Tragehilfe mit möglichst viel Freiraum fürs Kind?

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JuLi
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Tragehilfe mit möglichst viel Freiraum fürs Kind?

Beitrag von JuLi »

Gibts sowas?
Das Problem ist das, ne Bekannte hat einen autistischen Jungen. Er läuft seit einiger Zeit draußen nichtmehr und in den Kiwa setzen kann sie ihn auch nicht. Jetzt habe ich ihr das tragen empfohlen.
Das Problem, Tuch binden klappt gar nicht, das dauert dem Kind zu lange.
Ergo hat sie, aber das Kind toleriert auch kaum körperliche Nähe, somit ist ihm das zu "nahe".
Sie haben aktuell einen Easy Rider, aber der ist nichts für längere Strecken.

Welche Tragehilfe erlaubt dem Kind denn ein wenig Freiheit? Ich denke es geht hier hauptsächlich darum das sie überhaupt mit ihm außer Haus kann und nicht unbedingt ums physiologisch 100% korrekte tragen, zumal das Kind schon über 2 Jahre alt ist.
LG Anne mit Bild 06/05 und Bild 02/08
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Alexandra
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Re: Tragehilfe mit möglichst viel Freiraum fürs Kind?

Beitrag von Alexandra »

Liebe Anne,

hat Deine Freundin mal probiert, ihren Sohn auf dem Rücken zu tragen? Manchmal tolerieren die Kinder das eher. Evtl. sollte sie sich von einer Trageberaterin unterstützen lassen, wenn ihr Junge das zulässt, die meisten machen Hausbesuche.

Ansonsten leben die von uns empfohlenen Tragehilfen ja davon, daß sie durch sehr engen Körperkontakt eine maximal gute Haltung für Kind und Tragenden erzeugen. Normalerweise gehe ich bei Problemen folgendermaßen vor:
  • Bindeweise okay? Kann man was ändern?
  • Bindeort okay? Die meisten Kinder wollen nach vier Monaten mehr sehen, fühlen sich vor dem Bauch nicht mehr wohl - ein über Zweijähriger gehört auf den Rücken :wink:
  • Weitere Probleme da, z.B. Halswirbelblockaden/KiSS beim Kind?
  • Beim Tragenden alles okay?
  • Kann man eine langsame Gwöhnung durchführen - sprich: kurze Tragezeiten locker gebunden, nur ganz langsamsteigernd fester und länger tragen?
Wenn also der Trageort okay ist und eine langsame Gewöhnung nicht möglich ist, dann würde ich in ihrem speziellem Fall zu einem Kraxengestell raten. Schau mal HIER den Bericht von Montanara, daran würde ich mich schon halten,wenn sie auch mal länger tragen möchte, die Dinger können nämlich sonst echt unbequem sein, für Tragenden und Kind :wink:

Alles Gute für Deine Freundin!

Liebe Grüße Alex
Liebe Grüße von Alex mit dem ganz Großen 05/00, dem Großen 06/04, dem ziemlich Großen 01/08, der Pferdenärrin 11/13 an der Hand und Mondmädchen Luna Nicole (*+ 9/11) für immer im Herzen


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Re: Tragehilfe mit möglichst viel Freiraum fürs Kind?

Beitrag von Moehrchen »

Ich schreibe mal meine Erfahrungen, die natürlich sehr subjektiv sind.

Mein Sohn hat, bis er 2,5 Jahre alt war kaum Körperkontakt und tolleriert und kuscheln gar nicht. (Nach vielen Bemühungen kommt er jetzt aber ab und an und holt sich ein paar Streicheleinheiten. Seine Kinderärztin meinte er hätte autistische Züge. Was auch immer das bedeutet. Eine Diagnose haben jedenfalls nicht.)

Mit dem TT hatten wir auch einige Schwierigkeiten, sind aber dran geblieben und haben es immer immer wieder probiert. Er hat es dann irgendwann angenommen. Pudelwohl fühlt er sich damit aber nicht. Manduca ging immer nur für sehr kurze Strecken also nicht länger als 15min.

Wir haben jetzt eine schöne Lösung für uns gefunden. Wir nehmen den Wompat. Er kann sich darin gut aufrichten und der Kopf und Nackenbereich ist nicht eingeengt. Er mag es nicht, wenn er sich eingeschnürt fühlt, ist aber ein Arme-rein-Kind. Das klappt super im Wompat. Die Arme kann er aber trotzdem gut frei bewegen. Ich habe ihn in 30 Sekunden auf dem Rücken. Schneller geht nicht. Bevor das Gemecker und Gezappel losgeht, bin ich schon unterwegs. Außerdem ist er super bequem auch für längere Strecken. Sohnemann hat 16kg und das klappt super.

Die TH sollte sehr weich sein und auf jeden Fall aus Tragetuchstoff, damit die Gesundheit nicht ganz auf der Strecke bleibt. :D

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass mein Sohn das vorne Tragen manchmal besser toleriert als auf dem Rücken. Dran bleiben!
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