Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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AnnaKatharina
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von AnnaKatharina »

Nema hat geschrieben:Wenn man Glühwein länger kocht ist da kein Alkohol mehr drin.
Also bis in Glühwein kein Alkohol mehr ist, muß man den sehr! lange kochen.
Würde ich schwanger nicht riskieren wollen.
Dann lieber Kinderpunsch mit den entsprechenden Gewürzen in rotem Traubensaft.
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Nuala
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Nuala »

08u11 hat geschrieben:Ich kann mir das grundsätzlich gut vorstellen - sogar bei vermeintlich ungesundem Industrieessen.
Ich hatte zum Beispiel schwanger eigentlich immer noch mehr Hunger auf Süßkram als sonst. Aber zumindest beim ersten war das auch sehr gut so. Ich bin sonst recht schlank, habe dann zwar ziemlich zugenommen, war aber trotzdem vor der 2. Schwangerschaft noch dünner als vor der ersten.
Was könnte in vermeintlich ungesunden Industrieessen drinnen sein, was der Körper braucht???

Und wenn du mit Süßkram Industrie-Zuckerbomben meinst: man nimmt da vielleicht zu, aber es belastet den Körper (den eigenen UND den des ungeborenen Babys) und kann sogar schaden.
Es gibt auch stärkendes, das nicht krank macht.

Ich mein das jetzt nicht als Angriff, aber ich kann's logisch nicht nachvollziehen... :?
Großes Mädel 10/08 & kleines Mädel 04/11
Kattirina
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Kattirina »

Prinzipiell glaube ich auch an die Theorie. Ich lasse zum Beispiel mein Kind ganz frei sich das Essen aussuchen, inkl. Süßes, inkl. Monotones, und nach einer gewissen Phase wurden bisher alle Leidenschaften von anderen (auch mal wieder "gesünderen") abgelöst.

Aber: ich trinke viiiel zu wenig. Manchmal vielleicht nur einen halben Liter pro Tag. Ich bin sicher, dass das einer der Hauptgründe dafür ist, dass ich so oft Kopfschmerzen habe. Aber ich habe einfach NIE Lust. Ich mag Wasser total, viel lieber als andere Getränke (die dann eher wegen dem Zucker). Aber ich habe einfach so gut wie nie Lust drauf. Richtigen Durst spüre ich auch so gut wie nie. Oft zwinge ich mich, Wasser zu trinken, weil es die Vernunft gebietet - aber manchmal muss ich mich richtig dazu überwinden. Ist das nicht seltsam?
Kattirina mit Sommersohn 2011
08u11
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von 08u11 »

Gute Frage. Hm - klang jetzt vielleicht auch ein bisschen mehr schwarz weiß, als es in Wirklichkeit war/ist. Ich esse zwar genügend Süßes, aber durchaus auch viel Obst (und darauf habe ich auch Lust) und Gemüse (darauf habe ich allerdings eher weniger Lust, esse es aber trotzdem).
Meinen Kindern hat es definitiv nicht geschadet - die waren eher zu zart als zu dick. Vielleicht ist auch das der Punkt: Ich bin Typ 1 Diabetikerin und - nur damit hier keine Missverständnisse aufkommen - Typ 1 hat absolut nichts mit falscher Ernährung und zu dick zu tun! Im Gegenteil ich war immer eher untergewichtig. In der Schwangerschaft habe ich immer noch mehr als sonst drauf geachtet, dass der Zucker ja nicht zu hoch wird - mit dem Erfolg, dass ich viele Unterzucker hatte/habe und die Kinder eher zu klein sind. Vielleicht ist das auch ein Grund, für den vermehrten Hunger auf Süßes - sonst wäre der Zucker noch niedriger und die Kinder noch kleiner. Die zusätzlichen Kilos haben mir nicht geschadet. Meine Ärzte haben eher immer bedauert, dass sie so schnell wieder weg waren. Einen akuten Unterzucker kann man halt mit Gummibärchen bekämpfen (sehr praktisch), mit O-Saft oder Banane (mach ich zu Hause auch oft, habe ich aber möglichst nicht in der Handtasche), aber nicht mit Vollkornbrot.

Okay, eine allgemeine Ernährungsempfehlung würde ich daraus allerdings - da hast Du auf jeden Fall recht - nicht ableiten. Und wie gesagt: ich selbst richte mich hier auch nur bedingt nach meinem Gefühl. Es geht sicher auch noch gesünder als ich das gemacht habe - keine Frage. Allerdings: mit den Ernährungsempfehlungen aus den Schwangerschaftsratgebern wäre ich definitiv nicht hingekommen - zu gesund bzw. zu wenig Zucker.

Mein Beitrag war ja auch eher leicht skeptisch: Ich glaube durchaus, dass der Appetit ein guter Hinweis sein kann auf etwas das fehlt, aber nur nach Gefühl würde ich dann doch nicht essen. Wie gesagt: bei Alkohol mache ich es gar nicht. Und bei Zuckerhunger überlege ich auch erst, ob es jetzt wirklich Süßigkeiten sein müssen oder nicht doch lieber der Obstkorb.

Wie gesagt: das alles ist nicht wirklich logisch und schon gar keine Ernährungsempfehlung, sondern nur meine Erfahrung, die eigentlich heißen sollte: Das ist schon was dran, an dem Zusammenhang zwischen Appetit und fehlenden Nährstoffen, aber so ganz direkt 1 zu 1 geht es zumindest bei mir nur sehr bedingt.

Nema, danke für den Tipp. Ich fürchte, ich habe tatsächlich (auch) Lust auf Alkohol. Aber ich werde mich mit einem guten alkoholfreien Punsch trösten und dabei sicher nicht unglücklich werden.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Ainoha
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Ainoha »

@ Kattirina: Also ich denke, dass das System durchaus störanfällig ist. Sowohl in teilen, als auch (nahezu) im Ganzen. Ich wüsste jetzt aber nicht, woran das in deinem Fall liegen könnte. Es ist ja einfach nicht sehr sinnvoll, dass der Körper nicht erkennt, wenn er zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hat. Das würde ja auf Dauer dem Überleben der Menschheit nicht sehr zuträglich sein.Insofern kann ich dir nur Zustimmen: Das ist seltsam. Hast du da schon mal mit einem Facharzt drüber gesprochen? Vielleicht ist das ja ein Hinweis auf irgendetwas anderem in deinem Körper, was im Ungleichgewicht ist? (Nur so ins Blaue hinein vermutet. Möchte dich damit jetzt nicht beunruhigen.)
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
Kattirina
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Kattirina »

Danke - ja, ich bin bestimmt in mehrerer Hinsicht im Ungleichgewicht. Wahrscheinlich ist mein Durstmeldesystem aufgrund von Flüssigkeitsmangel außer Betrieb...
Kattirina mit Sommersohn 2011
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von sk3001 »

Ich glaube das die Theorie stimmt. Allerdings versagt das System was Schokolade betrifft bei mir komplett. Da habe ich immer Lust drauf ;-)
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Seerose
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Seerose »

Ich find's ja immer noch interessant. Ich hab wirklich über Wochen täglich Heringssalat gegessen. Jetzt hab ich den immer noch im Kühlschrank, aber muß zumindest nicht mehr täglich ran.

Meine Vermutung: meine Eiseninfusion fängt langsam an zu wirken und nun ist der Drang Hering zu essen nicht mehr so groß. :wink:

Keine Ahnung, vielleicht stimmt's ja?
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Liebe Grüße,
Seerose
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Sandtiger
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Sandtiger »

Gerade letztens hatte ich auch wieder gedacht, dass unser Söhnchen die Theorie bestätigt mit dem "der Körper holt sich was er braucht". Kaum abgestillt probiert Junior fleißig Käse, obwohl er das vorher nur in ganz besonderen Ausnahmefällen (Probierstücke auf dem Markt) gemacht hat. 8)
Junior 08/2012

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Teazer
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Re: Hat man Appetit auf das, was einem fehlt?

Beitrag von Teazer »

Ich hatte in meiner ersten Sws Lust auf Kreide. :D Tatsächlich stellte sich heraus, dass ich einen Kalziummangel hatte. Der Arzt war völlig begeistert, dass mein Körper das so deutlich kommunizierte.

Was mir in der zweiten Sws fehlte, weiß ich bis heute nicht: Ich hatte Lust in nasse Waschlappen zu beißen, getrunken habe ich aber genug. :)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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