Lieber Actionzwerg,
ich habe auch einen November-09-Sohn - und ich kenne das, was Du beschreibst, nur zu gut. Der einzige (aber natürlich relevante) Unterschied ist, dass wir Mini nicht umbetten müssen, da er ebenerdig auf einer 1,40m-Matratze schläft und wir uns einfach dazulegen bzw. wegschleichen können.

Darf ich fragen, weshalb Dir das Gitterbett so wichtig ist? Könntet ihr es Euch nicht etwas einfacher machen, indem ihr das anders löst (siehe oben oder Familienbett oder so)?
Ansonsten lief es bei uns bis vor zwei Wochen ebenso: Papa wurde zum Beruhigen nicht akzeptiert, es half nur BrustBrustBrust. Gerade abends und nachts wachte er ständig auf und musste unbedingt stillen. Ich war dann ziemlich am Limit. Da ich wieder arbeite und einfach keine Kraftreserven mehr hatte, wusste ich, dass wir was ändern müssen. Und entschieden uns, Mini nachts abzustillen.
Nun läuft es so: Ich einschlafstille. Und ab dann übernimmt mein Mann komplett. Er geht zu dem Kleinen, wenn er abends aufwacht. Er schläft bei ihm (und ich allein im großen Schlafzimmerbett

). Meine "Schicht" beginnt dann wieder ab ca. fünf Uhr. Dann gehe ich rüber, wir tauschen und ich stille, quasi zum "Frühstück". An sich hat diese Umstellung viel besser geklappt als gedacht. Langes Geschrei gab es kaum. Zu unserer riesigen Verblüffung gab es mittlerweile schon mehrere im Prinzip durchgeschlafene Nächte!!! Ich hätte das nie für möglich gehalten (vorher musste ich teilweise stündlich oder noch öfter "herhalten"). Wenn er doch wach wird, lässt er sich prima durch meinen Mann wieder beruhigen. Erst ab gegen fünf, halb sechs fordert er vehement sein Frühstück ein. Bis dahin habe ich dann bereits sechs, sieben Stunden durchgeschlafen - ein Traum!!!
Allerdings gibt es auch Nebenwirkungen. Meine Nacht ist um fünf dann vorbei. Denn Mini lässt dann einfach die Brust nicht mehr los. Wenn überhaupt, nickt er gegen halb, um sieben nochmal ein - die Zeit, zu der ich aufstehen muss, um zur Arbeit zu gehen... Er ist wirklich dann schwer von der Brust loszubekommen. Überhaupt ist er seitdem wieder viel brustfixierter tagsüber. Wenn ich von der Arbeit komme, ist sein erstes Wort "Tinken" (trinken), mit vehementem Klopfen auf meine Brust verbunden. Und ab da kommt er dann ständig angelaufen und hängt mir am Busen. Ich genieße es - und habe aber auch ein schlechtes Gewissen. Er ist auch wieder insgesamt mama-anhänglicher geworden. Ich frage mich schon, ob wir ihm mit der Umstellung vielleicht zuviel zugemutet haben. Andererseits klappt es ja nachts gut. Und auch mein Mann ist gewissermaßen freudig und stolz darüber, nun einen "wichtigeren" Part einnehmen zu können, was für die Papa-Sohn-Beziehung ja sicher auch gut ist...
Hm. Ihr seht, es gibt wohl mehrere Wege, die alle ihr Für und Wider haben. Grundsätzlich tendiere ich aber mittlerweile zu der Einstellung, dass man seinem Kind vielleicht manchmal mehr zutrauen kann als man fürchtet. Wisst ihr, was ich meine?
Liebe Grüße,
Mascha.