Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

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Louise Odier
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Louise Odier »

Hallo,
ich wollte nur mal kurz vom Bsp. meiner Freundin berichten, da sie auch Medizin studiert (hat) und eine Familie hat.
Ich denke man knn ruhig so hohe Ziele haben wie du es hast. Du schreibst ja selbst, dass du sie bei Bedarf immer noch runterbrechen kannst. Und vielleicht bekommst du ja doch alles so ungefähr hin wie geplant. Meine Freundin hat während des Medizin- Studiums 2 Kinder bekommen und ihr Studium trotzdem in Regelstudienzeit mit richtig guten Leistungen abgeschlossen und dabei "nebenbei" noch ihren Doktor gemacht. Inzwischen sind ihre Kids 5 und 3 und sie macht ihre Facharztausbildung (sie will Allgemeinmedinizerin werden mit späterer eigener Praxis auf dem Land - ihr Jugendtraum). Ob sie später mal noch weitere Kinder möchten lassen sie sich noch offen.
Sie ist jedenfalls immer noch überzeugt, dass dies die beste Entscheidung überhaupt war und kennt einige Kolleginnen, die es im späteren Verlauf der Facharztausbildung und danach schwer hatten mit der Familienplanung.
Wie das bei ihr alles geklappt hat? Sie hat einen Mann, der sie sehr unterstützt hat, sie haben sich in die Elternzeit gleichberechtigt reingeteilt, so dass sie z.B. bei der Kleinen nach 8 Wochen schon wieder einige Veranstaltungen belegt hat. Ihr Mann hat ihr die Kleine dann immer zum stillen gebracht und sie war jede freie Minute bei ihrem Kind (und sie hatte davon erstaunlich viele) und hat halt teils mit dem Kind gelernt. Sie hat die Zeit mit ihren Kids sehr genossen und meinte, so viel Zeit hat sie später nicht mehr. Sie hat bewusst auf ein Teilzeitkonzept verzichtet, weil sie fertig werden möchte. Das bedeutet natürlich einen hohen Arbeitsaufwand und man muss sehr organisiert sein, aber das ist sie. Wer Angst hat dass die Kids zu kurz kommen, dem muss ich sagen, dass sie die Zeit wirklich sehr intensiv mit den Kids verbringt, mit ihnen ständig auf den Spielplatz oder zum Fußball geht, etc. Sie nimmt sich jede freie Minute dafür. Und wie gesagt ihr Mann zieht absolut mit, sie sind da wirklich sehr gleichberechtigt und er nimmt ihr viel ab, anders ginge es nicht.
Das schafft sicherlich nicht jeder, ich frage mich ehrlich gesagt manchmal schon ob sie ein Mensch ist weil sie das so gut schafft. :lol: Ich könnte und wöllte das nicht, aber machbar ist es definitiv.

Achso und zu dem Argument, dass das Leben mit Kind vorbei ist. :roll: Meine Freundin hat während des Studiums nur für Familie und Studium gelebt und fand das damals gut und absolut richtig und sie hat nix vermisst. Jetzt nutzt sie ihre freien Abende gern mal um wegzugehen und zu feiern, man muss sich dann (wie überall) halt mit dem Partner reinteilen so dass einer zuhause bleibt oder man organisiert einen vertrauenswürdigen Babysitter, den die Kids kennen.
Das Röslein mit ihrer kleinen veganen Familie
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Menschenkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Wow, das sind ganz viele tolle Berichte! Insbesondere deiner, Luise Odier, macht mir aufgrund der Fachnähe (also Medizin, nicht Allgemeinmedizin) viel Mut. :-)

Ich merke die letzten Tage ganz bewusst, wie viel freie Zeit ich habe. Wie viel Zeit ich im Labor vertrödele, weil es meinem Zimmer egal ist ob ich um 5, 6 oder gar 8 nach Hause komme. Wie viel ich Zeit habe Serien zu gucken. Letzteres mache ich mit Leidenschaft, merke aber gleichzeitig, dass mir nichts fehlen würde, wenn ich meine Aufmerksamkeit in dieser Zeit meinem Kind widmen müsste. Im Gegenteil. Überhaupt lebe ich bisher ein sehr entspanntes Leben (teilweise zu entspannt ;) ). Es tut mir gut, diesen Raum zu spüren und zu wissen, dass Luft ist.

Ich habe noch von einem Elternteil zu hören, dass die Geburt des Kindes bedauert (bis auf einen Fall aber da war es auch ganz böses Angelman Syndrom und irgendwo nachvollziehbar :( ). Naja, eigentlich wollte ich jetzt gar nicht geschrieben haben, weil ich die Informationen bis zu einem eventuellen Gespräch sacken lassen wollte aber anscheinend kann ich mich nicht zurückhalten :D
Wortgewitter hat geschrieben:Nie war mein Leben reicher als mit Kindern. Und auch wenn es hart ist, mit 23 zweifache Mutter zu sein und das Studium und arbeiten und Geldsorgen und viel Verantwortung und die Leute, die mich für asozial halten... Wir sind bin sehr glücklich damit.
Magst du noch ein bisschen über den Gegenwind erzählen? Nicht, dass das für mich ein Faktor ist, aber es interessiert mich, was euch da so vorgehalten wird.
love123 hat geschrieben:(und andererseits glaube ich, dass es genau deshalb so schön ist, weil ich dazwischen arbeite, kopfarbeit mache und fachbücher lese (das braucht mein gehirn, sonst fehlt mir was)).
Genau das denke ich mir auch des öfteren ^^. Jedes Mal wenn ich länger frei hab und nichts machen muss werde ich depressiv. Gibt sich eigentlich erst an der Uni wieder :D
Magst du sagen, in welcher Branche du arbeitest?

Sooooooo viele junge Eltern... toll!

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Seerose
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Seerose »

In der SZ war vorgestern (plus/minus 1) ein Artikel über Uni und Kinder.. Hatte keine Zeit ihn zu lesen, aber vielleicht steht's online irgendwo?
__________________________________________________

Liebe Grüße,
Seerose
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Menschenkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Seerose hat geschrieben:In der SZ war vorgestern (plus/minus 1) ein Artikel über Uni und Kinder.. Hatte keine Zeit ihn zu lesen, aber vielleicht steht's online irgendwo?
Der hier? Bachelor mit Baby

Ich muss noch etwas von gestern Abend teilen, dass mich etwas mitgenommen hat. Es ist bei uns eine fast schon automatisierte Handlungsweise noch aus Zeiten, als wir beide keine Kinder wollten, dass ich bei Ansicht eines Babys ganz verzückt werde und von ihm kommt "Die Antwort ist trotzdem nein". Gestern fand ich eintotal herziges Bild auf einer Seite, die wir beide regelmäßig lesen und erzählte bei Skype, wie toll ich das fand, gar nicht an das Kind selber sondern einfach die Niedlichkeit des Bildes denkend. Von ihm sofort "Die Antwort ist trotzdem nein". Klar, wir haben auch neuerdings noch nicht zu dem Thema gesprochen, woher soll sich auch seine Einstellung geändert haben. Trotzdem hat mich das auch getroffen und stark daran erinnert, dass meine Chancen mit der Idee, ein Kind vor Beginn der Arbeit zu bekommen, wahrscheinlich relativ niedrig sind. :|

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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von love123 »

ja männer und babys... das ist meiner erfahrung nach oft keine einfache sache (und im nachhinein waren dann alle, die ich kenne, mehr als froh, papas zu sein... aber vorher...)
große piratin mit großer-kleiner piratin (12/10), kleinem pirat (6/13) und baby piratin (5/17)
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Luja »

Hallo Sarah,

Nachdem ich eine Woche nicht da war, kommt jetzt die versprochene Antwort:
Menschenkind hat geschrieben: Obwohl ich auch das Gefühl bei deinen Schilderungen habe, dass er sich noch nicht so wirklich von seinem bisherigen Leben gelöst (das muss ja nicht verabschiedet heißen) und auf ein Leben in Partnerschaft eingestellt hat. Er soll ja um Gottes willen nicht seine Familie hinter sich lassen aber für mich hat in einer Partnerschaft der Partner das erste Vorrecht vor der restlichen Familie.
Da hast du definitiv Recht. Sowohl damit, dass er sich noch nicht wirklich "gelöst" hat, als auch damit, dass eigentlich der Partner wichtiger sein sollte.
Ich meine - klar ist der Familienzusammenhalt enger. Er arbeitet den ganzen Tag mit seinen Eltern auf dem Hof, ist mit ihnen oft einer Meinung und man muss sich ja auch gut verstehen um den gemeinsamen Alltag so zu meistern.
Aber manchmal wünsche ich mir, er würde mehr auf meiner Seite stehen wenn es Konflikte gibt.
Menschenkind hat geschrieben:
Luja hat geschrieben:Zur kostenlosen Kinderbetreuung - da hast du schon Recht ;) Ich weiß nur nicht, ob ich das will - die Erziehungsansichten meiner zukünftigen Schwiegermutter und mir gehen ziemlich auseinander: "ab und zu ein Klaps" ist vollkommen in Ordnung und notwendig (!), vom Fernseher als Babysitter habe ich schon geschrieben, ein Kleinkind (ca. 2 Jahre) auf der auklappbaren Sitzerhöhung im Auto mitzunehmen ist total sicher, etc.
Sie ist eigentlich sehr lieb, beharrt aber auch sehr auf ihrer Meinung. So nach dem Motto "Du darfst zwar deine eigene Meinung haben, aber meine ist trotzdem die richtige." Andere Meinungen und Ansichten werden oft als Blödsinn, Unfug oder übertrieben angesehen.
Da werde ich denke ich ganz schön zu kämpfen haben mit Stillen, Tragen, Familienbett 8)
:shock: Das geht ja mal gar nicht! Dann hätte ich auch Sorgen, mein Kind da zu parken. Wahrscheinlich werdet ihr allesamt früher oder später ein ernstes Gespräch führen müssen. Wahrscheinlich mehrere.
Nicht dass da ein falscher Eindruck entsteht: Sie ist eine durchaus liebevolle Mutter und auch im Umgang mit kleineren Kindern toll. Aber obwohl sie 10 Jahre jünger ist als meine Mama, sind manche ihrer Ansichten viiiel altmodischer als die von meiner Mama. Ich hätte auch Bedenken, dass sie, wenn sie viel Zeit alleine mit meinem Kind verbringt, ihm ihre Meinung "aufzwingen" könnte ...
Auf ernste Gespräche stelle ich mich jetzt schon ein ;)
Hättest du eigentlich Unterstützung von deiner Familie? Damit ist es bestimmt einfacher hinzukriegen, Kind und Studium unter einen Hut zu kriegen. Weil selbst wenn man einen Betreuungsplatz hat, ist es sicher angenehm, wenn sich jemand um das kranke Kind kümmern kann, falls man eine wichtige Prüfung hat oder so.
Menschenkind hat geschrieben:Ich habe mir den Artikel jetzt durchgelesen und muss sagen, dass er mir nicht gefällt. Das liegt weniger an der prinzipiellen Idee als mehr an der Argumentation. Die Autorin hat mMn viel zu große Angst um die armen kleinen Hirne und eine viel zu schlechte Ansicht von Fremdbetreuung.
Ich verbitte es mir Berufstätigkeit mit Fertigessen und Kindergeburtstagen bei McDonalds gleichzustellen. Hingegen hätte ich für einen Geburtstag im Dinomuseum als Kind viel gegeben. :D
Du hast Recht, beim genauen Durchlesen sieht man die Schwachstellen. Ich hatte ihn vor einiger Zeit nur überflogen und mir für später gespeichert, weil mir die grundsätzlichen Argumente gefallen haben.
Aber du könntest es doch wirklich mal probieren, die Vernunft von deinem Freund anzusprechen. Ich denke, da er der vernünftige Part in der Beziehung ist, könnte das eher zu Erfolg führen als die Gefühlssschiene.
Liebe Grüße
Julia


(die noch unbestimmte Zeit auf ihr Baby warten muss ;))
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MaareMum
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von MaareMum »

Es ist ja auch wirklich so, dass auch wenn Medizin ein vollgepacktes Studium mit viel Anwesenheitspflicht ist, man trotzdem immer noch VIEL mehr freie Zeit hat als später im Beruf.


Kurz und knapp vom Handy
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Lösche Benutzer 3675

Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Lösche Benutzer 3675 »

Huhu!
Ich hab den Thread jetzt nur überflogen, aber mag dir trotzdem was antworten.
Ich hab auch Medizin studiert und meine Tochter ganz bewusst und lange geplant im Studium bekommen. Allerdings erst am Ende, also im letzten Semester vor dem PJ.
Der extreme Kinderwunsch kam bei mir von einem Tag auf den anderen und war ähnlich wie bei dir, sprich ich hab mich intensiv mit diversen Babythemen auseinandergesetzt, Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Tragen, Wickeln, Ernährung etc. ... Ich wusste im Prinzip, wie ich gern alles anpacken würde.
Nur mein Mann bzw. damals noch Freund, war einfach noch nicht so weit. Wir waren da zwei Jahre zusammen. Er hat bereits gearbeitet (ist 5 Jahre älter als ich), ich war am Anfang des klinischen Studiums. Finanziell wäre es damals schon recht eng geworden, aber möglich gewesen. Und er war auch sicher, dass er mal Kinder möchte und sich das auch gut mit mir vorstellen kann, nur eben nicht zu diesem Zeitpunkt. Hätte er gesagt, er ist sich nicht sicher, überhaupt mal Vater werden zu wollen, hätte das für mich die Beziehung, die sehr gut lief, in Frage gestellt.
Nun ja, ich habe dann versucht, das Thema erstmal ruhen zu lassen und ihn nicht zu drängeln, aber da es mich so sehr beschäftigt hat, ist es doch immer mal wieder "hochgeploppt". Es war also irgendwie gegenwärtig. Im Nachhinein habe ich tatsächlich immer die "Steter Tropfen höhlt den Stein"-Analogie benutzt.
Ich habe ihm auch gesagt, wann ich mir optimalerweise ein Baby wünschen würde und wie ich mir das organisatorisch vorstelle. Ihm war das alles etwas zu geplant, aber wenn es nunmal um den Zeitpunkt geht, wann ich die Pille absetze, ist das ohne Planung halt nicht möglich. Hinter seinem Rücken nicht mehr zu verhüten, wäre für mich nie in Frage gekommen, ich wollte immer, dass er sich ein Baby genauso wünscht wie ich. Klingt vielleicht etwas naiv.
Nun ja, und als das ganze Thema für mich etwa seit einem Jahr dauerpräsent war, hat er mir einen Heiratsantrag gemacht :) da wusste ich dann auch, dass für ihn nun auch Kinder in die Nähe rücken, denn das war für ihn immer irgendwie gekoppelt. Zwei Monate später hat er von sich aus gesagt, dass ich ja vielleicht nun die Pille absetzen könnte. So bald hätte ich nicht damit gerechnet, hatte mich erstmal auf weitere etwas konkretere Gespräche eingestellt. Aber so war es für mich perfekt und wir haben dann nicht mehr verhütet.
Ich hatte gehofft, schnell schwanger zu werden, dann mit Minibaby mein letztes Unisemester zu machen und dann ein Semester Pause vor dem PJ. Das mit dem Schwangerwerden hat ein bisschen länger gedauert und schließlich hab ich Nia dann im letzten Semester bekommen. Sie kam im Dezember und bis Februar gingen die Vorlesungen und Kurse, dann noch die letzten Klausuren. Ich muss sagen, es hat super geklappt. Ich habe genau eine Pflichtveranstaltung verpasst, nämlich als ich gerade bei der Geburt war, und zu den anderen die Kleine dann einfach im Tragetuch mitgenommen. Die meisten Dozenten haben das gar nicht gemerkt. Sie hat halt geschlafen oder gestillt. Als sie einmal einen kleinen Laut von sich gegeben hat, meinte der vortragende Prof nur: "Oh, spreche ich zu laut?" :lol: Zum Patientenunterricht konnte Nia natürlich nicht mit, da hab ich sie entweder mit abgepumpter Milch bei Männe gelassen oder er oder meine Mutter haben mit ihr quasi vor der Tür gewartet. Ebenso bei den Klausuren. Die hab ich übrigens ohne Probleme alle bestanden. Und selbst wenn nicht, hätte ich sie ja im folgenden Freisemester nachschreiben können.
Anschließend hab ich dann ein Semester Pause gemacht und bin dann ins PJ gegangen. Hier kann man das in Teilzeit machen, da habe ich dann 75% gemacht und eben etwas länger pro Tertial. Auf den meisten Stationen wäre ich auch mit Vollzeit gut hingekommen, die hatten alle ganz viel Verständnis, wenn mal irgendwas war und ich früher weg musste oder nicht kommen konnte. Aber da ich nicht so der Ellbogentyp bin, hab ich mich wohler gefühlt, offiziell weniger Stunden zu haben und dann auch guten Gewissens gehen zu können.
Nia hatte einen KiTaplatz und mein Mann hat mit ihr die Eingewöhnung gemacht, als ich dann eben auch angefangen hab. Das hat super geklappt, sie hat sich von Anfang an dort wohlgefühlt und geht bis heute sehr gern in den Kindergarten.
In der Lernzeit für's Examen fand ich es gut, einen Ausgleich zu haben. Vormittags hab ich konsequent gelernt und nachmittags war ich auf dem Spielplatz, im Schwimmbad, bei Freunden - was man eben so macht mit Kleinkind :) und hatte den Kopf frei für meine Tochter. Hätte ich den ganzen Tag zum Lernen gehabt, wären effektiv vermutlich auch nicht mehr konzentrierte Stunden dabei rumgekommen, nur ohne das Nachmittags"programm". Ich habe das Examen übrigens mit meiner Wunschnote bestanden. Da war ich schon schwanger mit dem Bauchbaby. Wollte eigentlich hochschwanger sein, aber es hat wieder ein bisschen gedauert, bis es geklappt hat.
Das einzige, was mich ein bisschen wurmt, ist dass ich jetzt eben nicht gleich anfangen konnte zu arbeiten, während meine Kommilitonen mittlerweile zum Großteil einen Job haben. Aber letztlich ist das ein kleiner Preis, finde ich. Nächstes Jahr steige ich dann auch ein.
Ich würde alles wieder genauso machen, wenn ich mich nochmal entscheiden müsste. ABER: bei mir ist alles optimal gelaufen. Die Schwangerschaft war völlig unproblematisch, Nia ist gesund, mit der KiTa hat es super geklappt und finanziell stehen wir gut da. Das hätte natürlich auch anders sein können. Ich denke, darüber sollte man sich zwar im Klaren sein, aber letztlich lässt es sich nicht 100% planen und eine problematische Schwangerschaft, ein krankes Kind oder andere unvorhergesehene Probleme können immer auftreten. Meine Meinung war, dass wir dann eben eine Lösung dafür suchen müssen und die dann schon finden werden.

Puh, ganz schön lang geworden :roll: ich hab mich einfach in deinem Ausgangspost so wiedererkannt, dass ich gern was schreiben wollte. Einen Weg müssen du und dein Mann natürlich selbst finden, ich wünsche euch alles Gute dafür :)
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Ich bin jetzt endlich wieder in der Heimat, aber seid gestern auch im Blockpraktikum. Ich habe auch gestern Abend mit meinen Freund geredet. Wenn ich zwischen auspacken und OPs etwas Ruhe finde melde ich mich ausführlicher.

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fragaria
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von fragaria »

Ich bin auch gegen Ende meines Studiums schwanger geworden - schon ein Jahr verheiratet und durchaus mit Absicht.
Mein Mann hatte noch etliche Semester vor sich. Ich hab dann einige Zeit von zu Hause gearbeitet (okay, das geht mit
Medizin eher schlecht) und dann, ab Tochter eineinhalb war, eine Tagesmutter als Unterstützung genommen.

Ehrlich: Ich würde das sofort wieder machen! Und wenn wir eine Idee gehabt hätten, wie wir in unserer alten Wohnung
mehr Platz im Schlafzimmer hätten fabrizieren können hätten wir sicher vor Ende des Studiums meines Mannes noch Nummer 2
angefangen zu planen .. Tja, die ist jetzt mit einiger Verspätung unterwegs *g* Aber ich freue schon drauf, mit 26 endlich
Mama zweier Kinder zu sein.
mit Sommermädchen 6/09, Frühlingsmädchen 03/13 und Winterbub 01/17

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