Frühchen wie und wann stillen?
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Miracleine
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Frühchen wie und wann stillen?
Hallo zusammen,
ich wußte nicht so recht, wie ich das Thema nennen sollte, aber ich denke, hier hat vielleicht jemand von Euch Ideen für meine Freundin. Aber erstmal zur Vorgeschichte.
Vorgestern hat man bei meiner Freundin sehr spontan aufgrund leichter, nicht zu hemmender, Wehen und massivem Herztonabfall des Zwerges, einen Kaiserschnitt gemacht. Der Kleine ist jetzt fünf Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Er wiegt 2500g und wurde nur die ersten fünf Minuten beatmet. Ansonsten wird er nur "normal" im Brutkasten überwacht und bekommt die Nahrung teils mit der Flasche und teils mit einer Magensonde. Meine Freundin hat sich durchgesetzt und eine Milchpunkpe organisiert. Sie pumpt jetzt konsequent alle vier Stunden und hat die letzten beiden Male schon jeweils 40ml gepumpt. Das finde ich für einen so frühen Kaiserschnitt und den zweiten Tag schon ganz ordentlich. Der Kleine nimmt pro Mahlzeit etwa 35ml zu sich, so dass er jetzt wohl nur noch Muttermilch bekommt.
Nun aber zu ihren Problemen: Sie möchte ihn auf jeden Fall letztlich voll stillen, darf ihn aber noch nicht anlegen. Er darf erst bei ihr saugen, wenn die Milch richtig sprudelt, damit er auch ja satt wird, ohne sich zu sehr anzustrengen. Ich verstehe das nicht so ganz, da er ja außer, sehr seltenen, Atemaussetzern überhaupt keine Probleme hat. Und die Aussetzer würde man ja dank der Überwachung auch beim Stillen mitbekommen. Und selbst wenn er nur nuckeln wollte, müßte das dann doch eigentlich auch möglich sein, oder nicht? Dann ist die Intensivstation wohl sehr eng gebaut. Känguruing ist überhaupt nicht möglich, weil es keinen geeigneten Stuhl mit ein wenig Platz dort gibt. Meine Freundin darf zweimal täglich zu ihrem Kleinen, sonst wird es zu wuselig, und ihn maximal für einen Stunde eingewickelt im Arm halten. Das stimmt sie natürlich immer sehr traurig. Zumal sie ihn, wenn er im Brutkasten liegt ja auch immer nur kurz anfassen darf, weil es sonst zu kalt wird, wenn sie die kleine Klappe aufmacht. Ach so, wenn er weint und gerade nur Trost braucht, bekommt er übrigens einen Schnuller.
Ich muß gestehen, ich kenne mich mit Frühchen überhaupt nicht aus, aber meines Wissens ist das Känguruing doch super wichtig und das gelegentliche saugen, egal ob wegen Hunger oder Saugbedürfnis, auch. Auch ein Kontakt von maximal zwei Stunden am Tag erscheint mir sehr wenig. Ist das alles so normal, oder gehe ich da von falschen Tatsachen aus?
Dann hat sie mir noch von dem weiteren Vorgehen erzählt: Wenn der Kleine auf die normale Kinderstation verlegt wird, kann sie sich in einem Extrahaus auf dem Klinikgelände ein Zimmer mieten. Ich dachte bisher eigentlich, dass bei Mitaufnahme der Mutter die Mutter auch mit dem Kind in einem Zimmer liegen würde. Zumindest habe ich es so schon von dem einen oder anderen Krankenhaus gehört. Wie soll sie eine gute Stillbeziehung aufbauen, wenn sie womöglich wochenlang von ihrem Kleinen räumlich getrennt ist? Stillen nach Bedarf geht dann schon mal gar nicht. Klar, im Moment wird der Kleine alle vier Stunden geweckt. Das kann ich auf der Intensivstation vielleicht noch verstehen, aber später?
Ich habe meiner Freundin erstmal geraten, immer wieder aufs Känguruing und aufs Anlegen zu drängen, aber sie meinte nur: "Das sagst Du alles so leicht. So einfach ist das hier nicht." Ich möchte ihr so gerne helfen, weiß aber momentan auch nicht wie. Sie hatte sich extra ein stillfreundliches Krankenhaus in Hamburg ausgesucht und liegt nun in einer ganz anderen Stadt in der Uniklinik.
Hat noch eine von Euch Ideen für mich? Falls nicht, danke dass ich mir hier mal Luft machen durfte! Schön, dass es Euch gibt.
ich wußte nicht so recht, wie ich das Thema nennen sollte, aber ich denke, hier hat vielleicht jemand von Euch Ideen für meine Freundin. Aber erstmal zur Vorgeschichte.
Vorgestern hat man bei meiner Freundin sehr spontan aufgrund leichter, nicht zu hemmender, Wehen und massivem Herztonabfall des Zwerges, einen Kaiserschnitt gemacht. Der Kleine ist jetzt fünf Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Er wiegt 2500g und wurde nur die ersten fünf Minuten beatmet. Ansonsten wird er nur "normal" im Brutkasten überwacht und bekommt die Nahrung teils mit der Flasche und teils mit einer Magensonde. Meine Freundin hat sich durchgesetzt und eine Milchpunkpe organisiert. Sie pumpt jetzt konsequent alle vier Stunden und hat die letzten beiden Male schon jeweils 40ml gepumpt. Das finde ich für einen so frühen Kaiserschnitt und den zweiten Tag schon ganz ordentlich. Der Kleine nimmt pro Mahlzeit etwa 35ml zu sich, so dass er jetzt wohl nur noch Muttermilch bekommt.
Nun aber zu ihren Problemen: Sie möchte ihn auf jeden Fall letztlich voll stillen, darf ihn aber noch nicht anlegen. Er darf erst bei ihr saugen, wenn die Milch richtig sprudelt, damit er auch ja satt wird, ohne sich zu sehr anzustrengen. Ich verstehe das nicht so ganz, da er ja außer, sehr seltenen, Atemaussetzern überhaupt keine Probleme hat. Und die Aussetzer würde man ja dank der Überwachung auch beim Stillen mitbekommen. Und selbst wenn er nur nuckeln wollte, müßte das dann doch eigentlich auch möglich sein, oder nicht? Dann ist die Intensivstation wohl sehr eng gebaut. Känguruing ist überhaupt nicht möglich, weil es keinen geeigneten Stuhl mit ein wenig Platz dort gibt. Meine Freundin darf zweimal täglich zu ihrem Kleinen, sonst wird es zu wuselig, und ihn maximal für einen Stunde eingewickelt im Arm halten. Das stimmt sie natürlich immer sehr traurig. Zumal sie ihn, wenn er im Brutkasten liegt ja auch immer nur kurz anfassen darf, weil es sonst zu kalt wird, wenn sie die kleine Klappe aufmacht. Ach so, wenn er weint und gerade nur Trost braucht, bekommt er übrigens einen Schnuller.
Ich muß gestehen, ich kenne mich mit Frühchen überhaupt nicht aus, aber meines Wissens ist das Känguruing doch super wichtig und das gelegentliche saugen, egal ob wegen Hunger oder Saugbedürfnis, auch. Auch ein Kontakt von maximal zwei Stunden am Tag erscheint mir sehr wenig. Ist das alles so normal, oder gehe ich da von falschen Tatsachen aus?
Dann hat sie mir noch von dem weiteren Vorgehen erzählt: Wenn der Kleine auf die normale Kinderstation verlegt wird, kann sie sich in einem Extrahaus auf dem Klinikgelände ein Zimmer mieten. Ich dachte bisher eigentlich, dass bei Mitaufnahme der Mutter die Mutter auch mit dem Kind in einem Zimmer liegen würde. Zumindest habe ich es so schon von dem einen oder anderen Krankenhaus gehört. Wie soll sie eine gute Stillbeziehung aufbauen, wenn sie womöglich wochenlang von ihrem Kleinen räumlich getrennt ist? Stillen nach Bedarf geht dann schon mal gar nicht. Klar, im Moment wird der Kleine alle vier Stunden geweckt. Das kann ich auf der Intensivstation vielleicht noch verstehen, aber später?
Ich habe meiner Freundin erstmal geraten, immer wieder aufs Känguruing und aufs Anlegen zu drängen, aber sie meinte nur: "Das sagst Du alles so leicht. So einfach ist das hier nicht." Ich möchte ihr so gerne helfen, weiß aber momentan auch nicht wie. Sie hatte sich extra ein stillfreundliches Krankenhaus in Hamburg ausgesucht und liegt nun in einer ganz anderen Stadt in der Uniklinik.
Hat noch eine von Euch Ideen für mich? Falls nicht, danke dass ich mir hier mal Luft machen durfte! Schön, dass es Euch gibt.
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
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Miracleine
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Ach so, noch eine Frage:
Kann meine Freundin ihren Kleinen eigentlich nach der Intensivzeit in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen? Zurück nach Hamburg? Und hat ggf. jemand eine Idee, was sowas kostet?
Kann meine Freundin ihren Kleinen eigentlich nach der Intensivzeit in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen? Zurück nach Hamburg? Und hat ggf. jemand eine Idee, was sowas kostet?
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
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Stuermchen
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Oh je, das hört sich ja an...
Ich kann gut verstehen, dass Deine Freundin traurig ist, nur so wenig Zeit mit ihrem kleinen Wurm...
Und gegen die "Krankenhausautoritäten" anzukommen ist gar nicht so leicht, wenn man emotional so mitgenommen ist.
Hat Deine Freundin sich schon mit ihrer Krankenkasse in Verbindung gesetzt? Die wären meine erste Anlaufstelle, wenn es um Fragen zur Verlegung etc. geht. Und eine Verlegung würde ich bei den geschilderten Zuständen wohl dringend anstreben. Bis dahin kann vielleicht eine Stillberaterin von außerhalb zu Deiner Freundin ins Krankenhaus kommen, wenn die dort selbst keine haben?
Über das Stillen von Frühchen gibt es auch eine LLL-Broschüre: http://www.lalecheliga.de/shop/product_ ... renen.html
Ich wünsche den beiden von Herzen alles Gute und dass sie es schaffen, trotz der widrigen Umstände eine gute Stillbeziehung aufzubauen!
Hat Deine Freundin sich schon mit ihrer Krankenkasse in Verbindung gesetzt? Die wären meine erste Anlaufstelle, wenn es um Fragen zur Verlegung etc. geht. Und eine Verlegung würde ich bei den geschilderten Zuständen wohl dringend anstreben. Bis dahin kann vielleicht eine Stillberaterin von außerhalb zu Deiner Freundin ins Krankenhaus kommen, wenn die dort selbst keine haben?
Über das Stillen von Frühchen gibt es auch eine LLL-Broschüre: http://www.lalecheliga.de/shop/product_ ... renen.html
Ich wünsche den beiden von Herzen alles Gute und dass sie es schaffen, trotz der widrigen Umstände eine gute Stillbeziehung aufzubauen!
- ~Anna~
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Hallo,
ich habe selber ein Früchen (31.SSW), das ich letztendlich vollgestillt habe. Die erste Zeit bekam er die abgepumpte Milch auch über die Magensonde.
Schade, die Klinik scheint wohl nicht stillfreundlich eingerichtet zu sein, wenn deine Freundin sich selber eine Pumpe organisieren mußte! Aber toll das sie das gemacht hat!
Wenn es in der Klinik (scheinbar) keine ausgebildete Stillberaterin gibt, so sollte sie sich selber eine organisieren. (IBCLC, LLL oder AFS sind die Organisationen) Die kann ihr wertvolle Tips zum Anlegen eines Frühchens geben.
Es stimmt, das känguruhen wäre sehr wertvoll für Mutter UND Kind und es ist traurig, das es aufgrund der Enge leider nicht möglich sein kann.
Könnten Mutter und Kind gemeinsam ein Zimmer bekommen, so wäre es IDEAL, aber auch dies ist wohl leider noch nicht in alles Kliniken möglich.
Grundsätzlich sollte eine Verlegung möglich sein, wenn der Gesundheitszustand des Kindes es zulässt. Wenn eine Verlegung angestrebt wird, dann sollte sich deine Freundin im Vorfeld informieren, welche Kliniken stillfreundlich zertifiziert sind und auch auf der Intensivatation das Stillen fördern. Nicht das sie "vom Regen in die Traufe kommt", das wäre wirklich sehr schade.
ich habe selber ein Früchen (31.SSW), das ich letztendlich vollgestillt habe. Die erste Zeit bekam er die abgepumpte Milch auch über die Magensonde.
Schade, die Klinik scheint wohl nicht stillfreundlich eingerichtet zu sein, wenn deine Freundin sich selber eine Pumpe organisieren mußte! Aber toll das sie das gemacht hat!
Wenn es in der Klinik (scheinbar) keine ausgebildete Stillberaterin gibt, so sollte sie sich selber eine organisieren. (IBCLC, LLL oder AFS sind die Organisationen) Die kann ihr wertvolle Tips zum Anlegen eines Frühchens geben.
Es stimmt, das känguruhen wäre sehr wertvoll für Mutter UND Kind und es ist traurig, das es aufgrund der Enge leider nicht möglich sein kann.
Könnten Mutter und Kind gemeinsam ein Zimmer bekommen, so wäre es IDEAL, aber auch dies ist wohl leider noch nicht in alles Kliniken möglich.
Grundsätzlich sollte eine Verlegung möglich sein, wenn der Gesundheitszustand des Kindes es zulässt. Wenn eine Verlegung angestrebt wird, dann sollte sich deine Freundin im Vorfeld informieren, welche Kliniken stillfreundlich zertifiziert sind und auch auf der Intensivatation das Stillen fördern. Nicht das sie "vom Regen in die Traufe kommt", das wäre wirklich sehr schade.
ClauWi-Trageberaterin (AK)
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Miracleine
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Schon mal lieben Dank für Eure Antworten.
Ich fürchte nur, eine Stillberaterin wird sie derzeit noch nicht zu Rate ziehen, da ihr das Anlegen auf der Intensivstation derzeit ja ohnehin verweigert wird.
Ich werde ihr mal raten, sich erstmal bei der Krankenkasse bezüglich einer Verlegung zu informieren. Wenn das klappen sollte, ist es sicherlich gut, sich ggf. auch eine Stillberaterin zu suchen, die sie hinterher noch beraten kann. Derzeit ist sie ja nicht mal in ihrem Wohnort in der Klinik sondern 100km entfernt, weil sie halt zufällig gerade da war, als sie in die Klinik mußte.
Ich hoffe so sehr für sie, dass sie bald anlegen und auch "richtig" mit dem Kleinen kuscheln kann. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, was Distanz zum Baby mit der Mutter-Kind-Beziehung anrichten kann, wenn auch sicherlich nicht zwingen muß.
Ich fürchte nur, eine Stillberaterin wird sie derzeit noch nicht zu Rate ziehen, da ihr das Anlegen auf der Intensivstation derzeit ja ohnehin verweigert wird.
Ich werde ihr mal raten, sich erstmal bei der Krankenkasse bezüglich einer Verlegung zu informieren. Wenn das klappen sollte, ist es sicherlich gut, sich ggf. auch eine Stillberaterin zu suchen, die sie hinterher noch beraten kann. Derzeit ist sie ja nicht mal in ihrem Wohnort in der Klinik sondern 100km entfernt, weil sie halt zufällig gerade da war, als sie in die Klinik mußte.
Ich hoffe so sehr für sie, dass sie bald anlegen und auch "richtig" mit dem Kleinen kuscheln kann. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, was Distanz zum Baby mit der Mutter-Kind-Beziehung anrichten kann, wenn auch sicherlich nicht zwingen muß.
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Hallo,
die Chancen stehen doch gar nicht schlecht, dass das Baby ohnehin bald entlassen wird, oder?!? 35. SSW, 2500 g - da werden manche Kinder schon entlassen, wenn nichts medizinisches dagegen spricht.
Eine Verlegung kann ein ziemlicher Stress sein - möglicherweise wären die Energien besser eingesetzt, wenn Deine Freundin lieber auf eine baldige Entlassung drängt. Wenn das Baby gut trinkt und gut zunimmt und ansonsten gesund ist, spricht ja gar nichts dagegen. Um die Rettung ihrer Stillbeziehung könnte sich Deine Freundin dann einfach daheim kümmern, idealerweise unterstützt von ihrem Umfeld und Fachleuten wie einer Stillberaterin oder stillfitten Hebamme.
LG und alles Gute für Deine Freundin,
Julia
die Chancen stehen doch gar nicht schlecht, dass das Baby ohnehin bald entlassen wird, oder?!? 35. SSW, 2500 g - da werden manche Kinder schon entlassen, wenn nichts medizinisches dagegen spricht.
Eine Verlegung kann ein ziemlicher Stress sein - möglicherweise wären die Energien besser eingesetzt, wenn Deine Freundin lieber auf eine baldige Entlassung drängt. Wenn das Baby gut trinkt und gut zunimmt und ansonsten gesund ist, spricht ja gar nichts dagegen. Um die Rettung ihrer Stillbeziehung könnte sich Deine Freundin dann einfach daheim kümmern, idealerweise unterstützt von ihrem Umfeld und Fachleuten wie einer Stillberaterin oder stillfitten Hebamme.
Du kannst ihr nur zustimmen! So einfach ist das in der Tat überhaupt nicht. Aber die Mutter muss begreifen, dass letztlich SIE diejenigen Hebel in Bewegung setzen muss, um ihre Ziele zu erreichen, sowohl jetzt noch im KH (wobei es durchaus überlegenswert ist, JETZT keine unnötige Energie an die fürchterlichen KH-Routinen zu verschwenden, sondern sich lieber besonders gut auf die Zeit daheim einzurichten und vorzubereiten), als auch später daheim. Mach ihr Mut, dass bis jetzt in Sachen Stillzeitrettung noch überhaupt nichts verloren ist, und ermutige sie, sich viel Wissen zu beschaffen und nach ihrer Intuition und Gefühl zu handeln. Viel mehr kannst Du nicht tun, aber ich glaube, das ich schon genug.Ich möchte ihr so gerne helfen, weiß aber momentan auch nicht wie.
LG und alles Gute für Deine Freundin,
Julia
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Miracleine
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Hallo Julia,
danke für Deine Antwort.
Wann der Kleine entlassen wird, steht leider momentan noch in den Sternen. Er hat immer mal wieder leichte Atemaussetzer. Er soll solange auf der Intensivstation bleiben, bis er sieben Tage am Stück keine Atemaussetzer gehabt hat und dann auf die Normalstation verlegt werden. Er nimmt gut zu, ist aber wohl immer noch recht müde und schläft an der Flasche schnell ein, so dass er einen Teil der Nahrung noch über eine Magensonde bekommt.
Ich werde auf jeden Fall schon mal nach einer Stillberaterin für sie forschen, die sie zuhause betreuen kann. Die Stillberaterin, zu der ich vollstes Vertrauen habe, arbeitet leider ab Oktober erst mal wieder in ihrem anderen Job, so dass sie für einige Wochen keine Stillberatung macht. Die wäre sonst absolut perfekt für meine Freundin gewesen.
Ermutigen tue ich sie schon. Sie hat ja auch vieles bei mir schon mitbekommen und weiß daher, dass das Stillen bei uns auch nicht so 0815 war und ich trotzdem letztlich zum Vollstillen gekommen bin. Ich glaube, sie ist schon ganz gut informiert und hofft einfach nur, dass die Zeit im KH schnell herum geht. Sie bemüht sich sicherlich immer wieder etwas zu ändern. Beispielsweise hat man ihr überhaupt keine Milchpumpe angeboten und die Schwestern waren sehr irritiert, als sie in der zweiten Nacht darum gebeten hat, zum Pumpen geweckt zu werden. Aber immerhin klappt das Pumpen problemlos. Das finde ich schon super gut!
danke für Deine Antwort.
Wann der Kleine entlassen wird, steht leider momentan noch in den Sternen. Er hat immer mal wieder leichte Atemaussetzer. Er soll solange auf der Intensivstation bleiben, bis er sieben Tage am Stück keine Atemaussetzer gehabt hat und dann auf die Normalstation verlegt werden. Er nimmt gut zu, ist aber wohl immer noch recht müde und schläft an der Flasche schnell ein, so dass er einen Teil der Nahrung noch über eine Magensonde bekommt.
Ich werde auf jeden Fall schon mal nach einer Stillberaterin für sie forschen, die sie zuhause betreuen kann. Die Stillberaterin, zu der ich vollstes Vertrauen habe, arbeitet leider ab Oktober erst mal wieder in ihrem anderen Job, so dass sie für einige Wochen keine Stillberatung macht. Die wäre sonst absolut perfekt für meine Freundin gewesen.
Ermutigen tue ich sie schon. Sie hat ja auch vieles bei mir schon mitbekommen und weiß daher, dass das Stillen bei uns auch nicht so 0815 war und ich trotzdem letztlich zum Vollstillen gekommen bin. Ich glaube, sie ist schon ganz gut informiert und hofft einfach nur, dass die Zeit im KH schnell herum geht. Sie bemüht sich sicherlich immer wieder etwas zu ändern. Beispielsweise hat man ihr überhaupt keine Milchpumpe angeboten und die Schwestern waren sehr irritiert, als sie in der zweiten Nacht darum gebeten hat, zum Pumpen geweckt zu werden. Aber immerhin klappt das Pumpen problemlos. Das finde ich schon super gut!
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
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jusl
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Ah, OK, dann kann das noch etwas dauern... in diesem Fall ist in Sachen Stillen das ALLERALLERWICHTIGSTE, dass Deine Freundin mit der Pumpe ihre Milchproduktion hochfährt - in möglichst entsprechend der Menge, wie das ein reifgeborenes Stillbaby tun würde. Vielleicht hast Du ja die anderen aktuellen Relakations-Threads hier im Forum etwas verfolgt, da war dies öfter Thema:
Für die Etablierung der Milchproduktion gibt es ein physiologisches Zeitfenster. Es ist wichtig, dass in den Tagen und Wochen nach der Geburt, konsequent und häufig abgepumpt wird (nur wenn nicht gestillt werden kann, logo!...), sonst finden bestimmte "Umbauprozesse" im Körper der Mutter nicht bzw. nur unzureichend statt; ein späteres Vollstillen ist dann sehr schwierig, meist unmöglich.
Dabei spielt es auch keine Rolle, dass ihr Frühchen derzeit vielleicht noch gar nicht so viel Milch benötigt oder bekommen kann - SPÄTER wird es die reichliche Milchbildung brauchen. Es wäre ideal, wenn sie sich, sobald sie mit dem Stillen beginnen darf, sich vollkommen auf ihr Baby konzentrieren kann, und sich um ihre Milchmenge gar keine Gedanken machen muss.
Deine Freundin sollte ab sofort tagsüber alle 2-3 Stunden für mind. 10-15 Minuten möglichst beidseitig abpumpen, und auch einmal in der Nacht - klasse, dass sie da schon selbst aktiv geworden ist. Junge Babys stillen durchschnittlich 8-12 Mal in 24 Stunden - auf 8 mal Pumpen in 24 Stunden sollte sie also mindestens kommen, besser 10 mal.
Klasse, dass Du Deine Freundin bei der Suche nach einer Beraterin, die hilfreich ist UND Zeit hat, unterstützt.
LG und alles Gute!
Julia
Für die Etablierung der Milchproduktion gibt es ein physiologisches Zeitfenster. Es ist wichtig, dass in den Tagen und Wochen nach der Geburt, konsequent und häufig abgepumpt wird (nur wenn nicht gestillt werden kann, logo!...), sonst finden bestimmte "Umbauprozesse" im Körper der Mutter nicht bzw. nur unzureichend statt; ein späteres Vollstillen ist dann sehr schwierig, meist unmöglich.
Dabei spielt es auch keine Rolle, dass ihr Frühchen derzeit vielleicht noch gar nicht so viel Milch benötigt oder bekommen kann - SPÄTER wird es die reichliche Milchbildung brauchen. Es wäre ideal, wenn sie sich, sobald sie mit dem Stillen beginnen darf, sich vollkommen auf ihr Baby konzentrieren kann, und sich um ihre Milchmenge gar keine Gedanken machen muss.
Deine Freundin sollte ab sofort tagsüber alle 2-3 Stunden für mind. 10-15 Minuten möglichst beidseitig abpumpen, und auch einmal in der Nacht - klasse, dass sie da schon selbst aktiv geworden ist. Junge Babys stillen durchschnittlich 8-12 Mal in 24 Stunden - auf 8 mal Pumpen in 24 Stunden sollte sie also mindestens kommen, besser 10 mal.
Ja, "absolut perfekt" ist immer schön... aber "gut" reicht im AllgemeinenDie wäre sonst absolut perfekt für meine Freundin gewesen.
LG und alles Gute!
Julia
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Danke Julia,
das werde ich ihr gleich mal weitergeben. Sie wird dann sicherlich noch häufiger pumpen.
das werde ich ihr gleich mal weitergeben. Sie wird dann sicherlich noch häufiger pumpen.
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
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Re: Frühchen wie und wann stillen?
Acho, was würdest Du ihr denn empfehlen, sobald sie Stillen darf? Kann sie darauf bestehen, dass sie Bescheid bekommt, wenn der Kleine Hunger hat (eben auch öfter als zweimal täglich)? Oder muß sie sich damit abfinden, dass er alle vier Stunden gefüttert wird und sie halt stillen kann, wenn sie ihren beiden Besuche genau auf die Mahlzeiten abstimmt und dann den Rest der Zeit pumpen und damit leben dass er einen Schnuller bekommt, wenn er früher Hunger hat?jusl hat geschrieben:Es wäre ideal, wenn sie sich, sobald sie mit dem Stillen beginnen darf, sich vollkommen auf ihr Baby konzentrieren kann, und sich um ihre Milchmenge gar keine Gedanken machen muss.
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11