LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Butterblume012
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LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von Butterblume012 »

hallo!

Meine Tochter ist jetzt 15 Monate und wird noch immer mehrmals täglich gestillt, und die Nächte schauen natürlich auch nicht besser aus (4 Stunden Schlaf am Stück maximal, dann schau ich gar nicht auf die Uhr, wie oft sie munter wird).
Grundsätzlich habe ich ja nix gegen das Stillen, oder sagen wir so, ich halte es derzeit noch irgendwie aus. Was mich am Stillen stört, ist die Tatsache, dass ich von meiner Kleinen praktisch nur als Milchlieferant gesehen werde, gibts die Brust, ist die Welt in Ordnung, aber wehe, ich möchte mal nicht stillen (was unterwegs jetzt immer öfter der Fall ist). Ich trau mich sie oft gar nicht mehr in den Arm zu nehmen, weil ich richtig Angst davor habe, dass sie einfach nur wieder ein, zwei Schlucke trinken will oder so nuckeln (Schnuller verwenden wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr). Beziehungsweise hol ich sie dann zu mir und möchte sie nur so im Arm halten, protestiert sie sofort und lässt sich kaum ablenken. Gestern hatte sie sogar schon ihren ersten richtigen Trotzanfall, und das alles nur, weil sie sofort und auf der Stelle gestillt werden wollte.
Beim Einschlafstillen denk ich mir halt, dass sie so zumindest innerhalb weniger Minuten schläft (abends sinds zwar 15-20 min, aber ich denke, mit dem kann ich schon zufrieden sein). Und in der Nacht bin ich mir unschlüssig, ob ich abstillen soll oder nicht. Interessanterweise wird sie anscheinend gar nicht richtig munter, sie macht gar nicht die Augen auf, wenn sie weint, aber beruhigen lässt sie sich dann nur mit Stillen.

@ alle LZS-Mütter... wie geht ihr damit um? Oder ist meine Tochter die einzige, die untertags noch so viel einfordert? In meinem Bekannten- und Freundeskreis bin ich die einzige, die ihr Kind in dem Alter noch stillt, alle anderen sind natürlich längst abgestillt :-(
Ich würde sie halt einfach gerne mal so in den Arm nehmen, ohne gleich die "Milchbar", wie wir es nennen, auszupacken...
Großmaus 09 und Kleinmaus 11
biene
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von biene »

bitte ein nicht böse sein, ich muss gerade ein bisschen grinsen, mit 15 monaten gehörst du hier noch nicht zu den LZS-mamas ......

Butterblume012 hat geschrieben:ich halte es derzeit noch irgendwie aus
aber nun zu deinem anliegen, ich glaube ihr müsst für euch beiden einen kompromiss finden, mit dem ihr beide leben könnt, stillen nach bedarf ist zwar richtig, aber ich finde in dem alter darfst du da auch schon wieder auf deine eigenen "gefühle" dabei hören, und wenn ich dein zitat so lese, dann magst ud eigneltich nicht mehr stillen?!
wenn dich nur das tag-stillen stört, dann würde ich versuchen es zu verringern, wenn sie nähe braucht vielleicht mal auf den schoss und ein buch lesen oder hoppe-hoppe-reiter oder so irgendwie ablenken. interessant wäre auch herauszufinden, warum es dich stört, möchtest du wieder unabhängiger werden, oder genierst du dich, weil in deinem bekanntenkreis niemand mehr stillt? das nacht-stillen ist so eine sache, es ist furchtbar praktisch, kind nuckelt und ist sofort ruhig, alle schlafen weiter. aber leider ist es nunmal auch so, dass viele (nicht alle) kinder anfangen besser zu schlafen, wenn sie nachts nicht mehr gestillt werden :oops: :oops: :oops:

du bekommst sicher auch noch antworten von den profis - ich schreibe trotzdem mal kurz, wie es bei mir war/ist. meine grosse tochter habe ich mit 15 monaten abgestillt, zu dem zeitpunkt hatten wir noch abends und nachts gestillt, tagsüber eigentlich eher selten, wenn sie mal krank war oder nicht so gut drauf, aber sonst hatte sie da eigentlich kein bedürfnis mehr. grund für das abstillen waren katastrophale nächte mit ewigem nuckeln und nicht wieder einschlafen wollen. ich hatte damals nicht die energie sie nur nachts abzustillen, daher ganz. sie hat es nicht gestört :( , dann gab es halt milch aus der flasche. meine kleine tochter stille ich noch, tagsüber wie bei der grossen recht selten, sie isst viel zu gerne anderes, da ist stillen uninteressant. wir stillen abends und morgens und idr 1 oder 2 mal nachts, wobei ich ihr immer erste eine wasserflasche und kuscheln anbiete, stillen nur wenn es nicht anders geht. seit dem ich konsequent erst wasser versuche schläft sie deutlich besser, ist halt nicht so toll wie stillen ..... ich bin heilfroh, dass ich dieses mal die nächte besser im "griff" habe und damit noch länger stillen kann.
Viele liebe Grüsse und einen schönen Tag!
Biene, Cleo (10/2006), Isa (06/2009)
und Felix (08/2014)
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Altraia
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von Altraia »

Ich finde auch, das klingt völlig normal.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
dan
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von dan »

Hallo,

also ich kann deinen, ich sag mal Frust, sehr gut nachvollziehen!
Mein Kind hat ebenfalls sehr lange, sehr oft gestillt. Und ich hatte ebenfalls das Gefühl, daß eine gewisse zeitlang das Stillen sehr stark im Vordergrund stand. So wie du es schilderst. Immer, bei jeder sich bietenden Gelegenheit...sehr anstrengend!

Könnte dein Kind zur Zeit ein besonders großes Bedürfnis nach einer Rückversicherung bei dir haben? Durch bspw. immer größer werdende Selbstständigkeit?

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß obwohl ich dachte, mein Kind wird wohl nie mit dem Dauergestille aufhören, es tatsächlich irgendwann wieder angenehmer wurde (tatsächlich von alleine ;)))

Das Gefühl nur Milchlieferant zu sein, oder gar ausgenutzt oder ausgezerrt zu werden, kenne ich aus eigener Erfahrung und habe ich schon von vielen Stillenden gehört.
Der Protest deines Kindes hat vielleicht schon mit der "Trotzphase" zu tun? Ich würde sagen, der kommt so oder so. Ob du stillst oder nicht. Obwohl es natürlich sehr unangenehm ist, wenn es (besonders in der Öffentlichkeit) ums Stillen geht!

Kannst du mit deinem Kind über das Stillen reden? Vielleicht sind kleine Vereinbahrungen zwischen euch möglich? Vielleicht ist dies nicht im "akutem Trotz" möglich, aber vielleicht können "Regeln", wie bspw. "nicht wenn Leute dabei sind Stillen" in entspannten Situationen, die Lage auch in Streßsituationen entspannen?

Wenn du generell gerne weiter stillen möchtest, hol dir Unterstützung von Frauen, die diese Phasen durchgemacht haben. Sie können dir Mut geben, und dir versichern, daß auch diese Phasen vorbeigehen.
Ich persönlich habe bei der LaLecheLiga gute Unterstützung erfahren.
Hast du genug Unterstützung durch deinen Partner, Freunde, Familie? Lass dir im Haushalt helfen, dich moralisch aufbauen, bei Leuten, die dir gut tun! Tu dir selbst Gutes: Sport, gutes Essen, Kino...

LG
Anna
Butterblume012
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von Butterblume012 »

hallo!

vielen Dank für eure Antworten! ich hab mal in einem anderen Forum gelesen, dass LZS ab 1 Jahr anfängt, also dachte ich, das wär die Grenze... aber im Grunde ist es eh egal, ich stille ja nicht deswegen, damit ich mich LZS-Mama nennen darf :)
ich habe jetzt ein bissl nachgedacht, ich glaube, am meisten stört mich das Stillen tatsächlich deswegen, weil ich jetzt quasi die Letzte in meinem Bekanntenkreis bin, die noch stillt. Da komme ich mir als noch stillende Mama richtig als Versagerin vor, weil ich es noch nicht geschafft habe, mein Kind abzustillen :(
Ich werde mich jetzt aber gleich mal auf der Suche nach LZ-Stillgruppen machen, vielleicht schaff ich es so über unsere Stillkrise. Denn auch wenn es mich inzwischen schon sehr nervt, aber aufhören möche ich auch noch nicht unbedingt, es hat halt doch auch seine Vorteile...
Großmaus 09 und Kleinmaus 11
nuvoletta
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von nuvoletta »

Butterblume012 hat geschrieben: ich habe jetzt ein bissl nachgedacht, ich glaube, am meisten stört mich das Stillen tatsächlich deswegen, weil ich jetzt quasi die Letzte in meinem Bekanntenkreis bin, die noch stillt. Da komme ich mir als noch stillende Mama richtig als Versagerin vor, weil ich es noch nicht geschafft habe, mein Kind abzustillen
oops, du hast dich nicht versagt! Ich finde toll, dass du dich nun schon mehr als ein halbes Jahr gegen Beikost-muss-mit-sechs-Monaten-beginnen und andere Vorurteile (oder auch rein wirtschaftliche Interessen einer Ersatzmilchindustrie) gegenüber länger Stillende durchsetzt. Das beweist deine Stärke! Vollkommen unwichtig, was deine Bekannten denken. Die müssen Milch kaufen!

Wichtig ist, dass es euch beiden gut geht.
Und es ist gut, dass du in dich reinhörst, wie es dir mit dem stillen geht und dir Unterstützung holst.

Ich persönlich habe meinen Sohn in dem Alter tagsüber nicht mehr gestillt, einerseits weil ich als "Milchbar" tagsüber nicht interessant war und auch, weil ich inzwischen wieder berufstätig war. Aber zum Einschlafen und nachts kam er noch eine ganze Weile zu mir.
Ulrike mit Sohn (06/06) und Töchterchen (12/10) grüßt vom Bodensee
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finn
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Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von finn »

Du bist doch keine Versagerin, im Gegenteil! Für Euch passt es so und das ist die Hauptsache. Vielleicht solltest Du das Ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten, also nicht, dass ihr noch stillt, weil Du es nicht schaffst abzustillen, sondern weil Dein Kind es einfach noch braucht.
Das Gefühl aber kann ich sehr gut verstehen, ich bin gerade in einer Babyturngruppe, da stille glaube ich auch nur noch ich, die Babys sind so 13-15 Monate alt. Ich habe beim ersten Mal einfach gestillt ohne mir was zu denken (ich hab ja noch einen Großen und da kommt mir der Kleine immer noch so klein vor und mir selber fällt gar nicht auf, dass es schon nicht mehr normal ist, ihn zu stillen... :roll:). Naja, auf jeden Fall, danach kam ich mir dann komisch vor und das fand ich doof, ich hab dann aber die nächsten Male einfach trotzdem gestillt.
Das ist dieser blöde Druck, der einem da von der Gesellschaft gemacht wird. Meinen Großen habe ich so ab 1,5 nicht mehr öffentlich gestillt, aber eigentlich nur, weil ich keine Lust mehr auf komische Blicke hatte. Sehr doof.

Und beim mienem Großen wars so, umso mehr ich nicht mehr wollte wenn wir unterwegs waren umso mehr wollte er natürlich... ich hoffe, ich hab diesmal mehr Selbstbewusstsein, ich glaub aber schon.
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
Lösche Benutzer 2872

Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von Lösche Benutzer 2872 »

Butterblume012 hat geschrieben:hallo!

ich habe jetzt ein bissl nachgedacht, ich glaube, am meisten stört mich das Stillen tatsächlich deswegen, weil ich jetzt quasi die Letzte in meinem Bekanntenkreis bin, die noch stillt. Da komme ich mir als noch stillende Mama richtig als Versagerin vor, weil ich es noch nicht geschafft habe, mein Kind abzustillen :(
Da kommt es vielleicht ein bisschen auf die Sicht der Dinge an. Warum stillt man lange? Weil man es noch nicht geschafft hat sein Kind abzustillen und dies doch eigentlich möglichst frühzeitig für erstrebenswert hält? Weil man den Stillwunsch des Kindes als ein ernst zu nehmendes wichtiges Bedürfnis ansieht und diesen gerne erfüllen möchte?

In meinen Augen ist es die Erfüllung eines ganz normalen Bedürfnisses. Für mich ist der Gedanke schön, dass meine Kinder sich selber abstillen wenn sie dazu bereit sind. Ich denke, dass das ganze viele Vorteile für die Kinder hat. Trotzdem ist es natürlich wichtig auch auf sich selber zu achten. Aber so lange es für einen in Ordnung ist.. warum nicht lange stillen?

Ich keine deine anderen Gefühle aber auch gut verstehen. Manchmal ist es einfach ein bissel viel. Man ist genervt, gestresst. Das geht mir auch so, aber es sind meist Phasen in denen es halt besonderes anstrengend ist.

Nicht stillen kann übrigens auch sehr anstrengend sein. Meine Tochter hat sich während meiner Schwangerschaft vorrübergehend abgestillt und ich habe keinen anderen Weg gefunden ihr aus Wut und Trotzanfällen herauszuhelfen. Manchmal hat sie dann eine halbe Stunde am Stück nur geschrien und gewütet. Das kann ich jetzt wieder schnell und einfach unterbrechen. Es hat halt Vor- und Nachteile
kristl
hat viel zu erzählen
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Registriert: 26.01.2010, 22:49

Re: LZS-Probleme am Tag und in der Nacht :-(

Beitrag von kristl »

hört sich für mich sehr nach der oft gehörten schwierigen stillphase um 13.-15. monat rum an...war bei mr auch so und jetzt ists wieder völlig entspannt und alle mamas mit gleichaltrigen beneiden mich darum dass ich ja noch stille :P
Kristina mit G. 06/2009 und F. 08/2012
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