Belohnung /Bestechung

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wunderpflanze
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von wunderpflanze »

Johana hat geschrieben:Na ja, ich vertraue meinen Kindern, dass sie auf´s Klo/Töpfchen gehen, wenn sie soweit sind. Jeder WILL trocken werden. Dafür braucht es keine Gummibärchen oder sonstige Anreize, finde ich.
Ja natürlich.
Wir haben sie nicht gedrängt, wir haben nicht Belohnungen gewunken, wir haben sie machen lassen.
Als sie eines Abends von sich aus meinte, dass sie keine Windel möchte, hat sie am nächsten Morgen eben etwas von der Ohne-Windel-Fee bekommen.
Natürlicih haben wir unsere Freude auch so gezeigt bzw. sie selbst lief morgens (noch vor dem Geschenkchen) ganz stolz rum.
Johana hat geschrieben:Ich finde es erstaunlich dass man sich Geld für gute Noten wünscht. Konnten eure Eltern euch nicht anders Anerkennung zeigen? Ich wäre glaube ich fats enttäuscht, wenn mir jemand Geld für einen tollen Schulabschluss gegeben hätte!
Nein, meine Eltern konnten/wollten es nicht anders zeigen.
Wie schon geschrieben hatte ich eher den Eindruck, dass es sie eh nicht interessiert welche Noten ich habe.
Doch, ich hätte mich schon über eine Anerkennung für meinen Schulabschluß gefreut. Eine Torte, Essen gehen o.ä. wäre da ja schon was gewesen.
Als ich in der Lehre meine Abschlußprüfung bestanden hatte, haben mir die Kollegen eine Torte geschenkt - das fand ich so toll.
Von meinen Eltern gabs nix - zwei Monate später bin ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin ...
Liebe Grüße
A. + C. (Juli '06) + M. (Juni '09)
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Johana
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Johana »

Ich würde es tatsächlich gut finden, wenn die Lehrer keine HA aufgeben würden :D ! Nur für einige Kinder HA aufzugeben ginge natürlich gar nicht, da stimme ich zu.

Wir hatten letztes Jahr einen tollen Vortrag (Lernen lernen). Der Dozent hat immer wieder dafür plädiert, die Hausaufgaben in die Verantwortung der Kinder zu geben!
In vielen (sehr vielen) Familien sind die HA ein großer Streitpunkt. Die Eltern fangen an zu drohen: "Wenn du Mathe nicht machst, dann darfst du kein Fernsehen, (keine Süßigkeiten, keine Verabredung, kein Hobby)!"
Die Kinder enwickeln Frust und Wut auf die Eltern. Einige werden traurig. Andere fangen an zu lügen:" Wir haben in Mathe heute nichts auf!" Einige Eltern rufen dann andere Eltern an um das nachzuprüfen. Das Vertrauen zwischen Eltern und Kind ist kaputt!
Wenn ein Kind keine HA macht, dann muss es diesen Konflikt mit dem Lehrer klären, nicht mit mir!
Was sollte ich denn auch machen, wenn mein Kind kein Mathe machen will? Es zwingen? Wie denn?

Es ist nicht so, dass mir die Schule meiner Kinder egal ist.Ich interesseire mich sehr. Wir sprechen viel darüber, was so in der Klasse und auf dem Pausenhof passiert. Ich bin immer bereit mein Kind zu unterstützen, wenn es mich um Hilfe bittet.
Motivation, positive Bestärkung und das Abgeben der Verantwortung an mein Kind. Das ist mein Weg :wink: ! Jesper Juul würde mich bestimmt verstehen :lol: !

Mäuselein, du sagtest, dass du dann niemals Hausaufgaben gemacht hättest. Das glaube ich fast nicht :wink: ! Kinder WOLLEN lernen! Es gibt Schulen, die die Kinder das Lerntempo KOMPLETT selbst bestimmen lassen! Das Kind kann dann selbst entscheiden, wann es den Test schreiben möchte. Die Lehrer vertrauen den Kindern.
Lernen soll Spaß machen. Neugier befriedigen. Das bringt dann auch Erfolg!
Lernen, was unter Druck, aus Angst oder Zwang erfolgt, bringt nichts. Es wird direkt wieder vergessen.

Liebe Grüße
Lösche Benutzer 1828

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

ana85 hat geschrieben:Andrea, bei uns war erst letzte Woche die Schnullerfee da...aber das ist doch gar keine Belohnung, sondern ein Deal...Schnuller gegen Geschenk 8)
gibt es bei uns alles nciht - ich vertraue darauf, bzw. habe darauf vertraut, dass sie den Schnuller, den ICH ihnen schließlich gegeben habe, von allein lassen, wenn sie ihn nicht brauchen
außerdem mag ich meine Kinder nicht so beflunkern.....damit fühle ich mich nicht wohl
Lösche Benutzer 1828

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Johana hat geschrieben:
Es ist nicht so, dass mir die Schule meiner Kinder egal ist.Ich interesseire mich sehr. Wir sprechen viel darüber, was so in der Klasse und auf dem Pausenhof passiert. Ich bin immer bereit mein Kind zu unterstützen, wenn es mich um Hilfe bittet.
Motivation, positive Bestärkung und das Abgeben der Verantwortung an mein Kind. Das ist mein Weg :wink: ! Jesper Juul würde mich bestimmt verstehen :lol: !

Mäuselein, du sagtest, dass du dann niemals Hausaufgaben gemacht hättest. Das glaube ich fast nicht :wink: ! Kinder WOLLEN lernen! Es gibt Schulen, die die Kinder das Lerntempo KOMPLETT selbst bestimmen lassen! Das Kind kann dann selbst entscheiden, wann es den Test schreiben möchte. Die Lehrer vertrauen den Kindern.
Lernen soll Spaß machen. Neugier befriedigen. Das bringt dann auch Erfolg!
Lernen, was unter Druck, aus Angst oder Zwang erfolgt, bringt nichts. Es wird direkt wieder vergessen.

Liebe Grüße
ich wäre auch für keine Hausaufgaben- und das funktioniert auch im passenden Schulsystem, dass Kinder das alles allein bestimmen (die Sudbury-Schools sind ja auch "erfolgreich" und lange erprobt) - bei uns gibt es im ersten Jahr gar keine Hausaufgaben, im zweiten ganz wenig (einmal die Woche ein bißchen)
Captainsparrow

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Captainsparrow »

Bei uns gibt es auch Belohnungen und hier gibt es auch Bestrafung. Natürlich nicht in Form von Schlägen, aber immer aus der Situation heraus. Wenn sich mein Sohn z.B. unmöglich benimmt wenn wir irgendwo sind , gehen wir nach Hause. Er hatte mal ne Phase wo er permanent andere Kinder geschubst und gehauen hat, da musste er dann in sein Zimmer nach einer Verwarnung. Von sich aus hätte er nicht aufgehört, und ich kann nicht dulden dass mein Kind anderenm gegenüber übergriffig ist. Und als er dann windelfrei war, gab es auch eine Belohnung. Zumal er vorher durchaus in der Lage gewesen wäre auf´s Klo zu gehen, aber es nicht wollte und das auch so gesagt hat (Wer sich zum käckern hinter die Lanpe verzieht WEISS wann er muss, ich habe ihn oft darum gebeten dann mit mir auf´s Klo zu gehen, aber er wollte in die Windel machen, es gab dann keine Bestrafung, aber den Anreiz der Belohnung wenn er sich dazu entscheidet nicht in die Windel zu machen. Plötzlich *schwupps* ging es dann. Und ich war froh, dass ich Frühschwanger keine Stinkewindeln mehr machen musste. Im Übrigen habe ich als Kind meine Hausaufgaben frewillig gemacht. Meine Eltern wollten meiner Schwester die gleiche Freiheit geben, mit dem Ergebnis dass sie keine gemacht hat. Es ist nämlich jedes Kind eine eigene Pesönlichkeit, und es gibt viele Kinder die viiiel lieber draußen spielen als Mathe zu machen. Das ist auch bis zu einem gewissen Grad OK, aber man bracht nunmal eine bestimmte Schulaufbahn um bestimmte Berufe auszuüben. Ganz überspitzt: Dass besagtes Kind dann später immernoch lieber draußen ist um für nen Minilohn in der Fußgängerzone Müll aufzusammeln wage ich zu bezweifeln.
Ich denke das "Belohnungssystem" kann -wo nötig-durchaus gut die Zeit überbrücken, in der Kinder noch ganz nach dem Lustprinzip leben bis sie irgendwann verstehen, wie wichtig Bildung ist. Irgendwann versteht das jeder, nur manche leider erst sehr spät .
Ich persönlich finde Hausaufgaben übrigens gerade bei Mathe total wichtig. Denn viele mathematische Lösungswege prägen sich erst durch ständige Wiederholung ein, und das spätere scheinbar "kreative" Lösen neuer Aufgaben ist nichts weiter als das Ausgraben und Neuverknüpfen alter, gefestigter Lösungsbahnen. Wie viele Wiederholungen man dazu braucht ist auch von Kind zu Kind verschieden, bei "Mathe-Genies" reicht das einmalige kurze Anschneiden ener solche Lösung schon vom Hinschauen, bei anderen Kindern muss man eine fast gleiche Aufgabe 10 oder 20 Mal in kleinen Variationen durchgehen, bis der Lösungsweg "sitzt". Und dies bedeutet viel mehr Zeitaufwand als ihn die Schule bieten kann. Und da hilft wohl auch keine Gruppenarbei oder das Singen oder sonstwas.Bei den Hausaufgaben können Eltern gezielt die Schwachpunkte nochmal fördern, vielleicht reicht dem sprachbegabten Kind dafür das kurze runterplappern der Vokabeln. Ich finde als Eltern hat man die Hauptverantwortung für die Bildung der Kinder, nicht die Lehrer oder das Schulsystem.
Millefiori
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Millefiori »

Sandküste hat geschrieben:
ana85 hat geschrieben:Andrea, bei uns war erst letzte Woche die Schnullerfee da...aber das ist doch gar keine Belohnung, sondern ein Deal...Schnuller gegen Geschenk 8)
gibt es bei uns alles nciht - ich vertraue darauf, bzw. habe darauf vertraut, dass sie den Schnuller, den ICH ihnen schließlich gegeben habe, von allein lassen, wenn sie ihn nicht brauchen
außerdem mag ich meine Kinder nicht so beflunkern.....damit fühle ich mich nicht wohl
dann gibt's bei euch auch keinen Osterhasen und keinen Nikolaus?
liebe Grüße von mir mit Bild 11/03 , Bild 07/07 und Bild 06/09

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Auf meinem Grabstein soll stehen: Schau nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!
Lösche Benutzer 3486

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Ohne jetzt alles gelesen zu haben:

Also ich hab wirklich was gegen Belohnung bzw. Bestrafung. Da üben Eltern m.M.n. einfach eine Macht aus, die es in einer gleichwertigen Beziehung nicht geben sollte.

Manchmal kommen mir Sätze wie: Wenn ihr nicht gleich Zähneputzen kommt, schaffen wir das Vorlesen nicht mehr. Nun, allein schon dabei hab ich ein wirklich schlechtes Gewissen, obgleich es nur der wirkliche Lauf der Dinge ist.

Mein Kind soll nichts für Gummibärchen usw. machen, sondern es soll seine Zeit damit verbringen, was ihm Freude bringt. Wenn dann vermeintlich wichtiges dafür auf der Strecke bleibt wie z.B. HA - nun ja, ich kann mich auch erinnern, dass ich zumindest ab der 10. Kl. darauf verzichtet habe und dennoch nicht schlecht abgeschlossen habe.

Wie sagt´s der Guru: Vertrauen und Leuchtturm sein.


Ich hoff, ich seh das in zehn Jahren immer noch so... :lol:
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Johana
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Johana »

chrissi hat geschrieben:Bei uns gibt es auch Belohnungen und hier gibt es auch Bestrafung. Natürlich nicht in Form von Schlägen, aber immer aus der Situation heraus. Wenn sich mein Sohn z.B. unmöglich benimmt wenn wir irgendwo sind , gehen wir nach Hause. Er hatte mal ne Phase wo er permanent andere Kinder geschubst und gehauen hat, da musste er dann in sein Zimmer nach einer Verwarnung. Von sich aus hätte er nicht aufgehört, und ich kann nicht dulden dass mein Kind anderenm gegenüber übergriffig ist. Und als er dann windelfrei war, gab es auch eine Belohnung. Zumal er vorher durchaus in der Lage gewesen wäre auf´s Klo zu gehen, aber es nicht wollte und das auch so gesagt hat (Wer sich zum käckern hinter die Lanpe verzieht WEISS wann er muss, ich habe ihn oft darum gebeten dann mit mir auf´s Klo zu gehen, aber er wollte in die Windel machen, es gab dann keine Bestrafung, aber den Anreiz der Belohnung wenn er sich dazu entscheidet nicht in die Windel zu machen. Plötzlich *schwupps* ging es dann. Und ich war froh, dass ich Frühschwanger keine Stinkewindeln mehr machen musste. Im Übrigen habe ich als Kind meine Hausaufgaben frewillig gemacht. Meine Eltern wollten meiner Schwester die gleiche Freiheit geben, mit dem Ergebnis dass sie keine gemacht hat. Es ist nämlich jedes Kind eine eigene Pesönlichkeit, und es gibt viele Kinder die viiiel lieber draußen spielen als Mathe zu machen. Das ist auch bis zu einem gewissen Grad OK, aber man bracht nunmal eine bestimmte Schulaufbahn um bestimmte Berufe auszuüben. Ganz überspitzt: Dass besagtes Kind dann später immernoch lieber draußen ist um für nen Minilohn in der Fußgängerzone Müll aufzusammeln wage ich zu bezweifeln.
Ich denke das "Belohnungssystem" kann -wo nötig-durchaus gut die Zeit überbrücken, in der Kinder noch ganz nach dem Lustprinzip leben bis sie irgendwann verstehen, wie wichtig Bildung ist. Irgendwann versteht das jeder, nur manche leider erst sehr spät .
Ich persönlich finde Hausaufgaben übrigens gerade bei Mathe total wichtig. Denn viele mathematische Lösungswege prägen sich erst durch ständige Wiederholung ein, und das spätere scheinbar "kreative" Lösen neuer Aufgaben ist nichts weiter als das Ausgraben und Neuverknüpfen alter, gefestigter Lösungsbahnen. Wie viele Wiederholungen man dazu braucht ist auch von Kind zu Kind verschieden, bei "Mathe-Genies" reicht das einmalige kurze Anschneiden ener solche Lösung schon vom Hinschauen, bei anderen Kindern muss man eine fast gleiche Aufgabe 10 oder 20 Mal in kleinen Variationen durchgehen, bis der Lösungsweg "sitzt". Und dies bedeutet viel mehr Zeitaufwand als ihn die Schule bieten kann. Und da hilft wohl auch keine Gruppenarbei oder das Singen oder sonstwas.Bei den Hausaufgaben können Eltern gezielt die Schwachpunkte nochmal fördern, vielleicht reicht dem sprachbegabten Kind dafür das kurze runterplappern der Vokabeln. Ich finde als Eltern hat man die Hauptverantwortung für die Bildung der Kinder, nicht die Lehrer oder das Schulsystem.

Aha, und was machst du, wenn dein Kind keine Hausaufgaben machen möchte?
Lösche Benutzer 3486

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Millefiori hat geschrieben:
Sandküste hat geschrieben:
ana85 hat geschrieben:Andrea, bei uns war erst letzte Woche die Schnullerfee da...aber das ist doch gar keine Belohnung, sondern ein Deal...Schnuller gegen Geschenk 8)
gibt es bei uns alles nciht - ich vertraue darauf, bzw. habe darauf vertraut, dass sie den Schnuller, den ICH ihnen schließlich gegeben habe, von allein lassen, wenn sie ihn nicht brauchen
außerdem mag ich meine Kinder nicht so beflunkern.....damit fühle ich mich nicht wohl
dann gibt's bei euch auch keinen Osterhasen und keinen Nikolaus?

Auch mit Osterhasen, Weihnachtsmann und Nikolaus hab ich so meine Probleme. Durchaus berechtigt, meine Kinder (nun ja, zumindest das ältere) ist durchaus in der Lage, den Sinn des Festes zu erfassen, auch wenn es dann dennoch will, dass der Weihnachtsmann, Osterhase oder sonstewas kommt.
Captainsparrow

Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Captainsparrow »

Ich finde das mit dem zähneputzen und vorlesen ganz normal, so sieht es bei uns auch aus. Das Rumtrödeln nimmt die Zeit, die sonst zum Vorlesen da wäre.
Doof finde ich Strafen wie: wenn Du jetzt (mittags um 12) nicht aufhörst den Hund zu ärgern, lesen wir heute abend nix vor. Das hat überhaupt nichts miteinander zu tun und ist eine sinnlose "Bestrafung".
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