Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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miss_undercover
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von miss_undercover »

Ich selbst erlebe übrigens auch keinen Stilldruck. Nirgends. Wie auch? Ich stille ja, mittlerweile das dritte Kind. Ich kenne persönlich nur die andere Seite: 'Wie, du stillst noch?'
Aber wenn ich den Auftrag bekomme, über den Stilldruck in Deutschland zu schreiben, dann recherchiere ich natürlich und frage nicht​ stillende Mütter: wie empfindet ihr das? Und wenn mir dann jede (!) von Momenten der Diskriminierung erzählt, dann stelle ich nicht in Frage, ob es dieses Phänomen überhaupt gibt.

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chennai
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von chennai »

Was mir nicht so recht einleuchten will ist, dass der Druck doch v.a. von anderen Müttern kommt. Männern, Jugendlichen, Kindern ist es größtenteils ziemlich wurscht, ob nun gestillt wird oder nicht. Ok, für das eigene Kind machen sich Männer teilweise auch stark, aber so im gesamtgesellschaftlichen Kontext sehe ich nicht, wie da die Härte Müttern gegenüber aus der Gesellschaft als ganze kommt, und nur dann könnte ich die Relikte der Nazizeit annähernd nachvollziehen. Meiner Meinung ist es eben doch mehr die Mütterolympiade, die beim Stillen anfängt und sich dann über Kindergeburtstagsgestaltung und Frühförderung weiter durch das Mütterleben zieht. Also ich sehe da wirklich weniger eine Härte als vielmehr eine Neid- und Wettbewerbskultur, die es vielleicht in anderen Ländern weniger geben mag, aber da würde ich mich jetzt nicht darauf versteifen. Für mich bleibt es also doch eine Nazi-Keule, weil die These mal eben so dahingeworfen wird, ohne dass sie weiter untermauert wird. - Dass du nicht schreibst, Stillen gehört in die Nazi-Ecke, das habe ich auch verstanden und war meiner Meinung nach schon deutlich.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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Tutti
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Tutti »

Was für eine Macht geschriebenes Wort hat, das ist faszinierend. Und als Journalistin doch auch toll zu merken, dass das Thema bewegt. Nichts ist schlimmer, als Belanglosigkeit, oder? ;)

Ich wollte nur mal von außerhalb der SuT - Filterbubble berichten, dass ich einige Frauen kenne, die sich dafür schämen (!) nicht zu stillen. Ich arbeite seit einigen Jahren in der Elternberatung und da ist das regelmäßig Thema.
Deswegen war der Artikel wichtig.

Und zwar gerade von Nora Imlau. AP - Journalistinnen, Stillberaterin, selbst LZS - Mutter gewesen usw. Weil es da um etwas Übergeordnetes geht.
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E (05/12)
R (07/16)
miss_undercover
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von miss_undercover »

Guck mal in die Kommentare, wie viele Männer da schreiben, dass es gefälligst die Aufgabe einer Mutter sei, zu stillen. Auch auf Twitter haben mir das ganz viele geschrieben: 'Stillen ist doch wohl die Pflicht jeder Mutter. Wer das nicht will, ist krank.'

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miss_undercover
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von miss_undercover »

Aber danke für den Hinweis, chennai. Die Mütter-Olympiade ist natürlich auch ein Aspekt!

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Ellie
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Ellie »

Ich finde die direkte Linie, die zu Haarer gezogen wird auch nicht optimal, obwohl die Argumentation für mich schlüssig ist. Aber das Thema finde ich gut und wichtig.

Muttermilch ist von der Zusammensetzung her die optimale Nahrung für Babys - das heißt m.E. aber nicht automatisch, dass Stillen für jedes Mutter-Kind-"Team" das Beste ist.

Ich bin echt froh, dass ich in meinem Umfeld nich nie erlebt habe, dass jemand fürs Abstillen/zusätzlich Fläschchen geben verurteilt wurde. Ich glaube aber sofort, dass es diesen Druck gibt.. Und wenn es nur ist, auf jeder Packung Pre lesen zu müssen, dass Stillen das Beste fürs Baby ist.

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chennai
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von chennai »

miss_undercover hat geschrieben:Guck mal in die Kommentare, wie viele Männer da schreiben, dass es gefälligst die Aufgabe einer Mutter sei, zu stillen. Auch auf Twitter haben mir das ganz viele geschrieben: 'Stillen ist doch wohl die Pflicht jeder Mutter. Wer das nicht will, ist krank.'

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Naja, Kommentare auf Internetplattformen sind für mich nach wie vor nicht wirklich repräsentativ und dann ist es halt das Phänomen, dass diejenigen, denen das Thema ziemlich egal ist, a) den Artikel wahrscheinlich gar nicht lesen und b) wenn sie ihn doch gelesen haben, dann nicht antworten - 'mir ist des wurscht!' - Genau wie ich mich bei Threads hier im Forum, die mich nicht interessieren oder tangieren, raushalte - wie dem GNTM-Thread z.B.
Lieben Gruß,
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von miss_undercover »

Das stimmt natürlich.

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miss_undercover
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von miss_undercover »

Für mich war einfach total interessant, wie unterschiedlich der Text gelesen wurde. Ich habe so viele rührende Rückmeldungen von nicht-stillenden Müttern erhalten, die sich durch den Text so verstanden und bestärkt fühlten und für die es besonders wertvoll war, dass der Text eben gerade nicht von einer Flaschenmama, sondern von einer leidenschaftlichen Stillbefürworterin kam.

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luna24
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von luna24 »

Das mit dem Druck, den die AP-Ideale bei vielen Müttern auslösen, erlebe ich aber auch immer wieder. Z.B. Weiß ich von einem Kollegen aus der Schreiambulanz, dass das Thema Schlaf immer mehr zu einem der zentralen Probleme wird, und dass ganz viele Mütter sich richtiggehend schuldig fühlen, wenn sie das mit Stillen/Familienbett nicht hinbekommen. Die gleiche Rückmeldung bekommen wir auch immer mehr aus Familienberatungsstellen,etc. Ich denke, das ist im Moment schon ein sehr relevantes gesellschaftliches Phänomen Und Problem. Auch Ausdruck einer großen Orientierungslosigkeit. Und deshalb finde ich solche Artikel auch wichtig - und ich glaube auch, dass das nicht völlig unabhängig von unserer Geschichte zu sehen ist.
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