für prüfungsbögen machen müssen (was auch vorgeschrieben ist) :shock:
bisher dacht ich ehr locker, dass es halt so ist, dass er da mal hingeht.dass er ja mit andren kindern spielen kann u. es halt so ist, dass ich in der zeit an manchen tagen wieder arbeiten gehe oder eben daheim einiges machen kann um nach dem kindergarten nur für ihn da zu sein.
finde den kiga bei uns im dorf auch ganz schön.
aber bisschen schwer ist mir bei dem gedanken trotzdem zumute.

wollte mal fragen, wie es euch damit so geht, ob ihr versteht, was ich meine u. wenn ja, wie ihr damit umgeht?

hab ja noch weng zeit bis dahin, aber es beschäftigt mich doch schon ein wenig.

glg
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Lia
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Lia »

Finde das kann man nicht so verallgemeinern. Das kommt halt auch drauf an, was für leute in der kita arbeiten.
Ich bin selbst erzieherin und bin im umgang mit den kindern auf der arbeit auch einfach so, wie mein gefühl mir das sagt, finde nicht wirklich, das man sowas lernen kann.
Ein liebevoller umgang und das die kinder gerne kommen liegt mir sehr am herzen, dann sind sie auch ganz von alleine neugierig aufs lernen.
Das sie sich wohlfühlen ist mir super wichtig.
Hab jetzt bei dem kinderladen in dem mein sohn angemeldet wid ein gutes gefühl. Aber trotzdem hab auch ich etwas schiss ihn in fremde hände zu geben.
Ich hoffe einfach, dass er dort nen guten start haben wird, sich schnell einlebt und wohl fühlt und freunde findet.
Aber ich denke wie in der schule steht und fällt das mit dem personal, wie engagiert sind die erzieherinnen/lehrer, haben sie spaß an der arbeit etc...
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Ratze
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Ratze »

Hallo,
die Bücher kenne ich leider nicht, aber zum Thema Kiga kann ich etwas sagen. Ich bin auch Erzieherin und habe 9 Jahre im Kiga gearbeitet bis zum Mutterschutz.
Ich finde den Kiga sehr wichtig für die Kinder und habe dies auch immer von der Grundschule rückgemeldet bekommen. Die Kinder lernen einfach unheimlich viel von und miteinander.
Jede Erzieherin ist anders und "erzieht" auch anders. Dein Kind wird unterscheiden können zwischen der Erziehung zu Hause und der im Kiga. Wichtig ist, daß du und dein Kind sich in der Einrichtung wohl fühlen und die Erzieherin(nen) mögt.
Die Prüfungsbögen kenne ich übrigens nicht. Bei uns in RLP gibt es die nicht.
Schau dir die Einrichtung doch einfach mal genau an und lern die Erzieherinnen kennen.
Liebe Grüße
Ratze
F(7/2011) & G(8/2013)
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Roxy89
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Roxy89 »

ja, momentan geh ich ja mit meinem Kleinen in die Krabbelgruppe, die findet auch im Kiga statt. Bis jetzt fand ich es ganz schön dort. mal sehn, werden nächsten sommer auch das 1. mal das sommerfest des kiga besuchen.
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Sandra214
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Sandra214 »

Ich kenne die Bücher leider nicht, klingt aber sehr interessant!
Ich bin auch Erzieherin, liebe meinen Job. Und trotzdem schaffe ich meinen Sohn (im Februar 2) nicht in die Krippe.
Ich denke jetzt ein bisschen anders als wo ich noch kein eigenes Kind hatte. Irgendwie ist mehr Herz dabei und ich denke die Eltern müssen einfach auf ihr Gefühl hören, meine Intuition sagt mir einfach, dass es nicht gut ist sein Kind so zeitig abzugeben (nat. muss man auch die individuelle Situation einer Famile sehen, Finanzen...) Dieser Weg muss nicht für jeder der richtige sein!
Wir besuchen eine Krabbelgruppe, und er bekommt sicher bald ein Geschwisterchen. Wenn er in den KiGa gehen möchte (von sich aus) darf er das gerne, so lernt er ja auch seine späteren Schulkollegen kennen, das finde ich schon wichtig! Aber ich glaube nicht, das es einem Kind schadet, wenn es in seiner Familie groß wird (wenn es nat. "gute" Familienverhältnisse sind und das Kind auch dort "gefördert" wird) Ich finde es sehr schade und bedenklich, dass den Eltern oft vermittelt wird, dass sich ein Kind nur gut entwickeln kann wenn es auch fremdbetreut wird weil es nur da die "richtige" Förderung bekommt... :(
Ich möchte die Entwicklung meines Sohnes einfach selbst mit erleben und ihn auch selbst erziehen und nicht nur 3 Stunden am Tag mit ihm verbringen, weil ich von 7 Uhr bis 16 Uhr auf Arbeit bin und er dann um 19 Uhr ins Bett muss...
Wie gesagt, das ist meine Meinung...

LG Sandra :D
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Hyndla
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Hyndla »

Liebe Roxy89,

die Suche nach dem verlorenen Glück hab ich noch nicht gelesen, aber das andere Buch und mehr in dieser Richtung. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, wie`s Dir geht und was Du Dir für Gedanken machst. In mir sieht es ähnlich aus. Ich bin mit meiner Tochter noch zu Hause und scheue mich auch davor, mir vorzustellen, sie in einen Kindergarten geben zu müssen, in dem entgegen meinen "Erziehungs"vorstellungen gearbeitet wird. Sicherlich können die Kinder das unterscheiden, wie es bei den Erziehern läuft und wie bei Mama zu Hause. Aber ich möchte eigentlich nicht, dass meine Tochter sonderlich gefördert wird, weil sich das für mich so anhört, wie in eine bestimmte Richtung gedrängt werden nach dem von außen vorgegebenen Tempo. Ich möchte, dass sie sich von sich heraus entwickeln kann und habe da auch einen festen Glauben an die Natur. Tja, und hier in der Großstadt wird`s glaub ich auch sehr schwierig bei der enormen Nachfrage einen reformpädagogischen Kiga-Platz zu ergattern...
Mal schauen, ein Jahr haben wir ja noch...

Alles Gute für Euch!
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
Doro31
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Doro31 »

Ich denke, verallgemeinern kann man das nicht. Mein Sohn geht jetzt seit zwei Wochen in den Kindergarten, und er liebt es. Er wird schon ganz kribbelig, wenn ich ihm morgens sein Vesper richte, denn daran merkt er, dass KiGa-Tag ist. Er geht allerdings auch nur vormittags, alles andere wäre mir (und ich denke auch ihm) zuviel. Das Kindergartenkonzept gefällt uns gut, das ist natürlich auch wichtig!

Im Lauf des Sommers habe ich schon gemerkt, dass er mehr Kontakt zu anderen Kindern wollte. Von Zeit zu Zeit kommen hier mal die Nachbarskinder vorbei und spielen ein bißchen mit ihm - sobald er ihre Stimmen hörte, lief er schon vor an die Straße und war traurig, wenn sie mal nicht mit ihm spielen wollten.

Und die Eingewöhnungsphase im Kindergarten ist auch für die Eltern da, finde ich :mrgreen: Man bekommt dabei ja sehr gut mit, wie die Erzieherinnen mit den Kindern umgehen, und ich bin seither absolut beruhigt. Das erste Mal alleine zu Hause sein ohne Kind war aber schon ein seltsames Gefühl...
Doro mit den drei Blondschöpfen (11/09, 07/12 und 02/15)
Lösche Benutzer 1828

Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich denke auch, Erzieher ist kein Beruf, den jeder erlernen kann.
Wir haben auch bei uns Berufsanfänger, die noch mitten in der Ausbildung sind und das echt super machen. Und ich habe schon andere mit Diplomen und Fortbildungen erlebt, die fand ich menschlich ganz schlimm.
IRgendwelche Frühförderungen kenne ich nicht - wir sind in einem MOntessori-KiGa und die Kinder leben dort innerhalb der Grenzen sehr frei.
ICh empfinde es durchaus als Bereicherung und Erweiterung des menschlichen Umfeldes.
Sibi
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Sibi »

Roxy89 hat geschrieben:und in den büchern wird aber auch erwähnt, dass kindergarten für die kinder gar nicht so gut oder nötig sei...ich bin als kind selbst nicht gern dort hin gegangen. hab ein bisschen angst davor, mein kind wenn es soweit ist, in die hände von jmd. anders zu geben, der es dann mit großer wahrscheinlichkeit anders erzieht als ich bzw. eben einen anderen weg geht.
ich mag halt diese angeblichen fachbücher nicht, wo irgendwelche leute schreiben, wie sie meinen dass man mit kindern richtig umgeht u. nach denen werden die erzieherinen ja gelehrt...
aber bisschen schwer ist mir bei dem gedanken trotzdem zumute.
Ich habe mal ein bisschen gekürzt, um folgenden Eindruck, den ICH habe, deutlich zu machen: Für mich routierst Du bei der Frage zu sehr um Dich. Natürlich müssen wir alle uns damit auseinandersetzen, unsere Kinder früher oder später langsam los zu lassen.
Aber in Sachen Kindergarten oder allgemein Kinderentwicklung finde ich immer wichtiger, zu schauen, was das Kind will und was es braucht.
Ich hätte gut auf einen Kita-Vollzeitplatz verzichten können. Ich konnte mich früh gut selbst beschäftigen, mir war es zu hektisch, zu reglementiert, etc. Ich bin auch früh nicht mehr in den Hort nach der Schule gegangen. (In der DDR war das üblich und ich eher eine Ausnahme, dass ich mit 7/8 Jahren dann mittags nach Hause gegangen bin.)
Mein Bruder dagegen war tiefunglücklich, als mit 10 Jahren der Hort vorbei war und er nicht mehr hindurfte. :wink:

So unterschiedlich sind Kinder, selbst aus der gleichen Familie. Ich würde einfach an Deiner Stelle Deinen Sohn beobachten. Wenn Du merkst, er fühlt sich bei Dir am wohlsten und Du hast genügend Abwechslung, Ansprache und Kinderkontakt für ihn, dann spricht doch nichts dagegen, wenn Du ihn so lange wie möglich (auch finanziell) bei dir lässt. Aber wenn Du merkst, er blüht auf in Kindergruppen, er langweilt sich mit Dir, oder braucht einfach mehr Input, dann such' ordentliche Betreuungsmöglichkeiten. Natürlich ist das in kleinen Orten schwieriger, aber prinzipiell glaube ich, dass die konkrete Betreuungssituation viel ausmacht. Kinder können todunglücklich in einer Kita seien und voller Freude in eine andere gehen.

Ich glaube auch, dass Du den Einfluss aushäusiger Betreuung überschätzt. Eltern bleiben die wichtigstens Bezugspersonen und die "richtige" Welt für Kinder, wenn die Bindung stimmt. Sie können ganz gut damit umgehen, dass in Kita (oder später Schule) andere, teils merkwürdige Regeln gelten.

Noch ein Literaturtipp von mir: Es ist zwar durchaus offtopic, aber durchaus interessant, wenn es um die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern geht.
Alice Miller hat viel über Erziehung und Gewalt gegen Kinder geschrieben. Gewalt in jeder Form, auch sehr sublime. Was für mich damals interessant war: Bereits EIN einfühlsamer "Zeuge", der das Kind in seinen Gefühlen "bestätigt", ihm sagt, dass er richtig fühlt und ist, sorgt häufig dafür, dass Kinder, die aus schrecklichen Verhältnissen kommen, emphatische, mitfühlende, erfolgreiche Kinder werden, die eben nicht die Wertvorstellungen ihrer "Peiniger" übernehmen ("Mir hat das auch nicht geschadet...").

Und Kitas sind ja nun keine grausamen Verwahranstalten :wink: und wenn da mal etwas nicht so läuft, wie Du es gern hättest, heißt das nicht, dass Dein Sohn daran Schaden nimmt. Denn das wichtigste bist Du und Dein Verhalten zu Deinem Sohn. Außerdem suchst Du die Kita aus und hast ein Auge darauf, was da läuft und kannst jederzeit einschreiten.

Und noch ein Literaturtipp, der mehr ontopic ist: Hermann Renz-Polster: Kinder verstehen.
Renz-Polster kann man ja in vielen Dingen durchaus SuT-konform lesen. :wink: Und er (wie übrigens viele andere auch) betont die Bedeutung der Kindergruppe für die Entwicklung der Kinder. Er kritisiert die ständige Anwesenheit von Erwachsenen (also sein Argument gegen Kita wäre dann höchstens, dass man erst die Erzieher abschaffen muss... :lol: ) und plädiert bei der ganzen Debatte um Kinderbetreuung vor allem für GUTE Qualitätsstandards, die den Kindern entgegen kommen. Die Kernfamilie mit 2 Erwachsenen und 1 Kind ist halt auch eher ein Sondermodell der Geschichte und für die Kinderaufzucht nicht unbedingt das erprobteste.
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Roxy89
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Re: Umgang mit dem Kindergarten...

Beitrag von Roxy89 »

ja, das stimmt schon, dass es momentan um meine Ängste geht...er ist ja auch erst 7,5 monat alt u. das erste jahr istj a so das bindungsjahr ... wenn er mobil wird, dann geht alles eh seinen natürlichen lauf u. er wird "freier" und ich denk ich auch, dass icih da reinwachse.
wenn er glücklich ist, bin ich das auf jeden fall auch. ich hoffe natürlich, dass er gern hin gehen wird u. es ihm gefällt, dann bin ich auch beruhigt, egal was da für "erziehungsmethoden" od. wie ich es nennen soll herrschen, aber momentan kann ich mir das noch so schwer vorstellen. es ist mein 1. kind u. ich kann mich bislang noch nicht von ihm trennen ;-)
glg
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