Hallo und herzlich willkommen hier!
Deine Beschreibung klingt eigentlich gar nicht nach Durchfall. Durchfall bei Stillkindern auf Grund von irgendwelchen Magendarminfektionen kennzeichnet meist, dass er sogar öfter 10x täglich kommt, wie Hölle stinkt (wirklich!), und das Baby weitere Krankheitssymptome hat, etwa Erbrechen, Fieber, ganz viel schläft usw.
Erfahrungsgemäß kann man sagen: wenn Eltern überlegen, ob ihr Stillkind Durchfall haben könnte, dann ist es meistens keiner
Normaler Muttermilchstuhl kann in sehr unterschiedlicher Form auftreten. Deine Beschreibung ("grünlich, stinkt nicht, aber macht sehr wund") deckt definitiv noch den "normalen" Bereich ab; die Beschreibung "aber macht sehr wund" sagt da eigentlich mehr über die Haut als über den Stuhl aus
Im Einzelnen:
Das alles ist jetzt schon vier Wochen her, d.h. der Stuhlgang wird nicht besser. Die Kinderärztin hat den Stuhl neulich gesehen. Sie konnte daran nichts krankhaftes finden und meinte, sie würde mit der Breikost weiter machen, also auch einen weiteren Brei am Tag einführen, weil mein Knallfröschlein auch so sehr giert
Das sehe ich auch so. Ein
beikostreifes Baby sollte essen, und das dürfte es durchaus auch, wenn es gerade Durchfall oder Erkältung oder Bronchitis hätte.
?!?
"Muttermilch nicht mehr reichen" im Sinne von "unterernährt" (was für ein Quatsch in diesem Zusammenhang...) würde keinen Durchfall verursachen, sondern eher das Gegenteil. Ich kann keinen Sinn in dieser Vermutung, die auf nichts fußt, erkennen.
Auf jeden Fall haben mein Mann und ich beschlossen, als zweiten Brei erstmal nur Banane zu geben, um den Stuhl etwas fester zu machen und dann mit Getreide (Reis) weiter zu machen. Klappt insgesamt auch ganz gut und der Durchfall wird weniger. Aber eben nur, wenn die Kleine Karotte und Banane isst. Die Tage isst sie nicht so viel, der Stuhl wird wieder dünner und riecht jetzt auch noch nach Hefe...

Hilfe, was mach ich denn falsch?
Nach Deiner Beschreibung ist es wie gesagt am wahrscheinlichsten, dass Dein Baby gar keinen auffälligen oder gar krankhaften Stuhl hat. Unter dieser Annahme: Du machst überhaupt nichts falsch. Dein Baby kann essen, was und so viel es eben mag.
Ess ich zu viel Süßes wegen dem Hefegeruch?
Klares Nein. Ich kenne keinen Zusammenhang zwischen "Hefegeruch" und Zuckerkonsum der Mutter, zumal der Zuckergehalt der Muttermilch definitiv unabhängig(!) vom Zuckergehalt der mütterlichen Ernährung ist.
Soll ich mich allgemein anders ernähren?
Höchstwahrscheinlich nicht. Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten oder -unverträglichkeiten bzgl. Nahrungsmittelspuren in der Muttermilch sind zwar nicht 100% ausgeschlossen (diese könnten dann evtl. eine diätetische Ernährung der Mutter erfordern), aber wenn der Kinderarzt in dieser Richtung gar nix erwähnt hat, ist das wirklich unwahrscheinlich.
Könnte es sein, dass sie eine Lactose-Intoleranz entwickelt hat?
Klares Nein. Laktoseintoleranz ist im Säuglingsalter, d.h. in den ersten 2-3 Lebensjahren praktisch ausgeschlossen. Und nur Durchfall als einziges Symptom wäre auch ungewöhnlich, normalerweise kommen noch Erbrechen, Übelkeit und Gedeihstörungen dazu.
Oder ist das nur Zahnungsdurchfall, der ewig dauert???
Möglich. Gut möglich wäre auch "Erkältungs-Durchfall", diesen beobachten viele Mütter, wenn das Baby sehr verschleimt ist. Es kann ja noch nicht schneuzen oder effektiv abhusten, d.h. ganz viel Erkältungsschleim wird einfach geschluckt. Das kann den Stuhl durchaus verändern, ohne dass in diesem Sinne ein infektiöser Durchfall vorliegt.
Ich trau mich eben gar nicht, neue Lebensmittel einzuführen, weil ich ja gar nicht richtig beurteilen kann, ob sie sie verträgt, wenn sie eh schon Durchfall hat.
Das kann ich gut verstehen. Aber wie gesagt: so lange der Stuhl das einzige Symptom ist und Dein Baby ansonsten fit, fröhlich und gut entwickelt ist (abgesehen von Erkältungsbeschwerden), ist es wahrscheinlich gar kein echter Durchfall.
LG,
Julia