Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

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pistache
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von pistache »

Julia, ich möchte dir hier nochmal ein ganz riesiges, dickes DANKE sagen.
Mit deinen kompetenten Infos hast du mich wirklich enorm weitergebracht und ich sehe jetzt einiges sehr viel klarer.

Leider sind wir noch nicht wirklich über den Berg… vorhin wieder eine extrem stressige Stillmahlzeit mit anhaltendem Weinen, aber mittlerweile glaube ich zumindest zu verstehen, woran es liegt (auch dank deiner Hilfe): es dauert bei mir manchmal einfach richtig lange, bis der MSR ausgelöst wird (durchaus 5 bis 10 Minuten bisweilen!). Dann muss sie halt richtig lange saugen, bis etwas kommt - und je nachdem, wie es in dem Moment um ihre Geduld bestellt ist, frustriert sie das mehr oder weniger, sie fängt also an zu weinen, und je länger das Weinen dauert, umso anfälliger werden auch meine Nerven… ein Teufelskreis. :(
Ich sehe halt, dass mein Baby Hunger hat und nix kommt, sie weint und muss hilflos zuschauen…. das macht mich so fertig!

Ich rede ihr dann gut zu, sie soll dranbleiben, weitersaugen… aber wirklich entspannend ist das nicht, es geht mir echt an die Nieren… hast du da vielleicht noch irgendwelche Tipps für mich, wie ich besser damit umgehen kann?

Aber was ich jetzt dank dir weiß: der MSR kann bei mir ausgelöst werden, und dann kommt die Milch. Das hilft mir schon einmal sehr.

Als ich einer Hebamme mein Problem mal geschildert habe, meinte die ganz lakonisch, "dann war deine Brust da gerade leer", und das war so GAR nicht das, was ich hören wollte, das hat meine Panik erst richtig angeschürt. Ist dann so auch nicht richtig, nicht wahr?

Und noch eine Frage: man hört ja oft, dass die Milchproduktion 48 Stunden braucht, bis sie sich an den neuen, gesteigerten Bedarf des Kindes (zB während eines Wachstumsschubs) angepasst hat. Das habe ich auch nie so ganz verstanden - heißt das dann, dass das Kind 48 Stunden lang hungern muss? Dauert die Anpassung wirklich so lange? Nach deiner letzten Antwort zu urteilen ja nicht - ??!

Eine weitere Angst von mir: manchmal passiert es (nicht oft, zum Glück!), dass mein Baby eine gesamte Mahlzeit wieder ausspuckt, da kommt dann so RICHTIG ordentlich viel Milch wieder raus. Meine Panik dann natürlich immer: jetzt ist der Bauch des Kindes leer, und meine Brust auch. Auch nicht richtig, die Denke, nicht wahr?
pistache
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von pistache »

Ach ja, und noch etwas:

Was auch meine Angst vor den Abendmahlzeiten ausgelöst hat (und unser Problem tritt in der Tat meist abends auf), war das Gespräch mit deiner Dame von La Leche Liga, die mir sagte, abends sei in der Tat weniger Milch vorhanden… stimmt das?
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annasushi
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von annasushi »

Ich rede ihr dann gut zu, sie soll dranbleiben, weitersaugen… aber wirklich entspannend ist das nicht, es geht mir echt an die Nieren… hast du da vielleicht noch irgendwelche Tipps für mich, wie ich besser damit umgehen kann?
Der MSR wird leichter ausgelöst, wenn du nicht angespannt, sondern entspannt bist. Dabei könnte z.B. eine Nackenmassage von deinem Mann, Wärme durch Kirschkernkissen o.ä., Ablenkung wie leise TV oder Hörbuch oder auch ein paar Schlucke Wasser helfen. Du kannst das ja mal ausprobieren, was bei dir am besten hilft.

Ich kann deine Sorgen übrigens gut nachvollziehen, trotz ebenfalls gut zunehmendem Baby habe ich mir in der Anfangszeit manchmal genau deine Fragen gestellt, wenn der Kleine geweint hat. In meinem Bekanntenkreis gab es noch keine anderen Stillbabies und in den Medien sieht man meist Flaschenkinder, so dass ich irgendwie auch dieses Bild verinnerlicht hatte, dass die Milch in der Brust wie Milch aus der Flasche funktioniert.... mit "leer sein" und so weiter. Als mir das durch die gute Infos hier im Forum klar wurde (und das meine Brust eben nicht leer wird durchs Stillen), konnte ich viel entspannter daran gehen und nun stillen wir seit 15 Monaten glücklich :6: Euch wünsche ich auch noch eine schöne und entspannte Stillzeit :)
Viele Grüße, Anna
mit dem Großen (10/2012), dem Kleinen (02/2015) und dem ganz Kleinen (02/2019)
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Yashira
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von Yashira »

Das Spucken sieht meistens schlimmer aus als es ist - auch mengenmäßig. Nimm mal einen Esslöffel u "verkipp" mal ein /zwei EL auf ein Tuch. Das sieht wirklich viel aus.
Krümel hat heute wieder angefangen im Schwall zu Spucken - aber eine komplette Mahlzeit kommt da (gesundes Kind u keine Krankheiten usw vorausgesetzt) nicht hoch.



Unterwegs mit einem Apfelgerät
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soda
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von soda »

Also ich glaube nicht, dass die kleinen Mäuse 48 Stunden Hunger leiden. Sie merken bestimmt einfach, dass noch bisschen mehr ins Bäuchlein passen würde und fordern das dann ein.

Wie wenn du zwar schon zwei Teller Spaghetti gegessen hast, aber noch ein oder zwei Löffel mehr essen könntest.

Die haben ja keinen LEEREN Bauch, sondern nur etwas mehr Hunger als an den Tagen zuvor. Mach dir wegen so was keine Sorgen!

Und zum MSR: wir hatten hier wegen Saugverwirrung (denke ich) auch eine Phase, wo meine Tochter schwierig andockte und saugte und der MSR einfach nicht einsetzen wollte. Sie ließ ständig los und so verschob es sich natürlich immer weiter nach hinten, bis sie richtig frustriert herumschrie....
Ich hab mir dann nach Recherche hier im Forum Bilder vorgestellt von Milch-Springbrunnen und meiner Tochter, der die Milch aus dem Springbrunnen einfach nur so richtig schön in den Mund tropft. Hat geholfen! Wichtig bei sowas: man sollte es sich so detailliert wie möglich vorstellen. Also wie dein Baby dabei vor Freude lacht zum Beispiel. Oder wie der Springbrunnen genau aussieht.

Jetzt brauchen wir das nicht mehr. Hat sich total eingespielt.
mit T (2013) und T (2017)
jusl
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von jusl »

Als ich einer Hebamme mein Problem mal geschildert habe, meinte die ganz lakonisch, "dann war deine Brust da gerade leer", und das war so GAR nicht das, was ich hören wollte, das hat meine Panik erst richtig angeschürt. Ist dann so auch nicht richtig, nicht wahr?
Fachlich gesehen völliger Quatsch. (Und beraterisch gesehen hoch ärgerlich - jede Hebamme muss sich doch der Tatsache bewusst sein, wie STEINSCHWER ihre Worte bei jungen Müttern wirken und welch weitreichende Folgen solche blöden Bemerkungen haben können.)
hast du da vielleicht noch irgendwelche Tipps für mich, wie ich besser damit umgehen kann?
Den guten Tipps meiner Vorschreiberinnen kann ich mich komplett anschließen. Eigentlich musst Du da auch weniger Deinem Baby gut zureden als Dir selbst. ;-) Der MSR wird vom Hormon Oxytocin gesteuert - dieses Hormon wird auch WOHLFÜHLHORMON genannt. Gemütliche Körperhaltung, Schmerzfreiheit, Angstfreiheit, angenehme Wärme, eine Tasse heißer Lieblingstee in Reichweite... Wohlfühlbedingungen sind die beste, sehr wirksame Maßnahme für einen flotten MSR. Manchen Müttern hilft es, sich sehr auf ihr Baby zu konzentrieren, ihm in die Augen zu schauen, den Haut-an-Haut-Kontakt bewusst wahrzunehmen und zu genießen... anderen Müttern hilft es hingegen, sich bewusst abzulenken, mit Lesen, Surfen, TV, Telefonieren... und dann setzt der MSR "ganz nebenbei" problemlos ein. Probier mal aus, was bei Dir am besten funktioniert.
(und keine Sorge: derlei "Spezialmaßnahmen" werden nicht die ganze Stillzeit über nötig sein. Aber vielleicht ist es hilfreich für Dich, wenn Du in der nächsten Zeit mal bewusst damit experimentierst)
Und noch eine Frage: man hört ja oft, dass die Milchproduktion 48 Stunden braucht, bis sie sich an den neuen, gesteigerten Bedarf des Kindes (zB während eines Wachstumsschubs) angepasst hat. Das habe ich auch nie so ganz verstanden - heißt das dann, dass das Kind 48 Stunden lang hungern muss? Dauert die Anpassung wirklich so lange? Nach deiner letzten Antwort zu urteilen ja nicht - ??!
In diese Frage spielen viele unterschiedliche Szenarios und viel individuell persönliches Erleben mit rein. Wenn ein Kleinkind (ca Hälfte Stillen, Hälfte Familientisch) plötzlich schwer krank wird und nur noch Mumi bei sich behalten kann und deshalb sein Bedarf von "Hälfte" auf "vollstillen" steigt, dann dauert es in der Tat häufig einige Tage, bis sich die Milchproduktion entsprechend angepasst hat (was aber nicht schlimm ist, da kranke Kinder meist eh weniger Appetit haben als sonst).
Davon komplett unberührt ist die Tatsache, dass die Mahlzeitengröße schon innerhalb eines Tages für gewöhnlich stark schwankt. Das ist völlig problemlos; die Brust produziert so viel, wie eben gefragt wird.
Und auch diese Wachstumsschübe erleben Mütter sehr unterschiedlich - ich persönlich kann mich bei keinem meiner 4 Kinder daran erinnern, und wir haben völlig problemlos vergleichsweise lang vollgestillt und jeweils mehrere Jahre gestillt. Klar waren die mal quengelig oder so, aber das sind alle Babys mal, komplett harmlos.
Eine weitere Angst von mir: manchmal passiert es (nicht oft, zum Glück!), dass mein Baby eine gesamte Mahlzeit wieder ausspuckt, da kommt dann so RICHTIG ordentlich viel Milch wieder raus. Meine Panik dann natürlich immer: jetzt ist der Bauch des Kindes leer, und meine Brust auch. Auch nicht richtig, die Denke, nicht wahr?
Gespuckte Milch sieht nach VIIIIIIEL MEHR aus als es tatsächlich ist. Häufig sind das nur wenige Esslöffel voll, aber es sieht echt richtig viel aus. Kannst ja spaßeshalber mal ein Tässchen Orangensaft oder Kaffee mit Schwung in Deine Küche schmeißen (das wäre ungefähr "eine Mahlzeit") - DAS ist dann RICHTIG viel; dauert ewig, das aufzuwischen. ;-)
Davon abgesehen: Spucken ist in erster Linie ein Überlaufmechanismus. Raus kommt, was zu viel war. Viele Babys stören sich überhaupt nicht daran. Manche Babys mögen nach dem Spucken gerne noch mal ein paar Schluck trinken; das kannst Du selbstverständlich herzlich gerne anbieten.

LG
Julia
chipmunk
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von chipmunk »

Liebe pistache, liebe Julia,

ich lese hier gerade mit und möchte mich mal für eure Fragen und Antworten bedanken - sehr informativ das alles, finde ich! :)
Gerade so in Hinsicht auf Milchbildung, Völle-/Leeregefühl der Brust hatte ich mir die ein odere andere Frage auch schon mal gestellt.
Vielleicht wäre der Strang auch was für die Linksammlung Stillwissen, so gerade so Fragen zu "Brust leer" tauchen hier ja öfter mal auf?

Liebe Grüße und alles Gute!
mit zwei Jungs (8/2013 und 6/2020)
pistache
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von pistache »

chipmunk hat geschrieben:ich lese hier gerade mit und möchte mich mal für eure Fragen und Antworten bedanken - sehr informativ das alles, finde ich! :)
Gerade so in Hinsicht auf Milchbildung, Völle-/Leeregefühl der Brust hatte ich mir die ein odere andere Frage auch schon mal gestellt.
Vielleicht wäre der Strang auch was für die Linksammlung Stillwissen, so gerade so Fragen zu "Brust leer" tauchen hier ja öfter mal auf?
Danke, chipmunk - ich gebe das Danke auch nochmal an Julia weiter, ich bin auch so dankbar für die total hilfreichen Antworten!
Auch euch danke, tinababy, Yashira und Annasushi!

Ich bin grad wirklich mit den Nerven fertig irgendwie und muss sehen, dass ich da wieder rausfinde. Das liegt wohl auch mit daran, dass mein Mann heute für drei Tage auf Messe muss und ich zum ersten Mal ganz alleine mit der Kleinen bin.
Ich habe am Abend wirklich richtiggehend ANGST vor der nächsten Stillmahlzeit :? - und dabei liebe ich das Stillen doch eigentlich so sehr, das ist ja das Verrückte. Ich wünsche mir so sehr, dass es wieder so entspannt und gelassen läuft wie am Anfang.
Ihr verzweifeltes Weinen, weil da (noch) nichts kommt - das ist so schlimm! :cry:

Ich sage mir dann, was ist das Schlimmste, was passieren kann? Mein Kid muss nicht verhungern, wenn gar nichts mehr geht, bekommt es eben die Flasche, so what? Aber gleichzeitig spüre ich, dass ich genau das eben nicht WILL, ich WILL doch so gerne voll weiterstillen….!

Übrigens ist es gerade halb sieben Uhr morgens und ich warte mal wieder ungeduldig, dass sie endlich von ihrer langen Nachtruhe aufwacht… :wink:
CarpeDiem
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Wohnort: Weil der Stadt

Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von CarpeDiem »

((())) wie stillst Du daheim? Vielleicht hilft Dir aus der gewohnten Situation zu brechen. Oder vielleicht draußen stillen. Angst kann ein großer Störfaktor werden.

Mir hilft, wenn der MSR nicht so zügig ausgelöst wird, zum einen an etwas fließendes mit geschlossenen Augen zu denken und sich dann etwas abzulenken, zB surfe ich mit dem Handy beim stillen dann. Das funktioniert super.

Die 3 Tage wirst Du auch allein gut meistern, ist nur erstmal sehr komisch das Gefühl ohne den Papa, aber es geht besser als Du denkst.

Annika ist auch genervt wenn der MSR auf sich warten lässt, weil der tagsüber sehr schnell ausgelöst wird. Ich nehme sie dann kurz aus der Situation und gehe ggf. woanders hin in der Wohnung und stille dort. Das reicht oft aus. Hast Du mal versucht, abends dann im liegen gemütlich im Bett zu stillen? Dass entspannt ja auch Dich.


Iphonitis, Autokorrektur kann für viel Gelächter sorgen.
am 14.02.2012 wurde Katharina H. I. mit 51cm und 3730g geliefert
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert


K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
A: unendlich geliebt, wird groß, stolze große Schwester
F: unendlich geliebt, gestillt, getragen, familiengebettet, macht uns komplett


unvergessen unser Dezembersternchen Pünktchen 2012
pistache
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Re: Weinen bei Stillmahlzeiten - bitte um Hilfe!

Beitrag von pistache »

Es tut wirklich gut, zu wissen, nicht alleine zu sein mit diesem Problem. Danke für deine Tipps, carpe diem!
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