AP-Leistungen nicht bewerten?

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blueberry
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von blueberry »

http://www.mit-kindern-wachsen.de/fuenf ... ut-gemacht

Danke für den Text, hab ihn gleich mal ausgedruckt und werd ihn meinen Eltern mal geben, die "Liebe und Eigenständigkeit" nie im ganzen Lesen würden - aber hoffentlich so einen ganzen Artikel. :D

Vor einigen Monaten hatte ich schonmal viel mit meinen Eltern über das Thema gesprochen und immer und immer wieder nachgehakt, aber irgendwie ist nun alles Loben bei ihnen zurück und mein Sohn fängt nun auch selbst an, wenn er länger bei Oma und Opa war, nach allem möglichen, was er getan hat "super!" und "prima geschafft!" und so zu rufen :roll: da kommt so ein Artikel grad zur rechten Zeit.
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blueberry
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von blueberry »

Ich glaub, die Forensoftware hat einfach ein Problem mit dem Gänsefüßchen in der Adresszeile des Artikels. Da klappt die Verlinkung nicht. Schade. Aber Copy und Paste funktioniert ;)
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asujakin
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von asujakin »

Hab die anderen Antworten nicht gelesen aber mich eine Zeit lang intensiv mit Lob und Anerkennung auseinander gesetzt. Und ja ich versuche so gut es geht Lob zu vermeiden. Anerkennung allerdings nicht (also schlichtweg SEHEN was mein Kind getan hat, gedacht hat, das benennen und sagen, wie ich mich damit fühle usw) Aber "gut" und auch "schlecht" möchte ich vermeiden, so gut es geht.
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blueberry
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von blueberry »

@ talismama: ich fand das auch erst und habe mich in dem ersten Thread, den es hier im Forum dazu gab, sehr gegen den Gedanken gesträubt, fand es völlig lebensfremd und nicht realisierbar usw. Aber im Endeffekt ist mir inzwischen aufgefallen, bei wie vielen (erschreckend vielen :( ) Dingen ich wirklich schon im Schulalter die Freude an der eigentlichen Sache verloren habe und es im Endeffekt nur für das Lob/das Schulterklopfen/die Anerkennung von außen (seitens der Eltern, seitens der Lehrer, ...) getan habe.

Malen zum Beispiel. Ich hab mich als Teenagerin manchmal gefragt, warum ich nicht mehr gern einfach so für mich zuhause male, obwohl ich das früher gern tat... ich hab zwar nachwievor gern und mit viel Eifer und - gefühlter - Begeisterung für die Sache Kunstunterrichtsprojekte gemacht, aber letztlich eben deshalb gern, weil ich wusste, dass ein "toll Frau soundso - das ist das beste Projekt der ganzen Klasse" dabei heraussprang :? . Allein zuhause? Kein Antrieb, keine Ideen, immer wieder mal versucht und dann doch lieber gelassen...

Letztlich ging es mir so mein ganzes Studium hindurch - ich hab mir immer wieder (Lehr-)Personen ausgesucht, die diese Anerkennungsinstanz für mich waren und habe mein Studium letztlich derentwegen so gut gemacht... ich mag das jetzt nicht im Detail ausführen, weil es sehr persönlich für mich ist, aber letztlich wird es im Leben eben immer schwerer, überhaupt Lob zu bekommen - die "Durststrecke" zwischen verbalen Anerkennungen wird immer größer: während erst ein ausgemaltes Bild reicht, ist es irgendwann eine Seminararbeit, die Wochen und Monate an Arbeit gebraucht hat. Und nur wenn sie wirklich exzellent ist, bekommt man ja überhaupt nennenswertes Lob. Ich finde es rückblickend echt krass, wie sehr ich dem hinterhergehechelt bin, aber es erklärt mir auch, warum es mir immer schwerer und schwerer fiel, mich für Dinge zu motivieren - es springt ja im Endeffekt (im Verhältnis zum Aufwand gerechnet) immer weniger "dabei heraus" je komplexer die Leistungsanforderungen werden. Wenn einem die Freude an den Dingen selbst (zu großen Teilen) verloren gegangen ist, ist das echt schlimm :( :?

Mag sein, dass es Menschen gibt, da dafür nicht anfällig sind, und die sich trotz allen Lobens und Bewertens ihr Selbstwertgefühl und die Freude an dem was sie tun, ganz ursprünglich erhalten können. Das finde ich wirklich schön und ich denke, dann sollte man sich glücklich schätzen. Es ist einem Menschen/Kind aber eben leider nicht von außen anzusehen, ob es für Lob und verbale Anerkennung besonders anfällig ist oder nicht, und das Ergebnis wird sich erst in zehn bis zwanzig Jahren eindeutig zeigen...

Vielleicht ist es ein bisschen wie mit Saugverwirrung oder mit Alkoholismus (ich weiß, zwei Beispiele, die miteinander wenig zu tun haben :lol: ): das eine Baby nimmt ohne Probleme von Anfang an Schnuller und Flasche und stillt dennoch unbeeinflusst weiter, beim nächsten reicht ein Fläschchen mit vier Monaten um wochenlange Stillprobleme zu verursachen, das dritte nimmt monatelang Flasche und Brust nebeinander und kann auf einmal nicht mehr stillen und lernt es auch nie wieder problemlos. Oder manche Menschen können mit Alkohol umgehen, andere nicht, wieder andere nur in bestimmten Maßen, dann wirds kritisch. Einem Nicht-Alkoholiker wird es wohl immer völlig übertrieben vorkommen, wenn ein anderer schon einen einzigen Schluck Alkohol scheut, "obwohl man davon doch noch lange nicht betrunken wird" ... Mit Lob wird es vielleicht so ähnlich sein.
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Lösche Benutzer 9567

Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Also mal davon abgesehen,dass ich mit einigen MKW Ansichten nicht warm werde find ich den Artikel ganz plausibel.Wobei mir gut gefällt,dass darauf hingewiesen wird sich eben in der Hinsicht selbst zu reflektieren und nicht jedes Lob auf die pädagogische Goldwaage zu legen.
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Sakura
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von Sakura »

tania hat geschrieben:
Sakura hat geschrieben:
talismama hat geschrieben:Wenn ich ein schönes Bild male und mein Mann sagt "Hey, das ist super geworden!" ist das doch nicht hierarchisch. Ich freue mich darüber. Warum sollte ich dann nicht auch zu meiner Tochter, die ein schönes Bild malt, sagen "Hey, das ist ja super geworden."
aber genau DAS ist doch der unterschied. dein mann sagt eben NICHT: "das hast du gaaaanz toll gemacht mit dem bild, gaaaanz fein, bist eine liebe frau", sondern gibt dir ehrliches, differenziertes feedback. das ist KEIN lob. genau darum geht es.
jein, ich finde das schon lobend, das hast du aber super gemacht.
hm.... ich finde, es gibt einen GROSSEN unterschied zwischen "das ist super geworden" und "das hast du super gemacht"!!!!
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asujakin
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von asujakin »

Nö, denn "SUPER" ist wertend. Und ausserdem subjektiv. Was, wenn es dem Kind gar nicht TOTAL gefällt? Dann gibt es sich mit dem Mittelmaß zufrieden, weil jmd anders es total super findet, obwohl es innerlich noch den Drang hätte weiter nach Verbesserung zu streben. Nur so ein kleiner Punkt des ganzen Bildes ;)
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Sakura
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von Sakura »

blueberry hat geschrieben: aber es erklärt mir auch, warum es mir immer schwerer und schwerer fiel, mich für Dinge zu motivieren - es springt ja im Endeffekt (im Verhältnis zum Aufwand gerechnet) immer weniger "dabei heraus" je komplexer die Leistungsanforderungen werden. Wenn einem die Freude an den Dingen selbst (zu großen Teilen) verloren gegangen ist, ist das echt schlimm .
blueberry, genau deine gedanken gingen mir im kopf herum, als ich den verlinkten text gelesen habe.
und wenn ich sehe, wie meine eltern mein kind loben..... :roll:


sagt mal, kann das einer der gründe sein, warum man oft sagt, dass die, die gut in der schule waren, im leben nicht unbedingt die glanzleistung vollbringen, während die, die unauffällig bis schlecht hinten auf der letzten bank saßen, im leben die großen leistungen vollbringen? weil die nicht von allen totgelobt wurden für die vielen guten noten, die sie heimbrachten??????? :shock:
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Sakura
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von Sakura »

@ asu: ja, es ist eine bewertung. aber es ist kein lob, finde ich.
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asujakin
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Re: AP-Leistungen nicht bewerten?

Beitrag von asujakin »

Dann ist die Frage was LOB ansich ist und was man damit bewirken will.

Lob leitet in eine gewisse Richtung. Nämlich die, die dem Lobenden als angemessen oder richtig erscheint. Dazu gehört für mich jegliche Art von BEWERTUNG in gut oder schlecht.

Anstatt schlicht weg zu sagen was man sieht, bzw zu fragen was das Kind damit darstellen mag (zB bei einem Bild). In's Gespräch kommen, kommunizieren, Interesse zeigen. Schauen was das FÜR DAS KIND bedeutet. Ob das Kind es "super" findet, gut findet oder noch nicht ganz zufrieden ist. Ob das Kind vielleicht gar keine Bewertung haben will (schon mal dran gedacht?) sondern sich einfach nur mitteilen, GESEHEN werden usw?

Lob ist für mich persönlich in jeder Situation erstmal etwas, was ich versuchen würde zu vermeiden (auch wenn es mir hier und da doch mal raus rutscht aber ich bemühe mich sehr). ANNERKENNUNG dagegen nicht ;) Das ist wertfrei, Kontaktaufnahme, Wahrnehmung usw
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