Ich hatte immer das Gefühl, dass ich ihr was "nehme" wenn ich sie trage obwohl sie ja selber laufen kann. Das liegt auch daran, dass Kommentare in der Richtung aus meiner Umwelt kamen. Mein Mann zum Beispiel plädiert im Zweifelsfall immer für den Buggy...
Irgendwie hatte ich immer Angst, aus egoistischen Gründen zu tragen weil ich es gerne tue.
Außerdem hatte ich so ein Bild im Kopf von der perfekten,tragenden, langzeitstillenden, Stay-at-Home-Mum, die ich nunmal leider nicht bin. Und neben der Arbeit blieb uns leider meistens nur ganz wenig Zeit zum Tragen.
In den letzten Wochen hat sich aber was verändert. Die Kleine hat sprachlich einen unglaublichen Schub gemacht und kann sich - ganz plötzlich - verständlich machen. Sie sagt uns nun endlich, ob sie essen, trinken, schlafen, kuscheln,... will.
Und so ist es auch mit dem Tragen. Ich zeige ihr das Tuch und sie schüttelt mit dem Kopf oder nickt.
Und so tragen wir im Moment mehr als noch vor einem halben Jahr.
Morgens setze ich mein verschlafenes, kuschelbedüftiges Kind in den Sling (momentan am liebsten unseren Kuschel-Wollsling) und packe unsere Sachen für den Tag zusammen. So haben wir eine wunderschöne Kuschel-Viertelstunde bevor wir uns für den Vormittag trennen müssen.
Nachmittags tragen wir wieder öfter beim Stadtbummel oder auf Spaziergängen.
Heute haben wir den neuen Bondo ausprobiert mit dem kuscheligen Trageponcho drüber und es war so toll! Sie hat mir wirklich die Welt beschrieben von da hinten und ich konnte so toll mit ihr kommunizieren.
Zwischendurch sagte sie immer wieder "kuckeln" (=kuscheln) und ich fühlte, wie der kleine Kopf sich an mich drückte. Sie ist sonst ein sehr aktives Kind und ich merke richtig, dass sie sich auf diesem Weg die Nähe holt, die sie braucht.
Ich hoffe sehr, dass ich das noch einige Zeit genießen darf!
So, und jetzt interessieren mich eure Geschichten zum Thema "Kleinkinder tragen".





