Stillstreik mit 15,5 Wochen?

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Kullerkeks
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Stillstreik mit 15,5 Wochen?

Beitrag von Kullerkeks »

Hallo ihr lieben!

Nun bin ich doch so weit, ganz plötzlich, ein Thema zu eröffnen.
Ich hatte bisher NIE Probleme beim Stillen, es hat uns keiner gezeigt, es klappte einfach. Mein Kleiner nahm sehr gut zu, hatte nach 2 Tagen Geburtsgewicht und mittlerweile über 7 Kilo.
Wir haben lange im Liegen gestillt (die ersten 8-10 Wochen), weil wir es im Sitzen nicht hinbekommen haben (am Anfang Schmerzen, dann war ich sicher zu nervös). Langsam hat es aber geklappt und wir haben am Tag immer öfter im Sitzen gestillt. Ich fühlte mich ein wenig freier und nicht mehr so ans Bett gefesselt. Er trank zwar immer sehr schnell, aber dennoch war es belastend nur im Bett zu liegen.
Mit der Zeit klappte es auch unterwegs mit Stillen (im Stizen). Alles kein Problem. Mein Kleiner lehrte in weniger als 10 minuten, meist nur 5 die ganze Brust und war zufrieden. Meist kam er alle 2-3 Stunden.
Mit 11 Wochen fing es an, dass er nur alle 4 Stunden am Tag trank, in der Nacht (zwischen 19 und 7 Uhr) kam er auch nur 2-3 mal. Mit 12 Wochen schließ er fast durch (kam nur einmal zwischen 3 und 5 Uhr früh). Am Tag trank er meist beide Brüste und war 3 Stunden satt.
Mit 13 Wochen konnten wir nicht mehr im Sitzen stillen, er machte sich steif, trank meistens nur 2-3 mal sehr kurz. Dafür kam er nachts jede Stunde. Zu höchstzeiten war er jede halbe Stunde wach (aber nicht immer zum Stillen, manchmal auch nur für den Nuckel). Ich muss dazu sagen, dass er die ersten 8 Wochen keinen Nuckel bekam, dann allerdings schon. Es gab auch keine Saugverwirrung oder wunder Brustwarzen- alles unproblematisch.
Ich stillte also im Liegen bis 14,5 Wochen war es okay. Dann schlagartig alles wieder wie vorher. Er schlief nachts wieder super (nur einmal wach) und trank sich vorher ordentlich satt (17, 18, 19 und 20 Uhr). Bis 17 Uhr ca. 3-4 mal. Das ist super.
Heut war meine Mutter zu Besuch, früh im Bett nach dem Aufwachen alles super, im Liegen gestillt. 11 Uhr hatte er wieder Hunger, trank aber nicht, er schrie, wurde puderrot (er schreit sonst nie, wirklich er ist ein sehr sehr ruhiges Baby!)- ich kam, obwohl ich sonst sehr gelassen bin in Schwierigkeiten: Ich möchte eigentlich sehr lange Stillen, habe ich mir zumindest gedacht und will eigentlich auch Brei vermeiden. Da ich ihn noch nie so hab schreien hören, wurde mich echt mulmig. Ich vergaß die Sache. 14 Uhr dachte ich wieder er hätte Hunger (richtig getrunken hat er ja nur 7 Uhr). Ich versuchte es wieder, streichelte ihn, versuchte zu beruhigen, versuchte ihn schreien zu lassen, vielleicht brauchte er es. Aber nix.
Als meine Mama fuhr, habe ich versucht 17 Uhr zu stillen und kein Problem. ich dachte, mh, es liegt wohl doch am Stress, dass meine Mutter meint, ich würde alles falsch machen und alles was sie früher tat, wäre richtig. Kinder hätten auch mal einen schlechten tag. Aber mein Kleiner war noch nie so :(
Als ich 20 uhr stillen wollte, aber wieder Theater, linke Brust angeschrien, mit nix zu beruhigen. Nach 15 Minuten drehte ich mich rum, legte ihn auf die andere Seite, versuchte die "obere" Brust, also die linke zu geben, ich musste mit dem Finger locken und die Brust reinschieben, vorher brüllte er wieder ganz schlimm. Er saugte immer mal kurz, lies los, drehte sich weg, kam aber auch wieder, nur nuckelte er an den Händen. Nachdem ich dann die rechte anbot, ging es nach viel Gebrüll und Finger im Mund. Er trank sie ganz weich (sie waren sehr sehr hart und prall). Dabei schlief er auch fast seelig ein. Seither schläft er.

Ich bin nun etwas verzweifelt was ich machen soll. Er hat ja nun wirklich viel Speck und auch genug, wo man sich keine Sorgen wegen Abnehmen machen müsste. Gedanken mache ich mir um mich, dass meine Milch weggeht. Bisher natürlich nicht, ich hatte immer viel und ausreichend. Nun allerdings habe ich Bedenken, dass ich nach 6 Stunden Hungersteik ja zwischendrin Pumpen muss, sonst spritzen sie von allein rum, werden knochenhart, stehen wie Silikonbrüste ab. Wenn ich nun aber tagelang und oft abpumpe, dann habe ich bedenken, dass es probleme gibt (milchstau, weil ich nur wenig abpumpe, damit genügend da ist, falls er doch noch will?), oder weniger milch, weil ich halt pumpe. Ich will auch keine Flasche geben! Seit dem er den nuckel hat, habe ich bedenken, dass er die abgepumpte milch dann nur aus der flasche und nicht aus der brust will. ich habe so angst, dass unsere stillbeziehung zu ende ist, das würde ich, glaube ich zumindest, nicht verkraften :( wir hatten schon eine so blöde geburt und das stillen ist eigentlich oftmals der einzige bezug wo ich weiß, es ist mein kind, mein ein und alles (was an der nicht verarbeiteten geburt liegt). Ich liebe ihn über alles und es tut so weh, dass er mich so ablehnt, wo er sich doch sonst so sehr freute und quietschte!

Ich hoffe auf baldigen Rat!
LG die traurige Kullerkeks
LG Kullerkeks 08/87 mit großem Glück 12/83

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Re: Stillstreik mit 15,5 Wochen?

Beitrag von Erika »

Ich kann Dich total gut verstehen. Auf einmal ist alles anders, wenn das Selbstverständlichste nicht mehr funktioniert. Da ist man richtig aus der Bahn geworfen.

ABER: Sei nicht traurig. In den meisten Fällen (bei mir selbst und auch bei den meisten Frauen hier) haben sich solche Phasen nach 2-5 Tagen gegeben. Ich tippe mal auf eine Verunsicherung bei Deinem Kind, die sich aber gewiss wieder geben wird. Das kann mehrere Ursachen haben (Milch schmeckt anders - was hast Du gegessen?, Stresshormone von dem Mutterbesuch haben sich aufs Kind übertragen usw.)

(1) Du musst Dir erstmal keine Sorgen um Dein Kind machen, zumal, wenn es gut genährt ist (Du schreibst ja was von Speck....) Er wird nicht gleich verhungern, wenn er ein paar Tage nicht stillt. Du kannst versuchen, ihm Muttermilch oder warmes Wasser mit einem Löffel oder einem Becher zu geben, vielleicht geht das?

(2) Am wichtigsten ist, dass Du das Stillen ganz unverkrampft angehst. Das ist leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber nimm wirklich jeglichen Druck, denn Dein Kind soll entscheiden, wann es wie viel trinken wird. Du kannst die Brust immer wieder anbieten, aber keinen Druck aufbauen, das merkt das Kind sofort.

(3) Pumpe Milch ab, um einen Milchstau zu vermeiden. Immer wenn Du das Gefühl hast, dass die Brüste zu voll sind und Du gerne Dein Kind anlegen würdest zur Entlastung, kannst Du die Brust anbieten und wenn nichts getrunken wird pumpst Du eben. Die Milch kannst Du trinken, einfrieren, ins Badewasser geben oder ggf. auch Eurem örtlichen Krankenhaus anbieten.

(4) Mir selbst hat es immer geholfen, wenn ich in solchen Situationen auf "Ausnahmesituation" umgeschaltet habe: alle Termine und allen Besuch absagen, Haushalt liegen lassen, für Erholung sorgen, viel Schmusen, viel Schlafen, schön essen, den Mann bitten möglichst viel zu Hause zu sein und weniger zu arbeiten.

Außerdem würde ich momentan auf Nuckel, Fläschen usw. komplett verzichten. Das Saugbedürfnis sollte doch an der Brust gestillt werden, oder?

Liebe Grüße und alles Gute
Erika
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Kullerkeks
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Re: Stillstreik mit 15,5 Wochen?

Beitrag von Kullerkeks »

Hallo,
ich danke dir herzlichst für deine Antwort. Heute Nacht hat er die linke Brust im Halbschlaf genommen, die recht ging auch als er wach war. Dann gegen 10 hatte er richtig Hunger und hat auch im wachen Zustand die linke (mit erst ein wenig Theater) genommen.
Fläschchen geben wir ja garnicht, das war nur einmal als wir im Kino waren und er in den 2,5 Stunden bei meiner Mum war. Da nahm er aber auch noch kein Nuckel. Den Nuckel kann ich nicht abgewöhnen, da er sonst seine Fingerchen blutig saugt. Er will nicht immer an die Brust, aber dadurch, dass er immer nur saugt und nicht Nuckelt, aber auch immer was aus der Brust kommt, nimmt er dann die Finger. Also geb ich lieber einen Nuckel.
Leider ist mein Mann selbständig und kann nicht einfach zu Hause bleiben, aber zum Glück ist ja heute noch Sonntag und ich bin guter Dinge, dass es sich noch bessert.
Vielen Dank nochmal für deine aufmunternden Worte!
LG Kullerkeks 08/87 mit großem Glück 12/83

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Kullerkeks
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Re: Stillstreik mit 15,5 Wochen?

Beitrag von Kullerkeks »

So ich muss mich nochmal melden. Anscheinend ist der Streik wirklich vorbei. Allerdings hab ich seither in der linken Brust kaum noch Milch. Er wird zwar auch mit der rechten satt, aber es ist schon nervig. Sie ist immer weich und er trinkt nicht lang. Ich leg ihn schon immer erst dort an und pumpe zusätzlich ab aber seit Tagen wird es nicht mehr. Kann ich da noch etwas tun?
LG Kullerkeks 08/87 mit großem Glück 12/83

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