Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Moderator: Marla84

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Jula82
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von Jula82 »

Also Kitas gibts da ja mehrere. Unten an der Spree ist wohl eine. In Köpenick ist ja auch dieses Montessori-Haus, das reizt mich am meisten, müsste man halt eben mit dem Auto hindüsen, aber ist nicht weit. Da gäbs auch ne Krabbelgruppe.
Weiß gar nicht, ob wir noch so lange in Berlin bleiben wollen. Und wenn es voll doof wäre, könnten wir auch wieder weg ziehen. Und ob die Schulen hier in Moabit so viel besser sind weiß ich auch nicht.
Würde Nika ja gerne in eine Waldorfschule schicken, falls sie mag. Die wäre auch fast um die Ecke. Mit Kindergarten sogar.
Ach, ich weiß auch nicht. Morgen soll ich mich entscheiden. :cry:
Liebe Grüße
Julia

mit der großen Motte (geb. 07/2008)

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nkruemel
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von nkruemel »

Also so wie sich das hier so liest, hast du dich eigentlich schon entschieden... :wink:

Zum eigentlichen Thema kann ich nur wenig beisteuern, ich gehöre auch eher zu der "blinden" Fraktion ... wenn ich hier durch die Straßen laufe, seh' ich meist nur Rentner. :shock: :lol: Aber es stimmt schon, die Wahlergebnisse sind nun mal Fakt und irgendwo müssen die Wähler ja sein. Dennoch glaube ich auch, dass es auch in den "schlimmen" Bezirken darauf ankommt, wo genau man wohnt.
Liebe Grüße von nkruemel ( 04/82 )
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Janka
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von Janka »

Jula82 hat geschrieben:In Köpenick ist ja auch dieses Montessori-Haus, das reizt mich am meisten, müsste man halt eben mit dem Auto hindüsen, aber ist nicht weit. Da gäbs auch ne Krabbelgruppe.
wenn du das in köpenzeile meinst, dann ist es wirklich nicht weit...ca 15-20min mit dem auto, für berlin wirklich schnell. anton geht da ab sommer zur schule.
Liebe Grüsse
Janka & die 5

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ClauWi Trageberaterin
xknäckebrotx

Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von xknäckebrotx »

Janka hat geschrieben:
Wo sind denn die Rechten, wenn die da sind?
hm...keine ahnung, habe noch nie einen gesehen... :runzel
hm, die sitzen bei ihren Tagungen in den Gaststätten: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Berli ... 14,1879948

Wählten bei der letzten Kommunalwahl 8,9% NPD: http://www.berlin.de/ba-treptow-koepeni ... 06bt3.html

Und auch die Archenhold-Oberschule gibt in ihrer Pressemitteilung vom 18.06.06 an:
Für unsere Schule ist das Projekt und die damit verbunden Verpflichtung, gegen Rassismus vorzugehen, besonders wichtig. Der Standpunkt Schöneweide ist seit längerer Zeit als Schwerpunkt der rechtsextremen Szene bekannt, die Spreehexe war bis vor kurzem in der Nähe unserer Schule, bei der letzten Bundestagswahl gab es in einem Wahlkreis in der Nähe unserer Schule mit 11,4% die höchste Stimmquote für die NPD in Berlin.
Quelle: http://www.berlin.de/ba-treptow-koepeni ... 03047.html

Und ich möchte gerne mal klarstellen: Nicht, weil ich bei einem Besuch in Oberschöneweide mehrere Kameraden gesehen habe, urteile ich über einen Bezirk. Sondern weil ich nach einem Jahr wohnen in Treptow, mehreren Besuchen in Wuhlheide und anderen schönen Plätzen in Köpenick so schockiert war, habe ich mich angefangen, mehr über Fakten zu informieren.

Und die sprechen einfach eine deutliche Sprache.

Ich bin ja in 10 Jahren in Kreuzberg auch noch nie von einer türkischen Straßengang ausgeraubt worden ;) Aber dass es hier im Bezirk definitiv Probleme mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt, das will ich nicht leugnen und auch die Augen davor nicht verschließen. Und wenn jemand fragt: "Wie ist es denn im Wrangelkiez so?" - was ist denn dann "richtig" oder "objektiv" - dass es ein netter Kiez mit vielen Cafes ist, oder der Kiez, in dem 30% der jungen Leute unter 30 keinen Schulabschluss haben und die Polizei sich wegen dem bekannten Vorfall nicht mehr in Streifen zu nur zwei Beamten reintraut?

Denn allein nur, wie jemand so auf den ersten Blick aussieht und ob es ein Arbeiterbezirk ist, oder ob es viele Studenten gibt - das sagt ja nun zum Thema rechtes Gedankengut nicht wirklich viel aus. Wenn es einem egal ist bzw. man sich nicht gestört davon fühlt, dann ist es ja auch alles kein Problem! Nur WENN jemand in seiner Ausgangsfrage sagt: "Aber wie ist denn das da mit den Nazis?" - WAS ist denn damit gemeint? Ob da Horden von schlägernden Skinheads durch die Straßen laufen oder ob die Chance hoch ist, dass die lieben Nachbarn auch ihr Kreuzchen rechts außen machen? Hm... :?
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Nini Caillou
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von Nini Caillou »

Hallo,

ich geb auch mal wieder meinen Senf dazu :mrgreen: :
Und wenn jemand fragt: "Wie ist es denn im Wrangelkiez so?" - was ist denn dann "richtig" oder "objektiv" - dass es ein netter Kiez mit vielen Cafes ist, oder der Kiez, in dem 30% der jungen Leute unter 30 keinen Schulabschluss haben und die Polizei sich wegen dem bekannten Vorfall nicht mehr in Streifen zu nur zwei Beamten reintraut?
Für MICH persönlich ist es in erster Linie ersteres, denn die Schulabschlüsse interessieren mich nicht so dolle.
Weil ich ja zu den 30% keine engere Bindung habe, ich seh die vielleicht beim Bäcker oder an der Bushaltestelle. Ist vielleicht oberflächlich, aber Fakt. Und immerhin haben 70% nen Abschluss, also die Mehrheit.

Aber davon mal ab:

Im Prinzip sagen solchen Zahlen gar nichts über den Kiez aus. Dazu müsste ich erstmal wissen, wie sehen die Zahlen im restlichen Kreuzberg, in Gesamtberlin, bundesweit etc aus.....

Und mit den "rechten" Kiezen ist es halt so ne Sache.... wenn jetzt 8% die NPD Wählen dann ist das schockierend.

(Oder: Wenn ich einem anderen Kiez im Kindergarten 95% der Kinder nicht-deutscher Herkunft sind, dann wirkt das auf deutsche Eltern abschreckend)

Aber die Frage ist in beiden Fällen: Bringt es was, dann aus Prinzip NICHT in solche Kieze zu ziehen?

Den Rechten also quasi einen Raum zu schaffen, wo sie unter sich sind?

Ich denke: NEIN.

Die Berliner Bezirke sind so einer starken Wandelung unterlegen, was heute stimmt, ist morgen schon anders...

Ich würde ganz pragmatisch entscheiden: Wo gefällt es Euch, wo sind die Mieten günstig, wo ist Supermarkt / Schule / Café / U-Bahn in der Nähe etc....

Nette oder unnnette Nachbarn kannst du überall haben.

Die Zahlen kann man ja mal im Hinterkopf behalten, aber als Entscheidungsgrundlage würde ich das knicken.
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xknäckebrotx

Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von xknäckebrotx »

Nini Caillou hat geschrieben:H
Aber die Frage ist in beiden Fällen: Bringt es was, dann aus Prinzip NICHT in solche Kieze zu ziehen?

Den Rechten also quasi einen Raum zu schaffen, wo sie unter sich sind?

Ich denke: NEIN.

Genau so haben wir vor Treptow auch gedacht. Und wie gesagt: Wenn man damit kein Problem hat, dann ist das ja auch die richtige Entscheidung bzw. alles kein Problem - ich wiederhole mich ;)

Allerdings habe ich nach einem Jahr in einem oberflächlich unauffälligen Kiez (mit dem Volltreffer Nazi-Kneipe unten im Haus) anders gedacht, war sensibilisierter und wurde innerlich immer aggressiver. MIR hat das nicht gut getan und deshalb wäre es für mich in Zukunft definitiv eine Entscheidungsgrundlage. Oder besser gesagt: Als ich schwanger war, hab ich gemerkt, ich muss hier weg.

Was die Wandlung der Berliner Bezirke angeht: Es geht so. Im Großen und Ganzen haben alle innerhalb der letzten Legislaturperiode ihre Tendenzen beibehalten - politisch wie sozial.

Was mich immer mehr verwundert, sind die scharf abgegrenzten Parallelwelten, du kannst wirklich hier in einem Bezirk leben, ohne wahrzunehmen, was tatsächlich um dich rum abgeht, weil du dich in einem anderen kulturellen und sozialen Umfeld bewegst...anderes Thema.
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Janka
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von Janka »

Nur WENN jemand in seiner Ausgangsfrage sagt: "Aber wie ist denn das da mit den Nazis?" - WAS ist denn damit gemeint? Ob da Horden von schlägernden Skinheads durch die Straßen laufen oder ob die Chance hoch ist, dass die lieben Nachbarn auch ihr Kreuzchen rechts außen machen? Hm...
hm..ich denke, dass damit sicher nicht irgendwelche zahlen gemeint sind.... wenn ich irgendwo hinziehen möchte, dann frage ich, wie die leute da so sind, gibt es viele kinder, kitas, schulen...freizeit..viel grün usw... ich frage nicht nach zahlen und statistiken :roll: und wenn mich einer fragt, wo denn die rechten sind...muss ich sagen- ich weiss es nicht, habe die nie gesehen, ich suche die nicht :P
(wenn man in treptow gewohnt hat, ist es immer noch nicht das gleiche wie z.b. oberschöneweide oder köpenick oder oder oder...es ist einfach was anderes.ich hätte gedacht, dass hier leute schreiben, die in oberschöneweide WOHNEN... wie die das hier finden. nicht jemand, der mal da war :roll: :roll: ich war auch oft z.b. in pankow oder grünewald, trotzdem kann ich nicht sagen, wie sich da wohnt... :roll: )
Liebe Grüsse
Janka & die 5

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ClauWi Trageberaterin
xknäckebrotx

Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von xknäckebrotx »

Naja, Jula82 hat halt konkret nach den Rechten in Oberschöneweide gefragt. Wenn sie und du es dann halt nicht so drastisch empfinden, ist ja alles tutti (ok, alles tutti ist es wohl nicht, aber eben dann wohl nicht so schlimm)

Und Fakten sind ja nicht nur Zahlen und Statistiken, Fakten sind ja auch Treffpunkte, Kneipen, Versammlungszentren etc. Und die gibts halt in eurem Bezirk, ob du die nun kennst oder nicht, egal ob du sie suchst oder nicht. Es gibt sie, sie sind weitgehend ins Straßenleben integriert und da beißt die Maus keinen Faden ab.

Eine gute Freundin von mir kommt aus Oberschöneweide. Wohnt da aber seit ein paar Jahren nicht mehr, weil sie sich mit ihrem dunkelhäutigen Kind nicht mehr sicher gefühlt hat. Was soll ich sagen?
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Janka
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Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von Janka »

keine ahnung :roll: ... ich kenne viele familien hier die nicht deutsche sind - mich eingeschlossen- und auch mehrere, die andere hautfarbe haben... keine probleme... man kann überall pech haben und einen idioten treffen.
Liebe Grüsse
Janka & die 5

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ClauWi Trageberaterin
xknäckebrotx

Re: Oberschöneweide - Kann man da gut wohnen?

Beitrag von xknäckebrotx »

Janka hat geschrieben:man kann überall pech haben und einen idioten treffen.
Ja das stimmt schon. Ich will ja auch nicht euren schönen Bezirk verunglimpfen. Mir gibt die politische Lage in Süd-Ost-Berlin (um es mal etwas allgemeiner auszudrücken) einfach doch sehr zu denken und finde die Frage nach den Rechten von Jula deswegen gar nicht so abwegig.

Aber falls es dich trotzdem interessiert: Guck mal hier rein, oder hier

Findest du, die Leute auf den Fotos sehen auf den ersten Blick so im Vorbeigehen aus wie Nazis? Nicht unbedingt, oder? Und trotzdem sind sie welche, sogar organisierte. Und die fallen dir auf der Straße nicht ins Auge, aber in den Statistiken zum Thema Wahlen und Gewalt tauchen sie dann doch auf.
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