Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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bg135
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Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von bg135 »

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß, es ist das Schlechteste was passieren kann, dass ich mir jetzt schon nen Kopf darüber mache - aber ich kanns nicht abstellen.

Wir haben eine Wohnung gefunden. Das Problem ist, dass dort noch alles komplett renoviert werden muss. Tapeten, Fußböden, Fließen. Innerhalb von 2 Monaten.

Jetzt mach ich mir Sorgen, dass durch den Stress die Milch zurück geht. Und Stress wird sich ja leider nicht vermeiden lassen.

Kennt ihr ein paar Tricks, dem vorzubeugen? Denn ich möchte zumindest bis Ende des 6. Monats voll stillen....
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jusl
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Hallo,

FREUST Du Dich auf den Umzug? Hast Du Spaß an Renovierungsarbeiten? Falls ja, mach Dir üüüüüüberhaupt keine Gedanken um Deine Milchmenge; Milch bleibt nicht weg, nur weil man viel zu tun hat! (Dann wären die Stillbabys in Familien mit mehr als 2 Kindern auch schlecht dran :lol: )

Die Milchmenge kann zurückgehen, wenn man
*viiiel zu wenig isst und trinkt
*zu selten anlegt
*das Baby falsch saugt.
Das war's eigentlich schon.

Wenn eine Frau häufig sehr negative Gefühle hat, z.B. dauerhaften unangenehmen(!) Stress, starke Schmerzen, häufig Angst usw., werden bei ihr viel Adrenalin und andere Hormone ausgeschüttet, die möglicherweise den Milchspendereflex blockieren (d.h. Milch ist zwar "da", aber sie kommt nicht raus). Dies ist keinesfalls automatisch bei Umzügen oder ähnlichen "Power-Phasen" im Leben der Fall, bestimmt nicht!
Und falls Du doch merken solltest, dass Du nicht gut mit der vielen Arbeit zurecht kommst und/oder die Stimmung zu kippen droht, dann kannst Du eigene Stresshormone abbauen, in dem Du:
*viel Hautkontakt mit Deinem Baby hast, viel trägst,
*Dir warme Bäder, Wohlfühlduschen, Massagen gönnst,
*Sport treibst, oder auch Sauna, Schwimmen usw.
*für Tapetenwechsel sorgst, und statt Baustelle mal einen Tag nen Stadtbummel, Zoobesuch oder Freundebesuch machst o.ä.

LG und viel Spaß,
Julia
bg135
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von bg135 »

Ich danke ganz, ganz supi-doll für die ausführliche Antwort.

Werde mir Mühe geben, Spaß zu haben. ;)
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jusl
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Na, das ist sowieso immer ein guter Plan! :D

LG;
Julia
Miracleine
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von Miracleine »

jusl hat geschrieben: Die Milchmenge kann zurückgehen, wenn man
*viiiel zu wenig isst und trinkt
Nach meinen (reichlichen) :roll: Umzugserfahrungen, kann ich Dir nur sagen, dass Du garantiert das eine oder andere Mal das Essen und Trinken vergessen wirst, wenn Du Dir kein "Erinnermich" irgendwohin stellst. Am besten hast Du an allen Punkten in den Wohnungen wo Du häufig vorbei kommst, eine Flasche Wasser und mindestens eine Schale Studentenfutter stehen. Und wenn Du vorbei kommst, nimmst Du immer einen Schluck oder eine Handvoll. Dann kann in der Hinsicht eigentlich nichts passieren.
jusl hat geschrieben: Die Milchmenge kann zurückgehen, wenn man
*zu selten anlegt
Ist mir hier beim Handwerken auch passiert. Im Zweifelsfall stell Dir an besonders stressigen Tagen einen Wecker fürs Windeln wechseln und still bei der Gelegenheit auch gleich. Das muß ja kein regelmäßiger Zyklus sein, aber Du vermeidest den Streß dadurch, dass Dein Kind genau dann nach Stillen verlangt, wenn es Dir am wenigsten passt. Irgendwie muss das Stillen ja auch in Deinen Alltag passen und Stillen nach Bedarf bedeutet ja nicht nur nach Bedarf des Kindes, sondern auch der Mutter. Und wenn sich Dein Kind von selbst vielleicht erst eine Viertelstunde später melden würde, wird es eine Viertelstunde früher auch trinken. Du solltest natürlich nicht völlig gegen den Bedarf Deines Kindes arbeiten.

Ach so, was gegen Streß beim umziehen, handwerken etc. sehr gut helfen kann, ist eine anwesende "Kinderbetreuung". Das ist vielleicht nicht unbedingt für die Milchmenge relevant, aber vielleicht für Deinen Gemütszustand. :) Nach meinen Erfahrungen in den letzten Wochen, kann ich Dir das nur dringendst ans Herz legen. Ich weiß, wie fuchsig es einen machen kann, wenn das Kind immer im unpassendsten Augenblick Aufmerksamkeit braucht. Wir haben hier schon bei verschiedenen Gelegenheiten die Oma oder die Tante gehabt (z.B. heute bei den Geburtstagsvorbereitungen). Die jeweilige Person hat sich dann um Benjamin gekümmert, mit ihm gespielt, ihn je nach Person gewickelt oder teilweise sogar im TT herumgetragen. Ab und zu kam er dann zum Stillen oder kuscheln zu mir. Die übrige Zeit konnte ich mich dann voll auf meinen momentanen Programmpunkt kümmern, ohne immer ein Kind am Hosenbein hängen zu haben. Das hat doch so manche Spannung vermieden. Und diese "Kinderbetreuung" braucht ja nicht mal viel Erfahrung, weil Du ja immer im Hintergrund bist. Letzte Woche hat diese "Betreuung" z.B. mein siebenjähriges Patenkind übernommen. Die spielt super gerne mit Benjamin und er findet es toll, wenn sich jemand so viel mit ihm beschäftigt.
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bg135
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von bg135 »

Miracleine hat geschrieben:
jusl hat geschrieben: Die Milchmenge kann zurückgehen, wenn man
*viiiel zu wenig isst und trinkt
Nach meinen (reichlichen) :roll: Umzugserfahrungen, kann ich Dir nur sagen, dass Du garantiert das eine oder andere Mal das Essen und Trinken vergessen wirst, wenn Du Dir kein "Erinnermich" irgendwohin stellst. Am besten hast Du an allen Punkten in den Wohnungen wo Du häufig vorbei kommst, eine Flasche Wasser und mindestens eine Schale Studentenfutter stehen. Und wenn Du vorbei kommst, nimmst Du immer einen Schluck oder eine Handvoll. Dann kann in der Hinsicht eigentlich nichts passieren.
Das ist ja mal ne tolle Idee. :) Danke für den Tipp, werd ich auf jeden Fall machen....

Miracleine hat geschrieben:Ach so, was gegen Streß beim umziehen, handwerken etc. sehr gut helfen kann, ist eine anwesende "Kinderbetreuung". Das ist vielleicht nicht unbedingt für die Milchmenge relevant, aber vielleicht für Deinen Gemütszustand. :) Nach meinen Erfahrungen in den letzten Wochen, kann ich Dir das nur dringendst ans Herz legen. Ich weiß, wie fuchsig es einen machen kann, wenn das Kind immer im unpassendsten Augenblick Aufmerksamkeit braucht. Wir haben hier schon bei verschiedenen Gelegenheiten die Oma oder die Tante gehabt (z.B. heute bei den Geburtstagsvorbereitungen). Die jeweilige Person hat sich dann um Benjamin gekümmert, mit ihm gespielt, ihn je nach Person gewickelt oder teilweise sogar im TT herumgetragen. Ab und zu kam er dann zum Stillen oder kuscheln zu mir. Die übrige Zeit konnte ich mich dann voll auf meinen momentanen Programmpunkt kümmern, ohne immer ein Kind am Hosenbein hängen zu haben. Das hat doch so manche Spannung vermieden. Und diese "Kinderbetreuung" braucht ja nicht mal viel Erfahrung, weil Du ja immer im Hintergrund bist. Letzte Woche hat diese "Betreuung" z.B. mein siebenjähriges Patenkind übernommen. Die spielt super gerne mit Benjamin und er findet es toll, wenn sich jemand so viel mit ihm beschäftigt.
Das hatte ich mir auch schon überlegt. Leider hab ich im Umfeld fast nur Mädels aus der Krabbelgruppe - sodass dann da zwei Kinder zu betreuen wären. Werds aber trotzdem mal versuchen....

Danke für deine echt super Tipps.
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Miracleine
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von Miracleine »

bg135 hat geschrieben: Das hatte ich mir auch schon überlegt. Leider hab ich im Umfeld fast nur Mädels aus der Krabbelgruppe - sodass dann da zwei Kinder zu betreuen wären. Werds aber trotzdem mal versuchen....

Danke für deine echt super Tipps.
Gerne doch! :) Ich bin leider extrem umzugserfahren und jetzt seit fast vier Jahren in unserem Haus am renovieren, davon ein Jahr mit Kind.

Was die Mädels aus der Krabbelgruppe angeht: Es ist ja wie gesagt keine vollständige Betreuung wie z.B. Babysitten, da Du ja da bist. Wenn das mein siebenjähriges Patenkind hinbekommt, bekommt das auch eine andere Mama mit Kind hin. Du musst halt nur dafür sorgen, dass es irgendwo einen kleinen Bereich gibt, wo sie sich ggf. mit den Zwergen auf den Boden setzen kann und die Zwerge nicht soviel anstellen können. Wenn Dein Kind nicht gerade stark fremdelt, sollte das eigentlich keine Probleme geben. Meinem ist zumindest meist wichtig, dass überhaupt jemand in seiner Nähe ist, am besten irgendwo nah bei ihm auf dem Fußboden.

Hast Du ansonsten vielleicht noch eine Oma oder Tante in der Nähe, die sich mal freut Euch zu besuchen und auf Dein Kind aufzupassen?

Ach so, wie alt ist Dein Kind eigentlich?

Und zum Thema Stillen: Ich habe auch immer gesagt, dass ich bis mindestens zum Ende des 6. Monats voll stillen möchte. Das habe ich dann auch so gerade durchgehalten, weil Mini irgendwie abends nicht satt zu bekommen war. :roll: Danach haben wir dann über Monate nur abends zusätzlich Dinkelbrei gefüttert. Und entgegen aller Vermutungen und Ideen vor der Geburt, stille ich noch immer und habe auch nicht vor, dass so bald aufzugeben. Benjamin und ich genießen es und ein Ende ist nicht abzusehen. Das hätte ich mir in der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt nie vorstellen können, dass ich dass irgendwann so genießen würde.
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Nach meinen (reichlichen) :roll: Umzugserfahrungen, kann ich Dir nur sagen, dass Du garantiert das eine oder andere Mal das Essen und Trinken vergessen wirst, wenn Du Dir kein "Erinnermich" irgendwohin stellst.
:D Ja, mag sein, aber von dem "Ein oder anderen Mal" nicht essen oder trinken wird doch nicht gleich automatisch die Milch weniger! Ich bin selbst umgezogen während der Fast-noch-Vollstillzeit mit Zwillingen, incl körperlich sehr anstrengenden Renovierungs- bzw. Ausbauzeiten, da gab's halt abends lecker Pizza aus der Schachtel und ein großes Radler, und gut war's. Meine Milch bzw. Milchmenge war davon definitiv nicht betroffen. Ich denk auch, dass ist jetzt nicht so selten. ;-)

LG;
Julia
Miracleine
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von Miracleine »

jusl hat geschrieben: :D Ja, mag sein, aber von dem "Ein oder anderen Mal" nicht essen oder trinken wird doch nicht gleich automatisch die Milch weniger! Ich bin selbst umgezogen während der Fast-noch-Vollstillzeit mit Zwillingen, incl körperlich sehr anstrengenden Renovierungs- bzw. Ausbauzeiten, da gab's halt abends lecker Pizza aus der Schachtel und ein großes Radler, und gut war's. Meine Milch bzw. Milchmenge war davon definitiv nicht betroffen. Ich denk auch, dass ist jetzt nicht so selten. ;-)

LG;
Julia
Das hängt sicherlich von Deinem allgemeinen Hungergefühl und der sonstigen Verwertung zu eigener Energie oder Milch ab.

Ich habe, als ich noch vollgestillt habe, leider jede ausgelassene Mahlzeit gleich an der Milchmenge gemerkt. Nach der Entbindung habe ich nur nach Hungergefühl gegessen und gleich als ich zuhause war innerhalb einer Woche 7kg abgenommen und hatte deutlich zu wenig Milch. Dann habe ich etwa ein Drittel am Tag mehr gegessen und es passte mit der Milch wieder, aber eben nur, wenn ich auch nach Uhr gegessen habe und nicht die Mahlzeiten gebündelt habe.

Wie gesagt, das ist sicherlich individuell sehr unterschiedlich, aber regelmäßiges Essen schadet ja nie, egal ob stillende Mama oder nicht. :wink:
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Re: Demnächst sehr viel Stress, wie Milchrückgang vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Hallo,

es ist gut, dass Du für Dich herausfinden konntest, dass Du in Deiner Stillzeit offenbar auf sehr regelmäßiges Essen bist/warst. Ich stimme Dir zu, dass dies sicher individuell ist - mir ging es aber auch darum, aufzuzeigen, was für die MEISTEN Frauen gelten dürfte. Und bei den meisten ist es sicher so, dass "mal ein Tag nix essen" sich nicht gleich auf die Milchproduktion niederschlägt. Wäre dem so, hätten unsere Vorfahrinnen bzw. deren Babys ziemlich schlechte Karten gehabt, wenn Steinzeit-Mann für seine Steinzeit-Familie leider erst *morgen* den Büffel erlegt, und bis dahin gibt's nur ein bisschen Löwenzahn und co... ;-).

Auch heute noch haben schlimmerweise nicht alle Menschen (darunter auch stillende Frauen) Zugang zu "3x täglich eine ordentliche Mahlzeit". Man weiß aber aus wiss. Untersuchungen, dass die Stillfähigkeit bei Frauen in Hungergebieten zu denjenigen Körperfunktionen gehört, die durch Mangelernährung erst relativ spät in Mitleidenschaft gezogen werden (die Gebährfähigkeit z.B. deutlich früher!).
Verglichen damit haben wir mit "Ich hab heut schon wieder nicht geschafft, was gescheites zu essen!" eher ein Luxusproblem.

Gesundes Essen und Trinken in ausreichender Menge ist defintiv wichtig für unsere Gesundheit, keine Frage - aber wenn's mal eine Woche lang nur Burger und Fritten sind, oder Schmalhans Küchenmeister ist (z.B. während oder nach einer Magendarminfektion), ist das in Sachen Stillen für die allermeisten Frauen nicht weiter schlimm.

LG;
Julia
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