Stillen und kranksein

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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dynamitesu
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Stillen und kranksein

Beitrag von dynamitesu »

Hallo.

Seit gestern liege ich mit Fieber, Glieder- und Halsschmerzen, also nem grippalen Infekt, daheim. Mein Kleiner ist jetzt 6,5 Wochen und wird vollgestillt.
Aber ich hatte schon gestern (und auch heute) das Gefühl, dass mein Milchspendereflex nicht richtig funktioniert. Kann das sein? Und was kann ich dagegen machen?
Normalerweise merke ich meinen Milchspendereflex sehr deutlich, gestern und heute jedoch leider nicht und der Zwerg ist auch unzufriedener nach dem Trinken und kommt daher öfter (was natürlich nicht unbedingt zu meiner Erholung beiträgt, da er sich nicht im Liegen stillen lässt).

Desweiteren würde ich interessieren, was ich gegen den Infekt tun kann, weil Salbeitee (den ich echt lecker finde) sollte man ja nicht. Irgendwelche Hausmittel mit denen ihr schon gute Erfahrungen gemacht habt? Meine Ärztin meinte nur, entweder ich still ab und bekomm Medikamente oder ich muss da durch. Nur gibts da ja auch noch die Große, die nach der Krippe auch noch "beschäftigt" werden will (die Omas wohnen ca 700km entfernt, also auf familiäre Unterstützung kann ich leider nicht zurückgreifen).
Hab bisher nur Thymiantee getrunken und die Nacht dann mit Mexalen überstanden.

Achso und muss ich irgendwie aufpassen, damit der Kleine nicht angesteckt wird, oder ist der durch die Muttermilch sowieso geschützt?

So...viele Fragen...aber stillen ist nunmal noch relativ neu für mich und nachdem ich ganz stolz bin schon 6,5 Wochen geschafft zu haben (es stand oft genug auf der Kippe) will ich gern unbedingt weiterstillen, aber gesund werden muss ich ja auch irgendwie...also her mit Tipps!
Lea Zoe - 14.09.2008
Luk Elijah - 28.09.2010
honigbienchen
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Re: Stillen und kranksein

Beitrag von honigbienchen »

Hallo, erstmal wünsche ich dir ganz schnell Bessrung, kann dir bestens nachempfinden. :?

Dass deine Kleine sich ansteckt, da solltest du dir erstmal keine zusätzlichen Sorgen machen (so nach dem Motto "über ungelegte Eier..." :wink: ).
Selbst wenn sie sich ansteckt, kann es sein, dass es durch das Stillen nur zu milden bis keinen Sympthomen kommt.
Deswegen ist Stillen bei Erkältungskrankheiten oder auch bei Magen-Darm-Infekten ohne Einschränkungen empfehlenswert.

Wenn du Fieber hast, solltest du unbedingt gut trinken. Was beim Milchspendereflex helfen kann ist, wenn du warme Getränke trinkst, auch während des Stillens z.B. zu Anfang warmen Tee in kleinen Schlücken.
Schau, dass du dich möglichst ins Bett legst, deine Kleine kann ja bei dir sein. Warum klappt das Stillen im Liegen nicht??

Was die Aussage deiner Ärztin angeht, die ist schlicht falsch.
Es gibt Schmerz-/Erkältungsmittel, die du nehmen kannst, es gibt auch für die Stillzeit geeignete Antibiotika, falls eins nötig sein sollte. Da kann deine Ärztin sich bei embryotox informieren, du im übrigen auch :wink: , deine Ärztin kann sich dort zusätzlich sogar telefonisch beraten lassen als medizinisches Personal.

Alles Liebe und nochmal gute Besserung.
Annette

Die Tugend des Alltags ist die Hoffnung, in der man das Mögliche tut und das Unmögliche Gott zutraut.
Karl Rahner
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klimaforscherin
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Re: Stillen und kranksein

Beitrag von klimaforscherin »

Was hälst du von folgenden Hausmitteln (zusätzlich zu dem, was du an Medis vom Arzt dann erhältst):
Gegen Halsschmerzen Nelken kauen
Zwiebelsäckchen nachts ins Bett legen gegen Schnupfennase, auch mit Knofi
Ingwer-Tee mit Zitrone und Honig, Jogitee
mit Salz gurgeln, Nasendusche

Erzähl deiner Ärztin unbedingt von embryotox, die meisten wissen es nicht und sind echt dankbar für den Tipp!
Gute Besserung!
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Lauretta
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Re: Stillen und kranksein

Beitrag von Lauretta »

Vielleicht hhilft auch Anis-Kümmel-Fenchel-Tee mit Honig, sowohl zur Unterstützung des Immunsystems als auch zur Anregung der Milchproduktion?
Und zur Stärkung ein Malzbier oder alkoholfreies Weizenbier, falls Dir schon danach ist.
Bei mir hat Bier (natürlich ohne Alkohol) eine Wahnsinnswirkung auf die Milchproduktion und abgesehen davon sind die o.g. Sorten ja sehr nahrhaft und ersetzen quasi eine Mahlzeit.
Hast Du Nachbarn oder eine Babysitterin, die sich um die Große kümmern können, damit Du Dich besser eholen kannst?
Auf alle Fälle wüsche ich gute Besserung und bitte nicht von der Ärztin das Stillen vermiesen lassen! Sie soll sich besser informieren bevor sie mit Abstillen "droht".
Lauretta mit Sonntagskind 01/2009, Spätsommerkind 09/2011 und Sommerbaby 06/2015
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dynamitesu
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Re: Stillen und kranksein

Beitrag von dynamitesu »

Erstmal DANKE DANKE DANKE für eure Tipps...werd mir gleich mal einen Halswickel machen und derzeit lieg ich auch brav im Bett.
Papa holt heut die Große aus der Krippe ab (wenigstens muss ich nicht außer Haus) und heut Nachmittag konnte ich jemand aus der alten Pekip-Gruppe motivieren, dass sie auf die Große aufpasst, ich hoff das funktioniert, da sie, seit Luk auf der Welt ist, etwas Mamaanhänglich ist.

Danke auch für die PN (honigbienchen), ich werde heut abend mal Ibu nehmen, das hab ich auch daheim, wusste nur aus meiner Schwangerschaft, dass ich nur Mexalen nehmen soll (da gings um meine Migräne).

Das es im liegen nicht mit Stillen klappt hat viele Gründe.
Erstens stellen wir uns vermutlich bisschen doof an, Luk bekommt im Liegen meine Brustwarze nicht richtig in den Mund und ich lieg dann irgendwie immer relativ unbequem da...außerdem muss er nach dem Stillen immer mindestens 1 Bäucherchen machen, weswegen ich mich danach sowieso hinsetzen muss zum aufstoßen lassen. Sonst fängt der kleine Mann nämlich mächtig an zu schreien,wenn man ihm einfach sein Bäucherchen verwehrt ;)

Wegen meiner Ärztin: ich glaube, sie hatte selbst schlechte Stillerfahrung bzw findet stillen an sich doof. Ich hatte sie drauf angesprochen, dass es eine Stelle gibt, wo man sich wegen stillfreundlichen Medikamenten erkundigen kann (wusste gestern nicht, dass es embryotox heißt) und da meinte sie nur, dass sie mir das verschreiben kann, was sie für richtig hält und wenn ich das nicht will (also nicht mit stillen aufhören will) dann halt nicht. War zwar bisher immer mit ihr zufrieden, aber werd auf jeden Fall den Arzt wechseln. So "einfach" darf man es sich als arzt dann ja auch nicht machen bzw nicht so sturr sein. Naja...ich versuche es jetzt übers Wochenende auf jeden Fall mal mit Hausmitteln und wenns bis Montag nicht besser ist, dann such ich mir einfach einen neuen stillfreundlichen Arzt!
Lea Zoe - 14.09.2008
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Teazer
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Re: Stillen und kranksein

Beitrag von Teazer »

Auch von mir gute Besserung!!! Mir hilft Zwiebelhonig immer recht gut.
dynamitesu hat geschrieben:Ich hatte sie drauf angesprochen, dass es eine Stelle gibt, wo man sich wegen stillfreundlichen Medikamenten erkundigen kann (wusste gestern nicht, dass es embryotox heißt) und da meinte sie nur, dass sie mir das verschreiben kann, was sie für richtig hält und wenn ich das nicht will (also nicht mit stillen aufhören will) dann halt nicht.
Ich finde es immer wieder erschreckend, dass Ärzte den Hippokratischen Eid völlig vergessen:
Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.
Wenn sie sich weigert trotz mangelnden Wissens eine Fachstelle zu kontaktieren, dann verletzt sie den Eid. Eigentlich eine Meldung an die Ärztekammer würdig, denn die Nationale Stillkommission ist in ihren Aussagen recht deutlich und gerade medizinisches Personal sollte sich daran halten.

Ich bin zwar auch nicht der Typ fürs Anschwärzen, aber langsam nervt mich diese Einstellung, die leider allzuviele Ärzte an den Tag legen, wirklich. Wie oft sollte ich schon abstillen und dann gab es doch problemlos Alternativen, die anderen Ärzten bekannt waren. Das ist mangelndes Interesse an Weiterbildung. :evil:

(Sorry, musste mal raus!)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
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