GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Was kommt nach dem Vollstillen?

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jusl
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von jusl »

klimaforscherin hat geschrieben:Danke!
Kann eigentlich ein gestilltes Kind vegan ernährt werden?
Oder ist hier "vegan" in Gaensefuesschen zu schreiben, da man für den Begriff die MuMi außer acht lässt?
Selbstverständlich kann ein Stillkind als Beikost vegane Lebensmittel erhalten. Die Gefahr für Eisenmangel ist dann aber erhöht, da vegane Lebensmittel allzumeist wenig bis gar kein Eisen enthalten.

Ob Leute, die sich mit veganer Lebensweise auskennen, den Begriff "vegane Babyernährung" auffassen als "keine Muttermilch, da "tierisch", und vegane feste Nahrung" oder "selbstverständlich Muttermilch, plus vegane feste Nahrung", weiß ich nicht. Ist ja praktisch nur eine Begriffsfrage.

Jedenfalls: vegane Beikost in den ersten Beikostmonaten für ein Stillbaby ist oft unproblematisch. Wie immer sollte da aber unbedingt auf den Einzelfall geschaut werden.

LG
Julia
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klimaforscherin
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von klimaforscherin »

Aber vom eisenaspekt dürfte doch vegane Ernährung nicht problematischer sein als vegetarische, im Gegenteil. Oder gibt's da einen anderen Aspekt? Vit. B12?
Welche Rolle spielt Muttermilch bei veganer Beikost? Oder fehlen einfach die Eier?
Im Artikel wird explizit von veganer Ernährung abgeraten, nicht aber von vegetarischer.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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jusl
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von jusl »

Aber vom eisenaspekt dürfte doch vegane Ernährung nicht problematischer sein als vegetarische, im Gegenteil.
Doch. Eier enthalten Eisen, Milchprodukte auch (zwar wenig, aber doch). Und Veganer sehen das mit vegan oft enger als Vegetarierer mit vegetarisch - bei letzteren ist manchmal Fisch oder in Fleischbrühe gekochtes Gemüse u.U. noch OK, da gibt's schon unterschiedliche Ausprägungen.
Vit. B12?
Muttermilch enthält normalerweise genug Vit B12, auch bei Vegetarierinnen, die ihr Stillbaby beikosttechnisch (noch) vegan und dann später vegetarisch ernähren. Bei Veganerinnen jedoch wird ohne Supplementierung das Vit B12 in der Muttermilch zu knapp. Wird dazu auch noch das Baby vegan ohne Supplementierung ernährt, kann's gefährlich werden.

LG
Julia
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klimaforscherin
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von klimaforscherin »

Zum Eisen: ich habe schon öfter gelesen, dass Kuhmilch und Eier "Eisenfänger" sind, Eisen also schlechter aufgenommen wird bei gleichzeitigem Konsum.
Veganer sollen deshalb mit Eisen weniger Probleme haben als ovo-lacto-Vegetarier.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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jusl
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von jusl »

Ja, das stimmt auch durchaus. In der Linksammlung Stillwissen sind bei den Stichworten rund um Eisenmangel Listen zu finden, welche Stoffe die Eisenaufnahme fördern (z.B. Vitamin C und Fruchzucker) und welche sie hemmen (Calcium, Magnesium, Phytat und Oxalsäure z.B.).

Aber grundsätzlich: bisschen Eisen ist besser als gar keins, und pflanzliches Eisen ist chemisch was anderes (schlechter verwertbar) als tierisches Eisen. Ich bezweifle, dass Veganer durchschnittlich einen besseren Eisenstatus haben als Ovo-Lacto- (evtl. Pesco-)Vegetarier.

LG
Julia
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Mokri
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von Mokri »

Erstmal vielen lieben Dank Julia für diese tolle Übersicht! Ich habe hier zum ersten Mal gelesen, dass es sich um „Beikost“ und nicht um „Ersatzkost“ handelt und freue mich sehr darüber (ich hoffe mein Sohn verzeiht mir!). Ich habe immer wieder mal ein paar Tage, an denen ich zu wenig Muttermilch habe und ich hatte schon Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich eine Stillmahlzeit (es sind tagsüber noch 6, nachts stillen wir leider schon sehr lange nicht mehr) ausfallen lasse, aber das muss ich ja gar nicht. Da meine Raupe aber nicht nur gerne stillt, sondern anscheinend auch gerne isst, habe ich noch ein paar Fragen zur Beikost (ich hoffe die Fragen wurden nicht schon 10 mal gestellt, ich habe leider keine Zeit mir alle Seiten durchzulesen):

1. Ich kann mich nicht entscheiden ob ich für sie selber kochen oder ob ich lieber (wie damals bei meinem Sohn) Gläschen füttern möchte. Klar, keimärmer sind wohl die Gläschen, aber wo sind denn mehr Vitamine drin? Im Gläschen, dass schon einige Wochen im hellen Regal steht oder im eingefrorenen Selbstgekochten? (Lässt man den Brei eigentlich vorher auftauen oder stellt man ihn gefroren ins Wasserbad?) Ich weiß ja auch nicht wie frisch das gekaufte Gemüse/Obst ist…

2. Ich kann mich daran erinnern, dass ich meinem Sohn immer einen EL Orangensaft mittags ins Gläschen gegeben habe. Dadurch wird die Eisenaufnahme verbessert, richtig? Also ist dies auch nur beim Gemüse-Fleisch-Brei notwendig und nicht beim Gemüse-Kartoffel-Brei oder?

3. Soll ich das Obst vor dem Pürieren auch kurz dünsten oder kann ich es roh verfüttern? Kann man Obst-Brei auch auf Vorrat herstellen und dann einfrieren?

4. Ich möchte meiner Raupe demnächst abends Hirsebrei anbieten (der ist doch aufgeschlossen oder?). Am liebsten als Milchgetreidebrei, also ohne Obst. Ist es wirklich okay ihn mit Vollmilch und Wasser anzurühren? Bei meinem Sohn hieß es immer, dass im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch gegeben werden soll. Die wäre mir aber lieber als Pulvermilch. Und nur mit Wasser schmeckt er ja nicht.

5. Beim Abendessen möchte sie mir immer Brot vom Teller mopsen (bis jetzt habe ich ihr noch keins gegeben). Welches Brot eignet sich am besten für die Kleinen?
Liebe Grüße

Kristina mit sturem Giftzwerg (05/08), kleiner Raupe (08/11)
und kleinem Sternchen im Herzen (04/07)

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jusl
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von jusl »

Hallo Mokri,

freut mich dass Dir die Grundinfo gefallen hat. Ich geh mal der Reihe nach:
1. Ich kann mich nicht entscheiden ob ich für sie selber kochen oder ob ich lieber (wie damals bei meinem Sohn) Gläschen füttern möchte. Klar, keimärmer sind wohl die Gläschen, aber wo sind denn mehr Vitamine drin?
Klares Votum von mir: selber kochen. Gläschen sind Konserven, völlig plattgekochtes Einheitsmus, mehrere Jahre haltbar, immer gleich, Gehalt an hitzeempfindlichen Vitaminen gleich null komma nichts (außer das Vitamin C, welches hinterher künstlich zugegeben wird). Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich persönlich unter leckerem Essen verstehe... :wink: Vielleicht geht es Dir ähnlich?
Allgemeine Keimarmut spielt beim Verzehr frischer Speisen nicht die geringste Rolle. Ein krabbelndes Baby nimmt täglich Millionen Keime auf. Pathogene, also krankmachende Keime sollten vermieden werden; diese finden sich heutzutage aber praktisch ausschließlich in industriell hergestellten Lebensmitteln, nicht auf dem frischen, gewaschenen Gemüse von Bauer Horst nebenan.
Ich weiß ja auch nicht wie frisch das gekaufte Gemüse/Obst ist…
Wie viele Tage das alt ist, weiß ich auch nicht, aber ich weiß wie alt das Gemüse und Obst in Gläschen mitunter ist: Monate bis Jahre. ;-) Steht ja sozusagen drauf.
Lässt man den Brei eigentlich vorher auftauen oder stellt man ihn gefroren ins Wasserbad?
Egal. Du kannst Brei z.B. über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, oder kurz mit etwas Wasser in einem Topf erhitzen... spielt keine Rolle.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich meinem Sohn immer einen EL Orangensaft mittags ins Gläschen gegeben habe. Dadurch wird die Eisenaufnahme verbessert, richtig? Also ist dies auch nur beim Gemüse-Fleisch-Brei notwendig und nicht beim Gemüse-Kartoffel-Brei oder?
Richtig, Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme. Viele Gemüse enthalten bereits Vitamin C, Brokkoli z.B.
Soll ich das Obst vor dem Pürieren auch kurz dünsten oder kann ich es roh verfüttern?
Geht beides. Babys mit empfindlichem Magen / empfindlicher Haut vertragen gedünstetes Obst in den ersten Beikostmonaten oft besser als rohes. Ich würde immer erstmal roh probieren, der Einfachheit halber. ;-)
Kann man Obst-Brei auch auf Vorrat herstellen und dann einfrieren?
Ja, wird aber bei rohem Obst leicht matschig und fad. Sinnvoller: TK-Obst! Himbeeren, Heidelbeeren usw. - die sind auch wirklich frisch! Dann einfach auftauen und ggf pürieren, das ist am einfachsten.
Ich möchte meiner Raupe demnächst abends Hirsebrei anbieten (der ist doch aufgeschlossen oder?). Am liebsten als Milchgetreidebrei, also ohne Obst. Ist es wirklich okay ihn mit Vollmilch und Wasser anzurühren? Bei meinem Sohn hieß es immer, dass im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch gegeben werden soll. Die wäre mir aber lieber als Pulvermilch.
Hirsebrei lässt sich supereinfach aus Instant-Flocken herstellen, einfach heißes Wasser drauf, fertig. (Doch, das schmeckt! Cous-Cous, Bulgur usw. koch ich jedenfalls in Wasser, nicht in Milch :wink: ). Fürs Milchgefühl kannst Du einfach einen Schuss Sahne drangeben. Ansonsten: Ja, geringe Mengen Vollmilch im Rahmen der Beikost sind im zweiten Lebenshalbjahr OK.
Beim Abendessen möchte sie mir immer Brot vom Teller mopsen (bis jetzt habe ich ihr noch keins gegeben). Welches Brot eignet sich am besten für die Kleinen?
Ein feinausgemahlenes. Schrot ist zu schwer verdaulich für Babys, das gleiche gilt für ganze Kürbiskerne und co.
Ich habe hier zum ersten Mal gelesen, dass es sich um „Beikost“ und nicht um „Ersatzkost“ handelt und freue mich sehr darüber (ich hoffe mein Sohn verzeiht mir!).
Ganz bestimmt. ;-)
Ich habe immer wieder mal ein paar Tage, an denen ich zu wenig Muttermilch habe und ich hatte schon Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich eine Stillmahlzeit (es sind tagsüber noch 6, nachts stillen wir leider schon sehr lange nicht mehr) ausfallen lasse,
Ja, da ist es in der Tat sinnvoll, weiterhin in gewohnt hoher Menge zu stillen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Milchmenge unerwünscht stark zurückgeht, wenn zu selten gestillt wird.

LG
Julia
Lorelai
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von Lorelai »

wie ist denn das mit dem salz, soll man das nur nicht geben, weil die kinder sich an den geschmacksverstärker gewöhnen oder auch aus nem anderen grund?

und die nüsse, im gemahlenen zustand sind die ok? es geht also nicht um allergie, sondern ums verschlucken?
jusl
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von jusl »

wie ist denn das mit dem salz, soll man das nur nicht geben, weil die kinder sich an den geschmacksverstärker gewöhnen oder auch aus nem anderen grund?
Zu viel Salz ist ungesund für den Elektrolythaushalt. Wer sich früh an viel Salz gewöhnt, isst später noch mehr davon. Hoher Salzkonsum wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, z.B. Bluthochdruck.
Gelegentlich oder geringe Mengen gesalzene Nahrungsmittel wie z.B. Brot sind OK.

und die nüsse, im gemahlenen zustand sind die ok? es geht also nicht um allergie, sondern ums verschlucken?
Richtig.
Lorelai
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Re: GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG

Beitrag von Lorelai »

danke!
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