"Hilfreiche" Beikosttipps

Was kommt nach dem Vollstillen?

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danat
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Re:

Beitrag von danat »

FrauPferd hat geschrieben:Das mit den Händen festhalten wurde uns in der Ernährungsberatung gut Säuglinge vom Land BaWü sogar gezeigt. Man setzte das Baby auf den Schoß (zB. Links), klemmt dann Babys rechten Arm hinter den eigenen Rücken und hält mit der linken Hand Babys linken Arm. So wurde es von der netten Dame vom Gesundheitsamt gezeigt und von allen (außer mir [emoji57]) auch umgesetzt.
So wurde ich als Baby auch gefüttert. Ich war immer ein recht zierliches Kind und ich kann mich erinnern, dass ich immer essen sollte, obwohl ich oft nicht wollte. So eine diffuse Angst von "sie verhungert ja fast" schwang da irgendwie immer mit. Selbst in der Schule wurde mein Banknachbar dazu verdonnert aufzupassen, dass ich mein Brot auch ja aufesse.

Ja früher gab es schlicht oft keine geeigneteren Lebensmittel und irgendwie mussten sie ins Kind. Sicher mit Sorgen und Ängsten und Liebe der Eltern. Traurig finde ich es erst, wenn man darüber nicht reden kann. Wenn es mit "hat ja nicht geschadet" abgetan wird und das heutige Vorgehen unreflektiert als falsch bezeichnet wird. Es ist halt ein sehr emotionales Thema - also so insgesamt der Umgang mit einem Baby.
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
19steph76
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von 19steph76 »

jusl hat geschrieben:
19steph76 hat geschrieben:Das Bild ist echt heftig... :shock: :shock: :shock: *mal anmerk* :shock: :shock: :shock: ---Wie kann man sowas mit einem kleinen Kind machen??? :evil: :evil: :evil: Warum muß man ein kleines Kind zum essen zwingen? *kopfschüttel*
Weil die allermeisten Frauen in den 60er-80er Jahren "nicht stillen konnten", und die künstliche Säuglingsmilch war damals noch von relativ schlechterer Qualität als heute (fehlende Nährstoffe, schlechtere Verdaulichkeit usw.), so dass es wahrscheinlich vorteilhaft war, sehr früh mit Beikost zu beginnen anstatt mehrere Monate lang ausschließlich künstliche Säuglingsmilch zu füttern.

Natürlich wurde Beikost ebenfalls nicht besonders gut verwertet; entsprechend viel Beikost ist für junge Säuglinge dann nötig gewesen (man achte auf die riesige Schüssel auf dem Tisch - so viel ess ICH manchmal zu Mittag, und bin dann satt....).
Aber die meisten Familien haben die Notwendigkeit gesehen, sehr früh mit Beikost zu starten, und ich bin sicher, dass sie dies mit Liebe zum Kind getan haben, in bester Absicht, und in der aufrichtigen Überzeugung (die wahrscheinlich auch faktisch richtig war), das beste für Kind zu tun. Einen Kopfschüttel-Aufreger à la "Wie kann man sowas < schlimmes > nur mit seinem Kind machen?!?" finde ich da nicht angemessen. Und "Zwang" entsteht doch in erster Linie dadurch, dass ein Baby ja nun tatsächlich mit irgendetwas ernährt werden muss! Für junge Säuglinge, die nicht mehr oder niemals gestillt worden sind (und das waren damals beinahe alle), waren die Optionen da früher einfach mau.

LG
Julia

Sry, dann habe Ich Mich vielleicht falsch ausgedrückt!
*wunschkrümmel* 20.03.14 und *piranhamädchen* 08.06.17, geliebt, familiengebettet, getragen und gestillt.
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Lösche Benutzer 16233 »

zierfisch hat geschrieben:Das mit dem Arme festhalten hat mir meine Schwester noch gezeigt. 2007. :?
Meine Oma hat das mit der Maus Weihnachten auch probiert. Ich mußte nichts sagen... Sie hat den Protest selbst übernommen [emoji1]

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Tweety2606
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Tweety2606 »

zierfisch hat geschrieben:Das mit dem Arme festhalten hat mir meine Schwester noch gezeigt. 2007. :?
Ich habe es letzten Sommer bei einer Bekannten aus meinem GVK gesehen...
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Donnerkind
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Donnerkind »

zierfisch hat geschrieben:Das mit dem Arme festhalten hat mir meine Schwester noch gezeigt. 2007. :?
Und ich hab das 2007 auch noch beim ersten Kind so praktiziert! :oops: :( Aber das war nicht von langer Dauer: nach mehreren Beikostpausen kapierte ich irgendwann endlich, dass das Kind nicht auf Brei steht.
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Donnerkind »

tinababy2013 hat geschrieben:
Was mich etwas irritiert, ist die Internetseite von Urbia. Wenn man sich die dortigen Tips zur Beikost anschaut, dann stellt man erstaunt fest, dass der Zungenstoßreflex ignoriert werden soll. Man soll es halt immer wieder probieren. Ebenso für ein Stirnrunzeln gut ist das folgende Experteninterview
http://m.urbia.de/magazin/baby/stillen- ... -antworten
Das liest sich ja teilweise wirklich schaurig. Und das Schlimme ist: Ganz viele Leute glauben das und setzen die Ratschläge in die Tat um! Gerade bin ich bei folgendem Absatz hängengeblieben:
Nächtliches Stillen lässt sich am sichersten abgewöhnen, indem der Vater Ihres Kindes sich um das Kind kümmert und Sie sich mit Ihrer wohlriechenden Mutterbrust in einem anderen Zimmer aufhalten. Wenn es dem Vater gelingt, wenigstens die Mahlzeit um eine halbe oder eine Stunde zu verzögern, ist schon viel gewonnen und Sie sind auf dem richtigen Weg. Verfolgen Sie diesen Plan mehrere Nächte hintereinander und in der Regel melden sich die Kinder in der 4. Nacht nicht mehr zum üblichen Zeitpunkt. Dies klappt aber nur, wenn Sie es beide richtig wollen.
Das ist ein Teil einer Antwort auf eine Frage, die eine Mutter mit 7,5 Monate alter Tochter gestellt hat.
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Lösche Benutzer 16233 »

Donnerkind hat geschrieben:
tinababy2013 hat geschrieben:
Was mich etwas irritiert, ist die Internetseite von Urbia. Wenn man sich die dortigen Tips zur Beikost anschaut, dann stellt man erstaunt fest, dass der Zungenstoßreflex ignoriert werden soll. Man soll es halt immer wieder probieren. Ebenso für ein Stirnrunzeln gut ist das folgende Experteninterview
http://m.urbia.de/magazin/baby/stillen- ... -antworten
Das liest sich ja teilweise wirklich schaurig. Und das Schlimme ist: Ganz viele Leute glauben das und setzen die Ratschläge in die Tat um! Gerade bin ich bei folgendem Absatz hängengeblieben:
Nächtliches Stillen lässt sich am sichersten abgewöhnen, indem der Vater Ihres Kindes sich um das Kind kümmert und Sie sich mit Ihrer wohlriechenden Mutterbrust in einem anderen Zimmer aufhalten. Wenn es dem Vater gelingt, wenigstens die Mahlzeit um eine halbe oder eine Stunde zu verzögern, ist schon viel gewonnen und Sie sind auf dem richtigen Weg. Verfolgen Sie diesen Plan mehrere Nächte hintereinander und in der Regel melden sich die Kinder in der 4. Nacht nicht mehr zum üblichen Zeitpunkt. Dies klappt aber nur, wenn Sie es beide richtig wollen.
Das ist ein Teil einer Antwort auf eine Frage, die eine Mutter mit 7,5 Monate alter Tochter gestellt hat.
Jetzt fühle ich mich aber doch schlecht... Und irgendwie verurteilt obwohl dass sicher nicht deine Absicht war.
Meine Tochter ist auch so alt. Und das nächtliche dauerstillen halt ich nicht mehr aus. Deswegen machen wir das momentan so ähnlich. Zumindest in der ersten nachthälfte.
Mein Mann bietet eben Wasser an.

mit Maimäuschen 2014
jusl
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Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von jusl »

Hallo Vronilein,

Du brauchst absolut kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich denke, was an dem zitierten Beitrag irgendie blöd kommt, ist v.a. der STIL des Textes, nicht der Inhalt.
Man kann entweder sagen:

"Wenn Sie sehr belastet sind durch das häufige Aufwachen Ihres Babys, probieren Sie, den Vater mehr einzuspannen. Trauen Sie Kind und Mann zu, dass er Ihr Baby zeitweise ebenfalls beruhigen kann, zumindest lohnt das Ausprobieren für einige Nächte. Bleiben Sie flexibel und versuchen Sie, eine gute Variante für ALLE Beteiligten zu finden."

oder halt

"Nächtliches Stillen lässt sich am sichersten abgewöhnen, indem der Vater Ihres Kindes sich um das Kind kümmert und Sie sich mit Ihrer wohlriechenden Mutterbrust in einem anderen Zimmer aufhalten.[...] in der Regel melden sich die Kinder in der 4. Nacht nicht mehr zum üblichen Zeitpunkt. Dies klappt aber nur, wenn Sie es beide richtig wollen."

Inhaltlich gleich, aber oben schwingt aufrichtiges Verständnis für alle Beteiligten mit (finde ich jedenfalls), und unten dagegen Schlagwörter wie "am sichersten", "melden sich ab XY nicht mehr", pseudo-lustige Begriffe wie "wohlriechende Mutterbrust", und noch der Zeigefinger-Hinweis, dass, wenn's nicht klappt, die Eltern Schuld sind: Sie wollten es halt offenbar nicht "richtig" genug. Ich persönlich mag diesen Schreibstil überhaupt nicht...

Deshalb: Mach besten Gefühls weiter - Dein Baby ist liebevoll betreut, und ALLE profieren von einer Lösung, die für ALLE Beteiligten akzeptabel ist.

LG
Julia
Donnerkind
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Re:

Beitrag von Donnerkind »

Vronilein hat geschrieben:
Donnerkind hat geschrieben:
Nächtliches Stillen lässt sich am sichersten abgewöhnen, indem der Vater Ihres Kindes sich um das Kind kümmert und Sie sich mit Ihrer wohlriechenden Mutterbrust in einem anderen Zimmer aufhalten. Wenn es dem Vater gelingt, wenigstens die Mahlzeit um eine halbe oder eine Stunde zu verzögern, ist schon viel gewonnen und Sie sind auf dem richtigen Weg. Verfolgen Sie diesen Plan mehrere Nächte hintereinander und in der Regel melden sich die Kinder in der 4. Nacht nicht mehr zum üblichen Zeitpunkt. Dies klappt aber nur, wenn Sie es beide richtig wollen.
Das ist ein Teil einer Antwort auf eine Frage, die eine Mutter mit 7,5 Monate alter Tochter gestellt hat.
Jetzt fühle ich mich aber doch schlecht... Und irgendwie verurteilt obwohl dass sicher nicht deine Absicht war.
Meine Tochter ist auch so alt. Und das nächtliche dauerstillen halt ich nicht mehr aus. Deswegen machen wir das momentan so ähnlich. Zumindest in der ersten nachthälfte.
Mein Mann bietet eben Wasser an.

mit Maimäuschen 2014
Um Himmels Willen! Nein, Du brauchst Dich garantiert nicht schlecht fühlen!
Schau mal, das ist ein Auszug aus der Frage dieser Mutter:
Außer mittags und nachmittags stille ich. Wie kann man nächtliches Stillen abgewöhnen, damit sie mittags besser isst? Unsere Tochter schlief bis 6 Monate durch, seitdem mal besser mal schlechter.
Das Kind sollte also durchschlafen, damit es mittags besser ist. Und das ist doch nun wirklich gruselig.
Bei Euch ist es erstens nur die halbe Nacht, und zweitens macht Ihr das ja aus gutem Grund - nämlich weil Du das Dauerstillen nicht mehr aushältst.
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
Lösche Benutzer 16233

Re: "Hilfreiche" Beikosttipps

Beitrag von Lösche Benutzer 16233 »

Danke ihr zwei!

Ja, die Wortwahl finde ich auch nicht schön.

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