Dazu gerade noch: Natürlich lässt sie sich von dir trösten, sie ist abhängig von dir, deiner Aufmerksamkeit und deiner Liebe, so wie jedes Kind. Aber was es IN ihr anrichtet, geschlagen zu werden, das weißt du nicht. Ob da Angst oder Unsicherheit entstanden sind, weil sie nicht weiß, ob und wann du beim nächsten Mal zuschlägst.Kiara123 hat geschrieben: UND LÄSST SICH NUR VON MIR TRÖSTEN, WENN SIE TROSTBEDÜRFTTIG IST! Sie vertraut mir, läßt sich auch beim Arzt untersuchen, wenn ich sie auf dem Arm hab...
Soviel dann zum Urvertrauen, dass dadurch erschüttert wird.
Auch Kinder ohne tiefstes Vertrauen zu ihren Eltern suchen deren Nähe und Schutz. Selbst schwer misshandelte Kinder suchen immer wieder den Kontakt zu ihren Peinigern- und die Schuld für die Misshandlungen bei sich selber. Wären sie 'besser', 'perfekter' gewesen, dann wäre es ja gar nicht nötig gewesen. Diese Gedanken haben betroffene Kinder und ja, diese Gedanken zerstören Urvertrauen und Selbstwertgefühl. Dazu wurde hier im thread auch schon geschrieben.
Wirklich schlimm finde ich hier das Verteidigen einer Straftat (ja, nun, so ist es), indem schön geredet wird, ja in Not keine andere Wahl gehabt zu haben und dann auf Stimmen zu hoffen, die ins gleiche Horn blasen. Natürlich mindert das die eigenen Schuldgefühle erst mal erheblich und lässt einen vielleicht gar zum Schluss denken, dass doch irgendwie alles richtig war, aber so ist es nicht. Dieses Legalisieren von Schlägen führt u.a. dazu, dass es immer wieder passiert, immer weiter geht. 'Ich hatte ja keine Wahl, die Situation war gefährlich, es ging nicht anders. Andere sehen das auch so.'
Mag sein, dass man in der Situation so empfunden hat und ja, ich denke, das kann tatsächlich jedem passieren. Aber dann im Nachhinein ist es wichtig zu reflektieren und nicht für das eigene Seelenheil abzuwiegeln, während das Kind weiter die Last trägt.
Eine kritische Auseinandersetzung ist unumgänglich, wenn man solche Reaktionen für die Zukunft vermeiden will- vermeiden muss! Zum Wohl und Schutz des eigenen Kindes UND der eigenen Seele.
Nautilus, genauso entsetzt hat mein Sohn auch mal reagiert und es war tagelang Thema. Er war so erschüttert und konnte das nicht verstehen.


