Hallo Mokri,
freut mich dass Dir die Grundinfo gefallen hat. Ich geh mal der Reihe nach:
1. Ich kann mich nicht entscheiden ob ich für sie selber kochen oder ob ich lieber (wie damals bei meinem Sohn) Gläschen füttern möchte. Klar, keimärmer sind wohl die Gläschen, aber wo sind denn mehr Vitamine drin?
Klares Votum von mir: selber kochen. Gläschen sind Konserven, völlig plattgekochtes Einheitsmus, mehrere Jahre haltbar, immer gleich, Gehalt an hitzeempfindlichen Vitaminen gleich null komma nichts (außer das Vitamin C, welches hinterher künstlich zugegeben wird). Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich persönlich unter leckerem Essen verstehe...

Vielleicht geht es Dir ähnlich?
Allgemeine Keimarmut spielt beim Verzehr frischer Speisen nicht die geringste Rolle. Ein krabbelndes Baby nimmt täglich Millionen Keime auf. Pathogene, also krankmachende Keime sollten vermieden werden; diese finden sich heutzutage aber praktisch ausschließlich in industriell hergestellten Lebensmitteln, nicht auf dem frischen, gewaschenen Gemüse von Bauer Horst nebenan.
Ich weiß ja auch nicht wie frisch das gekaufte Gemüse/Obst ist…
Wie viele Tage das alt ist, weiß ich auch nicht, aber ich weiß wie alt das Gemüse und Obst in Gläschen mitunter ist: Monate bis Jahre.

Steht ja sozusagen drauf.
Lässt man den Brei eigentlich vorher auftauen oder stellt man ihn gefroren ins Wasserbad?
Egal. Du kannst Brei z.B. über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, oder kurz mit etwas Wasser in einem Topf erhitzen... spielt keine Rolle.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich meinem Sohn immer einen EL Orangensaft mittags ins Gläschen gegeben habe. Dadurch wird die Eisenaufnahme verbessert, richtig? Also ist dies auch nur beim Gemüse-Fleisch-Brei notwendig und nicht beim Gemüse-Kartoffel-Brei oder?
Richtig, Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme. Viele Gemüse enthalten bereits Vitamin C, Brokkoli z.B.
Soll ich das Obst vor dem Pürieren auch kurz dünsten oder kann ich es roh verfüttern?
Geht beides. Babys mit empfindlichem Magen / empfindlicher Haut vertragen gedünstetes Obst in den ersten Beikostmonaten oft besser als rohes. Ich würde immer erstmal roh probieren, der Einfachheit halber.
Kann man Obst-Brei auch auf Vorrat herstellen und dann einfrieren?
Ja, wird aber bei rohem Obst leicht matschig und fad. Sinnvoller: TK-Obst! Himbeeren, Heidelbeeren usw. - die sind auch wirklich frisch! Dann einfach auftauen und ggf pürieren, das ist am einfachsten.
Ich möchte meiner Raupe demnächst abends Hirsebrei anbieten (der ist doch aufgeschlossen oder?). Am liebsten als Milchgetreidebrei, also ohne Obst. Ist es wirklich okay ihn mit Vollmilch und Wasser anzurühren? Bei meinem Sohn hieß es immer, dass im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch gegeben werden soll. Die wäre mir aber lieber als Pulvermilch.
Hirsebrei lässt sich supereinfach aus Instant-Flocken herstellen, einfach heißes Wasser drauf, fertig. (Doch, das schmeckt! Cous-Cous, Bulgur usw. koch ich jedenfalls in Wasser, nicht in Milch

). Fürs Milchgefühl kannst Du einfach einen Schuss Sahne drangeben. Ansonsten: Ja, geringe Mengen Vollmilch im Rahmen der Beikost sind im zweiten Lebenshalbjahr OK.
Beim Abendessen möchte sie mir immer Brot vom Teller mopsen (bis jetzt habe ich ihr noch keins gegeben). Welches Brot eignet sich am besten für die Kleinen?
Ein feinausgemahlenes. Schrot ist zu schwer verdaulich für Babys, das gleiche gilt für ganze Kürbiskerne und co.
Ich habe hier zum ersten Mal gelesen, dass es sich um „Beikost“ und nicht um „Ersatzkost“ handelt und freue mich sehr darüber (ich hoffe mein Sohn verzeiht mir!).
Ganz bestimmt.
Ich habe immer wieder mal ein paar Tage, an denen ich zu wenig Muttermilch habe und ich hatte schon Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich eine Stillmahlzeit (es sind tagsüber noch 6, nachts stillen wir leider schon sehr lange nicht mehr) ausfallen lasse,
Ja, da ist es in der Tat sinnvoll, weiterhin in gewohnt hoher Menge zu stillen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Milchmenge unerwünscht stark zurückgeht, wenn zu selten gestillt wird.
LG
Julia