Na klar wird das noch was!!

Mach dir da mal keine Sorgen!
Natürlich ist das schwer für dich zu ertragen, wenn deine Tochter dir zu Verstehen gibt, dass sie alles gerade total blöd findet. Und natürlich konfrontiert sie dich damit mit einer DER grundsätzlichen Ängste derer, die gerade aus ihrem Einzel- ein Geschwisterkind gemacht haben.. Mit der großen Sorge, ihr nicht mehr gerecht werden zu können und dass man über das Baby die Großen vernachlässigen könnte.
Es ist ja nun so, dass ihr, also du und der Papa die Familie aufbaut, ihr plant und entwerft und setzt um. Aber trotzdem muss jedes Mitglied sich von Zeit zu Zeit, und insbesondere wenn Zuwachs ankommt, neu definieren. Deine Große muss erstmal ihre neue Rolle finden. Vorher war sie nicht die "Große" sondern einfach "die Tochter", nämlich die einzige. Und das ist etwas ganz anderes als die Große zu sein. Damit sind ganz andere Anforderungen und Aufgaben verbunden.
Mein Großer hatte zum Beispiel das Problem, dass plötzlich alle niedlich fanden, was der Kleine macht und wenn er das machte, verdrehte alle Welt nur die Augen. Schwer zu begreifen für ein kleines Kind. Er musste plötzlich "vorsichtig" sein, auch mal leise, rücksichtsvoll, mal ein Momentchen warten... kannte er vorher ja auch nur bedingt.
Das ist etwas, was das Geschwisterdasein einfach mitbringt. Dass man sich neu einfügen muss. Euer Kleiner wird ja, sofern ihr nicht irgendwann noch Zuwachs bekommt, auch der Kleine bleiben (mein Vater ist mit 51 Jahren immernoch der "Kleine" und mein Onkel mit 52 Jahren der "Große, ihm wird soooo viel mehr zugetraut, und meine Oma erwartet mehr von ihm und schützt immernoch meinen Vater vor bösen verbalen Angriffen meines Onkels!!!!)
Ich glaube, es könnte deiner Tochter helfen, wenn ihr ihr helft, ihre neue Rolle zu finden. Auch "die Große" zu sein, kann Vorteile haben. Aber die muss man erstmal finden. ICh denke nicht, dass es sonderlich hilfreich ist, sich "ein Bein für sie auszureissen" und sie von vorn bis hinten zu betuddeln. Denn das impliziert ja, dass ihr ein schlechtes Gewissen habt und ihr beweisen wollt, dass alles wie vorher ist. Und das ist ja nunmal nicht der Fall. Klar soll sie merken, dass sie nach wie vor geliebt und jederzeit willkommen ist und ihr auch immernoch versucht, ihr ihre Wünsche von den Augen abzulesen. Aber ich glaube, ganz wichtig ist für sie jetzt, dass sie weiß, wo sie hingehört und welchen Platz sie nun einnehmen soll. Es ist ja mehr als nur ein Stückchen zur Seite rutschen für sie.
Ich habe in der Zeit ganz viel mit meinem Großen gesprochen, ihm kleine "Aufgaben" und Verantwortungen übertragen. (Okay, meiner war allerdings vieeeeeeeeel kleiner als sein kleiner Bruder zur Welt kam. ) Und wir hatten exklusive Dinge, die nur wir zusammen gemacht haben, und die haben wir auch jetzt noch.. genau wie ich die auch mit meinem Kleinen habe.. mit dem Kleinen könnte ich nieeeemals so klönen und Witze machen wie mit dem Großen und mit dem Großen nieeeeemals so ausgiebig Bücher über Steine und Pflanzen anschauen..
Ich denke, die Eifersucht und Aufregung wird sich sehr bald legen, ganz sicher!!
