Belohnung /Bestechung
-
Das Muli
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 784
- Registriert: 23.09.2008, 10:47
- Wohnort: Mittelfranken
Re: Belohnung /Bestechung
@ Sandküste:
Das hört sich schön an - und ich hoffe auch, dass ich das für meine Kinder auch mal so umsetzen kann. Natürlich ist es durchaus möglich, die Kinder selbst entscheiden zu lassen, und es muss nicht notwendigerweise heißen, dass diese Kinder dann NICHTS lernen.
ABER: Ich denke, das geht nur, wenn das Drumrum auch passt - also wenn die Kinder auf einer Schulform sind, die vom ersten Tag an drauf setzt, dass die Schüler eigenverantwortlich lernen, dass sie selbstständig werden in dieser Hinsicht, einer Schule, bei der es akzeptiert wird, dass die Eltern es den Kindern überlassen, Hausaufgaben auch mal nicht zu machen und sich dann mit der Lehrerin auseinander zu setzen.
Wenn Du einfach an eine Regelschule hingehst und in der 4ten Klasse sagst: So, ab jetzt ist es mir egal ob Du Hausaufgaben machst oder nicht - dann würde ich schon sagen: Das kann nicht gut gehen. Oder noch weniger möglich ist das an weiterführenden Schulen - Das G8 funktioniert nicht ohne Hausaufgaben, zT ist da glaube ich die tägliche Elternlernstunde fest in den Stundenplan mit eingeplant, sonst klappt es nicht den Stoff durchzukriegen.
Warum sollte ein Mensch nichts lernen wollen? - Weil dieser Mensch vielleicht "Lernen" immer nur mit negativen gefühlen assoziiert - mit Anstrengung, Misserfolg, Langeweile, Zwang. Und auch wenn Du dann diesen Zwang plötzlich wegnimmst, dann heißt das nicht automatisch,dass die Lust am Lernen wieder auftaucht.....
Ich habe mich in der Schule leicht getan mit Lernen, hatte immer einigermaßen akzeptable Noten. Hatte genug Ehrgeiz, um mich wenn nötig auch mal hinzusetzen (aber nicht gerne, sondern weils sein mußte) Aber Lernen hat mir nie richtig Spass gemacht, noch heute habe ich es als "unangenehme Anstrengung" abgespeichert. Hausaufgaben hätte ich vermutlich selten freiwillig gemacht. Hoffentlich kann ich diese Erfahrung meinen Kindern ersparen...
LG Muli
Das hört sich schön an - und ich hoffe auch, dass ich das für meine Kinder auch mal so umsetzen kann. Natürlich ist es durchaus möglich, die Kinder selbst entscheiden zu lassen, und es muss nicht notwendigerweise heißen, dass diese Kinder dann NICHTS lernen.
ABER: Ich denke, das geht nur, wenn das Drumrum auch passt - also wenn die Kinder auf einer Schulform sind, die vom ersten Tag an drauf setzt, dass die Schüler eigenverantwortlich lernen, dass sie selbstständig werden in dieser Hinsicht, einer Schule, bei der es akzeptiert wird, dass die Eltern es den Kindern überlassen, Hausaufgaben auch mal nicht zu machen und sich dann mit der Lehrerin auseinander zu setzen.
Wenn Du einfach an eine Regelschule hingehst und in der 4ten Klasse sagst: So, ab jetzt ist es mir egal ob Du Hausaufgaben machst oder nicht - dann würde ich schon sagen: Das kann nicht gut gehen. Oder noch weniger möglich ist das an weiterführenden Schulen - Das G8 funktioniert nicht ohne Hausaufgaben, zT ist da glaube ich die tägliche Elternlernstunde fest in den Stundenplan mit eingeplant, sonst klappt es nicht den Stoff durchzukriegen.
Warum sollte ein Mensch nichts lernen wollen? - Weil dieser Mensch vielleicht "Lernen" immer nur mit negativen gefühlen assoziiert - mit Anstrengung, Misserfolg, Langeweile, Zwang. Und auch wenn Du dann diesen Zwang plötzlich wegnimmst, dann heißt das nicht automatisch,dass die Lust am Lernen wieder auftaucht.....
Ich habe mich in der Schule leicht getan mit Lernen, hatte immer einigermaßen akzeptable Noten. Hatte genug Ehrgeiz, um mich wenn nötig auch mal hinzusetzen (aber nicht gerne, sondern weils sein mußte) Aber Lernen hat mir nie richtig Spass gemacht, noch heute habe ich es als "unangenehme Anstrengung" abgespeichert. Hausaufgaben hätte ich vermutlich selten freiwillig gemacht. Hoffentlich kann ich diese Erfahrung meinen Kindern ersparen...
LG Muli
Das Muli mit großem Fohlen (11/04) und kleinem Fohlen (12/07)
...und jaaaa ich weiß dass sich Mulis eigentlich nicht vermehren...aber ich bin nunmal das Tragtier der Familie
GEGEN Rechts!
...und jaaaa ich weiß dass sich Mulis eigentlich nicht vermehren...aber ich bin nunmal das Tragtier der Familie
GEGEN Rechts!
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Belohnung /Bestechung
Das Muli hat geschrieben:@ Sandküste:
Das hört sich schön an - und ich hoffe auch, dass ich das für meine Kinder auch mal so umsetzen kann. Natürlich ist es durchaus möglich, die Kinder selbst entscheiden zu lassen, und es muss nicht notwendigerweise heißen, dass diese Kinder dann NICHTS lernen.
ABER: Ich denke, das geht nur, wenn das Drumrum auch passt - also wenn die Kinder auf einer Schulform sind, die vom ersten Tag an drauf setzt, dass die Schüler eigenverantwortlich lernen, dass sie selbstständig werden in dieser Hinsicht, einer Schule, bei der es akzeptiert wird, dass die Eltern es den Kindern überlassen, Hausaufgaben auch mal nicht zu machen und sich dann mit der Lehrerin auseinander zu setzen.
Genau - so ist das bei uns auch. Vergessene Hausaufgaben sind SEINE Sachen, dass muss er mit den Lehrern ausmchen.
Wir erinnern ihn - und ja, wir sagen auch mal "mach jetzt Hausaufgaben"![]()
Wenn Du einfach an eine Regelschule hingehst und in der 4ten Klasse sagst: So, ab jetzt ist es mir egal ob Du Hausaufgaben machst oder nicht - dann würde ich schon sagen: Das kann nicht gut gehen. Oder noch weniger möglich ist das an weiterführenden Schulen - Das G8 funktioniert nicht ohne Hausaufgaben, zT ist da glaube ich die tägliche Elternlernstunde fest in den Stundenplan mit eingeplant, sonst klappt es nicht den Stoff durchzukriegen.
Warum sollte ein Mensch nichts lernen wollen? - Weil dieser Mensch vielleicht "Lernen" immer nur mit negativen gefühlen assoziiert - mit Anstrengung, Misserfolg, Langeweile, Zwang. Und auch wenn Du dann diesen Zwang plötzlich wegnimmst, dann heißt das nicht automatisch,dass die Lust am Lernen wieder auftaucht.....
Eben, das System muss von Anfang an stimmen.Ansonsten ist es nicht unmöglich, da hineinzuwachsen, dauert aber natürlich......es gibt dann Schüler, die monatelang gar nichts tun.
Ich habe mich in der Schule leicht getan mit Lernen, hatte immer einigermaßen akzeptable Noten. Hatte genug Ehrgeiz, um mich wenn nötig auch mal hinzusetzen (aber nicht gerne, sondern weils sein mußte) Aber Lernen hat mir nie richtig Spass gemacht, noch heute habe ich es als "unangenehme Anstrengung" abgespeichert. Hausaufgaben hätte ich vermutlich selten freiwillig gemacht. Hoffentlich kann ich diese Erfahrung meinen Kindern ersparen...
LG Muli
- Johana
- Power-SuTler
- Beiträge: 5968
- Registriert: 11.02.2008, 10:00
Re: Belohnung /Bestechung
Frieher: Vertrauen und Leuchtturm sein. Das klingt wunderbar
!
-
Lösche Benutzer 3486
Re: Belohnung /Bestechung
Ich bin auch der felsenfesten Überzeugung, dass jedes Kind lernen möchte. Und wenn es den Lehrplan öde findet, dann kann es sich auch ruhig dagegen entscheiden zu lernen. Ich habe in meinen Zeugnissen vor allem immer in den Lernfächern die schlechteren Noten gehabt - zum Abi hin hab ich sie so gut es ging aussortiert. Bis heute kann ich mir nicht erklären, warum ich den Aufbau eines Pflanzenstängels mit all seinen lateinischen Begriffen kennen sollte - nun gut, ich konnte es dann ja auch nicht. Bio war die erste und einzige vier in meinem Leben.
Aber Fächer, die mich interessierten, haben dies wieder wett gemacht. Warum auch sollte ein Kind in allen Fächern top sein. Zum durchschlagen wird es schon genug lernen. Wessen Eitelkeit kränkt das Kind mit schlechten Noten in Lernfächern - seine oder die seiner Eltern.
Und wenn man, weil das Kind auf die Draußen-Spielzeit nicht verzichten möchte, eine halbe Stunde Ruhezeit am Abend einbaut. Jeder liest Zeitung, Buch oder lernt - die Eltern also inbegriffen. Das kann allen helfen und das Kind hat nicht das Gefühl etwas für seine Aufgaben sausen lassen zu müssen.
Aber Fächer, die mich interessierten, haben dies wieder wett gemacht. Warum auch sollte ein Kind in allen Fächern top sein. Zum durchschlagen wird es schon genug lernen. Wessen Eitelkeit kränkt das Kind mit schlechten Noten in Lernfächern - seine oder die seiner Eltern.
Und wenn man, weil das Kind auf die Draußen-Spielzeit nicht verzichten möchte, eine halbe Stunde Ruhezeit am Abend einbaut. Jeder liest Zeitung, Buch oder lernt - die Eltern also inbegriffen. Das kann allen helfen und das Kind hat nicht das Gefühl etwas für seine Aufgaben sausen lassen zu müssen.
- Johana
- Power-SuTler
- Beiträge: 5968
- Registriert: 11.02.2008, 10:00
Re: Belohnung /Bestechung
Frieher hat geschrieben:Ich bin auch der felsenfesten Überzeugung, dass jedes Kind lernen möchte. Und wenn es den Lehrplan öde findet, dann kann es sich auch ruhig dagegen entscheiden zu lernen. Ich habe in meinen Zeugnissen vor allem immer in den Lernfächern die schlechteren Noten gehabt - zum Abi hin hab ich sie so gut es ging aussortiert. Bis heute kann ich mir nicht erklären, warum ich den Aufbau eines Pflanzenstängels mit all seinen lateinischen Begriffen kennen sollte - nun gut, ich konnte es dann ja auch nicht. Bio war die erste und einzige vier in meinem Leben.
Aber Fächer, die mich interessierten, haben dies wieder wett gemacht. Warum auch sollte ein Kind in allen Fächern top sein. Zum durchschlagen wird es schon genug lernen. Wessen Eitelkeit kränkt das Kind mit schlechten Noten in Lernfächern - seine oder die seiner Eltern.
Und wenn man, weil das Kind auf die Draußen-Spielzeit nicht verzichten möchte, eine halbe Stunde Ruhezeit am Abend einbaut. Jeder liest Zeitung, Buch oder lernt - die Eltern also inbegriffen. Das kann allen helfen und das Kind hat nicht das Gefühl etwas für seine Aufgaben sausen lassen zu müssen.
- hazelnut
- gehört zum Inventar
- Beiträge: 473
- Registriert: 27.12.2009, 14:20
- Wohnort: Norwegen
Re: Belohnung /Bestechung
Bei anderen Schulsystemen mag das ja vielleicht gehen, aber bei den konventionellen denke ich eher nicht. Bei allen Kindern auf jeden Fall nicht.
Lesen, schreiben und rechnen lernen. Hab ich auch gerne gemacht. Aber warum ich ausrechnen können muss mit welcher Kraft irgendwelche Reibungen auf irgendwelche Modellwägelchen die auf irgendwelchen Modellneigungen mit dem Winkel bla stehen hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Es interessiert mich schlichtweg nicht und das hat es auch in der Schule nicht. Und das zog sich über Physik, Chemie bis rein zu Mathe. Wo ich am Ende des Jahre immer eine 4 hatte und in einem davon ne 5 außer die war schon für Latein weg...
Ich habe Schule gehasst. Aber ich wollte unbedingt Abi ohne sitzen zu bleiben. Mein Ziel war also "Klassenziel erreichen" und dazu durfte man eine 5 haben, also hab ich mir die "gegönnt". In der Kollegstufe später war das Rechenmodell für den Weg des geringsten Lernaufwandes zum Abitur etwas schwieriger... Mindestgesamtpunktzahl, Mindestpunktzahl in den einzelnen Fächern in so und so vielen Halbjahren... Während die anderen für ihr Abi gelernt haben, war ich am anderen Ende Deutschlands und hab mir einen Ausbildungsplatz und eine Wohnung gesucht... Bei der Ausbildung gab es vom Betrieb Geld für gute Noten in den Abschlussprüfung, also hatte ich gute Noten...
Im Studium war ich gut in Mathe, weil man mir gezeigt hat, dass man mit Matritzen auch was sinnvolles rechnen kann und weil ich in Mathe auch mal gut sein wollte... Das war immer meine Frage in der Schule "Warum muss ich das wissen?" Die Frage konnte/wollte mir keiner beantworten. Eine gute Note war mir nicht Grund genug, weil es mir völlig egal war, wenn da 4en standen. Außer in meinen Lieblingsfächern natürlich... Wenn man mir Hausaufgaben freigestellt hätte, hätte ich niemals welche gemacht.
Wenn mein Kind kein Spaß an bestimmten Fächern hat, kann ich es doch locken mit einer Belohnung!? Das bringt doch für alle weniger Streß und man gibt dem ganzen einen Sinn, wenn das Kind sonst keinen sieht.... ich denke mit Geld z.B. hätten meine Eltern mich gekriegt... Ich erinnere mich, dass ich gerade in Mathe immer vorher versucht habe was auszuhandeln, aber meine Eltern haben da nicht mitgemacht... Also hat mir die 4 oder 5 je nachdem wie weit fortgeschritten im Schuljahr, gereicht...
Ich habe meine Eltern und meine Lehrer zur Verzweiflung gebracht, als ich in der letzten Schulaufgabe in Latein ne 2+ geschrieben habe um mein großes Latinum noch zu kriegen, wofür ich mind. eine 4 brauchte... Und die gabe es nur mit der 2... Den Streß muss man sich doch nicht geben, wenn es mit Belohnung vielleicht einfacher geht!?
Meine Ausbildungsstelle habe ich nur bekommen, weil in Bayern die Leistungskursfächer doppelt gerechnet wurden und die das in Hamburg nicht wußten und so beeindruckt waren von 15 Punkten und 14 Punkten.
Das war einfach nur pures Glück. Das hätte auch anders laufen können...
Lesen, schreiben und rechnen lernen. Hab ich auch gerne gemacht. Aber warum ich ausrechnen können muss mit welcher Kraft irgendwelche Reibungen auf irgendwelche Modellwägelchen die auf irgendwelchen Modellneigungen mit dem Winkel bla stehen hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Es interessiert mich schlichtweg nicht und das hat es auch in der Schule nicht. Und das zog sich über Physik, Chemie bis rein zu Mathe. Wo ich am Ende des Jahre immer eine 4 hatte und in einem davon ne 5 außer die war schon für Latein weg...
Ich habe Schule gehasst. Aber ich wollte unbedingt Abi ohne sitzen zu bleiben. Mein Ziel war also "Klassenziel erreichen" und dazu durfte man eine 5 haben, also hab ich mir die "gegönnt". In der Kollegstufe später war das Rechenmodell für den Weg des geringsten Lernaufwandes zum Abitur etwas schwieriger... Mindestgesamtpunktzahl, Mindestpunktzahl in den einzelnen Fächern in so und so vielen Halbjahren... Während die anderen für ihr Abi gelernt haben, war ich am anderen Ende Deutschlands und hab mir einen Ausbildungsplatz und eine Wohnung gesucht... Bei der Ausbildung gab es vom Betrieb Geld für gute Noten in den Abschlussprüfung, also hatte ich gute Noten...
Im Studium war ich gut in Mathe, weil man mir gezeigt hat, dass man mit Matritzen auch was sinnvolles rechnen kann und weil ich in Mathe auch mal gut sein wollte... Das war immer meine Frage in der Schule "Warum muss ich das wissen?" Die Frage konnte/wollte mir keiner beantworten. Eine gute Note war mir nicht Grund genug, weil es mir völlig egal war, wenn da 4en standen. Außer in meinen Lieblingsfächern natürlich... Wenn man mir Hausaufgaben freigestellt hätte, hätte ich niemals welche gemacht.
Wenn mein Kind kein Spaß an bestimmten Fächern hat, kann ich es doch locken mit einer Belohnung!? Das bringt doch für alle weniger Streß und man gibt dem ganzen einen Sinn, wenn das Kind sonst keinen sieht.... ich denke mit Geld z.B. hätten meine Eltern mich gekriegt... Ich erinnere mich, dass ich gerade in Mathe immer vorher versucht habe was auszuhandeln, aber meine Eltern haben da nicht mitgemacht... Also hat mir die 4 oder 5 je nachdem wie weit fortgeschritten im Schuljahr, gereicht...
Ich habe meine Eltern und meine Lehrer zur Verzweiflung gebracht, als ich in der letzten Schulaufgabe in Latein ne 2+ geschrieben habe um mein großes Latinum noch zu kriegen, wofür ich mind. eine 4 brauchte... Und die gabe es nur mit der 2... Den Streß muss man sich doch nicht geben, wenn es mit Belohnung vielleicht einfacher geht!?
Meine Ausbildungsstelle habe ich nur bekommen, weil in Bayern die Leistungskursfächer doppelt gerechnet wurden und die das in Hamburg nicht wußten und so beeindruckt waren von 15 Punkten und 14 Punkten.
LG von Hazelnut (30) mit kleinem Grinsefisch (10/09) an der Hand, kleiner Maus (07/12) auf dem Arm und Sternchenhimmel im Herzen
The sea is deep and the world is wide. Oh how I long to sail...
The sea is deep and the world is wide. Oh how I long to sail...
- wunderpflanze
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2513
- Registriert: 19.08.2006, 10:29
- Wohnort: nördlich von München
Re: Belohnung /Bestechung
Nochmal zurück zum Windel-Themawunderpflanze hat geschrieben:Wir haben hier ein Buch zum Thema Töpfchen, wo die Mama jedesmal wenn das Kind aufs Töpfchen geht ein Bildchen malt.
Für das Kind in dem Buch war es ein großer Anreiz, weil sie ihre Erfolge sah, wenn es immer mehr Bildchen wurden.
Wir haben das zwar nicht gemacht - aber ich fand die Idee eigentlich ganz nett.
Irgendwie finde ich das gar nicht so verkehrt.
Also bei einem Kind, das schon angefangen hat aufs Töpfchen/Klo zu gehen.
Einfach als Anzreiz.
Also keine Gummibärchen.
Aber so Bildchen oder Sticker, die dann immer mehr werden.
Dann hat Kind ja auch was, wo es die Erfolge selbst sieht und stolz vorzeigen kann.
C. fand es immer total dramatisch, wenns in die Hose ging.
Obwohl wir sie NIE gedrängt haben oder gar geschimpft.
Hat sie es nicht rechtzeitig aufs Klo geschafft, war das teilweise richtig schlimm für sie.
Nicht für uns - wir haben sie dann immer getröstet und aufgebaut und gesagt, dass das nicht schlimm und völlig ok ist.
Wenn es dann so eine "Belohnungs-Stelle" gibt, die Kind ansehen kann, dann sieht es ja selbst "Hey, so oft hat es schon geklappt, da ist das eine Mal nicht schlimm.
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
- Johana
- Power-SuTler
- Beiträge: 5968
- Registriert: 11.02.2008, 10:00
Re: Belohnung /Bestechung
Hi Andrea
,
Ich finde es trotzdem nicht gut
(nerve ich dich schon?). Weil: Das Kind wird im Normalfall auf´s Töpfchen gehen, wenn es Harndrang hat und es den Weg zum Klo schafft. Für das Körpergefühl ist es ungünstig, wenn das Kind für ein Bild, Aufkleber oder Gummitier zum Klo geht und dort ein paar Tropfen Pipi rausdrückt.
Eine trockene Hose ist für das Kind Erfolg genug
!
Und das Ausbleiben einer Belohnung ist und bleibt eine Strafe. Meine Meinung
.
LG
Ich finde es trotzdem nicht gut
Eine trockene Hose ist für das Kind Erfolg genug
Und das Ausbleiben einer Belohnung ist und bleibt eine Strafe. Meine Meinung
LG
- Johana
- Power-SuTler
- Beiträge: 5968
- Registriert: 11.02.2008, 10:00
Re: Belohnung /Bestechung
hazelnut hat geschrieben:Bei anderen Schulsystemen mag das ja vielleicht gehen, aber bei den konventionellen denke ich eher nicht. Bei allen Kindern auf jeden Fall nicht.
Lesen, schreiben und rechnen lernen. Hab ich auch gerne gemacht. Aber warum ich ausrechnen können muss mit welcher Kraft irgendwelche Reibungen auf irgendwelche Modellwägelchen die auf irgendwelchen Modellneigungen mit dem Winkel bla stehen hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Es interessiert mich schlichtweg nicht und das hat es auch in der Schule nicht. Und das zog sich über Physik, Chemie bis rein zu Mathe. Wo ich am Ende des Jahre immer eine 4 hatte und in einem davon ne 5 außer die war schon für Latein weg...
Ich habe Schule gehasst. Aber ich wollte unbedingt Abi ohne sitzen zu bleiben. Mein Ziel war also "Klassenziel erreichen" und dazu durfte man eine 5 haben, also hab ich mir die "gegönnt". In der Kollegstufe später war das Rechenmodell für den Weg des geringsten Lernaufwandes zum Abitur etwas schwieriger... Mindestgesamtpunktzahl, Mindestpunktzahl in den einzelnen Fächern in so und so vielen Halbjahren... Während die anderen für ihr Abi gelernt haben, war ich am anderen Ende Deutschlands und hab mir einen Ausbildungsplatz und eine Wohnung gesucht... Bei der Ausbildung gab es vom Betrieb Geld für gute Noten in den Abschlussprüfung, also hatte ich gute Noten...
Im Studium war ich gut in Mathe, weil man mir gezeigt hat, dass man mit Matritzen auch was sinnvolles rechnen kann und weil ich in Mathe auch mal gut sein wollte... Das war immer meine Frage in der Schule "Warum muss ich das wissen?" Die Frage konnte/wollte mir keiner beantworten. Eine gute Note war mir nicht Grund genug, weil es mir völlig egal war, wenn da 4en standen. Außer in meinen Lieblingsfächern natürlich... Wenn man mir Hausaufgaben freigestellt hätte, hätte ich niemals welche gemacht.
Wenn mein Kind kein Spaß an bestimmten Fächern hat, kann ich es doch locken mit einer Belohnung!? Das bringt doch für alle weniger Streß und man gibt dem ganzen einen Sinn, wenn das Kind sonst keinen sieht.... ich denke mit Geld z.B. hätten meine Eltern mich gekriegt... Ich erinnere mich, dass ich gerade in Mathe immer vorher versucht habe was auszuhandeln, aber meine Eltern haben da nicht mitgemacht... Also hat mir die 4 oder 5 je nachdem wie weit fortgeschritten im Schuljahr, gereicht...
Ich habe meine Eltern und meine Lehrer zur Verzweiflung gebracht, als ich in der letzten Schulaufgabe in Latein ne 2+ geschrieben habe um mein großes Latinum noch zu kriegen, wofür ich mind. eine 4 brauchte... Und die gabe es nur mit der 2... Den Streß muss man sich doch nicht geben, wenn es mit Belohnung vielleicht einfacher geht!?
Meine Ausbildungsstelle habe ich nur bekommen, weil in Bayern die Leistungskursfächer doppelt gerechnet wurden und die das in Hamburg nicht wußten und so beeindruckt waren von 15 Punkten und 14 Punkten.Das war einfach nur pures Glück. Das hätte auch anders laufen können...
Wie soll das laufen? In der dritten Klasse gibt es für eine gute Zensur (was ist eine gute Zensur?) einen Euro. In der elften Klasse gibt es dann wieviel? 10 Euro, 20 Euro pro guter Klausur?
Was für einen Sinn vermittelst du deinem Kind damit?
Für mein Bauchgefühl ist das ein schlechter und sehr gefährlicher Weg.
LG
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Belohnung /Bestechung
aber jedes Kind wird doch trocken- auch komplett ohne unser Zutun würde es das werden, eins früher, eins später....kein Mensch würde ewig in die Hosen machen, man braucht dazu absolut keine Übung
Und wenn das Kind weint, wenn es danebengeht - dann tröstet man. Traurigsein ist doch auch legitim und die Freude, wenn es geklappt hat, sollte Ansporn genug sein.
Meine Meinung......
Und wenn das Kind weint, wenn es danebengeht - dann tröstet man. Traurigsein ist doch auch legitim und die Freude, wenn es geklappt hat, sollte Ansporn genug sein.
Meine Meinung......