Wir haben kurz vor den vollendeten 6 Monaten angefangen, Fingerfood anzubieten. Es landete wenig im Kind. Brei haben wir auch gelegentlich versucht (ich bin da nicht dogmatisch), das hat aber auch nicht dazu geführt, dass mehr im Kind landete, und dann war's den Aufwand einfach nicht wert

An fehlenden Zähnen lag es nicht, sie hat kurz nach Beikostbeginn die ersten Zähne gekriegt und hatte mit 8,5 Monaten dann schon 6 Schneidezähne. Vielmehr war's hier so, dass immer, wenn Zähne am Durchbrechen waren, die gegessenen Mengen fast auf null runtergingen und alles schlichtweg abgelehnt wurde, Ausnahme war nur das "Lieblingsessen": Gurkenstücke, auf denen rumzukauen war wohl auch beim Zahnen sehr angenehm. Wir haben einfach immer ungesalzene Komponenten unseres Essens angeboten (einfach was wegnehmen, bevor wir es für uns würzen). Man kann dabei auch babygerechte Happen auf die Gabel aufpieksen und die Gabel zum Greifen hinlegen. Oder Dinge, die gut am Löffel festpappen, auf den Löffel schaufeln und den Löffel zum Ablutschen anbieten.
Jetzt gehen wir langsam dazu über, das Essen für alle nur sparsam zu salzen und dafür darf sie einfach alles mitessen. Wenn es was gibt, was sie mag, landet nun, mit gut 13 Monaten, auch manchmal nennenswert was im Kind

also an guten Tagen mal 12 Nudeln statt nur 2 oder ein halbes Schälchen Risotto statt nur 3 Reiskörner. Süßes weiches Obst (Nektarine, Mango!) zum Frühstück oder als Snack kommt auch öfter gut an.
Aber wir haben auch so ein super essendes Baby in der Bekanntschaft. Mit 4 Monaten mit Brei angefangen, danach auch flexibel Fingerfood, Familientisch, und mit 7-8 Monaten hat das Mädchen einer Mahlzeit mehr verdrückt als meine in einer Woche

Wenn man der eine Schüssel mit Essen hingestellt hat, hat sie daraus einfach gegessen. Während meine erst das Essen auf den Boden geworfen hat und dann die Schüssel hinterher. Jetzt wird bei uns auch immer noch viel gematscht, aber wir trauen uns schon gelegentlich mal, die Schüssel mit dem Essen loszulassen
Es ist schwer, aber das beste ist echt, es den anderen Eltern zu gönnen und sich selbst trotzdem keinen Stress zu machen. Ich arbeite wieder Vollzeit seit dem ersten Geburtstag, wir haben jetzt regelmäßig Stillpausen von 6+ Stunden tagsüber und, Überraschung!, das Kind ist noch nicht verhungert.