Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
- Stefania
- alter SuT-Hase
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Ich mag mich als medizinerin auch mal zu Wort melden..
Ich persönlich hätte es nicht geschafft, mit Baby lernen zu müssen.und mein erstes kind war ein lämmchen als baby...aber stell dir mal vor, dein kind ist ein schreibaby oder ev. gar krank? dann kannst du lernen und anwesenheit in kursen vergessen, esxsei denn, du hast vor Ort Unterstützung..
Meine freundin hat ihr erstes Kind kurz vor dem PJ bekommen und hatte niemanden, keinen Kitaplatz und der ehemann war lehramtsstudent.
Es war nicht einfach und oft wurde das kind "hin und hergerreicht".
Ihren Facharzt hat sie erst vor 1jahr beendet( die grossse ist nun 13jAhre alt) ,da sie nur in TZ arbeiten konnte. und dienste mit kleinkind sind megaätzend.
Meine eltern leben vor ort und können mich unterstützen und auch mir fehlen noch 2jahre bis zum Fa...bisher habe ich auch nur in TZ gearbeitet.
Ich glaube nicht,dass man es ohne famil.Unterstützung bis zum OA od.deinem Wunschziel schaffen kann...aber das ist meine meinung.
Du malst dir das alles so schön aus, und keine Frage, es ist auch wunderschön,aber unser Studiengang ist m.E. immer noch nicht familienfreundlich genug..
Ich mag kein Spielverderber sein, wollte dir nur noch ein paar dinge zu bedenken geben....
Lg Stefania
Ich persönlich hätte es nicht geschafft, mit Baby lernen zu müssen.und mein erstes kind war ein lämmchen als baby...aber stell dir mal vor, dein kind ist ein schreibaby oder ev. gar krank? dann kannst du lernen und anwesenheit in kursen vergessen, esxsei denn, du hast vor Ort Unterstützung..
Meine freundin hat ihr erstes Kind kurz vor dem PJ bekommen und hatte niemanden, keinen Kitaplatz und der ehemann war lehramtsstudent.
Es war nicht einfach und oft wurde das kind "hin und hergerreicht".
Ihren Facharzt hat sie erst vor 1jahr beendet( die grossse ist nun 13jAhre alt) ,da sie nur in TZ arbeiten konnte. und dienste mit kleinkind sind megaätzend.
Meine eltern leben vor ort und können mich unterstützen und auch mir fehlen noch 2jahre bis zum Fa...bisher habe ich auch nur in TZ gearbeitet.
Ich glaube nicht,dass man es ohne famil.Unterstützung bis zum OA od.deinem Wunschziel schaffen kann...aber das ist meine meinung.
Du malst dir das alles so schön aus, und keine Frage, es ist auch wunderschön,aber unser Studiengang ist m.E. immer noch nicht familienfreundlich genug..
Ich mag kein Spielverderber sein, wollte dir nur noch ein paar dinge zu bedenken geben....
Lg Stefania
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suri
- alter SuT-Hase
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
ganz kurz, schreibe gleich mehr. Bin auch eine Spielverderberin
Wenn du "Oberärztin mit eigenem Team" werden willst, dann solltest du deine Kinder frühestens im letzten Jahr der Facharztweiterbildung oder nach Abschluss der FA-Prüfung bekommen.
Später mehr...
Wenn du "Oberärztin mit eigenem Team" werden willst, dann solltest du deine Kinder frühestens im letzten Jahr der Facharztweiterbildung oder nach Abschluss der FA-Prüfung bekommen.
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Feuerkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Ja genau, sobald man positiv testet, darf man nicht mehr arbeiten gehen.Menschenkind hat geschrieben: Ach, das verdammte Beschäftigungsverbot! Das hatte ich glatt vergessen. Und das gilt die gesamte Schwangerschaft, nicht wahr?
Das ist richtig bitter, mit dem befristeten Vertrag und dem Beschäftigungsverbot.Da muss man ja quasi doppelte Kinderzeit einplanen. :-/ Wie sieht es bei euch finanziell aus, könntet ihr euch das leisten? Gibt es da überhaupt Kompensation? Ich kenne mich damit gar nicht aus...
Deswegen kommt es jetzt im moment für mich weniger in Frage als während des Studiums. Wie ist das dann als Medizinerin?
Ich finde mich ja gerade ein in die Arbeitswelt in den neuen Rhythmus, dann plötzlich daheim rumzusitzen...puh nee
Zudem mag ich ja meine Arbeit und "meine" Kinder, ich glaube wenn ich dann jetzt bald eigene Kinder eingewöhne wird es nur dann noch schwerer zu gehen und sie "allein" zu lassen...Man hat ja auch eine Verantwortung diesen Kindern gegenüber und nach einem jahr dann zu gehen ist schon irgendwie fies...Allerdings mag ich jetzt wirklich nicht mehr so lange warten (eben das jahr jetzt noch abwarten und dann mal sehen). Ich bin aj nun doch "schon" 22, mein Freund 23. Und spät Kinder zu kriegen kommt für uns beide nicht in Frage.
Finanziell mh gute Frage, ich hab mir da nicht so den Kopf gemacht. Allerdings möchte ich jetzt nicht im befristeten Arbeitsverhältnis schwanger werden.
Entweder ich werde dann ab nächsten August übernommen, dann wäre ich ja fest angestellt, dann kann man ja wieder drüber nachdenken.
Da ich dann ja betrieblich nen KiTa-Platz kriege, muss ich mir dann zumindest über den Wiedereinstieg keine Sorge machen.
Ja oder ich werd nicht übernommen, dann müssten wir mal rechnen und informieren wie das mit dem Geld wäre, dann könnte ich ja auch ne Pause machen und dann ein Kind kriegen. Allerdings wäre mir Variante 1 lieber und ich hoffe auch einfach sehr, dass ich übernommen werde.
Mein Freund hat einen unbefristeten Vertrag, sofern er jetzt die 6 Monate Probezeit schafft. Er ist in der IT-Branche tätig und verdient dementsprechend.
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]
Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
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honigtopf2010
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Hallo, ich lese jetzt mal nicht alles. Rein objektiv spricht in deiner Situation nichts dagegen. Anstrengend wird es immer sein, passend ist es nie. Doch du wirst bei deiner BerufsWahl auch mit Kindern keine Probleme haben Arbeit zu finden, wenn ihr räumlich flexibel bleibt. Hier werfen sie dir Arbeit und Privilegien hinterher.
Aber: wir waren 12 Jahre zusammen bevor unser Kind kam. Erst wollte er nicht, schlechte Erfahrungen mit 1. Kind, dann ich nicht wegen der Freiberuflichkeit und so zogen die Jahre ins Land. Mit Mitte 30 sind Kinder immer noch toll, auch, wem manches anstrengender ist. Doch unsere Beziehung hätte früher wahrscheinlich diese Veränderung nicht ausgehalten. Nun wird es keine FußballMannschaft mehr, naja. Ich finde, das muss man auch bedenken.
Aber: wir waren 12 Jahre zusammen bevor unser Kind kam. Erst wollte er nicht, schlechte Erfahrungen mit 1. Kind, dann ich nicht wegen der Freiberuflichkeit und so zogen die Jahre ins Land. Mit Mitte 30 sind Kinder immer noch toll, auch, wem manches anstrengender ist. Doch unsere Beziehung hätte früher wahrscheinlich diese Veränderung nicht ausgehalten. Nun wird es keine FußballMannschaft mehr, naja. Ich finde, das muss man auch bedenken.
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
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suri
- alter SuT-Hase
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Hallo,
nochmal ausführlicher.
Erstmal: man kommt NICHT automatisch ins Beschäftigungsverbot. Ich habe in beiden Schwangerschaften weitergearbeitet bis zum Mutterschutz. Wenn man CMV negativ ist oder keine Ringelröteln hatte, kann es in manchen Fachrichtungen so sein (z.B. Suchtmedizin, Kinderheilkunde, Geriatrie, Gyn) aber nicht in allen. Was man bekommt ist ein Teil-Beschäftigungsverbot für Nachtdienste/Wochenenddienste. D.h. man bekommt das Geld weiter, so wie man die Dienste durchschnittlich die letzten Monate gemacht hat, darf aber die Dienste nicht mehr machen. Ich kenne z.B. mittlerweile einige Anästhesistinnen, die auch in der Schwangerschaft weiter Narkosen gemacht haben.
Was das Medizinerleben angeht: Kliniken sind nach wie vor maximal familien-feindlich und es tut sich nur langsam was. Das, was du anstrebst, wie z.B. dieser Gyn mit der Laparaskopie-Nische, das erreichst du nur, wenn du Jahre vorher den Grundstock dafür gelegt hast. Und den erreichst du sicher nicht als Teilzeit-WEiterbildungsassistentin. Du musst deine Rotationen abarbeiten (in die du als Teilzeitkraft immer nur sehr schwierig reinkommst), du musst Weiterbildungen besuchen, die in der Regel am Wochenende stattfinden und du musst diese Spezialkenntnisse üben und vertiefen und das wird nach wie vor als Privatinteresse gesehen, das man als Hobby nach der üblichen (Stations)routine dranhängt. Wenn du das auf einer Vollzeitstelle machst, dann siehst du deine Kinder kaum noch. Kommen ja immer noch um die durchschnittlich 4-6 Dienste dazu.
Ich habe zwei Bekannte, die ihre Kinder im Studium bekommen haben. Von denen hat keine bisher ihre Facharztweiterbildung fertig und wir sind jetzt knapp 40. Sie "dümpeln" so vor sich hin. Weitere vier engere Freundinnen haben ihre Kinder kurz vor der Facharztprüfung bekommen, von denen haben zwei mittlerweile 10 Jahre nach Beginn der Facharztweiterbildung ihren Facharzt wirklich beendet, die zwei anderen nicht. Natürlich liegt das auch immer an den persönlichen Prioritäten und wie man sich organisiert. Aber die Prioritäten haben sich von allen ziemlich geändert. Ist ja auch in Ordnung. Man sollte sich nur vorher darüber im Klaren sein, dass es mit dem Ziel "Oberarzt mit eigenem Team" eher nichts wird.
Ich habe sehr davon profitiert, dass ich meine Kinder erst nach Abschluss der Facharztweiterbildung bekommen habe. Ich bin mittlerweile "Oberärztin mit eigenem Team" und habe eine Nische. Aber auch ich habe während der Weitebildungszeit echt rangeklotzt. Das wäre mit Kindern definitiv nicht gegangen. Ich kenne wirklich keine, bei der es anders gegangen wäre. Durch die Vernetzung der Medizinerfamilien mit Kindern in unserem Umfeld kenne ich einige. Die Nischen müssen einfach erarbeitet werden und das ist mit Kindern wirklich schwierig.
Ich war übrigens 33 beim ersten Kind, 35 beim zweiten ... finde ich nun auch nicht so wahnsinnig alt.
Ich hatte mit Kindern noch einmal 1 Jahr als Weitebildungsassistentin in einem Schwesterfach auf einer 75% Stelle gearbeitet, weil ich noch den zweiten Facharzt machen wollte. DAs habe ich wieder aufgehört, weil mir die Arbeit "an der Front" mit zwei Kindern einfach zu heftig war.
Zusammengefaßt: natürlich kann das klappen, mit Kindern und dem Arztberuf, wenn man im Studium die Kinder bekommt, aber man sollte seine beruflichen Ziele realistischerweise nicht so hoch setzen. Und es lohnt sich in der Tat sich ein Fach auszusuchen, in dem es nicht so drauf ankommt, ob man etwas heute oder morgen zu Ende bearbeitet.
nochmal ausführlicher.
Erstmal: man kommt NICHT automatisch ins Beschäftigungsverbot. Ich habe in beiden Schwangerschaften weitergearbeitet bis zum Mutterschutz. Wenn man CMV negativ ist oder keine Ringelröteln hatte, kann es in manchen Fachrichtungen so sein (z.B. Suchtmedizin, Kinderheilkunde, Geriatrie, Gyn) aber nicht in allen. Was man bekommt ist ein Teil-Beschäftigungsverbot für Nachtdienste/Wochenenddienste. D.h. man bekommt das Geld weiter, so wie man die Dienste durchschnittlich die letzten Monate gemacht hat, darf aber die Dienste nicht mehr machen. Ich kenne z.B. mittlerweile einige Anästhesistinnen, die auch in der Schwangerschaft weiter Narkosen gemacht haben.
Was das Medizinerleben angeht: Kliniken sind nach wie vor maximal familien-feindlich und es tut sich nur langsam was. Das, was du anstrebst, wie z.B. dieser Gyn mit der Laparaskopie-Nische, das erreichst du nur, wenn du Jahre vorher den Grundstock dafür gelegt hast. Und den erreichst du sicher nicht als Teilzeit-WEiterbildungsassistentin. Du musst deine Rotationen abarbeiten (in die du als Teilzeitkraft immer nur sehr schwierig reinkommst), du musst Weiterbildungen besuchen, die in der Regel am Wochenende stattfinden und du musst diese Spezialkenntnisse üben und vertiefen und das wird nach wie vor als Privatinteresse gesehen, das man als Hobby nach der üblichen (Stations)routine dranhängt. Wenn du das auf einer Vollzeitstelle machst, dann siehst du deine Kinder kaum noch. Kommen ja immer noch um die durchschnittlich 4-6 Dienste dazu.
Ich habe zwei Bekannte, die ihre Kinder im Studium bekommen haben. Von denen hat keine bisher ihre Facharztweiterbildung fertig und wir sind jetzt knapp 40. Sie "dümpeln" so vor sich hin. Weitere vier engere Freundinnen haben ihre Kinder kurz vor der Facharztprüfung bekommen, von denen haben zwei mittlerweile 10 Jahre nach Beginn der Facharztweiterbildung ihren Facharzt wirklich beendet, die zwei anderen nicht. Natürlich liegt das auch immer an den persönlichen Prioritäten und wie man sich organisiert. Aber die Prioritäten haben sich von allen ziemlich geändert. Ist ja auch in Ordnung. Man sollte sich nur vorher darüber im Klaren sein, dass es mit dem Ziel "Oberarzt mit eigenem Team" eher nichts wird.
Ich habe sehr davon profitiert, dass ich meine Kinder erst nach Abschluss der Facharztweiterbildung bekommen habe. Ich bin mittlerweile "Oberärztin mit eigenem Team" und habe eine Nische. Aber auch ich habe während der Weitebildungszeit echt rangeklotzt. Das wäre mit Kindern definitiv nicht gegangen. Ich kenne wirklich keine, bei der es anders gegangen wäre. Durch die Vernetzung der Medizinerfamilien mit Kindern in unserem Umfeld kenne ich einige. Die Nischen müssen einfach erarbeitet werden und das ist mit Kindern wirklich schwierig.
Ich war übrigens 33 beim ersten Kind, 35 beim zweiten ... finde ich nun auch nicht so wahnsinnig alt.
Ich hatte mit Kindern noch einmal 1 Jahr als Weitebildungsassistentin in einem Schwesterfach auf einer 75% Stelle gearbeitet, weil ich noch den zweiten Facharzt machen wollte. DAs habe ich wieder aufgehört, weil mir die Arbeit "an der Front" mit zwei Kindern einfach zu heftig war.
Zusammengefaßt: natürlich kann das klappen, mit Kindern und dem Arztberuf, wenn man im Studium die Kinder bekommt, aber man sollte seine beruflichen Ziele realistischerweise nicht so hoch setzen. Und es lohnt sich in der Tat sich ein Fach auszusuchen, in dem es nicht so drauf ankommt, ob man etwas heute oder morgen zu Ende bearbeitet.
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Feuerkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Das automatische Beschäftigungsverbot über das wir sprachen, galt für meinen Beruf
Erstmal: man kommt NICHT automatisch ins Beschäftigungsverbot.
Deswegen fragte ich ja, wie es bei Medizinern ist
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]
Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
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Luja
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- Registriert: 10.02.2012, 16:17
Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Oh, wirklich? Ich hatte mich darüber schon informiert (auch meinen Hausarzt gefragt) und dachte, dass das vom Immunstatus abhängt.Feuerkind hat geschrieben:Ja genau, sobald man positiv testet, darf man nicht mehr arbeiten gehen.Menschenkind hat geschrieben: Ach, das verdammte Beschäftigungsverbot! Das hatte ich glatt vergessen. Und das gilt die gesamte Schwangerschaft, nicht wahr?
Das ist richtig bitter, mit dem befristeten Vertrag und dem Beschäftigungsverbot.Da muss man ja quasi doppelte Kinderzeit einplanen. :-/ Wie sieht es bei euch finanziell aus, könntet ihr euch das leisten? Gibt es da überhaupt Kompensation? Ich kenne mich damit gar nicht aus...
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Oder hast du so einen Immunstatus schon machen lassen, und weißt, dass du dann nicht mehr arbeiten gehen dürftest?
Das stimmt allerdings. Mir macht im Moment das Beschäftigungsverbot Gedanken. Ich habe vor, bevor ich evtl. am Ende meines Praktiums schwanger werde, einen Immunstatus machen zu lassen, um zu wissen, ob das ohne Beschäftigungsverbot möglich ist. Wenn nicht, werde ich wahrscheinlich zumindest bis zum eigentlichen Studium abwarten.Menschenkind hat geschrieben: Also mal ganz ehrlich, wenn das nicht das perfekte Studium/Praktikum zum Kinderkriegen ist weiß ich auch nicht mehr weiter! Diese ganzen geisteswissenschaftlichen Studiengänge bestehen doch quasi nur aus Hausarbeiten und zumindest teilweise nicht-anwesenheitspflichtigen Vorlesungen. Da kann ich die nächsten sechs Monate in meinem Blockpraktikum nur von träumen. Und eine KiTa wird ja wohl mit dem Thema Schwangerschaft und Kinder was anzufangen wissen. ^^
Klar, darüber hab' ich mich auch schon informiertMenschenkind hat geschrieben:Hmm, ohne da eigene Erfahrungen zu haben, aber schreit das nicht grade nach einer Rückentrage? Wenn ich mir meine Ur- und Großmutter mütterlicherseits so anschaue (die hatten zu Hause auch ein paar Tiere, damit es auch mal Milch und Eier gab, und ein Feld für die Kartoffeln), die haben das ja mit drei Kindern auch geschafft. Gut, ohne Studium dabei, aber meine Großmutter war/ist Lehrerin. Und der Alltag damals war mühsamer als heute.
Es geht mir eher darum, dass Kinder ja auch Zeit brauchen, Beschäftigung, später Hilfe bei den Hausaufgaben ... Und einen einigermaßen geregelten Tagesablauf.
Bei den Eltern meines Freundes war auch der Fernseher oft der "Babysitter", das würde ich auf jeden Fall vermeiden wollen.
Nee, in dem Dorf sowieso nicht, da gibt's nämlich keine MietwohnungenMenschenkind hat geschrieben:Die Bedenken kann ich verstehen! Eine einfache Lösung scheint es da ja nicht zu geben. Ich schätze mal, da das auf dem Land ist wird auch nicht viel draus, um die Ecke eine Wohnung zu suchen und dein Freund pilgert dann jeden Morgen wie der Rest von uns zur Arbeit. Oder?
Andererseits... soooooo viel kostenlose Kinderbetreuung auf einem Fleck... auch nicht zu verachten...
Achja, wir beide sind jetzt seit 6,5 Jahren ein Paar, seit ich 16 war... erster Freund und so![]()
Mir ist schon klar, dass er es lästig fände, so früh morgens bzw. spät abends (manchmal wird es ja wirklich sehr spät) noch in der Gegend rumzufahren. Und er würde sich in einer gemeinsamen Wohnung, zu der er nicht zu Fuß könnte, auch nicht zuhause fühlen. Er frühstückt dort, ist dort zum Mittagessen und zum Nachmittagskaffe, isst dorf zu Abend (auch an Abenden an denen er zu mir kommt, wo es auch Abendessen gäbe). Sein gesamtes Leben würde sich dort abspielen. Eine Wohnung wäre sozusagen nur Schlafplatz. Wenn er sich dort nicht zuhause fühlen würde, wäre ich noch unglücklicher damit als bei ihm einzuziehen.
Zur kostenlosen Kinderbetreuung - da hast du schon Recht
Sie ist eigentlich sehr lieb, beharrt aber auch sehr auf ihrer Meinung. So nach dem Motto "Du darfst zwar deine eigene Meinung haben, aber meine ist trotzdem die richtige." Andere Meinungen und Ansichten werden oft als Blödsinn, Unfug oder übertrieben angesehen.
Da werde ich denke ich ganz schön zu kämpfen haben mit Stillen, Tragen, Familienbett
Ich finde das schön, dass dein erster Freund "der Mann für's Leben" ist. Gibt's ja heutzutage leider nicht mehr so oft (da hatten manche schon mit 14 über 10 "Beziehungen"). Ist bei mir genauso, wir sind zusammen gekommen, da war ich 17
Mich hat er auch sehr zum Nachdenken gebracht. Wobei ich selbst gar nicht so auf Karriere aus bin. Ich möchte einen Job, der mir Spaß macht, der familienkompatibel ist und von dem man leben kann. Allerdings wenn ich zwischendurch ein oder zwei Kinder bekomme, werde ich nach jeder Variante die ich bis jetzt durchgespielt habe erst mit 30 anfangen, in dem Beruf zu arbeiten. Das ist reichlich spät für einen Berufseinstieg finde ich.Menschenkind hat geschrieben: Verdammt, ich merke, jetzt animiere ich dich ja auch noch zum Kinderkriegen.Vielleicht liegt es daran, dass MaareMums Artikel mich wirklich mitgenommen hat, zumal ich Karriere machen möchte, mindestens zur Oberärztin mit eigenem Team.
Einige meiner Zweifel versuchen auch schon allmählich, sich aus dem Staub zu machenMenschenkind hat geschrieben:Vielleicht haben dieses Forum und alle Vorposter in diesem Thread ja auch schon ihre Wirkung getan und mir sind auch langfristig die Zweifel verdampft? Ich würde jetzt so gerne mit meinem Freund darüber reden, aber über Skype mag ich das nicht machen... :-/
Das kenne ich! Allerdings bin ich meistens der vernünftige Part. Das macht die ganze Sache aber auch nicht gerade leichterMenschenkind hat geschrieben: Zumal -- und vielleicht kennt ihr das auch aus euren Beziehungen -- wir viele komplementäre Aufgaben in der Beziehung übernommen haben. Unter anderem bin ich die impulsive, gefühlsbestimte und er ist derjenige, der eine Entscheidung nochmal rational und vorsichtig durchleuchtet. Und je impulsiver ich werde umso vorsichtiger wird er. Normalerweise klappt das auch sehr gut. Nur wenn ich ihm jetzt so impulsiv meine Gefühle schildere... ich muss das wohl vorsichtiger angehen.
Und wenn du es auf der rationalen Schiene versuchst? Der Artikel liefert ja auch einige Argumente, warum es vernünftiger ist, früh Kinder zu bekommen. Hier habe ich auch vor längerer Zeit eine Argumentation in diese Richtung gefunden.
Kein ProblemMenschenkind hat geschrieben:Verzeihe mir meinen (momentanen?) Stimmungswandel
Liebe Grüße
Julia
(die noch unbestimmte Zeit auf ihr Baby warten muss
)
Julia
(die noch unbestimmte Zeit auf ihr Baby warten muss
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Feuerkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
bei meinem Träger ist es unabhängig vom ImmunstatusOh, wirklich? Ich hatte mich darüber schon informiert (auch meinen Hausarzt gefragt) und dachte, dass das vom Immunstatus abhängt.
Oder hast du so einen Immunstatus schon machen lassen, und weißt, dass du dann nicht mehr arbeiten gehen dürftest?
Das muss nicht bei jedem Träger so sein, aber was ich so gehört habe bis jetzt ist es in der KRIPPE üblich, wie es im KiGa ist weiß ich nicht, aber sicher ähnlich, sonst würden sie einen ja einfach in den KiGa "versetzen" *grübel*
Also bei mir liegt es am Träger, unabhängig vom Immunstatus- schwanger= Beschäftigungsverbot
ist aber gar nicht so unüblich...
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Ich hab mich in der Schwangerschaft darüber ja schon amüsiert. In allen möglichen Berufen bekommt man kaum dass man schwanger ist ein Berufsverbot. Wenn man Ärztin ist, interessiert das keinen Menschen, ob du CMV/Ringelröteln/usw. negativ bist, ob du schwer heben musst,.... Theoretisch darfst du alles Mögliche nicht mehr machen, praktisch ist das aber nicht möglich, ohne komplett aufzuhören zu arbeiten (je nach Fachrichtung natürlich).
Offiziell darfst du nicht mehr mit infektiösen Patienten arbeiten, nicht mehr mit Blutprodukten arbeiten, keine Punktionen mehr durchführen, nicht mehr operieren, keine Gas-Narkosen mehr machen, nicht mehr schwer heben, keiner radioaktiven Strahlung ausgesetzt sein,... inoffiziell ist das oft schlicht nicht möglich. Ich bin selbst in der Anästhesie. Für Punktionen haben wir Sicherheitsnadeln, also durfte ich das machen. Patienten mit bekannter Hepatitis, HIV oder ESBL oder so durfte ich nicht haben, aber ich will nicht wissen, wie viele Patienten irgendwelche Keime haben, die man nur noch nicht getestet hat. Kinder-Narkosen durfte ich nicht machen wegen CMV usw, aber die Aufklärungsgespräche mit Kindern schon, und da weiss man ja noch gar nicht, was die Kinder haben. Einmal war tatsächlich eins dabei mit Ringelröteln. SUPER! Gas-Narkosen durfte ich nicht machen, aber IV-Narkosen schon. Wobei ich auch oft genug Gas-Narkosen übernommen habe (allerdings ist das Narkosegas wirklich kein Problem mit den heutigen Systemen, die sind ja sehr dicht, da hatte ich echt keine Sorge vor). Schwer heben - ich hab beim Umlagern nicht mehr die schweren Sachen gemacht, aber oft genug muss man auch mal nen renitenten Patienten festhalten, und das ist vorher nicht immer planbar, da muss man dann halt auch mal als Schwangere ran. Kurz: es ist ein Witz, dass man ausgerechnet als Ärztin kein Berufsverbot bekommt. Allerdings hätte ich auch keins gewollt.
Berufsverbot heisst nicht, dass man dann kein Geld mehr bekommt. Das ist ja der Witz am Berufsverbot im Gegensatz zu einer langen Krankschreibung. Bei einer Krankschreibung gibt es irgendwann keine Lohnfortzahlung mehr. Bei einem Berufsverbot bekommt man weiter den Lohn, aber nicht vom Arbeitgeber, so dass der auch wieder jemanden einstellen kann. Da haben beide Seiten was davon.
Dann zu den familienfreundlichen Fachrichtungen: grundsätzlich ist keine Fachrichtung familienfreundlich, es gibt aber bessere und schlechtere. Anästhesie ist insofern familienfreundlich, weil du meistens in festen Schichtsystemen arbeitest. Das heisst, es ist so organisiert, dass du ablösbar bist. Zum Schichtende kommt ein Kollege, du machst ne Übergabe und gehst. Das heisst, du weisst vorher recht genau, wann du aus der Klinik kommst. In anderen Fachrichtungen muss man halt sehr oft nach eigentlichem Dienstschluss noch mindestens 1-2 Stunden bleiben, weil die Arbeit halt noch nicht getan ist. Du hast also die Wahl zwischen echtem Schichtdienst ohne viele zusätzliche Überstunden oder relativ geregelten Arbeitszeiten bis auf immer mal wieder Nacht- und Wochenenddienst mit sehr vielen zusätzlichen Überstunden (die natürlich nicht bezahlt werden). So ätzend Schichtdienst manchmal ist, aber mir ist das lieber als jeden Tag unkalkulierbar länger zu bleiben. Anästhesie ist ausserdem Teilzeit-Tauglich.
Kinderheilkunde und Gynäkologie sind insofern familienfreundlich, weil die dort arbeitenden Ärzte eigentlich immer selbst auch Kinder wollen und daher ein hohes Verständnis für Kinder und eine entsprechende Organisation vorliegt. Gerade in Gynäkologie und Kinderheilkunde ist Teilzeit-Arbeit eigentlich ganz gut akzeptiert.
Radiologie ist natürlich familientauglich, aber wer will im dunklen Keller seine Zeit mit dem Diktiergerät verbringen *hihihi*
Augen und HNO sind insofern familientauglich, weil man oft die Nachtdienste als Rufdienst abhalten kann und die Nachtdienste von den "richtigen" klinischen Fächern zusammen mit Radiologie sicherlich die harmlosesten sind. Mit den Überstunden am Tag sind sie eher ein bissl besser dran als die CHirurgen, Interniste, Kinderärzte und Gynäkologen.
Die familienunfreundlichste Fachrichtung ist auf jeden Fall ungeschlagen die Chirurgie. Allein schon wegen der immernoch bestehenden Hirarchien und der absoluten Ellenbogen-Mentalität, die leider immernoch so sehr in dieser Fachrichtung vorherrschen. Ich hätte gerne rein vom Fach her gerne Unfallchirurgie gemacht, aber allein die fehlende menschliche Seite in dieser Fachrichtung war für mich ein absolutes No-Go.
Innere Medizin - Üüüüüberstunden und bescheidene Nachtdienste.
Derma - sicherlich auch viele Überstunden und massen Patienten im Fließbandverfahren. Dafür vermutlich eher ruhigere Nächte.
Ich glaube wie gesagt auch, dass ein Kind in der Medizin durchaus eine Karrierebremse ist. Aber wenn man jung Kinder bekommt, dann kann man später durchstarten. Das ist ja der Witz (der auch das Fazit von diesem Artikel war). Ich glaube, dass deine Chancen auf Karriere, wenn du erst spät also mit Facharzt Kinder bekommst, nicht besser werden, denn dann kommt erstmal ne riesen Pause und dann nochmal durchzustarten ist sicherlich sehr schwer.
Medizinstudium mit Kind ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber ich glaube auch nicht unmöglich. Ich hatte im Studium wirklich trotz lernen viiiieeel freie Zeit, viel mehr als danach im Job. Wenn man Unterstützung hat, kann das gut klappen.
Offiziell darfst du nicht mehr mit infektiösen Patienten arbeiten, nicht mehr mit Blutprodukten arbeiten, keine Punktionen mehr durchführen, nicht mehr operieren, keine Gas-Narkosen mehr machen, nicht mehr schwer heben, keiner radioaktiven Strahlung ausgesetzt sein,... inoffiziell ist das oft schlicht nicht möglich. Ich bin selbst in der Anästhesie. Für Punktionen haben wir Sicherheitsnadeln, also durfte ich das machen. Patienten mit bekannter Hepatitis, HIV oder ESBL oder so durfte ich nicht haben, aber ich will nicht wissen, wie viele Patienten irgendwelche Keime haben, die man nur noch nicht getestet hat. Kinder-Narkosen durfte ich nicht machen wegen CMV usw, aber die Aufklärungsgespräche mit Kindern schon, und da weiss man ja noch gar nicht, was die Kinder haben. Einmal war tatsächlich eins dabei mit Ringelröteln. SUPER! Gas-Narkosen durfte ich nicht machen, aber IV-Narkosen schon. Wobei ich auch oft genug Gas-Narkosen übernommen habe (allerdings ist das Narkosegas wirklich kein Problem mit den heutigen Systemen, die sind ja sehr dicht, da hatte ich echt keine Sorge vor). Schwer heben - ich hab beim Umlagern nicht mehr die schweren Sachen gemacht, aber oft genug muss man auch mal nen renitenten Patienten festhalten, und das ist vorher nicht immer planbar, da muss man dann halt auch mal als Schwangere ran. Kurz: es ist ein Witz, dass man ausgerechnet als Ärztin kein Berufsverbot bekommt. Allerdings hätte ich auch keins gewollt.
Berufsverbot heisst nicht, dass man dann kein Geld mehr bekommt. Das ist ja der Witz am Berufsverbot im Gegensatz zu einer langen Krankschreibung. Bei einer Krankschreibung gibt es irgendwann keine Lohnfortzahlung mehr. Bei einem Berufsverbot bekommt man weiter den Lohn, aber nicht vom Arbeitgeber, so dass der auch wieder jemanden einstellen kann. Da haben beide Seiten was davon.
Dann zu den familienfreundlichen Fachrichtungen: grundsätzlich ist keine Fachrichtung familienfreundlich, es gibt aber bessere und schlechtere. Anästhesie ist insofern familienfreundlich, weil du meistens in festen Schichtsystemen arbeitest. Das heisst, es ist so organisiert, dass du ablösbar bist. Zum Schichtende kommt ein Kollege, du machst ne Übergabe und gehst. Das heisst, du weisst vorher recht genau, wann du aus der Klinik kommst. In anderen Fachrichtungen muss man halt sehr oft nach eigentlichem Dienstschluss noch mindestens 1-2 Stunden bleiben, weil die Arbeit halt noch nicht getan ist. Du hast also die Wahl zwischen echtem Schichtdienst ohne viele zusätzliche Überstunden oder relativ geregelten Arbeitszeiten bis auf immer mal wieder Nacht- und Wochenenddienst mit sehr vielen zusätzlichen Überstunden (die natürlich nicht bezahlt werden). So ätzend Schichtdienst manchmal ist, aber mir ist das lieber als jeden Tag unkalkulierbar länger zu bleiben. Anästhesie ist ausserdem Teilzeit-Tauglich.
Kinderheilkunde und Gynäkologie sind insofern familienfreundlich, weil die dort arbeitenden Ärzte eigentlich immer selbst auch Kinder wollen und daher ein hohes Verständnis für Kinder und eine entsprechende Organisation vorliegt. Gerade in Gynäkologie und Kinderheilkunde ist Teilzeit-Arbeit eigentlich ganz gut akzeptiert.
Radiologie ist natürlich familientauglich, aber wer will im dunklen Keller seine Zeit mit dem Diktiergerät verbringen *hihihi*
Augen und HNO sind insofern familientauglich, weil man oft die Nachtdienste als Rufdienst abhalten kann und die Nachtdienste von den "richtigen" klinischen Fächern zusammen mit Radiologie sicherlich die harmlosesten sind. Mit den Überstunden am Tag sind sie eher ein bissl besser dran als die CHirurgen, Interniste, Kinderärzte und Gynäkologen.
Die familienunfreundlichste Fachrichtung ist auf jeden Fall ungeschlagen die Chirurgie. Allein schon wegen der immernoch bestehenden Hirarchien und der absoluten Ellenbogen-Mentalität, die leider immernoch so sehr in dieser Fachrichtung vorherrschen. Ich hätte gerne rein vom Fach her gerne Unfallchirurgie gemacht, aber allein die fehlende menschliche Seite in dieser Fachrichtung war für mich ein absolutes No-Go.
Innere Medizin - Üüüüüberstunden und bescheidene Nachtdienste.
Derma - sicherlich auch viele Überstunden und massen Patienten im Fließbandverfahren. Dafür vermutlich eher ruhigere Nächte.
Ich glaube wie gesagt auch, dass ein Kind in der Medizin durchaus eine Karrierebremse ist. Aber wenn man jung Kinder bekommt, dann kann man später durchstarten. Das ist ja der Witz (der auch das Fazit von diesem Artikel war). Ich glaube, dass deine Chancen auf Karriere, wenn du erst spät also mit Facharzt Kinder bekommst, nicht besser werden, denn dann kommt erstmal ne riesen Pause und dann nochmal durchzustarten ist sicherlich sehr schwer.
Medizinstudium mit Kind ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber ich glaube auch nicht unmöglich. Ich hatte im Studium wirklich trotz lernen viiiieeel freie Zeit, viel mehr als danach im Job. Wenn man Unterstützung hat, kann das gut klappen.
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?
Nein, Spielverderber seid ihr keine. Ihr habt Erfahrungen gemacht, und das in einem Kontext der meinem wahrscheinlich ähneln wird. Davon kann ich bestenfalls profitieren, schlimmstenfalls es interessiert lesen.
In der Tat bezog sich das Beschäftigungsverbot auf Feuerkind (und Luja?), wobei ich mir der medizinischen Einschränkungen (Blut, Nacht ect.) durchaus bewusst bin.
An die Medizinerinnen hier: Kennt ihr denn Männer in vergleichbaren Situationen, die es geschafft haben? Bis auf Schwangerschaft und Stillen, die sie ja nunmal nicht können, *dürfte* es doch keine Unterschiede geben. Ich vermute aber große Differenzen...
Vielleicht habe ich da auch einfach eine andere Sozialisation genossen. Die Hälfte meiner Familie kommt schließlich aus Polen und mir fällt spontan weder in der alten noch der jungen Generation eine Hausfrau ein.
Dafür kenne ich von dort auch große Familien und das wiederum fehlt mir sehr.
Was die vielleicht unrealistischen Karriereerwartungen angeht, ich sehe es so: wenn ich jetzt schon meine Ansprüche zurückschraube dann kann man aber darauf wetten, dass ich in 15 Jahren noch dümpeln werde. Ohne Ziele strenge ich mich nicht an; zurückstecken kann ich immernoch.
Ich glaube, wenn ich präventiv zurückschraube und mit 40 keinen Facharzt habe bin ich wesentlich unzufriedener, als wenn ich mittendrin merke, dass es so nicht geht und dasselbe outcome habe. Dann habe ich es aber zumindest versucht, für unpassend befunden und dann ist es auch ok.
Ich kenne Frauen, die es geschafft haben. Das gibt mir Mut.
Ich möchte nicht, und das war mir von Anfang an in meiner Familienplanung klar, erst mit Mitte 30 Mutter werden. Das mag für viele Leute der richtige Weg sein, für mich ist es das nicht. Meine Eltern haben das gemacht, dann wurde mein Vater für ein paar Jahre krank, sodass man nicht genau sagen konnte, wie es weiter geht. Als es ihm wieder absehbar gut ging waren sie zu alt. Nun bin ich alleine.
Ausserdem, ich habe ja jetzt schon Schwierigkeiten zu warten. Ein paar Jahre, ok, aber bis nach dem Facharzt? Das halte ich nicht aus.
Achja, was ich bisher vielleicht nicht genug erwähnte: Wir wohnen beide in unserer Heimatstadt, wir hätten meine Eltern, seine Mutter samt Mann und seinen Vater samt Freundin im Hintergrund. Die Erwachsenen sind zwar allesamt noch berufstätig, aber die reine Existenz in der Nähe ist schonmal beruhigend zu wissen.
Wir sind auch beide recht heimatgebunden. Ich hatte zwar schon mit einem halben Auge auf das weitere Rheinland gelinst, etwa so Richtung Bonn, aber wenn wir der Familie zuliebe in der Nähe bleiben "müssen" kann ich damit mehr als gut leben.
Noch ein paar spezifische Antworten:
Obwohl ich auch das Gefühl bei deinen Schilderungen habe, dass er sich noch nicht so wirklich von seinem bisherigen Leben gelöst (das muss ja nicht verabschiedet heißen) und auf ein Leben in Partnerschaft eingestellt hat. Er soll ja um Gottes willen nicht seine Familie hinter sich lassen aber für mich hat in einer Partnerschaft der Partner das erste Vorrecht vor der restlichen Familie.
Das geht ja mal gar nicht! Dann hätte ich auch Sorgen, mein Kind da zu parken. Wahrscheinlich werdet ihr allesamt früher oder später ein ernstes Gespräch führen müssen. Wahrscheinlich mehrere.
Ich verbitte es mir Berufstätigkeit mit Fertigessen und Kindergeburtstagen bei McDonalds gleichzustellen. Hingegen hätte ich für einen Geburtstag im Dinomuseum als Kind viel gegeben.
MaareMum, ich habe deinen Post jetzt erst gelesen, nachdem ich meinen abschicken wollte. Ich kann dir, soweit es mir möglich ist, nur zustimmen. Ich weigere mich, mir meinen Facharzt nach Familienfreundlichkeit auszusuchen, aber wenn es mehrere gleich liebe gibt ist das mit Sicherheit ein Faktor.
Ich weiss für mich, ich muss im OP sein können, und zwar auf der anderen Seite der Blut-Hirn-Schranke
, aber ich will es auch nicht ausschließlich. Also ein kleines operatives Fach. Ich habe bisher sowohl mit Gyn als auch mit Uro, insbesondere Kontinenzfragen, sehr gute Erfahrungen gemacht, also stehen diese Fächer ganz oben bei mir. HNO mag ich nicht, Augen sollen auch ganz cool sein, ist mir aber irgendwie zu... naja, der betreffende Zielbereich ist recht klein, da gibts keine großen Bauch-OPs. Ich mag Bäuche.
Ich vermute, dass es sich zwischen Gyn und Uro entscheiden wird. Aber sicher kann ich mir nicht sein, als ich angefangen habe Medizin zu studieren wollte ich immerhin Neuro machen...
In der Tat bezog sich das Beschäftigungsverbot auf Feuerkind (und Luja?), wobei ich mir der medizinischen Einschränkungen (Blut, Nacht ect.) durchaus bewusst bin.
An die Medizinerinnen hier: Kennt ihr denn Männer in vergleichbaren Situationen, die es geschafft haben? Bis auf Schwangerschaft und Stillen, die sie ja nunmal nicht können, *dürfte* es doch keine Unterschiede geben. Ich vermute aber große Differenzen...
Vielleicht habe ich da auch einfach eine andere Sozialisation genossen. Die Hälfte meiner Familie kommt schließlich aus Polen und mir fällt spontan weder in der alten noch der jungen Generation eine Hausfrau ein.
Dafür kenne ich von dort auch große Familien und das wiederum fehlt mir sehr.
Was die vielleicht unrealistischen Karriereerwartungen angeht, ich sehe es so: wenn ich jetzt schon meine Ansprüche zurückschraube dann kann man aber darauf wetten, dass ich in 15 Jahren noch dümpeln werde. Ohne Ziele strenge ich mich nicht an; zurückstecken kann ich immernoch.
Ich glaube, wenn ich präventiv zurückschraube und mit 40 keinen Facharzt habe bin ich wesentlich unzufriedener, als wenn ich mittendrin merke, dass es so nicht geht und dasselbe outcome habe. Dann habe ich es aber zumindest versucht, für unpassend befunden und dann ist es auch ok.
Ich kenne Frauen, die es geschafft haben. Das gibt mir Mut.
Ich möchte nicht, und das war mir von Anfang an in meiner Familienplanung klar, erst mit Mitte 30 Mutter werden. Das mag für viele Leute der richtige Weg sein, für mich ist es das nicht. Meine Eltern haben das gemacht, dann wurde mein Vater für ein paar Jahre krank, sodass man nicht genau sagen konnte, wie es weiter geht. Als es ihm wieder absehbar gut ging waren sie zu alt. Nun bin ich alleine.
Ausserdem, ich habe ja jetzt schon Schwierigkeiten zu warten. Ein paar Jahre, ok, aber bis nach dem Facharzt? Das halte ich nicht aus.
Achja, was ich bisher vielleicht nicht genug erwähnte: Wir wohnen beide in unserer Heimatstadt, wir hätten meine Eltern, seine Mutter samt Mann und seinen Vater samt Freundin im Hintergrund. Die Erwachsenen sind zwar allesamt noch berufstätig, aber die reine Existenz in der Nähe ist schonmal beruhigend zu wissen.
Wir sind auch beide recht heimatgebunden. Ich hatte zwar schon mit einem halben Auge auf das weitere Rheinland gelinst, etwa so Richtung Bonn, aber wenn wir der Familie zuliebe in der Nähe bleiben "müssen" kann ich damit mehr als gut leben.
Noch ein paar spezifische Antworten:
Oh, nee, das geht natürlich nicht.Luja hat geschrieben:Klar, darüber hab' ich mich auch schon informiertAber manche Dinge sind einfach zu gefährlich mit Kind auf dem Rücken/im Bauch. z. B. auf einem 2m hohen Silo rumzuklettern, Kühe zusammentreiben etc.
Verständlich. Sogar von beiden Seiten aus, wirkliche Lust hätte ich an seiner Stelle wohl auch nicht, ständig zu tingeln; zumal wenn man auf dem Hof auch noch alle Mahlzeiten einnimmt.Luja hat geschrieben:Nee, in dem Dorf sowieso nicht, da gibt's nämlich keine MietwohnungenIm Nachbardorf dann schon, aber mein Freund sieht es nicht ein, jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren zu müssen
Oft, wenn ich möchte dass er zu mir kommt, bringt er wieder das Argument "Ich müsste ja eigentlich gar nicht fahren (nach Hause oder zur Arbeit), bei dir ist es doch egal ob du zu mir fährst oder nach Hause und von wo aus du zur Arbeit fährst."
Mir ist schon klar, dass er es lästig fände, so früh morgens bzw. spät abends (manchmal wird es ja wirklich sehr spät) noch in der Gegend rumzufahren. Und er würde sich in einer gemeinsamen Wohnung, zu der er nicht zu Fuß könnte, auch nicht zuhause fühlen. Er frühstückt dort, ist dort zum Mittagessen und zum Nachmittagskaffe, isst dorf zu Abend (auch an Abenden an denen er zu mir kommt, wo es auch Abendessen gäbe). Sein gesamtes Leben würde sich dort abspielen. Eine Wohnung wäre sozusagen nur Schlafplatz. Wenn er sich dort nicht zuhause fühlen würde, wäre ich noch unglücklicher damit als bei ihm einzuziehen.
Obwohl ich auch das Gefühl bei deinen Schilderungen habe, dass er sich noch nicht so wirklich von seinem bisherigen Leben gelöst (das muss ja nicht verabschiedet heißen) und auf ein Leben in Partnerschaft eingestellt hat. Er soll ja um Gottes willen nicht seine Familie hinter sich lassen aber für mich hat in einer Partnerschaft der Partner das erste Vorrecht vor der restlichen Familie.
Luja hat geschrieben:Zur kostenlosen Kinderbetreuung - da hast du schon RechtIch weiß nur nicht, ob ich das will - die Erziehungsansichten meiner zukünftigen Schwiegermutter und mir gehen ziemlich auseinander: "ab und zu ein Klaps" ist vollkommen in Ordnung und notwendig (!), vom Fernseher als Babysitter habe ich schon geschrieben, ein Kleinkind (ca. 2 Jahre) auf der auklappbaren Sitzerhöhung im Auto mitzunehmen ist total sicher, etc.
Sie ist eigentlich sehr lieb, beharrt aber auch sehr auf ihrer Meinung. So nach dem Motto "Du darfst zwar deine eigene Meinung haben, aber meine ist trotzdem die richtige." Andere Meinungen und Ansichten werden oft als Blödsinn, Unfug oder übertrieben angesehen.
Da werde ich denke ich ganz schön zu kämpfen haben mit Stillen, Tragen, Familienbett
Ich habe mir den Artikel jetzt durchgelesen und muss sagen, dass er mir nicht gefällt. Das liegt weniger an der prinzipiellen Idee als mehr an der Argumentation. Die Autorin hat mMn viel zu große Angst um die armen kleinen Hirne und eine viel zu schlechte Ansicht von Fremdbetreuung.Luja hat geschrieben:Und wenn du es auf der rationalen Schiene versuchst? Der Artikel liefert ja auch einige Argumente, warum es vernünftiger ist, früh Kinder zu bekommen. Hier habe ich auch vor längerer Zeit eine Argumentation in diese Richtung gefunden.
Ich verbitte es mir Berufstätigkeit mit Fertigessen und Kindergeburtstagen bei McDonalds gleichzustellen. Hingegen hätte ich für einen Geburtstag im Dinomuseum als Kind viel gegeben.
Das muss man in der Tat bedenken. Aber ich glaube, da birgt mein Beruf die deutlich höheren Scheidungsrisiken als die Kinderfrage. Im Grunde möchte er ja auch sehr gerne Kinder. Ich weiß, dass das keine Garantie ist, aber die gibt es so oder so nicht.honigtopf2010 hat geschrieben:Aber: wir waren 12 Jahre zusammen bevor unser Kind kam. Erst wollte er nicht, schlechte Erfahrungen mit 1. Kind, dann ich nicht wegen der Freiberuflichkeit und so zogen die Jahre ins Land. Mit Mitte 30 sind Kinder immer noch toll, auch, wem manches anstrengender ist. Doch unsere Beziehung hätte früher wahrscheinlich diese Veränderung nicht ausgehalten. Nun wird es keine FußballMannschaft mehr, naja. Ich finde, das muss man auch bedenken.
MaareMum, ich habe deinen Post jetzt erst gelesen, nachdem ich meinen abschicken wollte. Ich kann dir, soweit es mir möglich ist, nur zustimmen. Ich weigere mich, mir meinen Facharzt nach Familienfreundlichkeit auszusuchen, aber wenn es mehrere gleich liebe gibt ist das mit Sicherheit ein Faktor.
Ich weiss für mich, ich muss im OP sein können, und zwar auf der anderen Seite der Blut-Hirn-Schranke
Ich vermute, dass es sich zwischen Gyn und Uro entscheiden wird. Aber sicher kann ich mir nicht sein, als ich angefangen habe Medizin zu studieren wollte ich immerhin Neuro machen...

