Stillen -antifeministisch?!

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Urania
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Urania »

schilf hat geschrieben:Urania, mich interessiert, von wem und durch was (und wofür) du dich unter Druck gesetzt fühlst.

Ich fühle mich tatsächlich in keiner Weise unter Druck gesetzt - auch nicht von deiner Frage (die ja eher eine Behauptung war), ob dass denn überhaupt zu schaffen sei, länger als 6 Monate zu pumpen. Auch nicht davon, dass du sagst, die ersten Monate gehört das Kind ausschließlich zur Mutter. Über der "Rabeneltern(-mütter)-Diskussion" stehe ich lächelnd - vor allem, seitdem ich das entsprechende Forum kenne :mrgreen: .

Ich werd gleich mal meinen Mann fragen, der ja in Elternzeit ist, ob er sich irgendeinem Druck ausgesetzt sieht... Bisher hab ich nix davon gehört. Im Grunde haben wir doch jede Entscheidungsfreiheit, oder?

Solange ein Lebensmodell freiwillig gewählt und selbst entschieden wurde, gibts doch "eigentlich" nix zu meckern? Woher kommt das, dass es anscheinend trotzdem nötig ist?

Ich verstehs nicht ganz...


schon gut wenn du nicht so gemeint hast.
Ich habe eigentlich alles dazu geschrieben.Ich habe nur keine Ahnung wie ich mich noch äußern soll,ohne dabei in "Rabenmutter Diskussion" verwickelt zu werden,das mag ich nämlich garnicht.Es geht um ein Artikel,was ich furchtbar finde,ich finde auch falsch wenn eine Frau mit solchen aussagen psychisch dazu gezwungen wird arbeiten zu gehen,mehr nicht.
Das ist nun mal immer gleiche Dilemma: "sitzt" man zu hause-unterdrückte Frau,geht man arbeiten-"Rabenmutter" darum schrieb ich das jeder soll für sich entscheiden und wenn es gut funktioniert warum auch nicht.Nur finde ich persönlich das Kind eben erste Monate zu Mutter gehört.Ich will nicht ersetzbar sein,die Natur hat mich mit diese Aufgabe beschenkt und ich möchte diese Aufgabe nicht hergeben!Das macht ,für mich, eine Frau aus.
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Lösche Benutzer 5914

Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

ICh finde, dass diese Thesen zum Feminismus irgendwie längst überholt sind. Diese Art von Feminismus ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, weil ich denke, dass zur Gleichstellung von Mann und Frau gehört, dass beide die Wahlfreiheit haben.
Ich bin gerne zuhause und habe es, solange mein Mann uns finanziell absichern kann, nicht eilig arbeiten zu gehen. Mama sein und den Haushalt führen füllt mich derzeit noch ganz und gar aus. Das ist das, was ich am liebsten tue. Wenn andere das bewerten oder abfällig ansehen, geschieht das, denke ich, aus ihrem schlechten Gewissen heraus, weil sie sich selbst vielleicht schlecht fühlen damit, dass sie arbeiten gehen und ihr Kind fremdbetreuen lassen. Und umgekehrt gilt dasselbe: wer Mütter, die arbeiten gehen, als Rabenmütter bezeichnet (im landläufigen Sinn, nicht im rabeleltern-Forum Sinn :wink: ), der ist mit seiner Situation vielleicht auch nicht so zufrieden, wie er tut. Oder welchen Grund sollte es sonst geben, eine andere Lebensweise so scharf zu bewerten?
Ich kenne Kinder, deren Mütter immer zuhause waren und ich kenne Kinder, die früh fremdbetreut werden. Es finden sich hier wie da sehr zufriedene Kinder!
Das wichtigste ist, auf das Wohl des Kindes zu achten und ich glaube, dass vie dran ist, an der These, dass es den Kindern gut geht, wenn die Eltern ausgeglichen sind und die Kinder das spüren. Aber es gibt Grenzen. Eine befreundete Mutter wollte ihren 10 MOnate alten Sohn zu einer Tagesmutter geben, um selbst wieder arbeiten gehen zu können. Der Kleine, der sonst sehr ausgeglichen und fröhlich ist, war plötzlich sooo verändert: ein Häufchen Elend, sehr oft am Weinen. Die Mama hatte die Möglichkeit den Wiedereinstieg in den Berug noch einmal aufzuschieben und bleibt jetzt wieder bei ihrem Sohn zu Hause, weil das Tagesmutter-Projekt mit ihm so noch nicht geklappt hat. So finde ich es richtig! - Dabei ist aber völlig außen vor, wenn eine Mama arbeiten gehen muss! Das gibt es auch. Wenn das Mama und Kind belastet, leider sehr traurig.

Wie dem auch sei: Ich finde der Feminismus, der Frauen in ein bestimmtes Rollenbild drängen will ist veraltet und tut eigentlich das, was er bekämpfen will: die Frau unterdrücken!
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Schön gesagt!

Ich fühle mich schon angegriffen, wenn hier geschrieben wird, dass man mehr als 6 Monate eh nicht pumpt, oder so. Aber offensichtlich war es ja so nicht gemeint.

Im Großen und Ganzen: ein jeder solle nach seiner Facon selig werden. Ich sehe meinen Sohn und sehe, wie sehr er uns liebt, also machen wir es richtig. Und das wird doch den meisten Müttern und Vätern so gehen.

Mich ärgert nur immer diese Debatte, die immer (!) in einen Streit, wer die bessere Mutter ist, ausartet. Oder vielleicht empfinde ich das auch nur so...
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

Erfahrungen sind wie Apfelkuchen:
am besten selbstgemacht!


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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Maren hat geschrieben:Schön gesagt!

Ich fühle mich schon angegriffen, wenn hier geschrieben wird, dass man mehr als 6 Monate eh nicht pumpt, oder so. Aber offensichtlich war es ja so nicht gemeint.

Im Großen und Ganzen: ein jeder solle nach seiner Facon selig werden. Ich sehe meinen Sohn und sehe, wie sehr er uns liebt, also machen wir es richtig. Und das wird doch den meisten Müttern und Vätern so gehen.

Mich ärgert nur immer diese Debatte, die immer (!) in einen Streit, wer die bessere Mutter ist, ausartet. Oder vielleicht empfinde ich das auch nur so...
ich empfinde das nicht so - kommt sicher auch bei jedem anders an.....
ich weiß genau, ich wäre todunglücklich damit gewesen, wenn ich so früh wieder hätte arbeiten müssen
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

War ich auch! Ich war stinkwütend auf meinen Mann, dass er es gewagt hat, auch die Hälfte der Elternzeit nehmen zu wollen. Total blöd, natürlich, aber so war es.

Dieses Thema ist aber auch ein wunder Punkt von mir. Ich bin so aufgewachsen, dass die Frau zuhause bleibt, und dann irgendwann max. wieder halbtags arbeiten geht. Das ist bei uns aus finanziellen Gründen nicht möglich. Also arrangier ich mich mit der Situation und glaube, nein, bin fest überzeugt, das auch gut hinzubekommen. Und dann fühle ich mich wahrscheinlich recht schnell angegriffen...

Ich will ja nur sagen, dass ich nicht glaube, ne schlechtere Mutter zu sein, als die, die den ganzen Tag mit dem Kind zuhause ist. Und ich glaube auch nicht, dass eine Frau, die Hausfrau und Mutter ist, einen geringeren Wert für unsere Gesellschaft hat. Es muss für jeden passen.

In dem einen Absatz in dem Interview hab ich mich schon wiedergefunden. Ich bin so eine Mutter, die mit ihrem Kind auf den Spielplatz geht und sich langweilt. Ich bin erwachsen, ich mag nicht im Sand buddeln, noch weniger mag ich Gespräche mit irgendwelchen Spielplatzmuttis, die eh alles anders machen als ich und mit denen ich allein die Tatsache der Mutterschaft gemein habe. Und ja, ich bin so eine Mutter, die da relativ gelangweilt sitzt.

Dennoch bin ich ne gute Mutter, denke ich. Auch, wenn mich die Mutterschaft nicht zu 100 % erfüllt.

@urania: Felix hat zu dem Zeitpunkt, an dem ich wieder arbeiten gegangen bin, übrigens noch gut weitere 8 Monate voll gestillt. Und ich bin froh, dass wir dank des Elterngeldes die Möglichkeit hatten, zumindest die ersten 14 Monate bei unserem Kleinen zu bleiben. Gäbe es noch das Erziehungsgeld, wäre uns das nicht möglich gewesen, dann hätte ich ein 2 Monate altes Baby fremdbetreuen lassen müssen.
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Johana »

LaLeMi hat geschrieben:Ist ein Kind benachteiligt, dem der liebende Papa zuhause abgepumpte MuMi füttert?

Ja, ich finde schon.

Dennoch finde es toll, wenn die abeitende Frau sich die Mühe macht Muttermilch abzupumpen :D !

LG
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Urania
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Urania »

Ich möchte nur noch kurz was klar stellen :wink: Das mit über 6 Monaten abpumpen .... na ja das ist halt wenn man schreibt und nicht spricht miteinander :lol: Das abpumpen hab ich als nicht gerade Feministisch bezeichnet,weil ich für mich auf dauer nicht zumutbar finde :roll: und ich möchte das auch niemandem zu muten so lange an eine Pumpe hängen,sondern ich würde für mich und andere Mütter eine optimale angenehme Lösung(z.B von zu hause arbeiten oder sehr flexibel wie auch immer) wünschen. So war das gemeint und nicht weil ich denke Mütter werden schnell aufgeben.
Maren das ist aber blöd ,aber jetzt bist du zufrieden?Wie ist das gelaufen mit Fremdeln? Ich weiß noch Großer hat ab 3 bis 10 Monat furchtbar gefremdelt und wollte nicht mal zu Papa :roll:
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Lösche Benutzer 2178 »

Johana hat geschrieben:
LaLeMi hat geschrieben:Ist ein Kind benachteiligt, dem der liebende Papa zuhause abgepumpte MuMi füttert?

Ja, ich finde schon.

Dennoch finde es toll, wenn die abeitende Frau sich die Mühe macht Muttermilch abzupumpen :D !

LG
Danke für das Kompliment :mrgreen:

Und ansonsten finde ich sind wir dank Talismama und Maren an einem seeehr interessanten Punkt in der Diskussion angekommen: Man reagiert wohl tatsächlich deshalb wie ein getroffener Hund, weil man wirklich getroffen ist, weil das eigene Modell nicht so gaaaanz selbst gewählt war...So nach dem Motto, die Trauben sind mir eh zu sauer, wird das eigene vehement verteidigt.

(Und es unterstützt auch, was ich weiter oben schon mal unverständlich fand: Wenn es doch selbstgewählt ist, gibts "eigentlich" nix zu meckern - oder? Und man braucht sich auch "eigentlich" nicht auf den Schlips getreten oder unter Druck gesetzt fühlen, weil andere etwas anders machen.)
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Drachenblut
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Drachenblut »

Nee, zufrieden bin ich nicht. Zufrieden wär ich, wenn ich tatsächlich halbe Tage arbeiten könnte. Bei Vollzeit hab ich immer das Gefühl, mich zu zerreißen... Und dass ich jetzt so krank flach liege, hängt garantiert auch damit zusammen, dass ich einfach zu viel Stress habe, mich immer zerreißen muss...

Nee, mit seinem Vater hat Felix nicht gefremdelt. Aber die ersten 2 Jahre Kinderkrippe waren die Hölle! Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, wäre ich auf jeden Fall die ersten 3 Jahre zuhause geblieben, weil Felix so fertig war. Auch, wenn es für mich nicht so die Erfüllung gewesen wäre, "nur" zuhause zu sein... Aber es ging halt nicht anders und wir haben das auszugleichen versucht.

Übrigens arbeite ich nicht, um der Emanzipation Willen, sondern wegen des Geldes :wink: . Grundsätzlich versuche ich, für mich das beste rauszuholen. Wenn es z.B. ums Spinnen töten geht, bin ich völlig unemanzipiert. Auch Glühbirnen auswechseln und ähnliche Sachen darf mein Mann machen. Allerdings bin ich sehr emanzipiert, wenn es darum geht, Hausarbeit an meinen Mann abzugeben :oops: .
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Re: Stillen -antifeministisch?!

Beitrag von Urania »

Maren "gacker" nee Glühbirnen wechsle ich selber.Eigentlich fast alles(muss physisch nicht zu schwer sein") und mein Mann geht NUR arbeiten :lol: Uff ich glaube wir haben Beitrag einbisschen ruiniert :mrgreen:
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