Ich weiß genau, was du meinst. Ich bin auch Typ „rationaler Perfektionist“, aber als Mama erlebe ich mich selbst noch einmal ganz anders. Versagensgefühle, Tränen, usw. haben meine Wochenbettzeit begleitet. Ich glaube, ich werde nie vergessen, wie elend ich mich gefühlt habe, als ich realisiert habe, dass meine Tochter Hunger hat und ich sie nicht satt bekomme. An dem Abend musste ich mich zwingen mein eigenes Abendessen zu essen, weil es mir so falsch vorkam.
Auch jetzt, wo wir zufüttern, verfolgen mich noch manchmal die Gedanken, wie oft sie wohl hungrig einschlafen musste.
Ich hatte auch mehr als einmal den Gedanken, das Stillen sein zu lassen. Aber man möchte dem Kind den bestmöglichen Start ermöglichen, und da gehört für mich Stillen, soweit möglich, dazu. Und ich verstehe total, was du mit der Verbindung meinst. Wenn ich meine Tochter stille, zu ihr nach unten schaue und sie mich anlächelt, da geht mein Herz auf.
Aber allein, dass wir uns Gedanken machen, dass wir uns kümmern und nach Lösungen suchen, zeigt doch, dass wir gute Mütter sind. Wir tun, was wir können, und das ist gut so. Dass viele Probleme hätten vermieden werden können, wenn es andere Unterstützung in der Anfangszeit gäbe, ist allerdings wirklich traurig. Und gerade beim ersten Baby weiß man auch nicht, was man einfordern kann/soll. Zumindest ging es mir so. Ich glaube, mit dem Wissen von heute, würde es bei einem zweiten Kind ganz anders laufen und ich würde vor allem früher nach guter Unterstützung fragen.